Clemens Fritz (Geschäftsführer Fußball)

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Pala
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
In meiner subjektiven Realität ist er nah dran am 'Stümper' - gemessen an den bisherigen Ergebnissen seiner 'Karriere' bei Werder.
Vielleicht wäre er als Sales-Manager bei REWE besser aufgehoben oder so.
Ich habe da schlicht zu wenig Ahnung und Informationen, um mir eine fundierte Meinung bilden zu können. Wenn wir drin bleiben, könnte ich wohl auch mit einem Verbleib von CF leben. Neu = zwingend besser, da habe ich meine Zweifel.
 
Ich habe da schlicht zu wenig Ahnung und Informationen, um mir eine fundierte Meinung bilden zu können. Wenn wir drin bleiben, könnte ich wohl auch mit einem Verbleib von CF leben. Neu = zwingend besser, da habe ich meine Zweifel.
Vor allem suggerieren solche Forderungen ja immer, dass Werder da anders handeln würde als zuvor. Unsere finanzielle Situation hat sich aber nicht geändert, also wird sich auch die Strategie nicht ändern. Fliegt Fritz kostet das erstmal Geld und es übernimmt - keine Ahnung - Ex-Spieler #783. Scouting-Abteilung und alle anderen Posten, inklusive AR bleiben gleich. Was würde das ändern?
 
Vor allem suggerieren solche Forderungen ja immer, dass Werder da anders handeln würde als zuvor. Unsere finanzielle Situation hat sich aber nicht geändert, also wird sich auch die Strategie nicht ändern. Fliegt Fritz kostet das erstmal Geld und es übernimmt - keine Ahnung - Ex-Spieler #783. Scouting-Abteilung und alle anderen Posten, inklusive AR bleiben gleich. Was würde das ändern?
Das ist einer meiner Punkte. Wie handelt Mister XY im Rahmen unserer sehr überschaubaren Möglichkeiten. Und wer ist bezahlbar und will zu uns, wäre auch eine Frage.
Unterm Strich ist Fritz für mich bei weitem nicht so unfähig, wie hier manchmal so dagestellt wird.
 
In meiner subjektiven Realität ist er nah dran am 'Stümper' - gemessen an den bisherigen Ergebnissen seiner 'Karriere' bei Werder.
Vielleicht wäre er als Sales-Manager bei REWE besser aufgehoben oder so.
Notfalls kann Nouri ihm einen Job in seiner Burger Bude anbieten...

Im Ernst.. Vieles ist wirklich nicht gut gelaufen, aber Transfers wie Covic und Coulubaly sind auch unter seiner Führung getätigt worden , einer davon wird vielleicht die größte Summe ever einbringen . Und die Leihspieler Sugawara,Puertas,Hein sind sicher auch okay.
 
Bin auch kein CF Fan, aber ihn als völlig inkompeten Stümper dazustellen, geht mir dann doch etwas zu sehr an der Realität vorbei. Wird so oder so ein spannender Sommer.
Ich habe ihn niemals als inkompetenten Stümper dargestellt. CF wird nicht müde zu betonen, dass er 20 Jahre im Verein ist. In den letzten Jahren durfte er hautnah das Wirken des Unersetzlichen FB miterleben, der Werder in die 2.Liga geführt hat. Seit vielen Jahren glaubt man aufgrund der glorreichen Vergangenheit, dass man mit Dellenspielern den Erfolg zurückholt. Klappt seit über 15 Jahren nicht und wurde von CF bei Keita, Boniface und Wöber erneut versucht. Ich möchte nicht wissen, wie viel Geld man bei diesen Personalien verloren hat? Aber man beharrt auf diesen Werderweg. Wo ist die Fehleranalyse?
Das Konzept mit jungen Spielern Werte zu schaffen und finanziell in der Zukunft besser aktionsfähig zu sein, ist der richtige Weg. Auch werfe ich ihm nicht vor, dass er HS als OW Ersatz geholt hat. Initial waren sehr Viele der Ansicht, so auch ich, dass es mit HS und jenem Jugendkonzept klappen könnte. Die Realität hat uns alle eingeholt und eines Besseren belehrt.
Aber den endgültigen Kader auf den DD auszurichten und dabei das Pokalaus sehenden Auges einzupreisen sowie Niederlagen am Beginn der Saison in Kauf zu nehmen, ist grob fahrlässig. Dazu holt man keinen Scorerersatz. Man verändert komplett die Hierarchie in der Kabine ohne ein klares Konzept. Die anfänglichen Ergebnisse unter HS waren nicht so schlecht, aber die Defizite im Kader in Kombination mit einem taumelden Trainer führten zu einem beispiellosen Absturz, der immer noch in der 2.Liga enden kann.
Das er dann noch nicht mal weiß, dass er im Winter Spieler leihen kann, war die Kirsche auf der Torte. Natürlich stellt sich dabei auch die Frage nach der Kompetenz. Ich meine, dass CF niemals dieser Aufgabe gewachsen war und es sich diese Saison klar demaskiert hat. Vielleicht erkennt er, dass er Hilfe in diesem Job braucht, denn PN ist diese definitiv nicht.
Aber wahrscheinlich wird man im Falle des Nichtabstiegs zur Tagesordnung übergehen und alles mit dem Mantel der Liebe bedecken. Aber zu glauben, dass CF daraus lernen wird, ist mehr als unwahrscheinlich. Es braucht einen echten Neuanfang mit einem Team in der GFS, in der mit klarer Sachkompetenz ein wettbewerbsfähiger Kader zusammengestellt wird. Andernorts geht das auch und ich fordere hier mitnichten Europa.
 
