Allgemeiner Politik Thread

Ja aber das sind eh die normalen, die jedes Land (auch D) bekommt. Diese setzen aber eines voraus, nämlich einen Eigenanteil. Zwar momentan gesenkt auf 5%....
Aber das sind momentan nur Tropfen auf dem heißen Stein. Und ein Großteil von EU Subventionen sind ja eh Agrarsubventionen und kommen nicht wirklich einem Wirtschaftsaufschwung zugute. Erst Recht nicht wenn Märkte wie Russland wegbrechen.

Und zu den Summen die nach Griechenland geflossen sind : Noch sind es "nur" Kredite. Einfach so zum Ausgeben sind die nicht gedacht.

Zinsen :


Ausgehend von der akutellen Zinslage dürfte D damit wenn das Geld geliehen ist, einen Zinsplus haben.
Erst wenn Griechenland zahlungsunfähig ist bzw. ein Schuldenschnitt kommt, verliert D Geld. Wenn nicht dann gibt es ein Plus.

:tnx: Eben, Deutschland steht wirtschaftlich so gut da, wie selten. Nicht trotz sondern wegen der Krise. Darum will Schäuble ja auch keinen Schuldenschnitt, dadurch verlöre er viele Einnahmen in Form von Zinsen.
 
:tnx: Eben, Deutschland steht wirtschaftlich so gut da, wie selten. Nicht trotz sondern wegen der Krise. Darum will Schäuble ja auch keinen Schuldenschnitt, dadurch verlöre er viele Einnahmen in Form von Zinsen.
Und wer ist Deutschland? Du? Ich? Ein amorphes Staatsgebilde?

Ein Exportrekord nach dem anderen bedeutet eben nicht, dass es immer mehr Menschen in diesem Land immer besser geht, sondern dass es immer weniger Leuten in diesem Land immer noch viel besser geht. Deutschland ist dabei, sich zu einem der ärmsten reichen Länder der Welt zu entwickeln.

Aber das soll dem Vernehmen nach alternativlos sein.
 
Ein Exportrekord nach dem anderen bedeutet eben nicht, dass es immer mehr Menschen in diesem Land immer besser geht, sondern dass es immer weniger Leuten in diesem Land immer noch viel besser geht. Deutschland ist dabei, sich zu einem der ärmsten reichen Länder der Welt zu entwickeln.

Aber das soll dem Vernehmen nach alternativlos sein.

Sehe ich leider genauso. Aber für die Börsenkurse und Aktiengewinne ist es natürlich toll, bringen tut es den Menschen wenig.
Wenn ehemalige Staatsunternehmen hingehen und Regionalbetriebe gründen um Tarifverträge zu unterlaufen um weniger zu zahlen, sieht man doch wohin die Reise geht. Geht doch schon lange nicht mehr darum Gewinne zu erwirtschaften und diese dann auch an die Mitarbeiter weiterzugeben, sondern nur den Anteilseignern und den Spekulanten.
Übersetzt bedeutet "wir müssen wettbewerbsfähig bleiben" doch nur weniger Menschen müssen für weniger Geld mehr tun. Krankes System, welches auf Dauer gesehen noch einige Male kollabieren wird. Zwangsläufig.
 
Und wer ist Deutschland? Du? Ich? Ein amorphes Staatsgebilde?

Ein Exportrekord nach dem anderen bedeutet eben nicht, dass es immer mehr Menschen in diesem Land immer besser geht, sondern dass es immer weniger Leuten in diesem Land immer noch viel besser geht. Deutschland ist dabei, sich zu einem der ärmsten reichen Länder der Welt zu entwickeln.

Aber das soll dem Vernehmen nach alternativlos sein.

