Die Ablehnung war nicht weitgehend, sie war absolut und einmütig; und die von Dir angeführte "sogenannte Geschichtsschreibung in Ehren", es ist einfach Fakt, ..........
Fakt ist nach wie vor ein Waschmittel. Literaturliste müsste ich raus suchen, das meiste wird aber Archivmaterial sein, dass man nicht in jedem Buchladen bekommt. Ansonsten vermengst Du vieles miteinander.
Man muss grundsätzlich zwischen den palästinensischen und den außerpalästinensich-arabischen Reaktionen unterscheiden. Bei den außerpalästinensisch-arabischen Reaktionen, auf die sich auch die meisten Kurzberichte, etwa in wiki, beziehen gibt es ja tatsächlich keinen Unterschied in der Bewertung. Siehe meine Beiträge.
Unterscheiden kann man sich allerdings bei der Bewertung, was an der außerpalästinensisch-arabischen Ablehnung des Teilungsplans so viel schlechter war als an der jüdischen Zustimmung mit Worten bis Mai 1948 und der jüdischen Ablehnung mit Taten ab Mai 1948.
Viel schwieriger wird es bei der Betrachtung der innerpalästinensischen Reaktionen. Diese sind beileibe nicht so eindeutig gewesen. Dies lag auch an der mangelnden Organisation, Zersplitterung und der teils noch feudalen, ortsgebundenen Strukturen. Und es hing natürlich auch damit zusammen, wo genau in Palästina diese Leute lebten.
Bezeichnend ist ja, dass die Israelis diesen Krieg vor allem gewannen, weil sie außer dem vielen Geld aus der ganzen Welt und ihren Terrororganisationen noch eine einheitliche militärische Führung (meist mit Weltkriegsteilnehmern auf Seiten der Briten) hatten und alle ihre Operationen einheitlich planten und koordinierten. Die Araber hatten hunderte lose oder nicht zusammen hängende Ortsmilizen, die sich untereinander teils auch nicht grün waren. Entsprechend diffus war auch die Politik und keinesfalls so ein Block wie es heute vielfach von der jüdisch-dominierten Geschichtsschreibung in der "westlichen Welt" dargestellt wird.
Eine kurze Verdeutlichung gibt es am Beispiel des Ortes Deir-Yassin bei Jerusalem, in der sich später ein durch die israelischen Terror-Organisationen angerichtetes Massaker mit über 100 Toten abspielte. Die dortige politische Führung hatte sich mit den Israelis arrangiert und u.a. ein Nichtangriffsabkommen geschlossen, es herrschte -lokal- Frieden. Bis die israelischen Terrororganisationen das Dorf überfielen - zeitgleich als die israelischen Verteidigungskräfte woanders im Einsatz waren. Das sagen sogar Quellen mit israelischen Autoren und die Bundeszentrale für politische Bildung, die nun wirlich nie als israel-kritisch hervor getreten ist. (bpb.de)
Es gibt ähnliche Beispiele zuhauf in Israel, wo Araber nicht völlig vertrieben wurden, sondern eben nur von ihren fruchtbaren Äckern ein paar Kilometer weiter auf unbewohntes Ödland. Diese israelischen Bürger arabischer Kultur mit angeblich gleichen Rechten leben heute teils in Sichtweite ihrer alten Dörfer, die heute anders heissen und in Sichtweite auf ihre alten Grundstücke, auf denen die Häuser abgerissen und die Grundstücke neu parzelliert wurden. Alles ohne Entschädigung. Wie soll man so jemals einen halbwegs gerechten Frieden schaffen ?
Ein ähnliches Bild von Geschichtsumschreibung findet man bei Berichten über die vor der Unabhängigkeitserklärung andauernden Scharmützel. Auch in der israelischen Unabhängigkeitserklärung liest es sich ja so, dass friedliebende Israelis seit Monaten von arabischen Gewalttätern nieder gemetzelt werden.
Befasst man sich mit dieser Periode näher, so wird man fest stellen, dass die gewalttätigsten Terroranschläge in dieser Zeit (incl. gegen die damalige britische Verwaltung) sämtlich den israelischen Terrororganisationen zuzurechnen sind und das selbst nach israelfreundlichen oder direkt israelischen Quellen in dieser Periode ca. 1.800 Juden, aber "mehrere Tausend Araber" (niemand hat die bis heute genauer gezählt und es wird nicht zwischen Zivilisten und Kämpfern unterschieden !) umkamen.
Interessant und ein ganz anderes Bild, als in der Unabhängigkeitserklärung und der typischen Geschichtsschreibung vermittelt wird, in der arglose Israelis scheinbar immer schon dort waren, dann daheim abgeschlachtet werden, einer Übermacht gegenüber stehen und *wusch* plötzlich wie durch ein Wunder den Krieg gewinnen.
Man weiß ja: Das erste, was im Krieg auf der Strecke bleibt, ist die Wahrheit. Und das erste, was nach einem Krieg sich ändert, ist die Darstellung der Ereignisse oder ihrer Hintergründe.