Zur AfD: Die AfD hat das Problem wie jede "neue Partei". Sie ist zunächst mal auch Sammelbecken für ein Haufen Irre, die es woanders - dank der funktionierenden innerparteilichen Demokratie - nicht geschafft haben. Was meint ihr, was ich in Bremen schon für Sprüche von älteren, langjährigen SPD mitgliedern an den Kopp geknallt bekommen habe.
Zum Euro: Ja, und das habe ich immer kritisiert, die Eurorettung ist eine verkappte Bankenrettung. Eigentlich nicht mal das. Sie ist die Rettung für Personen und Institutionen, die aus Profitgründen in hochrisiko Geschäfte investiert haben. Als sich eben diese hohe Risiko, welches durch eben hoche Renditen über Jahre gut vergütet wurde, sich zur realisieren drohte, begann die Kriese. Sie wurde aber in meinen Augen massiv dadurch verschärft, dass gerade aus den USA ein Frontalangriff auf den Euro gefahren wurde.
Und da kommen wir wieder zurück auf die weltpolitische Bedeutung des Euro: Die USA stehen bei den Chinesen heute schon so sehr in der Kreide - kein Land hat mehr Divisenreserven - dass sie die US-Wirtschaft von heute auf morgen zum kolabieren bringen könnten. Daher versucht man eben Europa sich gegenseitig zu stützen.
Die Finanztransaktionssteuer ist eben lokal auf Europa begrenzt kein taugliches Mittel. Sie ist nichts anderes als eine Mehrwertsteuer auf Finanzprodukte, die am Ende der Verbraucher in irgendeiner Form zahlen wird. Sinnvoller wäre es bestimmte Finanzprodukte in Europa zu verbieten und Gewinne aus solchen Geschäften, sollten diese woanders getätigt werden, komplett abzuschöpfen. Machen wir beim Drogenhandel ja nicht anders, wenn die Leute denn erwischen.
Und China mag zwar irgendwelche kleineren Problemchen haben, aber die sind sie in der Lage zu lösen. Insbesondere, wenn man das politische System beibehält. Wir reden hier in Europa immer sehr viel über einzelne Gegener des Regimes. Vergeben an diese Leute irgendwelche Preise. Gleichzeitig interessiert sich in China kaum ein Schwein für diese Leute. Ein kleiner Kreis Intellektueller kennt überhaupt die Namen dieser Leute. Die meisten Chinesen merken, dass es aufwärts geht. Die unvermeidlichen Umweltprobleme, die mit dem schnellen industriellen Wachstum und eben der massiven Billigproduktion einhergehen und -gingen, werden auch irgendwie gelöst werden. Deutschland ist in dieser Hinsicht ein Vorbild für die Chinesen. Man braucht sich doch nur den Rhein bei Mannheim anschauen. In den 70ern war das noch ne Kloake. Heute kannste den Fisch, der dort tatsächlich wieder lebt, bedenkenlos essen.
Wir unterschätzen seit Jahren Asien. Insbesondere die Chinesen und blicken aufgrund deren politischen Systems und weil sie für uns die Billiproduktion betrieben ein wenig von oben herab. Dabei haben wir nicht gemerkt, dass die Chinesen auf der ganzen Welt mittlerweile ein unglaublicher Machtfaktor sind. Viele afrikanische Staaten stehen mittlerweile in Abhängigkeit zu China, denn denjenigen, die wertvolle Rohstoffe haben, kommt eine unglaubliche Aufbauhilfe aus dem Reich der Mitte zugute. Die Chinesen bauen Infrastrktur auf. Zahlen Milliarden für die Rohstoffe und schaffen sich so eine Basis.
Singapur (auch Malaysia) werden die Biotechnologie- und Pharmastandorte der Zukunft sein. Gerade in Sigapur hat mit
Biopolis eines der größten Forschungs und Entwicklunsgzentren für Biotechnologie aus dem Boden gestampft. Biotechnologie wird eine der Industrien der Zukunft sein. Ist sie eigentlich heute schon. Europa hat sich von der Entwicklung - nicht zuletzt auch wegen uns mittlerweile zu eigen gewordenen Bedenkenträgerei - abhängen lassen.
So viel nämlich zum Thema hochtechnologie und Europa. Selbst da sind wir schon heute in vielen Bereichen nicht mehr führend. Längst nur noch dritte oder vierte Wahl für besten Köpfe der Welt.
Ich sehe die Zukunft in einem gemeinsamen Europa mit einer gemeinsamen Währung. Wir brauchen tatsächlich so etwas wie eine demokratische europäische Regierung mit einem demokratisch gewählten EP, welches über ähnliche Befugnisse verfügt wie der Bundestag. Das Subsidiaritätsprinzip muss allerdings auch wieder mehr an Bedeutung gewinnen. Was vor-Ort gemacht werden kann, das sollte da auch getan werden. Allerdings muss, dass was tatsächlich alle einheitlich betrifft auch einheitlich geregelt werden. Mir ist es bis heute nicht ganz verständlich wie man eine gemeinsame Währung einführen konnte ohne zuvor eine gemeinsame Wirtschafts- und Sozialpolitik zu machen...