:grinsen:https://www.youtube.com/watch?v=-1AVl9AXcxA

Nein, Spaß beiseite, hast natürlich Recht, nur weil es Deutschland als Land wirtschaftlich gut geht, heißt es noch nicht, dass es auch den Bürgern hier gut geht. Das ist was ich damit eigentlich sagen wollte. Es ist irgendwie ziemlich geheuchelt, von Merkel, Schäuble und Gabriel wenn die sich hinstellen und wegen Griechenland rum jammern, obwohl sie doch an der Situation sehr gut verdienen.:(

Aber das war ja auch schon 1992 so, als sich Genscher hingestellt hat, und das Leid im Jugoslawien Krieg bedauert hat, obwohl Deutschland durch die Rüstungsexporten an Kroatien sehr gut an dem Krieg verdient hat.:tnx:
 
In der Diskussion bezüglich Griechenland bestätigt der Internationale Währungsfond (IWF) meine Thesen,

-dass die Hilfspakete für Griechenland zum weit überwiegenden Teil eine Bankenrettung waren.
-dass die Gläubiger der griechischen Banken in erster Linie deutsche und französische Banken sind und diese hauptsächlich von den Hilfspaketen profitiert haben.
-dass ca. 90% der Hilfspakete eben nicht bei der griechischen Regierung angekommen sind.


Auszüge:

"IWF-Chefökonom Olivier Blanchard gibt zu, dass zwei Drittel der "Rettungsgelder" an internationale Gläubiger gegangen sind.
[...]

Er räumt damit also eines ohne Umschweife ein: Mit wenigstens zwei Dritteln der Hilfsgelder, mit denen angeblich Griechenland gerettet worden sein soll, wurden internationale Gläubiger ausgezahlt und private Schulden durch Schulden an öffentliche Kreditnehmer ersetzt. Und es ist bekannt, dass davon ein großer Teil an deutsche und französische Institute geflossen ist. So blieb also bestenfalls ein Drittel für Griechenland, mit dem wiederum vor allem griechische Banken gerettet wurden. Man kann sich deshalb ausrechnen, dass bisherige zirkulierende Zahlen korrekt sind, wonach nur etwa 10% der Hilfsgelder bei der Regierung angekommen ist. Was davon bei der Bevölkerung ankam, darf angesichts der verbreiteten Korruption in konservativen und sozialdemokratischen Vorgängerregierungen auch gefragt werden.[...]"
 
In der Diskussion bezüglich Griechenland bestätigt der Internationale Währungsfond (IWF) meine Thesen,

-dass die Hilfspakete für Griechenland zum weit überwiegenden Teil eine Bankenrettung waren.
-dass die Gläubiger der griechischen Banken in erster Linie deutsche und französische Banken sind und diese hauptsächlich von den Hilfspaketen profitiert haben.
-dass ca. 90% der Hilfspakete eben nicht bei der griechischen Regierung angekommen sind.


Auszüge:

"Bankenrettung" heißt dabei in Wahrheit, dass Schulden bei privaten Gläubigern beglichen wurden. Zusätzlich zu diesen Hilfen haben diverse private Gläubiger entweder auf Rückzahlungen komplett verzichtet oder die Laufzeit unter gleichzeitigem weitgehendem Verzicht auf Zinszahlungen drastisch verlängert.

Die Hilfszahlungen sind nicht an die Gläubiger direkt geflossen, sondern an das griechische Finanzministerium.

Die Ursachen für die Finanzkrise liegen weniger bei den sogenannten "Institutionen". Die Ursachen sind vielfältig und größtenteils hausgemacht. Dieses gilt es für die Gewährung eines neuen Hilfspakets bzw. für einen Schuldenschnitt unbedingt abzustellen:

Ursachen der Krise in Griechenland

Darin:

Internationale Wettbewerbsfähigkeit:
Griechenland hat seinen immensen Wohlstandszuwachs seit 1990 auf einem riesigen Schuldenberg aufgebaut. Athen hatte sich, im Gegensatz zu anderen hochverschuldeten Ländern, überwiegend für Konsum und nicht für Investitionen verschuldet.

Dank der Vetternwirtschaft früherer Regierungen arbeiten über ein Viertel der griechischen Beschäftigten im öffentlichen Dienst.

