@ neuman: Bin jetzt durch mit dem nachlesen. Vorab: Ich glaube dir, wenn du sagst, dass du "nicht normal" nicht als negativ meinst. Mich interessieren auch sprachliche Spitzfindigkeiten nicht.
Ich habe ja auch ein Beispiel dafür genannt, dass man "nicht normal" nicht grundsätzlich negativ meint. Ich sehe das aber gar nicht als Spitzfindigkeit. Denn wenn immer damit argumentiert, dass irgendwas normal oder eben nicht normal ist, dann müsste man doch mal klären, was denn eigentlich mit "normal" gemeint sein soll. Ist ja eigentlich nicht schwierig, man müsste sich nur auf irgendwas einigen.
Im Alltagssprachgebrauch wird "normal" ja auch oft im Sinne von "üblich" oder "gewöhnlich" benutzt.
Man kann es auch so deuten, dass die Masse so etwas wie eine Norm vorgibt, eben das normale Verhalten und Minderheiten, die von dieser Masse abweichen, eben nicht normal sind.
Nicole meinte, dass sie alles normal findet, was anderen nicht schadet.
Das sind ja schon mal drei verschiedene Beschreibungen für das Wort "normal". Wenn das aber jeder anders meint, dann ist doch klar, dass man sich nicht einig wird.
Das was du meinst, würde ich als "default-Einstellung" bezeichnen. Als Standard-Windows-Grau, als gute alte DIN (d.h. dann "normal"). Allerdings habe ich ja schon geschrieben, dass ich weder Homo- noch Heterosexualität als "default" empfinde. Und auch wenn du viel von Wissenschaft oder Fakten sprichst, bist du den Beweis schuldig geblieben, dass die Beziehung zwischen Mann und Frau "normal" ist.
"Normal" im Sinne von "das Übliche", mehr nicht. Dass ich von Wissenschaft und Fakten gesprochen habe, liegt daran, dass es mich ein wenig stört, dass gewisse Dinge als Wahrheiten dargestellt werden, über die wir kaum etwas wissen. Diese "Wahrheiten" werden mit einer Vehemenz verteidigt und wer sich nicht anschließt, bekommt Engstirnigkeit oder Borniertheit vorgeworfen.
Ich kann Dir auch nicht beweisen, dass heterosexuelle Paare bessere Eltern sind. Wenn es zu diesem Thema Forschungsergebnisse gäbe, auf die man zurückgreifen könnte, dann bräuchte man keine Meinungen mehr darüber auszutauschen, weil man dann Fakten kennen würde. (Bzw. man könnte natürlich die Forschungsergebnisse in Frage stellen.)
Also ich habe auch keine Beweise für meine Meinungen.
Wie gesagt: Erst einmal hätte ich gerne erwiesen, dass die Beziehung zwischen Mann und Frau "normal" ist. Vielleicht ist alles normal? Vieleicht gar nichts?
Ich muss Dich enttäuschen. Ich kann das nicht beweisen. Aber wir könnten ja mal klären, was wir unter "normal" verstehen wollen.
Es ist auf jeden Fall so, dass ein Mann und eine Frau benötigt werden, um ein Kind zu zeugen.
Ist keinesfalls ein Fakt, wie du es bezeichnet hast. Es gibt in der Natur Lebensformen, die sich eingeschlechtlich fortpflanzen. Also ich finde das sehr fortschrittlich und ökonomisch. Wenn du mir die wissenschaftliche Hypothese gestattest: Vielleicht ist dies auch auf eine späteren Evolutionsstufe für den Menschen möglich?
Für bestimmte Schnecken- und Schlangenarten hat die Natur es wohl so vorgesehen, dass sie sich eingeschlechtlich fortpflanzen können, für den Menschen offensichtlich nicht.
Warum zwei verschiedene Elternteile? Es gibt Millionen von Faktoren, die gute/schlecthte Eltern ausmachen. Keinen davon würde ich über das Geschlecht einer Person festmachen. Wenn man davon ausgeht, dass zwei Mütter bzw. zwei Väter sich sehr ähnlich sind hinsichtlich ihrer Stärken und Schwächen, dann denke ich auch, dass das nicht der Optimalfall ist. Aber der gleiche Fall ist auch für Mann und Frau denkbar bzw. sogar wahrscheinlich. Gleich und gleich gesellt sich halt gern.
Oder: Gegensätze ziehen sich an?
Es gibt eben bestimmte Dinge, die männlich sind und andere, die weiblich sind. (Ich weiß gar nicht, ob man das sagen darf.)
"Experimente" sind im Prinzip alle Kinder von unerfahrenen Eltern. Egal ob gleichgeschlechtlich oder nicht. Junge Eltern handeln doch immer zum großen Teil nach dem Motto learning by doing. Auch da sehe ich keinerlei Unterschied zwischen Mann und Frau bzw. Mann/Mann und Frau/Frau.
Du hast natürlich Recht, dass es immer im gewissen Maße "Experimente" sind. Aber ich sehe einen Unterschied zwischen Vater/Mutter einerseits und irgendwelchen gleichgeschlechtlichen Konstrukten andererseits.
So wie ich dich verstehe, hat niemand ein Recht auf Kinder, aber Kinder haben ein Recht auf Eltern: nämlich je ein Männlein und Weiblein. Hier sehe ich ein Ungleichgewicht in deiner Argumentation.
Dieses Ungleichgewicht sehe ich auch. Denn Eltern entscheiden sich für ein Kind und haben von diesem Moment an über Jahrzehnte Verantwortung für dieses Kind. Kinder sind an der Entscheidung, ob sie gezeugt und geboren werden, unbeteiligt. Von daher sehe ich in der Tat ein Ungleichgewicht mit mehr Pflichten bei den Eltern und mehr Rechte beim Kind.