Thomas Schaaf (verlässt Werder Bremen mit sofortiger Wirkung!)

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Der Umbruch läuft - wie ist Eure aktuelle Meinung zu unserem Trainer?

  • TS genießt auch weit über die Saison hinaus weiterhin mein uneingeschränktes Vertrauen

    Votes: 288 30,4%
  • Wenn in der kommenden Saison kein internationaler Wettbewerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 94 9,9%
  • Wenn in dieser Saison kein internationaler Wettberwerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 67 7,1%
  • TS wird mit diesem Verein keinen Erfolg mehr haben und sollte spätestens im Sommer gehen

    Votes: 266 28,1%
  • TS sollte sofort gehen, um einen möglichen Abstiegskampf diese Saison zu vermeiden

    Votes: 231 24,4%

  • Total voters
    946
Status
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Müssen nicht, können ja.
Ich zB bin momentan nicht davon überzeugt, dass wir auf jeden Fall einen anderen Trainer brauchen.
Wenn wir jetzt sechsmal in Folge so spielen wie der HSV gegen München würde ich meine Einschätzung ändern.

Du würdest deine Einschätzung erst dann ändern, wenn wir sechs mal in Folge 9:2 verlieren?! Bedauerlicherweise scheinst du das mit der Vereinsführung gemein zu haben...

Und wenn wir andererseits in sechs Spielen kein Gegentor mehr kassieren, wäre es merkwürdig, die Eischätzung, Thomas kriege die Probleme in der Defensive nie in den Griff, noch aufrecht zu erhalten.

Werden wir aber nicht. Ganz sicher.

:eek::eek::eek:
Also so geballt klingt das gar nciht mal so gut. Für mich ist das in dieser Saison eigentlich nicht zu erklären. Also der Einbruch. In der letzten Saison fielen ja die kompletten Leistungsträger in der Rückrunde aus, aber diese Saison gibts für mich keine wirkliche Eklärung für einen derartigen Einbruch.

Echt nicht?!

Und da ich TE glaube, wenn er sagt, dass TS eine super Arbeit unter der Woche leistet, macht es das ganze komplett unverständlich.

Ich glaube ja auch nicht, dass er das so sagen würde, wenn er vom Gegenteil überzeugt wäre, aber die Frage ist, wie man das interpretieren mag. Auf welcher Basis kann er seine Arbeit denn bewerten?! Wir können uns das Ergebnis dieser Arbeit (worauf es doch ausschließlich ankommt) an jedem Spieltag anschauen. Wenn er explizit die Arbeit unter der Woche anspricht, dann sieht er vermutlich wie hart TS daran arbeitet, dass es besser wird und das tut er ganz bestimmt besten Gewissens und mit aller Kraft seines Wissens und seiner Erfahrung. Das glaube ich auch. Wenn man die Ergebnisse seiner Arbeit in die Analyse nimmt, muss man doch aber zu dem Schluss kommen, dass das nicht mehr ausreicht. Nichts sagt das mehr aus. Wenn TS 100% gibt und das nicht reicht, dann ist TS nicht mehr der Richtige.


Hatte überlegt dir ebenfalls eine ausführliche Antwort auf deinen Beitrag zu geben, aber bei dem was da nur noch zurück kommt, kann man sich das getrost sparen. Das ist kein Austausch von Argumenten und du bringst gerade die gleiche sarkastische Stichelei wie diejenigen, die du dafür kritisierst.
 
Ich kann ja nur für mich sprechen: Ein Trainer der es schafft, zusammen mit so einer jungen und unerfahrenen Mannschaft spielerisch so einen guten Saisonstart hinzulegen und es selbst jetzt in Zeiten der Krise schafft, zusammen mit einer verunsicherten mit vielen Ausfällen gebeutelten Mannschaft (wie es zumindest im letzten Spiel ja war) eine derartige Leistung wie in HZ 1 des letzten Spieles aufs Feld zu bringen, ist nicht verbraucht, überlebt, überholt, ausgebrannt, geschweige denn taktisch "dumm" oder inkompetent, eben ganz gegenteilig. Weiterhin, und das ist in dieser Situation in der wir uns auch "dank TS" befinden (Stichwort: Transferpolitik der letzten Jahre) nicht ganz unerheblich: Wir haben einfach gewisse Spieler jetzt "am Hals", und aufgrund Schaafs Art, sich auch vor diese Spieler zu stellen, diese auch mal zu schützen, auch vor sich selber, trotzdem jeden Montag mit denen wieder akribisch und genau und geduldig weiterzuarbeiten, finde ich ihn im Moment als eine sehr gute Besetzung des Trainerpostens. Immerhin sind gerade diese Spieler unser Kapital und wir können es uns nicht leisten, sie aufzugeben. Und da sehe ich bei TS eben sehr ausgeprägte Comeback-und-Aufsteher-Qualität, quasi der Rocky Balboa der Bundesliga.
Ein weiterer Punkt für mich ist die Schaaf'sche Philosophie: Nicht reagieren, sondern agieren. Selber zu versuchen die Initiative aufs Feld zu bringen, sich also weniger an den Schwächen des Gegenübers zu orientieren, sondern an den eigenen Stärken. Selber das Spiel zu gestalten als die stumpfe H96-Kontertaktik.

