@Karlotto
Schade, dass Du den Absatz aus dem Kontext reisst. Es geht um das jetzt und heute.
Wobei ganz entscheidend ist, was Du im abschließenden Satz erwähnst - in Kombination mit seinen Mitspielern. Dem kann ich nur zustimmen. Gleichzeitig isses ja gerade das, was mich im Zusammenhang mit unserem besten Mann zur Zeit wieder mal stört.
Erstmal ist das letzte, was dem Jungen unterstellt werden könnte, mangelndes Engagement.
Aber egal wie lose oder klar strukturiert das System ist, benötigt es dennoch zentrale Anspiel- und Verteilpositionen. Und diese hat Bargy auf dieser Position nun mal inne. Es passt jedoch nicht zu seinen Stärken und Schwächen.
Selbstverständlich hoffe ich, dass sich Bargfrede noch entwickelt. Ich bin ja immer froh, wenn es ein Eigengewächs, ein junger Spieler in die Erste schafft und sein Bundesligaeinstand vor zwei Jahren war bewundernswert. Doch hing es da mMn mit einem relativ gut funktionierendem Mannschaftsgefüge zusammen, welches die Schwächen zugunsten der Stärken des Spielers ausglich. Noch wichtiger aber: Er spielte eine andere Position. Gut, Bargfrede hat damals z. Bsp. auf der Sechs als TF-Ersatz gegen Dortmund ein starkes Spiel gemacht, nur hatte das auch ein Stück weit mit dem System des Gegners und eben den eigenen Nebenleuten zu tun. In der Vergleichsanalyse von 09/10 und 10/11 fallen mir gemessen rein an den Eigenschaften, die Bargfrede einbrachte, nur ganz wenige Unterschiede auf. Nur waren erstens letzte Saison eben ein paar mehr Elemente gefragt, die es zu den ebenfalls schwachen Nebenleuten auszugleichen galt und schon reichte es nicht mehr. Und zweitens zieht eine Mannschaft in veritabler Formkrise eben gerade Spieler mit runter, die wenig Eigeninitiative entwickeln können.
Und, um näher auf das einzugehen, was Du sagst: Ein Spieler erweitert seinen Fundus dann am besten, wenn er richtig eingesetzt wird und nebenbei an den Schwächen arbeiten kann. Es bringt aber nichts, ihn sofort zu überfordern und auszuhebeln und ich glaube nicht, dass das lange gut geht. In einer schlechten Phase ist es am besten, wenn einer erstmal das spielen kann, was er beherrscht, in einer guten kann er beides. Aber so wie Bargfrede jetzt als Spieleröffner steht er immer unter Druck, seine Schwächen überspielen zu müssen. Wir haben letzte Saison gesehen, wie PB im Pressing untergeht, wenn der Druck zu gross ist und Entlastung fehlt. Was soll jetzt diese fragwürdige Versetzung als alleiniger Sechser, obendrein als strategisch wichtiger Ballverteiler? Klar fehlen irgendwo Alternativen, aber dann muss eben ein anderes System mit besserer Aufgabenteilung her. Wir haben in der Vergangenheit oft genug gesehen, wie sich auf diese Weise durchaus talentierte und lernwillige (Defensiv-) Akteure in Formkrisen gespielt haben (weil teilweise eben falsch eingesetzt) und da nicht mehr rauskamen. Und damit meine ich nicht nur Linksverteidiger.
Ich schätze und respektiere Bargfredes Kampfgeist, fürchte aber, dass hier schon wieder ein junger Spieler auf einer Position in einer taktischen Ausrichtung überfordert und verheizt wird, die er so einfach nicht auszufüllen in der Lage ist. Er wäre beileibe nicht der Erste.