Und wie schon gesagt, Risiko-Transfer ist eigentlich ein absurdes Wort für sowas.
Ein Risiko besteht immer.
Die große Frage ist, ob man ein Risiko identifizieren und klein halten kann oder ob man das Risiko gar nicht kennt oder ignoriert.
Boniface war kein Risiko. Er war der letzte Strohalm. Man wusste, dass man keinen anderen Stürmer mehr kriegen würde und man kannte seine Krankenakte. Der Deal mit Leverkusen war gut. Wir haben für ihn bis heute quasi nix bezahlt. Da es nicht geklappt hat, hat man im Winter dann einen Stürmer geholt, der im Sommer nicht mehr realisierbar war.
Keita war ein Risiko, aber er war ablösefrei und sein Gehalt nicht exorbitant hoch. Sicher hat er mehr Ärger gemacht als man sich das gedacht hatte, aber dass er sportlich keine Hilfe sein würde, war sicherlich einkalkuliert. Hat ja auch nix ausgemacht im Endeffekt. Keine Ahnung, was er uns am Ende insgesamt gekostet hat. Tippe mal auf so 5 Mio., vielleicht auch 4 oder 6.
Bei beiden Transfers wusste man zu 100%, was auf einen zukommt. Hopp oder Topp.
Und da sind wir dann bei den wirklichen Risiko-Transfers. Spieler mit Ablösen etwa im Bereich zwischen 3 und 6 Mio. (eigentlich bis 15, aber machen wir ja nicht) sind die wahren Risiko-Transfers, da sie ähnlich viel Geld kosten wie Keita, aber völlig unberechenbar sind. Das sind alles Wundertüten und auf Dauer kostet uns das viel Geld, wenn die nicht einschlagen.
Scouten kann man solche Probleme nicht. Man wird nicht scouten können, ob ein Spieler mit der Mannschaft harmoniert oder dem Trainer. Man kann auch nicht scouten, ob ein Spieler aus anderen Gründen sein Potenzial nicht abrufen kann.
Es gibt sogar Spieler, die aus irgendeinem Grund nur in einem Verein performen können. Oder Spieler, die sich in ihrem Spielniveau an die Mannschaft anpassen. All das erfährt man immer erst hinterher.
MMn ist es eben kein absurdes Wort. Wenn einige oder viele Indikatoren für ein Risiko bestehen, dann ist es für mich ein vorhersehbares
Risiko. Diese hier genannten Risiko-Transfers waren in der Regel riskant, besonders in der Vielzahl gemachten Erfahrungen.
Besonders auch, weil Werder finanziell gar nicht in der Lage ist solche Problemfälle mal so eben vom Tisch zu fegen. Diese schlagen sich
dann in den folgenden Jahren in der Form nieder, dass man teilweise nur bedingt handlungsunfähig bei Folgetransfers ist.
Boniface war kein Risiko? Diesen sogenannten Strohhalm musste man nur nehmen, weil man zuvor die Arbeit nicht richtig gemacht hat.
Wir haben quasi nix bezahlt? Letztendlich bei diesen Summen, in der Häufung, so davon zu reden ist inkompetent.
Wieso konnten wir im Winter, unter denkbar schlechten Voraussetzungen, einen Stürmer kaufen der im Sommer nicht realisierbar war.
Vielleicht hilft da mal frühzeitig aufstehen.
Wenn Keita angeblich sportlich keine Hilfe war und dies einkalkuliert war, dann wäre es Geldverbrennung allererster Güte.
Wenn man Jahresgehalt und Handgeld zusammen rechnet und dann auf relativ realistische 5 - 6 Mio kommt, dann gehört der GFS
gefeuert.
Setzen wir voraus, dass man zu 100 % wusste was auf sie zukommt, entweder Hopp oder Topp, dann hätte man vielleicht auch mit den
5-6 Mio nach Bad Zwischenahn fahren können. Bei diesen Argumenten bekommt man Kopfschmerzen.
Zu deinem letzten Absatz, es gibt Spielertypen/Trainer die passen einfach nicht in das bestehende Mannschaftsgefüge. Genauso der Fall, wenn
ich ein schwieriges Mannschaftsgefüge habe, kann ein Spieler/Trainer u. U. sein Potenzial nicht abrufen/einbringen.
Außerdem sieht man es bei Werder doch auch so? Angeblich achtet man sehr darauf, dass der jeweilige Spieler/Trainer zur Mannschaft passt.
Sicherlich kann man das nie zu 100 % vorhersagen, aber es gibt durchaus Indikatoren, auch schon im Scouting, die solche Fehltransfers
ausschließen.
Ob Spieler/Trainer nur in entsprechend strukturierten Vereinen funktionieren kann man sehr wohl sehen. Dafür schaut man sich neben dem
Spielerprofil/Trainerprofil auch das Umfeld oder Mannschaftsumfeld an.