Steuerhinterziehung:
Steuerhinterziehung hat sich in Griechenland zu einem konstanten und ständig wachsenden Phänomen entwickelt, mit verheerenden Auswirkungen auf die öffentlichen Einnahmen. Die Steuermoral ist eine der großen Krankheiten des Landes, die Steuerhinterziehung ist ein Volkssport der Griechen. Milliardenbeträge wurden ins Ausland transferiert. Die Steuerquote, also der Anteil der Steuern am Bruttoinlandsprodukt lag in Griechenland 2013 bei 22,9 Prozent (statista). Im EU-Durchschnitt liegt die Steuerquote hingegen bei 40 Prozent.

6.000 juristischen Personen wie Aktiengesellschaften und GmbHs stehen beim Fiskus mit weiteren 30 Milliarden Euro in der Kreide. So haben alleine die Griechischen Staatsbahnen (OSE) rund 1,6 Milliarden Euro Steuerschulden.

Keine Regierung hat es bisher geschafft, die Steuerhinterziehung effektiv zu bekämpfen.

Finanzen:
Jahrelang gab es nur mangelhafte Statistiken, die von Athen auch noch systematisch frisiert wurden. Das hängt auch mit den innergriechischen Strukturen zusammen. Ein großes Problem ist, dass die Regierung ihre Finanzen nicht im Griff hat. Es gelingt ihr nicht, Einnahmen und Ausgaben richtig zu planen, zu überwachen und vorherzusagen. Bis heute gibt es keine funktionierenden Finanzbehörden.

Noch immer weiß kein Außenstehender, wie prekär die Lage wirklich ist.

Korruption:
Dazu kommt die Korruption: Sie ist in Griechenland allgegenwärtig. Beim Arzt, im Krankenhaus, auf dem Bauamt, in der Fahrprüfung: Oft kommt man nur mit "Fakelaki", ein "Umschläglein" voller Geldscheine weiter. 13,5 Prozent der Griechen haben in einer Umfrage offen eingeräumt, Fakelaki zu zahlen, rund 1.450 Euro im Jahr. Oft erleichtert die Korruption den Bürgern das Leben im Kleinen - doch gleichzeitig hat sie mit dazu beigetragen, das Land als Ganzes in den Ruin zu treiben.

In ihrem Bericht von 2012 stellt "Transparency International" fest, dass Griechenland beim Korruptionsindex (Corruption Perception Index, CPI) von Platz 78 auf Platz 94 von insgesamt 174 Ländern abgerutscht ist und damit innerhalb der EU-Länder den letzten Platz einnimmt, d.h. Griechenland hat die höchste Korruptionsrate in der EU.

Vetternwirtschaft:
Die Einstellungspolitik im öffentlichen Sektor mittels der Partei- oder Günstlingsnetze bleibt der größte Skandal der modernen griechischen Geschichte. Die Familien Papandreou, Karamanlis und Mitsotakis regierten in Griechenland, von einer siebenjährigen Militärregierung unterbrochen, seit dem Ende des 2. Weltkriegs. Sie haben Griechenland mit einem dicht geknüpften Netz von Patronage und Vetternwirtschaft überzogen.

Jahrzehntelang wurden Parteigänger in Griechenland mit Beamtenposten belohnt. Unter dem Stichwort "Rousfeti" (Gefälligkeit) versorgten Abgeordnete, Bürgermeister, Präfekten und Gemeindevorsteher ihre Wahlhelfer mit Arbeitstellen inklusive Frührentengarantie.

Das griechische Bürokratiemonster, das den griechischen Etat über Gebühr belastet und das chronisch ineffektiv ist, beschert dem Land zudem eine gigantische Verschwendung von Haushaltsmitteln.