Zudem, wenn man etwas ändern möchte, sollte man es auch benennen können, sprich mit Namen unterfüttern. Und hier sehe ich keinen Trainer, der a) für Werder zu haben ist, b) dann auch noch Werder nicht nur als Durchlauferhitzer für höhere Aufgaben ansieht (wie es vielleicht einige Spieler tun) und dann auch noch c) nahezu einhellig von fachkompetenten Menschen so für seine Arbeit gelobt wird.
MMn sehen wir bei so einigen gehypten Trainern der letzten Jahre schon die ersten Abnutzungserscheinungen.

Wenn ich den Saisonverlauf so resümiere, dann hat eben nicht viel gefehlt, eben nur ein, zwei Ticks. Eine Zahnrad hier, eine Unterlegscheibe da. Und an diesen Stellen muss zwingend nachgebessert werden. Die Spielergebnisse und letztendlich die Tabelle geben mMn nicht wieder, was tatsächlich im Laufe des Spiels passiert ist und schon gar nicht wie es passiert ist. So ist es nun mal mit Kennzahlen: Verdichtete Informationen bedeuten auch immer Informationsverlust.

So, jetzt können sich die "Hyänen" (Scherz!) an meinem Statement abreagieren. :D
:tnx:
 
Vielleicht macht es ja wirklich mal Sinn, erst mal im Detail zu schauen, um dann das größere Ganze zu beurteilen.
:tnx:

.... folgende Situationen in Hinblick auf Verantwortung und Zuständigkeit zu quantifizieren:
Zu ersterem (weil das gegen S04 schon erwähnt wurde): 1.) Wir stehen vom Anstoß weg zu weit voneinander entfernt, obwohl bekannt ist, dass Mainz hoch und früh im Spiel draufgeht. 2.) besonders Bargfrede denkt/ macht nicht mit, kann deshalb nicht ins Passpiel einbezogen werden, obwohl er als halbrechter Defensiver bei Trybull, Theo und am Ende Lukimya DER Anspielpunkt sein muss.
So gerät Werder schon nach wenigen Sekunden in die Pressingfalle. Es konnten gleich drei Mainzer das linke hintere Spielfeldviertel problemlos zulaufen und zustellen, Luki blieben zwei Möglichkeiten, beide allerdings auch nicht mehr wirklich einfach – a) er kann rückpassen auf IV oder Keeper, aber dazu muss er sich drehen und nochmal anders zum Ball stellen, was zunächst Zeit kostet und im Effekt die Nebenleute weiter hinten unter Druck setzt, b) den hohen Ball. Am Ende ein Mittelding aus b) und ich spiel ihn irgendwie weg. Dumm gelaufen. Er kann das nicht, hat weder Technik, Wendig- und Spritzigkeit von Sokratis oder Naldo, noch Ruhe und Stellungssicherheit von Merte.
Lukimya ist trotzdem kein schlechter BL-IV. Und Prödl keine excellente Lösung.

Wäre ich Trainer des Gegners, würde Werder` s Spiel lesen und ich sehe eine Mischung aus unzureichenden Abständen/ Ordnung zwischen Mf und Kette und einen IV, der fussballerisch Schwierigkeiten hat, zu eröffnen sowie eben solche Situationen zu lösen, würde ich immer vorgeben, auf Luki pressen zu lassen. Indem die Mitspieler möglichst auf den kurzen Wegen zugelaufen werden und dann Druck ausüben. Auf Lukimya. Gegen ihn könnte sich der Gegenspieler bspw. als Rechtsfuß ständig halblinks zum Ball stellen.