Ich habe ihn niemals als inkompetenten Stümper dargestellt. CF wird nicht müde zu betonen, dass er 20 Jahre im Verein ist. In den letzten Jahren durfte er hautnah das Wirken des Unersetzlichen FB miterleben, der Werder in die 2.Liga geführt hat. Seit vielen Jahren glaubt man aufgrund der glorreichen Vergangenheit, dass man mit Dellenspielern den Erfolg zurückholt. Klappt seit über 15 Jahren nicht und wurde von CF bei Keita, Boniface und Wöber erneut versucht. Ich möchte nicht wissen, wie viel Geld man bei diesen Personalien verloren hat? Aber man beharrt auf diesen Werderweg. Wo ist die Fehleranalyse?
Das Konzept mit jungen Spielern Werte zu schaffen und finanziell in der Zukunft besser aktionsfähig zu sein, ist der richtige Weg. Auch werfe ich ihm nicht vor, dass er HS als OW Ersatz geholt hat. Initial waren sehr Viele der Ansicht, so auch ich, dass es mit HS und jenem Jugendkonzept klappen könnte. Die Realität hat uns alle eingeholt und eines Besseren belehrt.
Aber den endgültigen Kader auf den DD auszurichten und dabei das Pokalaus sehenden Auges einzupreisen sowie Niederlagen am Beginn der Saison in Kauf zu nehmen, ist grob fahrlässig. Dazu holt man keinen Scorerersatz. Man verändert komplett die Hierarchie in der Kabine ohne ein klares Konzept. Die anfänglichen Ergebnisse unter HS waren nicht so schlecht, aber die Defizite im Kader in Kombination mit einem taumelden Trainer führten zu einem beispiellosen Absturz, der immer noch in der 2.Liga enden kann.
Das er dann noch nicht mal weiß, dass er im Winter Spieler leihen kann, war die Kirsche auf der Torte. Natürlich stellt sich dabei auch die Frage nach der Kompetenz. Ich meine, dass CF niemals dieser Aufgabe gewachsen war und es sich diese Saison klar demaskiert hat. Vielleicht erkennt er, dass er Hilfe in diesem Job braucht, denn PN ist diese definitiv nicht.
Aber wahrscheinlich wird man im Falle des Nichtabstiegs zur Tagesordnung übergehen und alles mit dem Mantel der Liebe bedecken. Aber zu glauben, dass CF daraus lernen wird, ist mehr als unwahrscheinlich. Es braucht einen echten Neuanfang mit einem Team in der GFS, in der mit klarer Sachkompetenz ein wettbewerbsfähiger Kader zusammengestellt wird. Andernorts geht das auch und ich fordere hier mitnichten Europa.
Ich meinte Dich nicht persönlich, dass CF hier aber bei einigen kein Bein mehr auf den Boden bekommt, steht denke ich außer Frage. Zum Dellenspielerkonzept habe ich neulich was in "Gesamtsituation der Manschaft" geschrieben. #52.693
Da habe ich mal auf die Schnelle die Dellenspieler seit CF mit in der Verantwortung steht aufgelistet.
Ich habe mal großzügig definiert nach "Dellenspielern" seit 2014/15 auf TM geschaut und bewerte sie...sofort fällt auf, es ist erst mit und um dem Abstieg eskaliert, also zu der Zeit, wo wir extrem handlungsbeschränkt waren.
1. F. Diagne - War nüscht, aber auch kein Drama
2. Nuri Sahin- War nüscht, aber auch kein Drama
3. Ömer Toprak - Top
4. Mitch Weiser - Top
5. Füllkrug - Top
6. A. Jung - Top
7. Marvin Ducksch - Top (großzügig definiert als Dellenspieler)
8. O. Deman -Mittel-Flop-grade Top? (großzügig definiert als Dellenspieler)
9. Oliver Burke - Flop, am Ende hilfreich, kein Drama
10. N.Keita - von vielen gefeiert zum Flop mit Drama
11. Skelley Alvero - ich habe den Transfer verstanden - Vollflop (großzügig definiert als Dellenspieler)
12. R. Borré - aus der Not heraus - kein Vollflop
13. Maximilian Phillip - War nicht viel, aber auch kein Fail
14. D. Köhn - war i.O.
15. Issa Kaboré - nuja, auch kein Drama
16. Andre Silva - hätte gerne mehr helfen können, kein Drama
17. C. Puertas - scheint sich so langsam zu lohnen
18. Isaac Schmidt - hab ich nicht mal ne Meinung :P
19. Samuel Mbangula - Frage mich immer noch, ob es gut von Steffen gewesen ist, ihn nach guten Ansätzen damit zu disziplieneiren, dass er nicht mehr spielen durfte. Aber bisher nicht der erhoffte Gewinn - (großzügig definiert als Dellenspieler)
20. M. Wöber - Vollflop, ob mit Ansage bleibt diskutabel
21. Victor Boniface -Vollflop aber absurd günstig bei der Vita. war ein kalkuliertes Risiko und ist schief gegangen - bitte fest verpflichten :D :P