Ein Viertel aller Beschäftigten, etwa eine Million Menschen, arbeitet beim Staat, in Deutschland jeder siebte (Quelle: Auswärtiges Amt). Die Zahl von Personen in Führungspositionen in den Ämtern ist dabei auch noch unverhältnismäßig groß und ineffektiv im Verhältnis zu den unter ihrer Aufsicht arbeitenden Personen.

Schattenwirtschaft:
In Griechenland boomt die Schattenwirtschaft. Jeder vierte Euro wird schwarz erwirtschaftet. Das ist ein europäischer Spitzenwert.

Sozialpolitik:
Weiterhin werden griechische Rentnerinnen und Rentner in einem Rentensystem versorgt, welches sich Athen ohne zusätzliche Schulden nicht leisten kann.

Spekulation:
Tatsächlich macht Griechenland gerade einmal 2,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der Eurozone aus. Zwar hat Athen massive Schulden angehäuft, bei der Aufnahme in den Euro-Club getrickst und die Statistiker der europäischen Behörde Eurostat seit Jahren an der Nase herum geführt. Doch verschärft wurde die Krise durch Spekulanten, die die Situation nutzten, um gegen Griechenland und gegen den Euro zu spekulieren. Dabei trieben sie die Kosten für die Aufnahme neuer Kredite an den Finanzmärkten dermaßen in die Höhe, dass Griechenland die Waffen strecken musste.
 
Die Hilfszahlungen sind nicht an die Gläubiger direkt geflossen, sondern an das griechische Finanzministerium.

Aufgrund der Zweckgebundenheit der Zahlungen begründet das keinen Unterschied. Es war kein Entscheidungsspielraum vorhanden, das den Banken zugedachte Geld anderweitig zu investieren.


Die Ursachen für die Finanzkrise... [...]

...sind in meinem obigen Beitrag nicht das Thema sondern der Umgang mit ihr. Durch die Austeritätspolitik der europäischen Institutionen (u.a. der deutschen Regierung) kann man mittlerweile von einer ökonomischen und sozialen Katastrophe in Griechenland sprechen:

– Die Löhne sind um 37 Prozent und die Renten um 48 Prozent gefallen,

– die Beschäftigung beim Staat wurde um 30 Prozent reduziert,

– die Konsumausgaben brachen um 33 Prozent ein,

– die Arbeitslosigkeit liegt bei 27 Prozent,

– das reale BIP ist heute um 27 Prozent niedriger als vor Ausbruch der Krise und

– die Schuldenlastquote stieg seit 2007 trotz eines Schuldenschnitts von 103 auf 180 Prozent.

Die Austeritätspolitik hat keines der griechischen Probleme gelöst, aber viele neue geschaffen. (Cansel Kiziltepe, MdB)
 
Aufgrund der Zweckgebundenheit der Zahlungen begründet das keinen Unterschied. Es war kein Entscheidungsspielraum vorhanden, das den Banken zugedachte Geld anderweitig zu investieren.




...sind in meinem obigen Beitrag nicht das Thema sondern der Umgang mit ihr. Durch die Austeritätspolitik der europäischen Institutionen (u.a. der deutschen Regierung) kann man mittlerweile von einer ökonomischen und sozialen Katastrophe in Griechenland sprechen...

Genau das ist ein Trugschluss. Auch wenn die Sparpolitik in Griechenland, im Gegensatz zu den Baltikum-Staaten, zu Irland, zur Slowakei, nicht die erhofften Wirkungen erzielt hat, ist sie nicht die Ursache für die finanzielle und die humanitäre Katastrophe. Letztere ist durch die katastrophal verantwortungslose Politik.der Tsipras-Regierung ausgebrochen, Ersteres durch obig angesprochene, von diversen Vorgänger-Regierungen zu verantwortende Vernachlässigungen.
 
