Auf ZDF Info läuft gerade "Tödliche Deals".
Da hat Lindner (FDP) die Lieferung deutscher Panzer an Saudi-Arabien sinngemäß so begründet:
Wir kaufen ja deren Öl, und damit die Abhängigkeit nicht einseitig ist, müssen wir auch was tun. Ansonsten würden die ihre Waffen ja eh woanders kaufen, und so könnten wir wenigstens Einfluss nehmen. Ich weiß nicht, ob er es so gemeint hat, aber es klang so, als hege er die Hoffnung, dass deutsche Wartungsarbeiter (die wurden ausdrücklich erwähnt) die Gesellschaft beeinflussen könnten.
Prinzipiell würde ich großen Teilen seiner These sogar zustimmen.
Was mich nervt ist die Tatsache, dass wir auf der einen Seite sagen, dass wir beispielsweise ein Regime wie in Syrien oder im Iran mit Sanktionen überziehen, und auf der anderen Seite fröhlich Geschäfte mit Riad machen.
Tatsache ist nun einmal, dass alle diese Regime ihre Waffen bekommen. Zur Not bauen und entwickeln diese Länder selbst. Wir können uns entscheiden, ob wir mit Waffen Geschäfte machen wollen oder nicht. Wir können aber nicht sagen, dass die einen ja ach so böse sind und wir deswegen keine Waffen liefern und die anderen eigentlich zwar auch böse sind, ABER...
Geopolitisch hielte ich es persönlich sogar für sinnvoller die Regime zu unterstützen, die sich eher gegen Riad stellen. Saudi-Arabien gehört zu den Hauptfianziers des internationalen Terrorismus. Sie exportieren mit den Petrodollars ihre extremistische Auslegung des Korans in die ganze Welt. In Saudi-Arabien liegt auch der Ursprung der Anschläge von 9/11, Madrid oder London! Auch hier in Deutschland werden diese salafistischen Umtriebe hauptsächlich aus Saudi-Arabien finanziert...
Zumindest berichten viele Medien, dass genau deswegen Obama nicht von einem Putsch sprechen könne, da er dann die Unterstützung streichen müsse.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/aegypten-us-praesident-obama-machtlos-a-916688.html
Kann durchaus immernoch so sein. Meines wissens war die Militärhilfe zumindest kurz nach dem Sturz von Mubarak ausgesetzt worden.

Gute Nacht! 