Und damit sind wir genau bei dem Kernproblem: warum müssen Eltern zu Hause bleiben, weil sie ihre Kinder nicht anders betreuen können?
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Es musst ja echte Wahlfreiheit bestehen. Diese existiert ja faktisch nicht mehr. Wenn du Kinder hast, dann müssen heute eigentlich beide Elternteile arbeiten, wenn du vom durchschnittlichen Einkommen ausgehst.
Das ist für mich zunächst mal das erste Problem. Ohne mich parteipolitisch streiten zu wollen, gebe ich hier mal meine ganz persönliche Meinung wiede und hoffe, dass man diese mal davon trennt, was Parteifreunde in Amt und Würden mal veranstaltet haben.
Daher sage ich es gerne noch mal: So lange wir die Menschen nicht massivst entlasen, werden weitere Bruttolohnsteigerungen im 1 bis 4 %-Bereich überhaupt gar nichts bringen. Das ist verarsche für die Arbeitnehmer. Auch ein Grund weswegen ich nie in eine Gewerkschaft eintreten würde. Deren Verhandlungsgeschickt schein mir wenig ausgeprägt. In meinen Augen ist es von deren Funktionären, die übrigens selbst fürstlich bezahlt werden während gleichzeitig die Putzkräfte dort - vor gestzlicher Einführung - den geforderten Mindestlohn nicht erhielten, auch gar nicht zwingend gewollt.
Die Belastungen in den letzten Jahren sind - hatte oben ein paar Beispiele genannt - extrem gestiegen. Es ist schon reichtlich lächerlich, wenn man MwSt erhöht und dann sagt um Familien etwas besser zu stellen das Kindergeld anhebt. Das ist zynisch wie nur irgendetwas. Aber das ist alles in diesem Land gelebte Realtät.
Wir brauchen gerade bei den Verbrauchsteuern und Abgaben Entlastungen, denn diese treffen Menschen, die ein Großteil ihres Einkommens für eben den täglichen Verbrauch ausgeben am härtesten. Das wäre ein Erster wichtiger Schritt. Allerdings gefällt sich der durchschnittliche Politiker - mancher mehr, mancher weniger - gerne darin großartige Versprechen zu machen und seiner jeweiligen Klientel irgendetwas zu gute kommen zu lassen. Und sei es bloß eine autofreier Tag im Jahr oder der Bau einer neuen tollen, allerdings völlig überflüssigen, Ampel. Das kostet Geld. Also muss man das Geld irgendwo herholen. Wenn wir nur mal einfach ein bisschen aufpassen würden, wofür das Geld alles rausgeschmissen wird, dann könnte man damit schon viel bewegen.
Die andere Seite ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Da hängt Deutschland massivst hinterher, aber eben auch deshalb, weil dies früher im Westen dieser Republik nie ein großartiges Thema war. Bzw. wenn, dann gute Familienbande bestanden. Der gesellschaftliche Wandel hat aber andere Notwendigkeiten geschaffen. Hier muss man die hiesige Landesregierung auch mal loben, denn sie haben tatsächlich die Kita- und Krippenplätze massiv ausgebaut. Auch wenn sie immernoch nicht ausreichen. Es ist allerdings viel auf Kante genäht, was man bei krankheitsbedingten Ausfällen sofort zu spüren bekommt. Nicht selten hat man sich im Winter, um die Tagesstätte zu entlasten, schon mal um alternative Betreuung gekümmert. Gleiches galt übrigens auch für die Warnstreiktage.
Was die ganzen damit zusammenhängden Probleme, wie die Altersvorsorge beispielsweise, betrifft, da kann man ja auch ewig drüber streiten. Hier hat man viel zu lange die Augen vor den Realitäten verschlossen und ist bis heute nicht bereit den Leuten die Wahrheit zu sagen. Unser Rentensystem ist im A*** und fürn A***. Das kann so nicht mehr funktionieren. Noch ein Grund eben endlich die Menschen zu entlasten. Jeder Euro, der nicht in der Verwaltung versickert ist ein guter Euro. Nur mal zur Situation in Bremen. Hier gehen ca. 30 % der Verwaltungskosten für die Verwaltung der Verwaltung drauf.