Es ist nicht so, dass Luki erstmals gegen Mainz und S04 diese Probleme hat, nur mittlerweile stellen die Gegner wahrscheinlich gezielt darauf ein.
Deshalb müsste unsere Mannschaft oftmals anders spielen. Ein ZM muss wissen, welche IV wie hinter ihnen spielt und entsprechend reagieren können.
Die Szene entsteht aus einem Freistoß für Werder, den Prödl wie gewohnt relativ blind hoch in die andere Hälfte kloppt. Wird weggeköpft, den zweiten Ball bekommen wir nicht. Dann geht`s halt schnell, bei ner Truppe wie dem BVB. Wir kommen hinten in eine 5-gegen-5 Situation und haben nach dem Freistoß die linke Seite offen. Dann kreuzen eben zwei Dortmunder in genau diesen Raum und Iggy ist derjenige, der dann entscheiden muss – Abseitslinie halten, Stellen zum Ball – und auf dem falschen Fuss dumm erwischt wird.
- die Freistoßsituation, die im Hinspiel auf Schalke zum 2-1 für Schalke führte
Es war eine Werder-Ecke, aus der heraus wir ausgekontert wurden. Weil niemand an der 16-Grenze auf den zweiten Ball absicherte, obwohl das eine absolut simple Zuordnung ist, die jede Profimannschaft beherrschen müsste. Zu jenem Tor, als auch der "schuldigen Iggy-Pirouette" und weil es aus der Hinrunde stammt, ein paar Anmerkungen….
1:1 in Münster: nach einem langen Ball von Elia auf Petersen bekommt Werder den ins Mf abgewehrten zweiten Ball nicht, im Umkehrfussball stellt sich die Truppe dann dilettantisch an
2:1 in Augsburg: Nach Paß von Hunt auf Elia geht niemand auf den zweiten Ball, der Gegenstoß führt zum Tor
3:1 in Augsburg: Die Freistoßsituation, die zum Tor führt, dem Foul von Selassie geht eine Szene voraus, in der Werder den zweiten Ball nicht bekommt und daher in den Konter läuft.
Zwei Tore in Münster, das 2:1 gegen Stuttgart und das 1:1 gegen Mainz kassieren wir, weil Sokratis bei hohen Bällen falsch zum Ball steht. Vier Tore schluckt Werder aufgrund des chronischen Defizites Abstand Viererkette-Mittelfeld.

Und damit ist die bisherige Rückrunde noch außen vor, es sind nur die Gegentore der HR, noch gar nicht erwähnt die dicken oder gerade noch verhinderten Torchancen der Gegner, die auf diese Weise zustande kamen. Hundertfach kannst Du es beobachten und da brauch mir auch keiner was von offensiver Spielphilosophie, junger Truppe oder sonst was zu erzählen. Dabie geht`s um banale Sachen, bei denen kaum Entwicklung zu sehen ist. Davon abgesehen dürfen wir dann durchaus nachfragen, was ein Trainer mit Millionengehalt beruflich macht, der in der Winterpause Defensive trainiert haben soll.

- die vergebene Torchance von Arnautovic im Spiel gegen Augsburg (~17. Spielminute)
Hierzu sowie…
Für mich ist der Trainer nicht verantwortlich, wenn einer wie Luki zudem neben sich steht und einige Alternativen ausfallen. Für mich hat der Trainer die Mannschaft in Anbetracht der Umstände richtig ins Spiel geschickt.
…hierzu würde ich dann auch gerne noch antworten.

Jein, maddin.
Meine Meinung: Schlafmützigkeit, individuelle Fehler, Motivationsprobleme und ähnliches kannst Du in Einzelfällen den Spielern zu schreiben. Das wohl. Aber kommt es dauernd und in Fülle vor, liegen die Ursachen tiefgreifender. Relativ unabhängig von grundsätzlichen Vorgaben zum einzelnen Spiel.

Fussball ist viel Kopfsache. Anhäufungen von individuellen Patzern haben genauso wie fahrlässig vergebene Torchancen in Summe eben mit innerer Sicherheit, vor allem Selbstsicherheit, aber auch insgesamt mit Stabilität einer Mannschaft zu tun. Bei uns bekommt das Team aber keine Stabilität, nichtmal wenn die Truppe gewinnt, wird ihr das vermittelt. Sondern wir sehen stetig ein Werder, welches sowie irgendwas schief läuft (der Plan nicht aufgeht, die Chancen nicht sitzen, falsche Schieri- Entscheidungen etc.) den roten Faden nicht findet, weder B-Lösungen parat hat noch irgendwie motivationstechnisch die Kurve kriegt. So gesehen gerade wieder nach der ersten Halbzeit gegen Schalke. Eine Erklärung mit mangelnder Erfahrung wäre mir zu kurz geraten, denn das sind keine Phänomene, die wir nicht schon vor 10 Jahren "bestaunen" durften.