Genau das ist ein Trugschluss. Auch wenn die Sparpolitik in Griechenland, im Gegensatz zu den Baltikum-Staaten, zu Irland, zur Slowakei, nicht die erhofften Wirkungen erzielt hat, ist sie nicht die Ursache für die finanzielle und die humanitäre Katastrophe. Letztere ist durch die katastrophal verantwortungslose Politik.der Tsipras-Regierung ausgebrochen, Ersteres durch obig angesprochene, von diversen Vorgänger-Regierungen zu verantwortende Vernachlässigungen.

Es spricht für sich, der seit gut fünf Monaten im Amt befindlichen griechischen Regierung die Hauptverantwortung für Jahrzehnte der Miss- und Vetternwirtschaft der griechischen Schwesternparteien der CDU und SPD zuzusprechen - während du diesen allenfalls Vernachlässigungen zubilligst.

So kommen wir auf keinen gemeinsamen Nenner.
 
Es spricht für sich, der seit gut fünf Monaten im Amt befindlichen griechischen Regierung die Hauptverantwortung für Jahrzehnte der Miss- und Vetternwirtschaft der griechischen Schwesternparteien der CDU und SPD zuzusprechen - während du diesen allenfalls Vernachlässigungen zubilligst.

So kommen wir auf keinen gemeinsamen Nenner.

Lies Dir nochmal durch, was ich geschrieben habe und verdrehe bitte weder Aussagen noch Tatsachen.

Dann könnte es evtl. doch einen gemeinsamen Nenner geben, falls Du überhaupt dran interessiert sein solltest! ;) :roll:
 
Es ist mMn unstrittig, dass die Differenzierung katastrophal verantwortungslose Politik auf der einen und Vernachlässigungen auf der anderen Seite erheblich ist!

Die ökonomischen und sozialen Zustände, die die europäisch getragene Austeritätspolitik seit 2010 angerichtet hat, habe ich umfänglich aufgezeigt.

Es ist längst an der Zeit, dass sowohl die deutsche Regierung als auch die Institutionen ihr falsches Vorgehen erkennen und entsprechend korrigieren.

In Griechenland kann sich ohne umfassende Aufbau- und Investitionsprogramme nichts zum Besseren wenden.
 
Es ist mMn unstrittig, dass die Differenzierung katastrophal verantwortungslose Politik auf der einen und Vernachlässigungen auf der anderen Seite erheblich ist!

Wir diskutieren seit mehreren Tagen über dieses Thema und Du hältst Dich an einer Bemerkung fest, die Dir gerade so (nicht) passt! :zweifeln:

Seis`s drum!

In der Diskussion hatte ich (gestern?) geschrieben, dass die fatale Politik der Griechen über Jahrzehnte für die Situation ursächlich ist. Mit "Vernachlässigung" meinte ich in diesem Zusammenhang zusammenfassend, dass die seit Jahren notwendigen, angemahnten und eingeforderten Reformen von keiner der letzten griechischen Regierungen eingeleitet worden sind.

Die Tsipras-Regierung hat die humanitäre Katastrophe ausgelöst, indem sie das Ende Juni vorliegende Hilfsangebot ohne Alternativvorschlag ausgeschlagen, per Referendum ablehnen lassen (zur Ablehnnung aufgerufen), den Verhandlungstisch verlassen und den Helfern "terroristisches Verhalten" vorgeworfen hat. Am Ende des Hilfsangebots mussten Banken geschlossen, Kapitalverkehrskontrollen eingeführt werden, was zum Zusammenbruch von Konsum, Investition und Handel in Griechenland führt.

Die ökonomischen und sozialen Zustände, die die europäisch getragene Austeritätspolitik seit 2010 angerichtet hat, habe ich umfänglich aufgezeigt.

Das ist größtenteils Klassenkampf-Rhetorik und hat mit der Realität nur am Rande zu tun. "Angerichtet" hat die Zustände nicht die sogenannte "Austeritätspolitik".

Es ist längst an der Zeit, dass sowohl die deutsche Regierung als auch die Institutionen ihr falsches Vorgehen erkennen und entsprechend korrigieren.

