Die Diskussion hier ist wieder lächerlich und ineffektiv hoch 10.
Ultra-Gruppierungen und deren Verhalten sind eine Art der vielen Arten unterschiedlicher Ausprägung von (Fan- und vor allem)- Jugendkultur, genauso wie z.B. Punks, Atomkraftgegner, Burschenschaften oder Rap-Gangs mit Gewaltpotential.
Wenn hier jetzt ein Teil die Sachbeschädigung als Bagatelle abtut hilft das genauso wenig, wie wenn der andere Teil hier den Moralapolstel spielt und sich als Werder-Fan nicht mehr "von solchen Leuten" mitrepräsentiert fühlt.
Sämtliche Ansichten zu dem Thema hier werden rein gar nix helfen. Bei der nächsten Raststätte wird dann halt evtl. wieder geklebt/gesprayt weil es halt zu dieser speziellen "Jugendkultur" gehört. Daran ändert Ihr mit Eurem Geschreibsel genauso wenig, wie wenn Ihr versucht den Punks vor dem Bahnhof zu erklären, sie sollen doch mal was arbeiten gehen oder wenn Ihr ner Burschenschaft erklärt, dass schlagende Verbindungen nicht mehr ins heutige Weltbild passen.
Wir sollten doch alle froh sein, dass die Zeiten als es noch vorrangig ausserhalb des Stadions aufs Maul gab vorbei sind, anstatt hier über (auch aus juristischer Sicht) eher geringfügige Straftaten übermäßigen Alarm zu machen.
Den meisten hier fehlt offensichtlich fast jeglicher persönliche Kenntnis der Ultras und deren Mitlieder und damit fast sämtliche - nötige - Toleranz gegenüber deren manchmal positivem und nachvollziehbarem Handeln und eben manchmal negativen und nicht-nachvollziehbarem Handeln.
Vielleicht schafft Ihr mal Euren Ups, ich muss meine Wortwahl ändern

in den OKS oder sonst zu einer deren Anlaufstellen und dann könnt Ihr ja mal solche Dinge wie Dauergesang, Fahnenschwanken und Rastplätze anmalen ja mal besprechen. Vielleicht führt das ja auch zu einer etwas ausgewogeneren Sicht bei allen Beteiligten
Junger Freund, feines Statement. (ich mache bewußt den Fehler und zitiere das nochmal komplett, damit sich der geneigte Leser das Ganze nochmal auf der Zunge zergehen lassen kann)
Liefern wir dieses Gruppierungen auch noch die Begründung und Rechtfertigung für jedwedes Handeln.
Bezogen auf Deinen Beitrag braucht der "aktive Fan" jetzt nicht mehr zu schreiben:
"Das ist alles halb so schlimm und wer sich über ein bißchen (man setze nach Wunsch ein Pyro/Schlägerei/Straßenkunst) aufregt, ist ein Spießer"
oder
"Wer von unseren Fahnen oder unserem Gesang gernervt ist, soll sich doch gefällligst eine Sitzplatzkarte kaufen oder am besten ganz zu Hause bleiben"
oder
"Die Polizei provoziert uns immer und wir haben garnichts gemacht"
oder
"Jeder der Kritik am Ultra-Verhalten übt, hat entweder keine Ahnung/ist kein wahrer Fan/befürwortet den moderen Fußball, etc."
Es wird zukünftig für jedes asoziale Verhalten als Rechtfertigung reichen:
"Wir sind Teil einer Jugendkultur"
Wenn das Jugend- und Fankultur ist, dann gute Nacht.
Aus mehreren Gründen, die sich quer durchs Forum wiederholen und ich deshalb nur in Teilen nochmals darauf eingehe:
Kleiner Einschub vorweg, für eine fundemantela Gesellschaftskritik ist das Forum hier vielleicht nicht der richtige Ort.
Ich möchte nur anmerken, dass ein nichtarbeitender Punk mich abgesehen von der Schnorrerei nicht weiter belästigt und wenn sich ein Student einer schlagenden Verbindung beitritt, selbiges auf mein Studium keinen Einfluß hat.
Ganz anders sieht es im Bereich Fußall aus. Die Auswirkungen treffen zwar primär die Gruppen, die durch ihr Verhalten mannigfaltige Gründe liefern, "härter" mit ihnen umzuspringen.
Aber "leiden" eben auch die anderen Fans, sei es durch das Alkoholverbot, das zukünftig in allen Zügen der DB bestehen wird oder dadurch, dass man sich auch als "normaler" Fan nicht mehr frei bei Auswärtsspielen bewegen kann.
Desweiteren "leidet" die Stadionatmosphäre (muß reichen, die Begründungen sind in den anderen Threads zu finden)
Um zurück zu der vermeintlichen Begründung "Jugend-/Fan-Kultur" zu kommen. Mir fehlt das komplette Verständnis, dass man mit diesem Begriff Sachbeschädigungen, Körperverletzungen, Beleidigungen, etc. ohne weiteres meint rechtfertigen zu können.
Halten wir mal fest, es gibt keine Legitimation für solche Verhaltensweisen und noch wichtiger, mir fehlt jede Reflektion, Selbstkritik und insbesondere Verantwortungsübernahme für das eigene Handeln (um das blöde Beispiel rote Ampel nochmal ins Spiel zu bringen, sollte ich demnächst wohl mit 20 Leuten im Auto sitzen und alle behaupten, nicht gefahren zu sein. Wie wäre es denn mit der Alternative, den Verstoß zuzugeben, die Strafe zu bezahlen und gut ist)
Das bedeutet Verantwortung für sein eigenen Handeln zu übernehmen.
Es geht ebenfalls nicht an, sämtliche Rechte für Fans einzufordern, sich aber um die damit einhergehenden Pflichten ein Dreck zu scheren.
Was soll man da groß besprechen, jedem Menschen mit Verstand sollten gewissen Grundlagen des Zusammenlebens klar sein und da beziehe ich selbstverständlich auch Fußball und das Umfeld mit ein.
Die Bereiche, bei denen es mich persönlich tangiert habe ich übrigens angesprochen (um nur ein paar Beispiele zu nennen: Bengalos im Bhf nach dem HH-Spiel, Dauergedudel DFB-Pokal-Endspiel oder CL-Spiel gegen Barca, etc.) Leider fruchtet die persönliche Ansprache im Regelfalle nicht und das ist vielleicht auch der angespannten Situation während des Spiel geschuldet aber es ist wohl auch unwahrscheinlich und weltfremd zu glauben, dass gerade mein persönliches Erscheinen bei der Werder-Bude dazu führen wird, dass ein Umdenken in der aktiven Szene stattfindet. (andererseits, wie bereits geschrieben, vielleicht muß tatsächlich eine abgestimmte Aktion der älteren Fan-Generation her, um das Dilemma offen zu zeigen und vielleicht etwas zum Besseren zu bewegen)
gww
svwb