Ganz ehrlich, dass liest sich für mich unterm Strich eher nach Erfolgsmodel, als als Anachronismus. Also um die Frage zu beantworten, man hält daran fest, weil das Konzept unterm Strich mehr Vor-, als Nachteile bietet.

Ich bestreite nicht die Fehler von CF. Ich denke aber, dass ich zu wenig über die Alternativen weiß, vieles zum Zeitpunkt des Geschehens für mich nachvollziehbar gewesen ist. Seit dem Abstieg ist es eben auch CF gelungen, und das wohl unter den widrigsten Verhältnissen aller BL Klubs, Deinen Forderungen nach einem "wettbewerbsfähiger Kader" nachgekommen. Ich bin mir nicht sicher, dass dies jedem so gelungen wäre. Dieses Jahr kam viel zusammen und ja, CF hat immer wieder durchgekaute Fehler begangen. Sind Fehler bei uns wirklich so überproportional vorhanden, im Gegensatz zu anderen Vereinen? Fehler gehören dazu, sie wirken schwerer, bei entsprechenden Rahmenbedingungen und sind gravierender in den Auswirkungen, aber am Ende des Tages völlig normal.
 
Sind Fehler bei uns wirklich so überproportional vorhanden, im Gegensatz zu anderen Vereinen?
Für diese Frage wurde ich schon geschlagen - virtuell.

Das Ding ist, ich sehe Clemens Fritz auch kritisch, vor allem menschlich. Nicht weil ich ihn unsympathisch finde, sondern weil er eine gewisse Art an sich hat, die ich nicht als krisensicher ansehe. Man merkt ihm auch schnell an, dass er bockig wird.
Ich habe mich auch tierisch darüber aufgeregt, dass er so ewig lange an Steffen festgehalten hat, obwohl spätestens nach dem Hinspiel gegen den HSV klar war, dass es nur noch bergab gehen würde.

Grundsätzlich bin ich der Ansicht, dass man bei der Art der Fehler klar unterscheiden muss.
A. Fehler, die Vereinsstrategie sind (und nicht Clemens Fritz)
-Budgetierung
-strukturelle Probleme
-Personalentscheidungen in der Führungsebene
B. Fehler, die korrigierbar sind
-Falsche Trainer, bzw. Trainerentscheide generell
-Kleine Kaderentscheidungen
C. Fehler, die nicht korrigierbar sind
-Große Kaderentscheidungen
-Zu späte Trainerentscheidungen
D. Kleine vermeidbare Fehler
-Kommunikationsfehler
-Fehler in der Außendarstellung
-Kleine Risiko-Transfers
E. Große vermeidbare Fehler
-Falsche Kaderzusammenstellung (zusammen mit Trainer)
-Große Risiko-Transfers
F. Klare Transferflops

Fatal sind hier Fehler der Kategorie C, E und F (wenn es viele sind).
Wobei man beim Thema Transferflops sagen muss, dass das sehr relativ ist. Es gibt sehr wenige Transfers, bei denen man wirklich von schlechtem Scouting sprechen kann. Dafür gibt es zuviele Faktoren, die nicht gescoutet werden können, z.B. Anpassungsschwierigkeiten, sprachliche Barrieren, Klimaprobleme, menschliche Probleme, Verletzungen, Kompatibilität mit Trainer und Mannschaft, etc.
Irgendwo ist jeder Transfer immer eine Art Glücksspiel. Das ist bei jedem Verein so. Je besser ein Verein insgesamt auftritt, desto weniger solcher Fehler gibt es, bzw. diese fallen nicht so sehr auf, siehe z.B. bei den Bayern.

