Es ist mMn unstrittig, dass die Differenzierung katastrophal verantwortungslose Politik auf der einen und Vernachlässigungen auf der anderen Seite erheblich ist!
Wir diskutieren seit mehreren Tagen über dieses Thema und Du hältst Dich an einer Bemerkung fest, die Dir gerade so (nicht) passt! :zweifeln:
Seis`s drum!
In der Diskussion hatte ich (gestern?) geschrieben, dass die fatale Politik der Griechen über Jahrzehnte für die Situation ursächlich ist. Mit "Vernachlässigung" meinte ich in diesem Zusammenhang zusammenfassend, dass die seit Jahren notwendigen, angemahnten und eingeforderten Reformen von keiner der letzten griechischen Regierungen eingeleitet worden sind.
Die Tsipras-Regierung hat die humanitäre Katastrophe
ausgelöst, indem sie das Ende Juni vorliegende Hilfsangebot ohne Alternativvorschlag ausgeschlagen, per Referendum ablehnen lassen (zur Ablehnnung aufgerufen), den Verhandlungstisch verlassen und den Helfern "terroristisches Verhalten" vorgeworfen hat. Am Ende des Hilfsangebots mussten Banken geschlossen, Kapitalverkehrskontrollen eingeführt werden, was zum Zusammenbruch von Konsum, Investition und Handel in Griechenland führt.
Die ökonomischen und sozialen Zustände, die die europäisch getragene Austeritätspolitik seit 2010 angerichtet hat, habe ich umfänglich aufgezeigt.
Das ist größtenteils Klassenkampf-Rhetorik und hat mit der Realität nur am Rande zu tun. "Angerichtet" hat die Zustände nicht die sogenannte "Austeritätspolitik".
Es ist längst an der Zeit, dass sowohl die deutsche Regierung als auch die Institutionen ihr falsches Vorgehen erkennen und entsprechend korrigieren.
Ich bin mir sicher, dass es Änderungen gibt, sobald die griechische Regierung die Reformen endlich angeht bzw. umsetzt. Die durch die Tsipras-Regierung herbeigeführte unmittelbare Not ist nun so groß, dass diese Reformen unmittelbar, d.h. schon morgen und am Dienstag im griechsichen Parlament beschlossen werden müssen. Wir werden sehen, ob es gelingt.
Einen Schuldenschnitt wird es, auch wenn es praktisch nicht mehr anders gehen wird, so schnell nicht geben können, weil dafür das sogenannte "Bail-out-Verbot" der EU aufgehoben werden müsste.
In Griechenland kann sich ohne umfassende Aufbau- und Investitionsprogramme nichts zum Besseren wenden.
Das ist richtig, allerdings hatte ich die Tage auch schon aufgezeigt, dass es diese Programme in Griechenland, wie in jedem aneren EU-Land, auch gibt. Was daraus wurde, ist bekannt, siehe Beispiel Autobahnbau.
Wenn Du tatsächlich an einem gemeinsamen Nenner interessiert sein solltest, müsstest Du langsam zugeben, dass die EU, die Troika, sprich die Geldgeber die falschen Adressaten der Agressionen von Tsipras und Varoufakis sind und waren. Die wahre Zielgruppe sind die Vorgänger-Regierungen.
PS: Was diese (brüderlich bzw. schwesterlich) mit CDU und SPD zu tun haben, müsstest Du dann aber doch noch mal ein wenig genauer erklären.