In der Rückrunde haben wir bisher 2 von 4 Spielen gewonnen. Wenn wir diese Quote bis Saisonende beibehalten, spielen wir nächstes Jahr international.
Romantischer Gedanke. Nur dass es so eine Quote meines Erachtens nicht gibt.
Mir fällt jetzt keine Mannschaft ein, die jemals innerhalb einer Halbserie im selben Rhytmus gleichermaßen verloren und gewonnen hat. Niederlagen und vor allem zu viele Gegentore gehen schneller zu Lasten des Selbstvertrauens, weil sich solcherart fehlende Stabilität sowohl mental, als auch von der Effizienz her auswirkt. Wenn bspw. ein Fussballer weiss, dass die Mannschaft ein eher instabiles Gefüge und ständig anfällig für Unwägbarkeiten ist, dann wird er immer mal wieder Chancen versemmeln, die er ansonsten eigentlich im Schlaf macht, oder einen Pass nicht an den Mann bringen, der ganz einfach erscheint, usw. Einfach deshalb, weil er es
muss, da die Gefahr permanent präsent ist, wenn z. Bsp. die ein oder zwei Tore nicht erzielt werden, das Spiel verlorengeht.
Wenn eine Geschäftsführung in der freien Wirtschaft
zu schnell bei Großaufträgen permanent ins Risiko geht, um immer höhere Umsätze zu erreichen, obwohl das Tagesgeschäft eine gesunde, stabile Basis bringt und stetig verspricht, dann wird sie damit zu 80% fatal scheitern. Statt auf genau dieser Basis und mit der nötigen Weitsicht langsam zu wachsen. War schon immer in den allermeisten Fällen der Anfang vom Untergang vieler Unternehmen. Obwohl diese Geschäftsführung/ der Gf zurecht das Potential und auch den Markt sieht, so zu wachsen, wie er es gern hätte, bleibt immer noch am wichtigsten, zunächst den ersten Schritt vor dem zweiten zu machen.
So wie Werder in Stuttgart vorgegangen ist, besonders aus spielstrategischer Sicht, werden wir deutlich mehr Niederlagen kassieren, als wir Spiele auf diese Weise gewinnen. Das ist meine feste Überzeugung und einigen Erfahrungen im Fussball geschuldet. Darum gilt es für Werder jetzt, das neu gewonnene Selbstbewusstsein umzumünzen vor allem in mehr Stabilität, dass in Training und Teambesprechungen Mehrwert auf einfache fussballerische
Dinge gelegt wird, die gegen Hannover oder in Stuttgart oft noch fehlten. Es geht unter anderem darum, nun die Schwächen in der Umschaltbewegung, im Verschieben, im spielerischen Bereich (Passspiel und mögliche Optionen) etc. besser in den Griff zu bekommen. Tore schießen und offensiv Räume nutzen kann die Truppe. Nur wird sie damit nicht ständig andere Defizite ausgleichen können. Man erreicht auf dieser Basis dauerhaft keine Selbstsicherheit, sondern lebt quasi das Risiko, bei der geringsten Erschütterung wieder einzubrechen wie ein Kartenhaus.
Wenn Werder jetzt eine Serie hinlegt, diese aber wieder umschwenkt in eine Negativserie, weil die Mannschaft auf "Messer`s Schneide" irgendwann überfordert wird, werden unter dem Strich die Siege die Niederlagen nicht ausgleichen. Genau das muss in den nächsten drei Monaten verhindert werden.
maddin, ist jetzt vielleicht ein bisschen zu weit ausgeholt, aber anders kann ich meine Gedanken auf Deinen Einwurf nicht rüberbringen.