Ich sehe wie HenneXXX einfach nur eine ganze Menge Defizite, die ganz klar dem Aufgabenbereich des Trainerteams zuzuordnen sind.

Sei es wie es sei. Nach der Sommer Vorbereitung und dem Gewinn des Liga-Cups konnte man ahnen, wie die Saison läuft, und zwar wegen der Art und Weise wie die Spiele schon damals abliefen. Weil wieder nicht an den elementaren Defiziten gearbeitet wurde bzw. diese in ihrer Bedeutung offensichtlich weiterhin völlig verkannt werden. Auf die gleiche Weise hat sich Werder dann in der Winterpause gleich noch einmal in die Tasche gelogen von unglücklichen Spielen usw. Da wird in Illusionen gelebt.

Es ist eben vor allem das, was einem jegliche Freude auf die neue Spielzeit von vornherein raubt, egal was transfertechnisch passiert. Egal, welche Spieler kommen, sie werden sicherlich wieder latent überfordert, oder begreifen den Fussball gar nicht, oder brauchen Sicherheit in den Aktionen die sie im labilen Gefüge kaum finden werden. Bis die Jungs irgendwann in sich zusammenbrechen und als Fehleinkäufe verbucht werden. Mir fallen nicht viele Werder-Spieler ein, denen das in den letzten 5,6 Jahren nicht so ging.
 
Du würdest deine Einschätzung erst dann ändern, wenn wir sechs mal in Folge 9:2 verlieren?!

Nö. Ich wollte nur ein eindeutiges Szenario entwerfen, um klar zu machen, dass es meiner Meinung nach Sinn macht, die restlichen Spiele abzuwarten.

Die Saison wird damit enden, dass wir de Klasse halten, nicht mehr, nicht weniger. Daran würde sich durch einen sofortigen Trainerwechsel nichts ändern.
Und um beurteilen zu können, ob die kommende Saison mit Thomas zu einem besseren Abschluss führen wird, dazu sollten wir durchaus noch abwarten, wie es in den kommenden Spielen weitergeht. Ob es so bleibt, wie es ist, ob die Kurve weiter nach unten führt, ob es wieder gute Spiele gibt wie zB während der Hinrunde...Das finde ich halt entscheidend, um beurteilen zu können, ob ein Wechsel Sinn macht.
Hinzu käme noch, dass die kolpotierten Nachfolger, die derzeit noch woanders arbeiten (Streich und Slomka, um nur mal zwei zu nennen) bestimmt nicht gegen Düsseldorf ihr Debüt feiern werden. Statt einen Feuerwehrmann zu holen, sollte man eine langfristige Lösung anstreben.
 
Ein weiterer Punkt für mich ist die Schaaf'sche Philosophie: Nicht reagieren, sondern agieren. Selber zu versuchen die Initiative aufs Feld zu bringen, sich also weniger an den Schwächen des Gegenübers zu orientieren, sondern an den eigenen Stärken. Selber das Spiel zu gestalten als die stumpfe H96-Kontertaktik.
Das ist so gesehen nicht richtig, gerade bei diesem Vergleich.

Weder "agiert" Werder (meistens), noch verfolgt 96 stumpfe Kontertaktik (ständig).

Wenn ich den Saisonverlauf so resümiere, dann hat eben nicht viel gefehlt, eben nur ein, zwei Ticks. Eine Zahnrad hier, eine Unterlegscheibe da. Und an diesen Stellen muss zwingend nachgebessert werden.
*Kopfschüttel* Solche Statements gibt es hier praktisch seit der auf hanebüchene Weise verspielten Meisterschaft 2007. Immer. Jede Saison.
Total oberflächlich betrachtet mag das sogar stimmen. Aber es beschreibt eben nicht im geringsten den Kern der (wiederkehrenden) Probleme. Meine Vermutung ist die, dass wir wegen genau solchen Denkweisen seit einem langen Zeitraum immer wieder und mittlerweile immer weiter abstürzen.
 
Wollte ich eigentlich im NP-Thread posten, war aber zu langsam.

Aber auch hier gehört der Link hin, da oftmals gesagt wird, TS erreiche die Mannschaft nicht mehr, Team lässt es kalt, Pfiffe sind ok (schon länger her)...

