Bargfrede hat enormes Potential, seine Leicht- und Beidfüßigkeit ist beeindruckend. Aber Werders Spielweise (nicht die Raute, sondern die Spielanlage) ist wohl sein Verhängnis, denn den nächsten Schritt muss er wohl alleine gehen: ihm fehlt meiner Meinung nach das strategische Gefühl für die Situation. Er spielt in den falschen Momenten mit nur einem Ballkontakt, das ist auf seiner Position oft riskant. Er spielt nie lange Bälle (die Frings immer wieder effektiv einstreute) und damit fehlen auch Seitenverlagerungen. Das ist manchmal das Verhängnis von Spielern, die mit ihrer Technik auf engem Raum alles lösen können: sie wollen alles auf engem Raum lösen. Und vergessen darüber, dass ein Spielfeld zwei Seiten hat. Man sieht, dass bei Schaaf im Training vor allem das enge Ein-Kontakt-Umschalten gebimst wird. Das sieht oft beeindruckend aus (auch jetzt gegen Bayer) ist aber so automatisiert, dass die Spieler Situationen verpassen, in denen Alternativen angebrachter wären.
Wenn Bargfrede den Verein wechselt, anderen Einflüssen ausgesetzt ist, würde ihn das einen großen Schritt weiter bringen, und wahrscheinlich in den Kader der Nationalmannschaft.