Auch wenn dir das so in den Kram passen würde, ist es mir als Moderator nicht verboten, eine eigene Meinung zu haben und diese auch zu äußern. Wenn das deiner Meinung widerspricht, wirst du damit leben müssen.
Das Problem scheint mir hier nicht die eigene Meinung zu sein, sondern die weitestgehend provokante Art und Weise, auf andere Standpunkte einzugehen.
Ironie, Sarkasmus und bisweilen auch ein Schuss Polemik sind Stilmittel guter Diskussionsführung, sollten aber nicht dermaßen überreizt werden, dass man sich jeglicher Argumente und deren Begründung entledigt.
Ich möchte das mal an einem Deiner Beiträge hier darstellen:
Klar. Anstatt ihn zu suspendieren, hätte Schaaf als Ausgleich für die unglaubliche Respektlosigkeit ein Freundschaftsspiel gegen eine Auswahl internationaler Stars für ihn organisieren sollen, bei dem Testroet die Mannschaft als Spielführer aus das Feld führt, nicht wahr?
Manchen Leuten ist scheinbar gar nichts zu blöd, um sich über die Verantwortlichen auskotzen zu können.
Mit einem solchen Kommentar machst Du zwischen den Zeilen zwar Deinen Standpunkt deutlich, dass die von Schaaf ergriffene Maßnahme richtig sei, suggerierst aber vor allem, dass Du von Deinem Diskussionspartner rein gar nichts hältst - und von seinem Standpunkt noch viel weniger.
Schlimmer noch, Du unterstellst ihm, dass sein Standpunkt nicht das Ergebnis eigener Überlegungen sei, sondern ausschließlich darauf zurückzuführen ist, dass der Verfasser einen privaten Feldzug gegen das Management und/oder die sportliche Leitung führt.
Es mag sein, dass Du der Ansicht bist, mit diesem Diskussionsstil (der im Grunde gar keiner ist), bislang gut gefahren zu sein - und es mag auch sein, dass es nicht wenige gibt, die in ähnlicher Art und Weise darauf erwidern, ihn sich zumindest aber gefallen lassen und/oder sich ggfs. künftig lieber aus einer Diskussion mit Dir ausklinken, als sich derart dumm anmachen zu lassen.
Zwar habe ich keine große Lust, nach nur zwei Tagen in diesem Forum über die Maßstäbe zu diskutieren, die man an einem Moderator anlegen sollte, vertrete aber durchaus den Standpunkt, dass die von an den Tag gelegte Art und Weise der Diskussionsbeteiligung in erster Linie mit dem Ziel verbunden ist,
Dir nicht genehme Beiträge ins Lächerliche zu ziehen, als zwischen den Standpunkten zu "moderieren". In diesem Zusammenhang könnte man Dir den nicht zu leugnenden Interessenskonflikt zu Gute halten, den es mit sich bringt, wenn man auf der einen Seite moderieren, auf der anderen aber seine eigenen Standpunkte vertreten wissen möchte.
Zur fett markierten Stelle möchte ich übrigens noch ein Zitat anfügen, das aus einem Essay des deutschen Philosophen Richard David Precht stammt, welches im Februar 2011 im Spiegel abgedruckt wurde:
Bedenklicher stimmt, dass man den Umbruch auch den vielen Journalisten nicht erklären kann, die über die "Wutbürger" von Stuttgart staunen und meckern [...]
Die Veralberung der anderen ist ein probates Mittel, das große Loch in der eigenen Psyche zu füllen, der es an historischer Erfahrung mangelt, an Zielen und an Sinn.
aus einem Essay von Richard David Precht
Titel: "Immer mehr ist immer weniger"
Quelle Offline: Printausgabe Spiegel 05/11
Quelle Online: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-76659530.html