In meinen Augen wurden folgende Fehler von Clemens Fritz gemacht im Sommer (unabhängig von Fehlern, die der VEREIN vielleicht schon vorher gemacht hat:

1. Freistellung Ole Werner (B)
Ich muss hier differenzieren, da ich nachvollziehen kann, dass man einen Trainer wie Ole Werner nicht ablösefrei gehen lassen wollte. Daher musste er schon im Sommer 25 gehen. Was ich nicht nachvollziehen kann, ist die verfrühte Entscheidung, ihn an RBL abzugeben für nen Appel und nen Ei. Da gab es überhaupt keinen Druck. Leipzig hatte den Druck. Wir selbst hätten locker noch bis zum Herbst warten können, wenn die ersten Vereine ihre Trainer raushauen. Vielleicht war das aber auch alles ein nettes Zugeständnis an Ole. Man weiß es nicht.
Fazit: War natürlich schlimm, gerade für mich als Fan von Ole Werner. Aber ich kann die Entscheidung im Grundsatz nachvollziehen. Ole hatte sich gegen eine Verlängerung entschieden und das muss man dann so akzeptieren.

2. Einstellung Horst Steffen (B)
Ich gehöre ja bekanntermaßen zu denen, die den Transfer schon ganz am Anfang kritisch sahen. Konnte den Hype um Steffen nicht nachvollziehen.
Dennoch habe ich auch direkt gesagt, dass er eine Chance bei mir bekommt und bis zum Herbst hatte er die auch. Dass es so fatal werden würde, hab ich aber auch nicht kommen sehen.

3. Zu späte Freistellung von Horst Steffen (B oder C, je nach Saisonausgang)
Man hätte hier locker schon vor Weihnachten tauschen müssen. Die Talfahrt in sämtlichen Fußballgrundtugenden war so offensichtlich. Dennoch wollte man Geld sparen und hielt weiter an ihm fest. Wir dürfen alle weiter hoffen, dass es nicht zu spät war. Zum Glück hat Daniel Thioune uns noch im Spiel gehalten. Das hätte auch noch übler sein können.

4. Kommunikative Fehler (D)
Dazu zählt natürlich der Leihspieler-Eklat und eben auch die Bockigkeit von Clemens Fritz zum Teil.

5. Horst Steffen wurden zuviele Freiheiten gegeben (E)
Systemumstellung und Mannschaftsumbau ohne jede Not und ohne jeden Einwand seitens der GF Sport. Ist fatal.

Beim Thema Transfers ist es nicht abschließend zu beurteilen. Die grundsätzliche Kaderzusammenstellung basierte auf den Wünschen von Horst Steffen und somit einem 4:2:3:1. Hielt ich damals schon für falsch, da der vorhandene Kader eigentlich an ein 3:5:2 gewöhnt war und eventuell fiel dem auch Marvin Ducksch zum Opfer. Der neue Kader ist eher optimiert auf 4:3:3, was Horst Steffen hätte erkennen müssen, Daniel Thioune hat es.
Das gilt vor allem auch für die Personalie Mbangula. In beiden von Steffen gespielten Systemen war eigentlich kein Platz für Mbangula, da er offensive Freiheiten braucht. Das ist im 4:3:3 machbar, aber da blockiert nun Romano Schmid den Platz. Ich will Mbangula aber noch nicht abschreiben. Dafür besitzt er zuviel Potenzial. Er hat immerhin 7 Scorer auf dem Konto.
Die Stürmersuche ist von Außen schwer zu beurteilen, ob da gepennt wurde oder nicht. Man hat sich früh auf Asllani eingeschossen und den dann nicht bekommen. Danach haben alle anderen Kandidaten nach und nach abgesagt und wirklich Budget war halt auch nicht vorhanden. Die Entscheidung für Boniface am Ende sehe ich nicht als Fehler. Wäre Boniface nicht gekommen, wäre halt niemand gekommen. Den Versuch war es wert. Es muss lediglich aufgearbeitet werden, ob man einen anderen brauchbaren Stürmer hätte bekommen können. Ist nur für uns nicht zu beurteilen. Wir sehen nur, dass man einen Stürmer holen wollte und es nicht geschafft hat.
Alle anderen Transfers sehe ich unkritisch. Das Verletzungspech konnte keiner ahnen, außer vielleicht bei Wöber und Boniface, aber das war kalkuliert. Leihspieler zu holen, war das einzig Sinnvolle, was Clemens Fritz ohne Budget tun konnte. Die Alternative wären Talente aus den eigenen Reihen gewesen. Ob das dann besser gewesen wäre, schwierig.