Ich bin mir sicher, dass es Änderungen gibt, sobald die griechische Regierung die Reformen endlich angeht bzw. umsetzt. Die durch die Tsipras-Regierung herbeigeführte unmittelbare Not ist nun so groß, dass diese Reformen unmittelbar, d.h. schon morgen und am Dienstag im griechsichen Parlament beschlossen werden müssen. Wir werden sehen, ob es gelingt.

Einen Schuldenschnitt wird es, auch wenn es praktisch nicht mehr anders gehen wird, so schnell nicht geben können, weil dafür das sogenannte "Bail-out-Verbot" der EU aufgehoben werden müsste.

In Griechenland kann sich ohne umfassende Aufbau- und Investitionsprogramme nichts zum Besseren wenden.

Das ist richtig, allerdings hatte ich die Tage auch schon aufgezeigt, dass es diese Programme in Griechenland, wie in jedem aneren EU-Land, auch gibt. Was daraus wurde, ist bekannt, siehe Beispiel Autobahnbau.

Wenn Du tatsächlich an einem gemeinsamen Nenner interessiert sein solltest, müsstest Du langsam zugeben, dass die EU, die Troika, sprich die Geldgeber die falschen Adressaten der Agressionen von Tsipras und Varoufakis sind und waren. Die wahre Zielgruppe sind die Vorgänger-Regierungen.

PS: Was diese (brüderlich bzw. schwesterlich) mit CDU und SPD zu tun haben, müsstest Du dann aber doch noch mal ein wenig genauer erklären.
 
In der Diskussion hatte ich (gestern?) geschrieben, dass die fatale Politik der Griechen über Jahrzehnte für die Situation ursächlich ist. Mit "Vernachlässigung" meinte ich in diesem Zusammenhang zusammenfassend, dass die seit Jahren notwendigen, angemahnten und eingeforderten Reformen von keiner der letzten griechischen Regierungen eingeleitet worden sind.

Das ist ein Punkt, in dem wir uns grundsätzlich annähern können, wenn zu den "Vernachlässigungen" die Klientelpolitik und Vetternwirtschaft gehört.
Was die Steuer- und Kapitalflucht betrifft, hat sich mMn auch die neue, griechische Regierung nicht mit Ruhm bekleckert.

Die Tsipras-Regierung hat die humanitäre Katastrophe ausgelöst, indem sie das Ende Juni vorliegende Hilfsangebot ohne Alternativvorschlag ausgeschlagen, per Referendum ablehnen lassen (zur Ablehnnung aufgerufen), den Verhandlungstisch verlassen und den Helfern "terroristisches Verhalten" vorgeworfen hat. Am Ende des Hilfsangebots mussten Banken geschlossen, Kapitalverkehrskontrollen eingeführt werden, was zum Zusammenbruch von Konsum, Investition und Handel in Griechenland führt.

Die humanitäre Katastrophe spitzte sich bereits 2010 zu, als Griechenland erstmals Zuwendungen aus dem europäischen Hilfsfond angefordert hatte. Wenn du dich an entsprechende Beiträge von mir erinnerst, kennst du bereits die belegbaren Auswirkungen der von mir kritisierten Sparpolitik.

"Angerichtet" hat die Zustände nicht die sogenannte "Austeritätspolitik".

Nimm statt "angerichtet" gern "maßgeblich beeinflusst" - damit kann ich leben. Und wieder mein Verweis an meine mit Zahlen garnierten Beiträge zu diesem Thema. So könntest du die Zahlen aus dem Jahre 2010 (Beginn der Austerität) mit den aktuellen vergleichen.

Die durch die Tsipras-Regierung herbeigeführte unmittelbare Not ist nun so groß, dass diese Reformen unmittelbar, d.h. schon morgen und am Dienstag im griechsichen Parlament beschlossen werden müssen. Wir werden sehen, ob es gelingt.

