Ich wollte darauf hinaus, dass auch ein Herr Votava bei den Anforderungen des heutigen modernen Fußballs mit Sicherheit nicht mehr bis in ein solch hohes Fußballeralter hinein dermaßen guten Leistungen abgerufen hätte. Ein Karriereende in der Bundesliga auf einer laufintensiven Position im Mittelfeld bedingt heutzutage nun einmal, dass die Spieler in schöner Regelmäßigkeit mit Anfang 30 leistungsmäßig abbauen. Aufs Gehalt wollte ich dabei gar nicht anspielen, sondern eher auf die Notwendigkeit von langfristigen Verträgen ab eines bestimmten Fußballeralters.
Richtig - das Spiel in der Bundesliga ist mit den Jahren schneller geworden, insofern muss man heute schon etwas länger nach Ü35-Spielern schauen.
Das mach langfristige Verträge sicherlich in vielen Fällen kritisch - aber eben nicht in allen Fällen.
Wenn sich bereits abzeichnet, dass der Zahn der Zeit an einem Spieler nagt, ist ein hochdotierter 4-Jahresvertrag natürlich reichlich unsinnig.
Allerdings werden auch viele Verträge mit absolut wichtigen Spielern geschlossen, bei denen man nur die Wahl zwischen einem langfristigen Vertrag hat oder eben schlimmstenfalls einem ablösefreien Abgang hat.
Will man sich dann die sportliche Qualität für die nächsten 1-2 Jahre erhalten, muss man hin und wieder auch mal in den sauren Apfel beißen.
Ich kann mich beispielsweise daran erinnern, dass ein Verbleib von Mladen Krstajic damals an der zu kurzen Vertragslaufzeit scheiterte - Schalke hat m.E. ein Jahr länger zzgl. Option geboten. Dieser Abgang konnte kompensiert werden, allerdings wäre es für einen Verein wie Werder auch schädlich wenn man ständig Leistungsträger abgeben müsste, ohne dass im Gegenzug Geld in die Kassen gespült wird.
So bin ich auch der Meinung, dass wir in der ersten Zeit nach TF's Vertragsverlängerung durchaus die Früchte geerntet haben - und er auch jetzt zumindest keine vollkommen grottigen Leistungen zeigt.
Ähnliches gilt jetzt für Claudio Pizarro, von dem wir auch nicht wissen wie lange er diese Quirligkeit noch zeigen kann. Aber im Moment hilft er uns sehr offensichtlich weiter und rechtfertigt sein Gehalt.
Unabhänig davon glaube ich, dass hier bei der Beurteilung der Gehälter oft im Nebel gestochert wird - ohne die wirkliche Höhe der Gehälter zu kennen, wird sie einfach mal kritisiert. Ich messe auch den Beträgen wenig Bedeutung bei, die in der Presse kolportiert werden.
Grund dafür ist, dass der Trend seit Jahren zur leistungsabhängigen Bezahlung geht. Das heißt, dass sich sicherlich auf Teamebene etwas am Gehaltsgefüge ändern wird sobald der sportliche Erfolg ausbleibt.
Andererseits dürften Spieler weniger verdienen, wenn sie im Team keine Rolle mehr spielen (Stichwort Auflaufprämien). Vor allem dieser Punkt relativiert längerfristige Verträge bei älteren Spielern.
Ich kann hier leider keine Quelle zitieren - kann mich aber an eine allgemeine Aussage von KA erinnern, dass man in erster Linie um hohe leistungsabhängige Komponenten bemüht ist.
Hier gilt es, den gesunden Mittelweg zu finden.
Die Beispiele Frings und Pizarro zeigen mir dabei, dass man durchaus bereit ist, das Gehaltsgefüge an die sportlichen Ziele anzugleichen - und vor allem die Mannschaft zusammenhalten möchte, um diese Ziele auch nachhaltig verfolgen zu können. Wenn man in 6 Saisons 5 Mal Champions League spielt, dann verändert das nunmal das Gehaltsgefüge - schaut Euch mal das Gehaltsgefüge anderer Teams an, die ähnlich regelmäßig in der Champions-League vertreten sind. Insofern sind gewisse Anpassungen unabdingbar.
Das oben gebrachte Beispiel von Mladen Krstajic zeigt mir aber auch, dass es auch bei Werder Grenzen gibt, die genau das bestätigen was Henne1981 geschrieben hat.