Ist interessant:

http://s1.directupload.net/images/130408/9lmmo46p.jpg

Aus Petersens Antwort kann ich irgendwie gar keinen Bezug zu TS herstellen. Auch wenn ich von NP so gar nicht überzeugt bin, muss man sagen, dass man ihm die Identifikation mit Werder noch mit am meisten abnimmt und dass ihn das alles bestimmt nicht kalt lässt. Ob das jetzt aber was mit TS zu tun hat oder gar hauptsächlich an ihm liegt, da fehlt uns wohl der Einblick.
 
*Kopfschüttel* Solche Statements gibt es hier praktisch seit der auf hanebüchene Weise verspielten Meisterschaft 2007.

Ihm die "verlorene" Meisterschaft vorzuwerfen, und damit seine Unfähigkeit beweisen zu wollen, finde ich nach wie vor eine der merkwürdigsten Verhaltensweisen seiner Kritiker.
Ja, vielleicht waren es Fehlentscheidungen von ihm, die letztlich die entscheidenden Punkte gekostet haben. ZB indem man Bielefeld evtl. unterschätzte und die Punkte liegen ließ.
Aber hat er keinen Anteil daran, dass all die anderen Punkte geholt wurden? Wenn Schaaf schon ein schlechter Trainer war, wie steht es dann um Hitzfeld und Klopp, die ja beide hinter ihm blieben?
Wieso gelang es gerade mal zwei Trainern, an ihrem ach so limitierten Kollegen Schaaf vorbeizuziehen?
 
Ich kann ja nur für mich sprechen: Ein Trainer der es schafft, zusammen mit so einer jungen und unerfahrenen Mannschaft spielerisch so einen guten Saisonstart hinzulegen und es selbst jetzt in Zeiten der Krise schafft, zusammen mit einer verunsicherten mit vielen Ausfällen gebeutelten Mannschaft (wie es zumindest im letzten Spiel ja war) eine derartige Leistung wie in HZ 1 des letzten Spieles aufs Feld zu bringen, ist nicht verbraucht, überlebt, überholt, ausgebrannt, geschweige denn taktisch "dumm" oder inkompetent, eben ganz gegenteilig. Weiterhin, und das ist in dieser Situation in der wir uns auch "dank TS" befinden (Stichwort: Transferpolitik der letzten Jahre) nicht ganz unerheblich: Wir haben einfach gewisse Spieler jetzt "am Hals", und aufgrund Schaafs Art, sich auch vor diese Spieler zu stellen, diese auch mal zu schützen, auch vor sich selber, trotzdem jeden Montag mit denen wieder akribisch und genau und geduldig weiterzuarbeiten, finde ich ihn im Moment als eine sehr gute Besetzung des Trainerpostens. Immerhin sind gerade diese Spieler unser Kapital und wir können es uns nicht leisten, sie aufzugeben. Und da sehe ich bei TS eben sehr ausgeprägte Comeback-und-Aufsteher-Qualität, quasi der Rocky Balboa der Bundesliga.
Ein weiterer Punkt für mich ist die Schaaf'sche Philosophie: Nicht reagieren, sondern agieren. Selber zu versuchen die Initiative aufs Feld zu bringen, sich also weniger an den Schwächen des Gegenübers zu orientieren, sondern an den eigenen Stärken. Selber das Spiel zu gestalten als die stumpfe H96-Kontertaktik.

Zudem, wenn man etwas ändern möchte, sollte man es auch benennen können, sprich mit Namen unterfüttern. Und hier sehe ich keinen Trainer, der a) für Werder zu haben ist, b) dann auch noch Werder nicht nur als Durchlauferhitzer für höhere Aufgaben ansieht (wie es vielleicht einige Spieler tun) und dann auch noch c) nahezu einhellig von fachkompetenten Menschen so für seine Arbeit gelobt wird.
MMn sehen wir bei so einigen gehypten Trainern der letzten Jahre schon die ersten Abnutzungserscheinungen.

Wenn ich den Saisonverlauf so resümiere, dann hat eben nicht viel gefehlt, eben nur ein, zwei Ticks. Eine Zahnrad hier, eine Unterlegscheibe da. Und an diesen Stellen muss zwingend nachgebessert werden. Die Spielergebnisse und letztendlich die Tabelle geben mMn nicht wieder, was tatsächlich im Laufe des Spiels passiert ist und schon gar nicht wie es passiert ist. So ist es nun mal mit Kennzahlen: Verdichtete Informationen bedeuten auch immer Informationsverlust.