Woran sich Clemens Fritz also vor allem bewerten lassen muss, sind die Entscheidung Steffen (inkl. dessen Macht) und die Kaderzusammenstellung mit diesem. Ergebnis: Offen
Bei Abstieg müsste Clemens Fritz zwingend seinen Hut nehmen. Bei Klassenerhalt wäre es in meinen Augen ziemlich sinnfrei mit einer Entlassung, da sich nichts ändern würde dadurch. Eher müsste man mit ihm die Fehler des letzten Jahres korrigieren und mit Daniel Thioune dann neu aufbauen. Hier muss dann auch zwingend zugesehen werden, dass Mbangula seinen Platz findet.
 
Ja klar. Aber wie immer...warum erzählst du mir das? Wir sind uns da einig und ich habe auch nix Gegenteiliges geschrieben.
Na ja, du hast von "nur einer Mist-Saison" geschrieben, was in der Alleinbetrachtung nicht ungewöhnlich wäre. Jedoch ist diese Mist-Saison kein Einzelfall, sondern eine von mehreren in den letzten Jahren, deren Ursachen größtenteils darin liegen, dass die systemischen Fehlentwicklungen nicht ausreichend behoben wurden.
 
Na ja, du hast von "nur einer Mist-Saison" geschrieben, was in der Alleinbetrachtung nicht ungewöhnlich wäre. Jedoch ist diese Mist-Saison kein Einzelfall, sondern eine von mehreren in den letzten Jahren, deren Ursachen größtenteils darin liegen, dass die systemischen Fehlentwicklungen nicht ausreichend behoben wurden.
Wenn du damit die letzten 15 Jahre meinst, ja. Ansonsten war die letzte Mist-Saison der Abstieg. Die Jahre unter OW waren alle gut oder erwartungsgemäß. Wirklicher Mist war da nicht.
 
Für diese Frage wurde ich schon geschlagen - virtuell.

Das Ding ist, ich sehe Clemens Fritz auch kritisch, vor allem menschlich. Nicht weil ich ihn unsympathisch finde, sondern weil er eine gewisse Art an sich hat, die ich nicht als krisensicher ansehe. Man merkt ihm auch schnell an, dass er bockig wird.
Ich habe mich auch tierisch darüber aufgeregt, dass er so ewig lange an Steffen festgehalten hat, obwohl spätestens nach dem Hinspiel gegen den HSV klar war, dass es nur noch bergab gehen würde.

Grundsätzlich bin ich der Ansicht, dass man bei der Art der Fehler klar unterscheiden muss.
A. Fehler, die Vereinsstrategie sind (und nicht Clemens Fritz)
-Budgetierung
-strukturelle Probleme
-Personalentscheidungen in der Führungsebene
B. Fehler, die korrigierbar sind
-Falsche Trainer, bzw. Trainerentscheide generell
-Kleine Kaderentscheidungen
C. Fehler, die nicht korrigierbar sind
-Große Kaderentscheidungen
-Zu späte Trainerentscheidungen
D. Kleine vermeidbare Fehler
-Kommunikationsfehler
-Fehler in der Außendarstellung
-Kleine Risiko-Transfers
E. Große vermeidbare Fehler
-Falsche Kaderzusammenstellung (zusammen mit Trainer)
-Große Risiko-Transfers
F. Klare Transferflops

Fatal sind hier Fehler der Kategorie C, E und F (wenn es viele sind).
Wobei man beim Thema Transferflops sagen muss, dass das sehr relativ ist. Es gibt sehr wenige Transfers, bei denen man wirklich von schlechtem Scouting sprechen kann. Dafür gibt es zuviele Faktoren, die nicht gescoutet werden können, z.B. Anpassungsschwierigkeiten, sprachliche Barrieren, Klimaprobleme, menschliche Probleme, Verletzungen, Kompatibilität mit Trainer und Mannschaft, etc.
Irgendwo ist jeder Transfer immer eine Art Glücksspiel. Das ist bei jedem Verein so. Je besser ein Verein insgesamt auftritt, desto weniger solcher Fehler gibt es, bzw. diese fallen nicht so sehr auf, siehe z.B. bei den Bayern.