Die Not für die griechische Bevölkerung war bereits in den letzten Jahren derart ausgeprägt, dass überhaupt erst die Partei Syriza gewählt wurde. Unmittelbar stand und steht Griechenland vor der Zahlungsunfähigkeit. Das Referendum wurde abgehalten, um eine für die griechische Bevölkerung humanitärere Politik erreichen zu können. Letztlich zahlt das Volk die Zeche und nicht die Verursacher.

Wenn Du tatsächlich an einem gemeinsamen Nenner interessiert sein solltest, müsstest Du langsam zugeben,...

Es gibt auch Diskussionen, die nicht zu einem Konsens führen. Ich wette, dieses ist eine solche.

Das ist größtenteils Klassenkampf-Rhetorik [...]

Das ist übertrieben. Letztlich geht es bei dem Thema Griechenland aber durchaus um eine systemische Frage. Presst man ein verarmtes Volk weiter aus, weil man sich mit seinen politischen Entscheidungen durchsetzen will - oder gibt es Möglichkeiten, um Land und Leuten gleichermaßen Hilfen zu gewähren und beider Perspektiven zu verbessern?
 
Schon wieder "Klassenkampf-Rhetorik". :zweifeln:

Hier wurde kein Volk "ausgepresst, um politische Ziele durchzusetzen". Jeder, der Mitgliedsstaaten ist politisch autark und hat seine eigene, demokratisch gewählte Regierung.

Hier geht und ging es um Gegenleistungen für finanzielle Milliardenhilfen. Warum sollten Ersten, Letten, Slowaken sparen, obwohl es ihnen schlechter ging als den Griechen selbst??

Diese Hilfen können vermutlich niemals zurückgezahlt werden. Durch die dringend notwendigen Reformen muss aber gewährleistet sein, dass solche Hilfen in Zukunft nicht mehr nötig sein werden.

Haette es diese Reformen vor Jahren gegeben, wäre es kaum, oder wie in Irland nur vorübergehend, zu Austeritaetspolitik gekommen.

Stichwort "Vetternwirtschaft": Syriza hat direkt nach der Wahl etliche Parteimitglieder mit Posten in Ministerien ausgestattet und verbeamtet. "Business as usual", oder??
 
Hier geht und ging es um Gegenleistungen für finanzielle Milliardenhilfen.

Wem wurde da doch gleich geholfen?

"IWF-Chefökonom Olivier Blanchard gibt zu, dass zwei Drittel der "Rettungsgelder" an internationale Gläubiger gegangen sind.
[...]

Er räumt damit also eines ohne Umschweife ein: Mit wenigstens zwei Dritteln der Hilfsgelder, mit denen angeblich Griechenland gerettet worden sein soll, wurden internationale Gläubiger ausgezahlt und private Schulden durch Schulden an öffentliche Kreditnehmer ersetzt. Und es ist bekannt, dass davon ein großer Teil an deutsche und französische Institute geflossen ist. So blieb also bestenfalls ein Drittel für Griechenland, mit dem wiederum vor allem griechische Banken gerettet wurden. Man kann sich deshalb ausrechnen, dass bisherige zirkulierende Zahlen korrekt sind, wonach nur etwa 10% der Hilfsgelder bei der Regierung angekommen ist. Was davon bei der Bevölkerung ankam, darf angesichts der verbreiteten Korruption in konservativen und sozialdemokratischen Vorgängerregierungen auch gefragt werden.[...]"

Diese Hilfen können vermutlich niemals zurückgezahlt werden. Durch die dringend notwendigen Reformen muss aber gewährleistet sein, dass solche Hilfen in Zukunft nicht mehr nötig sein werden.

Eine Rückzahlung der astronomischen Staatsschulden Griechenlands halte ich für utopisch. Auf eine (teilweise) Rückzahlung besteht bestenfalls Aussicht, wenn die Spar- durch eine sinnvolle Investitionspolitik ersetzt wird.


Contenance!

Wir sollten es damit bewenden lassen. Wir haben unterschiedliche Ansichten und uns diese nun hinlänglich erläutert. :bier:
 
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