So, jetzt können sich die "Hyänen" (Scherz!) an meinem Statement abreagieren. :D

Eigentlich auch schnubbe, letzendlich zählt für jeden, glaubt er an TS oder nicht. Und jeder kann nur für sich sprechen.

Ich glaube eben nicht an eine positive Zukunft unter Thomas Schaaf bei Werder Bremen und daher gibt es für mich auch keine zwei Entscheidungen. Er ist zwar ein Mann mit Spielkonzept und hat sicherlich mehr als nur Raute zu bieten, andererseits sind seine Trainingsmethoden negativ zu bewerten :

- Eckstöße
- Spiel ohne Ball
- Passgenauigkeit
- Abwehrverhalten bei Ballverlust
- Schnelles verschieben im Kollektiv.

Man hat eher den Eindruck dass diese Mängel von Jahr zu Jahr schlimmer werden. Ich glaube eher dass das Trainerteam sich abgenutzt hat und nicht in der Lage ist, neue Trainingsmethoden einzuführen um diese Mängel einzustellen.

Daher kommt für mich nur ein Schnitt am Ende der Saison in Frage. In Zukunft hätte ich gerne einen Trainer, der schon erfolgreich in der 2. BL gearbeitet hat, ähnlich wie Schaaf für ein Spielkonzept und Stil steht, aber der noch seine Meriten für die höhste Spielklasse sich erarbeiten muss. Ein Trainer der noch heiß ist sich beweisen zu dürfen und nicht aus der Bremer Familie kommt. Schlicht: einen neuen jungen unverbrauchten Trainer mit dem nötigen Abstand zum Bremer Aufsichtsrat und Geschäftsführung. Ein passendes Äquivalent zu Thomas Eichin. :wink:
 
Und wieso waren von diesen herausragenden Spielern nur so wenige davor bzw. danach so herausragend gut? Ähnliches frage ich mich bei der Meistertruppe von 2004.

(Q: wikipedia)

Zu einigen wichtigen Leistungsträgern der Meistermannschaft

Valerien Ismael
"So lange Ismaël von Verletzungen verschont blieb, galt er als sicherer Innenverteidiger. Am 15. August 2006 zog er sich im Training sowohl einen Waden- als auch einen Schienbeinbruch zu, nachdem ihm einige Wochen zuvor ein gutartiger Tumor an dieser Stelle entfernt worden war."

Mladen Kristajic
Kristajic bestritt bei Schalke mehr Spiele als bei Werder

Johan Micoud
"Micoud war torgefährlich und an vielen Toren auch als Vorbereiter beteiligt. Seine großen Stärken waren die ausgefeilte Technik, die glänzende Spielübersicht, die Mannschaftsdienlichkeit und eine schnelle Auffassungsgabe - all dies ließ ihn zur Schlüsselfigur des schnellen und technisch anspruchsvollen Kombinationsspiels werden. Werder-Trainer Thomas Schaaf sagte über seine ehemalige Nummer 10: „Ich habe noch nie einen Spieler gesehen, der das Spiel so schnell verlagern kann.“ 2006 wechselte Micoud zurück in seine Heimat"

Fabian Ernst
"Nach dem Gewinn der Meisterschaft und des DFB-Pokals 2004 wechselte er 2005 zum Ligakonkurrenten FC Schalke 04, mit dem er im selben Jahr den Ligapokal gewinnen konnte. Im Winter 2009 wechselte er zum Ende der Transferfrist in die Türkei zu Beşiktaş Istanbul.[1] Mit dem Traditionsclub gewann Ernst noch in der gleichen Saison den türkischen Pokal durch einen 4:2 Erfolg im Finale über den Lokalrivalen Fenerbahçe Istanbul sowie die türkische Meisterschaft."

Ivan Klasnic
bei ihm dürfte es bekannt sein, woran es lag.

:schal::wink:
 
Ihm die "verlorene" Meisterschaft vorzuwerfen, und damit seine Unfähigkeit beweisen zu wollen, finde ich nach wie vor eine der merkwürdigsten Verhaltensweisen seiner Kritiker.
Ja, vielleicht waren es Fehlentscheidungen von ihm, die letztlich die entscheidenden Punkte gekostet haben. ZB indem man Bielefeld evtl. unterschätzte und die Punkte liegen ließ.
Aber hat er keinen Anteil daran, dass all die anderen Punkte geholt wurden? Wenn Schaaf schon ein schlechter Trainer war, wie steht es dann um Hitzfeld und Klopp, die ja beide hinter ihm blieben?
Wieso gelang es gerade mal zwei Trainern, an ihrem ach so limitierten Kollegen Schaaf vorbeizuziehen?