In meinen Augen wurden folgende Fehler von Clemens Fritz gemacht im Sommer (unabhängig von Fehlern, die der VEREIN vielleicht schon vorher gemacht hat:

1. Freistellung Ole Werner (B)
Ich muss hier differenzieren, da ich nachvollziehen kann, dass man einen Trainer wie Ole Werner nicht ablösefrei gehen lassen wollte. Daher musste er schon im Sommer 25 gehen. Was ich nicht nachvollziehen kann, ist die verfrühte Entscheidung, ihn an RBL abzugeben für nen Appel und nen Ei. Da gab es überhaupt keinen Druck. Leipzig hatte den Druck. Wir selbst hätten locker noch bis zum Herbst warten können, wenn die ersten Vereine ihre Trainer raushauen. Vielleicht war das aber auch alles ein nettes Zugeständnis an Ole. Man weiß es nicht.
Fazit: War natürlich schlimm, gerade für mich als Fan von Ole Werner. Aber ich kann die Entscheidung im Grundsatz nachvollziehen. Ole hatte sich gegen eine Verlängerung entschieden und das muss man dann so akzeptieren.

2. Einstellung Horst Steffen (B)
Ich gehöre ja bekanntermaßen zu denen, die den Transfer schon ganz am Anfang kritisch sahen. Konnte den Hype um Steffen nicht nachvollziehen.
Dennoch habe ich auch direkt gesagt, dass er eine Chance bei mir bekommt und bis zum Herbst hatte er die auch. Dass es so fatal werden würde, hab ich aber auch nicht kommen sehen.

3. Zu späte Freistellung von Horst Steffen (B oder C, je nach Saisonausgang)
Man hätte hier locker schon vor Weihnachten tauschen müssen. Die Talfahrt in sämtlichen Fußballgrundtugenden war so offensichtlich. Dennoch wollte man Geld sparen und hielt weiter an ihm fest. Wir dürfen alle weiter hoffen, dass es nicht zu spät war. Zum Glück hat Daniel Thioune uns noch im Spiel gehalten. Das hätte auch noch übler sein können.

4. Kommunikative Fehler (D)
Dazu zählt natürlich der Leihspieler-Eklat und eben auch die Bockigkeit von Clemens Fritz zum Teil.

5. Horst Steffen wurden zuviele Freiheiten gegeben (E)
Systemumstellung und Mannschaftsumbau ohne jede Not und ohne jeden Einwand seitens der GF Sport. Ist fatal.

Beim Thema Transfers ist es nicht abschließend zu beurteilen. Die grundsätzliche Kaderzusammenstellung basierte auf den Wünschen von Horst Steffen und somit einem 4:2:3:1. Hielt ich damals schon für falsch, da der vorhandene Kader eigentlich an ein 3:5:2 gewöhnt war und eventuell fiel dem auch Marvin Ducksch zum Opfer. Der neue Kader ist eher optimiert auf 4:3:3, was Horst Steffen hätte erkennen müssen, Daniel Thioune hat es.
Das gilt vor allem auch für die Personalie Mbangula. In beiden von Steffen gespielten Systemen war eigentlich kein Platz für Mbangula, da er offensive Freiheiten braucht. Das ist im 4:3:3 machbar, aber da blockiert nun Romano Schmid den Platz. Ich will Mbangula aber noch nicht abschreiben. Dafür besitzt er zuviel Potenzial. Er hat immerhin 7 Scorer auf dem Konto.
Die Stürmersuche ist von Außen schwer zu beurteilen, ob da gepennt wurde oder nicht. Man hat sich früh auf Asllani eingeschossen und den dann nicht bekommen. Danach haben alle anderen Kandidaten nach und nach abgesagt und wirklich Budget war halt auch nicht vorhanden. Die Entscheidung für Boniface am Ende sehe ich nicht als Fehler. Wäre Boniface nicht gekommen, wäre halt niemand gekommen. Den Versuch war es wert. Es muss lediglich aufgearbeitet werden, ob man einen anderen brauchbaren Stürmer hätte bekommen können. Ist nur für uns nicht zu beurteilen. Wir sehen nur, dass man einen Stürmer holen wollte und es nicht geschafft hat.
Alle anderen Transfers sehe ich unkritisch. Das Verletzungspech konnte keiner ahnen, außer vielleicht bei Wöber und Boniface, aber das war kalkuliert. Leihspieler zu holen, war das einzig Sinnvolle, was Clemens Fritz ohne Budget tun konnte. Die Alternative wären Talente aus den eigenen Reihen gewesen. Ob das dann besser gewesen wäre, schwierig.

