Jetzt bleibt doch mal locker...
Verglichen mit den Eskapaden eines Marko Arnautovic (Stichwort "Saftladen") ist das "Vergehen" von Testroet eher zu vernachlässigen und die Reaktion auf diesen, in meinen Augen in Anbetracht der Situation durchaus nachvollziehbaren Kommentar dürfte eher auf das derzeit sehr angespannte Klima innerhalb des Vereins zurückzuführen sein.
Man sollte sich bei der Bewertung des Vorgangs einiger Dinge bewusst sein:
Testroet ist in dieser Saison in erster Linie ein durchaus wichtiger Teil des U23-Kaders gewesen, die am Samstag, kurz vor dem Spiel der Profis in Kaiserslautern, zuhause gegen den SV Wehen-Wiesbaden. Dieses Spiel war die letzte Chance, den drohenden Abstieg noch zu verhindern und ein Sieg gegen Wehen-Wiesbaden hätte in Anbetracht der Ergebnisse auf den anderen Plätzen den Klassenerhalt zur Folge gehabt.
Während es für die Profis am Samstag in Kaiserslautern um rein gar nichts mehr ging, ging es für die U23, und damit wohl auch für Testroet, darum, nicht abzusteigen. Da Testroet es wohl auch in der kommenden Saison schwer haben wird, dauerhaft Mitglied des Bundesligakaders zu sein, wird das sicherlich für ihn nicht ganz so einfach gewesen sein, dieses Spiel nicht absolvieren zu können.
Wie dem auch sei, es kam so, dass die U23 ohne Testroet gegen Wehen-Wiesbaden verlor und abstieg, während Testroet in Kaiserslautern eine bessere Sightseeing-Tour machte, ohne auch nur eine Sekunde zum Einsatz zu kommen.
Wohlgemerkt: Schaaf berief Testroet in den Kader, obwohl es keine Notwendigkeit hierfür gab. Im besten Fall gab es einen hausgemachten Sachzwang, weil man sich seitens der sportlichen Leitung im Vorfeld mit den gesunden und einsatzfähigen, etatmäßigen Profis Vranjes, Husejinovic und Jensen überworfen hatte.
Wenn ich eine für die U23 solch schwerwiegende Entscheidung als Trainer des Profikaders treffe, obwohl ich zuvor mit Stevanovic und Trinks schon zwei Leistungsträger der U23 für dieses Schicksalsspiel dieser Mannschaft abzog, dann muss ich auch Vertrauen in den Spieler haben, den ich zusätzlich abziehe.
Dieses Vertrauen scheint völlig gefehlt zu haben. Wie anders ist es zu erklären, dass man trotz eines Stürmers auf der Bank und eines 2:3 Rückstands nur zweimal wechselt und diesen, für die U23 wirklich wichtigen Spieler auf der Bank schmoren läßt?
Wie im Fall Jensen denke ich, dass Werder in diesem Fall viel zu dünnhäutig und eindimensional gehandelt hat, ohne differenziert über sein eigenes Handeln nachzudenken. In anderen Fällen haben einige hier schon angemerkt, dass man seitens des Vereins souveräner hätte agieren können - und ich denke, dass das auch auf diesen Fall zutrifft.