:tnx:

Man kann alles "zerreden", wenn man denn will.

Interessant sind auch Micks Aussagen/Zweifel zu den Spielsystemen von Werder und 96. Komisch. Vermutlich würde er auch bestreiten, dass das System Barcas auf Ballbesitz ausgerichtet ist. (Wenn man will, könnte man das auch an handverlesenen Spielsituationen festmachen) ;)

Ist offenbar Vieles Ansichts- und Auslegungssache! :zweifeln:
 
:tnx:

Man kann alles "zerreden", wenn man denn will.

Interessant sind auch Micks Aussagen/Zweifel zu den Spielsystemen von Werder und 96. Komisch. Vermutlich würde er auch bestreiten, dass das System Barcas auf Ballbesitz ausgerichtet ist. (Wenn man will, könnte man das auch an handverlesenen Spielsituationen festmachen) ;)

Ist offenbar Vieles Ansichts- und Auslegungssache! :zweifeln:

Es ist eine Sache zu analysieren was in den jeweiligen Situationen passiert (da ist Mick mMn sensationell gut und trifft den Nagel der Probleme ziemlich auf den Kopf), eine andere Sache ist es hingegen zu analysieren WARUM diese Fehler passieren und schlußendlich das wichtigste: wie man sie ABSTELLEN kann!!! Denn wir können hier bis zum St. Nimmerleinstag diskutieren, Fehler aufzählen und "Dinge" benennen, wenn es uns nicht gelingt den Dreh hinzubekommen um diese "Dinge" abzustellen bzw. sie besser oder anders zu machen können wir uns das rumgesülze hier auch sparen :(
 
Ihm die "verlorene" Meisterschaft vorzuwerfen, und damit seine Unfähigkeit beweisen zu wollen, finde ich nach wie vor eine der merkwürdigsten Verhaltensweisen seiner Kritiker.
Ja, vielleicht waren es Fehlentscheidungen von ihm, die letztlich die entscheidenden Punkte gekostet haben. ZB indem man Bielefeld evtl. unterschätzte und die Punkte liegen ließ.
Aber hat er keinen Anteil daran, dass all die anderen Punkte geholt wurden? Wenn Schaaf schon ein schlechter Trainer war, wie steht es dann um Hitzfeld und Klopp, die ja beide hinter ihm blieben?
Wieso gelang es gerade mal zwei Trainern, an ihrem ach so limitierten Kollegen Schaaf vorbeizuziehen?


Geäußerte Kritik an TS damit gleichzusetzen, daß seine Kritiker ihn für unfähig halten, ist nach wie vor eine der merkwürdigsten (polemischen) Verhaltensweisen aus den Reihen seiner Befürworter. Und ein Zeichen von Schwarz-Weiß-Denken.

Ich gehe davon aus, daß auch aus den Reihen seiner Kritiker niemand ihn für unfähig hält, auch wenn es von der Gegenseite so gerne suggeriert wird. Aber um bei dem erwähnten Beispiel zu bleiben, er hat in der RR 2007 leider die falschen Entscheidungen (nicht nur bei der Partie in Bielefeld) getroffen, so daß die ganze Arbeit zuvor zunichte gemacht wurde und man den Titel nicht holte. Nebenbei bemerkt kann Löw das ja auch ganz gut, in den entscheidenden Momenten die falschen Entscheidungen zu treffen.
 
Zu einigen wichtigen Leistungsträgern der Meistermannschaft

Valerien Ismael
[...]

Das erklärt, wieso er später nicht mehr so gut wäre. Und wie kam es, dass er seinen Marktwert bei Werder rund verzehnfacht hat?
]
Nette Zusammenfassung über seine Fähigkeiten in Bremen. Aber davor war er Tribünenhocker, und in Bordeaux lief es danach auch nicht überragend.


Er hat während der Schalker Zeit und nach seiner Aussortierung dort wie viele Länderspiele gemacht?

Ich denke, bei diesen dreien hat die beste Zeit ihrer Karriere unter Schaaf stattgefunden. Auch bei zB Ailton war es so.
 
Geäußerte Kritik an TS damit gleichzusetzen, daß seine Kritiker ihn für unfähig halten, ist nach wie vor eine der merkwürdigsten (polemischen) Verhaltensweisen aus den Reihen seiner Befürworter. Und ein Zeichen von Schwarz-Weiß-Denken.