Woran sich Clemens Fritz also vor allem bewerten lassen muss, sind die Entscheidung Steffen (inkl. dessen Macht) und die Kaderzusammenstellung mit diesem. Ergebnis: Offen
Bei Abstieg müsste Clemens Fritz zwingend seinen Hut nehmen. Bei Klassenerhalt wäre es in meinen Augen ziemlich sinnfrei mit einer Entlassung, da sich nichts ändern würde dadurch. Eher müsste man mit ihm die Fehler des letzten Jahres korrigieren und mit Daniel Thioune dann neu aufbauen. Hier muss dann auch zwingend zugesehen werden, dass Mbangula seinen Platz findet.
Ich denke, da gehe ich in weiten Teilen mit.
Die nummerierten Punkte sehe ich tw anders.
1. Ich verstehe die Freistellung und bin weniger positiv eingestellt, dass wir um die Ablöse besser hätten Pokern können oder sollen. Werner wird auch bei RB nicht alternativlos gewesen sein und jeder weiß, dass wir jeden Cent brauchen.
2. & 3. War auch nie gehyped, kannte ihn auch nicht besonders. Viele der diskutierten Fehler sehe ich ähnlich. Ja, hätte gerne auch eher gehen können, sehe ich aber auch nicht als fatales Versagen seitens der GF an.
4. Joa, triggert mich weniger. Neben dem Platz immer nur so semi interessiert :P
5. Wenn das sein System ist, liegt hier der Fehler viel früher. Er hätte gar nicht kommen dürfen. Wenn aber, dann hat man seine Vorswtellungen akzeptiert.

Alles was Du danach geschrieben hast, würde ich mehr oder weniger voll mitgehen.
 
Wenn du damit die letzten 15 Jahre meinst, ja. Ansonsten war die letzte Mist-Saison der Abstieg. Die Jahre unter OW waren alle gut oder erwartungsgemäß. Wirklicher Mist war da nicht.
Ich meine die letzten 15 Jahre. Eben weil systemische Fehlentwicklungen nicht ausreichend behoben wurden und wir somit in diesem Zeitfenster wesentlich öfters an der Pforte zur 2. Liga als an der zu Europa klopften und Anleihen emittiert werden mussten. Darüber können auch die tabellarisch ordentliche Jahre unter OW nicht hinwegtäuschen, denn auch in seiner Amtszeit ist es Werder nicht gelungen, signifikante Kadermehrwerte zu schaffen. Und dementsprechend, wie von @syker1983 konstatiert, sogar Augsburg, Freiburg und Mainz besser bezahlen können als wir - trotz unserer im Vergleich dazu besseren Rahmenbedingungen.
 
Ich meine die letzten 15 Jahre. Eben weil systemische Fehlentwicklungen nicht ausreichend behoben wurden und wir somit in diesem Zeitfenster wesentlich öfters an der Pforte zur 2. Liga als an der zu Europa klopften und Anleihen emittiert werden mussten. Darüber können auch die tabellarisch ordentliche Jahre unter OW nicht hinwegtäuschen, denn auch in seiner Amtszeit ist es Werder nicht gelungen, signifikante Kadermehrwerte zu schaffen. Und dementsprechend, wie von @syker1983 konstatiert, sogar Augsburg, Freiburg und Mainz besser bezahlen können als wir - trotz unserer im Vergleich dazu besseren Rahmenbedingungen.
Stimmt halt beides. Aber die jüngere Vergangenheit unter CF, also seit dem Abstieg erfüllt Deine Forderungen. Kaderwert gestiegen, 2x nahe an Europa, 1x am Abstieg...wir haben das Potential ist da wieder vor den genannten Vereinen zu stehen..
 
Darüber können auch die tabellarisch ordentliche Jahre unter OW nicht hinwegtäuschen, denn auch in seiner Amtszeit ist es Werder nicht gelungen, signifikante Kadermehrwerte zu schaffen.
Dem ist auch so. Ich denke hier allerdings auch, dass es den schlechten Jahren geschuldet war. Nach dem Abstieg hatten wir einfach nix, was man zu Werten verbessern konnte, mit Ausnahme von Schmid, Friedl und Woltemade. Schmid wurde glaube ich das Maximum rausgekitzelt, Friedl ebenso. Und die Personalie Woltemade ist eine jahrelange Problematik gewesen. Von Stolpermade beim Abstieg, über seine lange Verletzung, dann die durchaus sinnvolle Leihe. Alles eher suboptimal gelaufen.
Was wir gut entwickelt haben, wie Schmid, Friedl, Agu, das kauft irgendwie keiner.

Erst in den letzten Jahren wurden wirklich gute Nachwuchsspieler entwickelt oder verpflichtet, siehe Covic, Coulibaly oder Backhaus. Was war denn vorher im Verein? Dinkci? Bis heute völlig überbewertet. Die Früchte tragen wir jetzt. Und da muss man auch mal anerkennen, dass Fritz hier durchaus ein paar gute Entscheidungen getroffen hat. Coulibaly und Backhaus (bzw. der Zetti-Verkauf) gehen auf seine Kappe. Wir werden sehen, wie das in Zukunft weitergeht, aber in dieser Hinsicht geht der Plan voll auf.