Du sagst also, dass seine Befürworter ihn nicht kritisieren, sprichst aber von Schwarz-Denken?
Ich sehe kaum Befürworter, die nicht auch schon Kritik an ihm geäußert haben. Der Unterschied besteht doch wohl eher darin, ob man wegen dieser Kritikpunkte einen anderen Trainer haben will oder nicht.
Dass nicht alle, die seinen Rauswurf wollen, von Unfähigkeit sprechen, ist klar. (Deswegen bezog sich mein Beitrag auch nur auf diejenigen, die ihm selbst den dritten Platz als Versagen ankreiden).
Aber es ist eben nicht so, dass ihn niemand als unfähig darstellt. Da wird gesagt, dass jeder andere Trainer besser sei, dass er von Fußball wenig Ahnung habe, dass man ihm User als Berater zur Verfügung stellen solle... All das sind Dinge, die hier schon zu lesen waren.
 
Und um beurteilen zu können, ob die kommende Saison mit Thomas zu einem besseren Abschluss führen wird, dazu sollten wir durchaus noch abwarten, wie es in den kommenden Spielen weitergeht. Ob es so bleibt, wie es ist, ob die Kurve weiter nach unten führt, ob es wieder gute Spiele gibt wie zB während der Hinrunde...Das finde ich halt entscheidend, um beurteilen zu können, ob ein Wechsel Sinn macht.
Hinzu käme noch, dass die kolpotierten Nachfolger, die derzeit noch woanders arbeiten (Streich und Slomka, um nur mal zwei zu nennen) bestimmt nicht gegen Düsseldorf ihr Debüt feiern werden. Statt einen Feuerwehrmann zu holen, sollte man eine langfristige Lösung anstreben.

Welchen Erkenntnisgewinn soll das denn noch geben? Die letzten Spiele werden ganz sicher ein ziemlicher Krampf werden, in dem wir (hoffentlich) irgendwie noch die nötigen Punkte sammeln können, in denen aber sich nichts passieren wird, was irgendwelche Schlüsse für die nächste Saison zulässt (außer den Schluss, in welcher Liga wir dann auflaufen dürfen). Insofern müsste intern schon die Aufarbeitung der Saison und das Ziehen der nötigen Schlüsse begonnen haben. D.h. ja nicht, dass man TS vor Saisonende entlässt, wenn man zu dem Schluss kommt, dass es mit ihm nicht weiter geht. Sonder es hieße, dass man sich schon rechtzeitig auf ein neues Konzept einigen und sich auch rechtzeitig um einen geeigneten Nachfolger kümmern könnte, der dann im Idealfall schon in die Planung für die neue Saison eingebunden wird.
Jetzt das Ende der Saison abzuwarten, sich dann in Ruhe hinzusetzen, um dann evt. im Laufe des Juni zu entscheiden, dass man einen neuen Trainer haben möchte, wäre total verlorene Zeit. Bis man dann einen neuen Trainer hat, der zu Werder passt, ist es schon Juli und die Vorbereitung im vollen Gang. Viele der Transfers sind auch schon getätigt oder geplant, so dass ein neuer Mann mit einem Kader in die Saison gehen müsste, den er Null mitgestaltet hat.
Nein, wenn man wirklich den Trainer austauschen will, ohne eine Hau-Ruck-Aktion zu machen, dann müsste man das jetzt in die Wege leiten. Wohlgemerkt: alles intern, nicht an der Öffentlichkeit.

Allerdings fürchte ich, dass genau das nicht geschieht. Und im Sommer wird dann hier wieder ein beliebtes Argument sein, dass man ja nicht mitten in der Planung für die neue Saison den Trainer wechseln kann, sondern dann erst wieder frühestens in den Winterpause ... man weiß, wie es weiter geht ...

Geäußerte Kritik an TS damit gleichzusetzen, daß seine Kritiker ihn für unfähig halten, ist nach wie vor eine der merkwürdigsten (polemischen) Verhaltensweisen aus den Reihen seiner Befürworter. Und ein Zeichen von Schwarz-Weiß-Denken.

Das ist nicht Schwarz-Weiß-Denken, sondern ein "Trick" aus dem VHS-Kurs "Rhetorik für Anfänger", in eine nicht genehme Meinung völlig übertrieben wiedergegeben wird, um sie (und denjenigen, der sie vermeintlich vertritt) dann genüsslich ins Lächerliche ziehen zu können. Kurz könnte man auch sagen: Kindergarten :roll:
 
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