Ist im Grunde wie in der Politik. Die Leute sehen immer nur kurzfristige Erfolge und Rückschritte. Aber viele Entscheidungen wirken sich erst nach Jahren aus, positiv wie negativ. In dieser Hinsicht kann man Ole Werner sogar fehlende Weitsicht unterstellen. Denn einen Coulibaly, Backhaus oder Covic hätte er auch zur Verfügung gehabt. Einen Mbangula vermutlich genauso.

Manch andere Entscheidungen stellen sich im Nachhinein als gut heraus. Was haben wir Deman alle abgeschrieben? Dabei brauchte er nur ein anderes System bei anderem Trainer. Stage und Lynen waren in den letzten Jahren auch übertrieben gute Transfers, die gerne vergessen werden. Man sieht halt eher die Negativtransfers oder eben Pech wie bei Stark und Pieper, die beide extrem große Hilfen sind, nur eben ständig verletzt. (wie Agu).
 
Die Bundesliga ist eine reine Verkaufsliga, Bayern sind die Ausnahme. Als Club kann man nur proaktiv am Markt reagieren, wenn man gewisse finanzielle Spielräume hat. Hier werden lange Listen gepostet mit über 20 Namen und am Ende war nur Füllkrug ein Spieler mit einem echten Mehrwert. Freiburg steht am DO im Halbfinale gegen den VfB und drei der Spieler sind Ex-Bremer mit M. Eggestein, Beste und Osterhage, die zusammen fast 30 Mio€ Ablöse generiert haben. Noch nicht mal ein Drittel ist bei uns verblieben.
Spieler wie Stark, Pieper oder Agu bringen den Verein nicht weiter, weil sie einen überschaubaren Markt haben. Ergänzungsspieler.
Es gelingt seit vielen Jahren nicht o.g. Talente in den A-Kader zu bringen, obgleich CF und FB ihr Drei-Säulenkonzept als Handlungsmaxime implementiert haben. Große Dinge reicht es eben nicht nur gewollt zu haben. Wenn man dann noch Stach und Undav dazu nimmt, bekommt man hier immer Geschichten zu hören, warum dieses oder jenes nicht klappen konnte. Andernorts funktioniert es aber nicht so selten wie hier. Dafür ist auch ein GF Sport zuständig. Er ist gesamtverantwortlich.
Noch mal: Werder ist mit einem völlig unfertigen Kader in die Saison gegangen und hat den Pokal und die ersten Spiele quasi abgeschenkt. Das ist und bleibt grob fahrlässig. Das geht voll auf das Konto von CF.
 
Stimmt halt beides. Aber die jüngere Vergangenheit unter CF, also seit dem Abstieg erfüllt Deine Forderungen. Kaderwert gestiegen, 2x nahe an Europa, 1x am Abstieg...wir haben das Potential ist da wieder vor den genannten Vereinen zu stehen..

„‚Kaderwert gestiegen‘ ist halt nur dann ein Argument, wenn daraus auch realer Mehrwert entsteht. Gemeint ist ja nicht, dass irgendwo Zahlen hübscher aussehen, sondern dass man gezielt junge Spieler günstig verpflichtet, entwickelt und mit Gewinn weiterverkauft. Genau darüber generierst du nachhaltige Einnahmen. Alles andere ist eher optische Aufwertung als wirtschaftlicher Fortschritt. Ein Spieler wie Victor Boniface erhöht vielleicht nominell den Kaderwert,aber bei einem Verkauf profitiert davon eben nicht Werder, sondern Bayer 04 Leverkusen.

Dass Werder grundsätzlich das Potenzial hat, sich vor Augsburg, Freiburg und Mainz 05 zu platzieren, ist unstrittig. Die Rahmenbedingungen – Stadiongröße, Fanbasis, Strahlkraft – sprechen seit Jahren dafür. Umso ernüchternder ist es, dass dieses Potenzial so selten in entsprechende Ergebnisse umgemünzt wird. Wenn du über mehrere Jahre hinweg hinter strukturell eigentlich kleineren Klubs meistens hinterherläufst,liegt das Problem nicht am fehlenden Potenzial, sondern an dem, was daraus gemacht wird.

Und das sind dann eben nicht einzelne Ausreißer nach unten, sondern stets wiederkehrende Muster: strukturelle Defizite, inkonsequente Kaderplanung und fragwürdige Managemententscheidungen. Die v.g. Vereine machen aus weniger mehr, weil ihre Prozesse klarer und nachhaltiger sind. Bei Werder hingegen entsteht zu oft der Eindruck, dass vorhandene Möglichkeiten nicht konsequent genutzt werden. Unterm Strich bleibt daher: Das Potenzial ist unbestritten, aber solange gegen die genannten Defizite nicht ausreichend gegengesteuert wird, werden wir mehrheitlich diesen Clubs von hinten mit dem Fernglas zuwinken als umgekehrt.
 
Back
Top