Allgemeiner Politik Thread

Es gibt keine Gewaltspirale, sondern den Wunsch der Araber und Palästinenser,

Selbst die legitime Verteidigung des Israelis leistet einen Beitrag dazu, dass dies Angriffsfläche für Feinde bieten kann und somit den Konflikt weiter hochschaukelt. Natürlich ist deswegen trotzdem von einer Spirale sprechbar. Warum, habe ich schon aufgezeigt.

Wirst du angegriffen und verteidigst dich (notfalls mit Fäusten), dann machst du zwar von deinem guten recht Gebrauch. Der Angreifer wird das aber gegen dich verwenden und sich deswegen in seiner Rolle als dein Feind bestätigt fühlen, die Angriffe fortsetzen.
 
Es gibt keine Gewaltspirale, sondern den Wunsch der Araber und Palästinenser, Israel zu vernichten einerseits und den glücklicherweise ziemlich erfolgreichen, bereits seit fast 65 Jahre andauernden Widerstand Israels gegen dieses Ansinnen. Wer glaubt, dieser Konflikt könne durch Nachgeben oder Kompromisse Israels gelöst werden, der hat ihn einfach nicht begriffen. Er kann nur dadurch beendet werden, dass die Gegenseite Israel akzeptiert und aufhört, es mit Krieg und Terror zu überziehen. Vor einem Gewaltverzicht kann kein verantwortlicher Staatsmann über einen Palästinenserstaat auf einem erheblichen Teil der Westbank auch nur nachdenken.

Das ist nun wirklich niveau- und hilflose Propaganda. Siehe meine Vorbeiträge.

Die "Araber und Palästinenser" sind nicht mit den extremistischen Terroristen gleich zu setzen. Das ist genauso niveaulos, wie von "den Juden" zu sprechen.

Beim Gewaltverzicht und der Anerkennung der Existenz und des Lebensrechts des Staates Israels und seiner Bürger war man (also Israel und die palästinensichen Unterhändler) schon einmal, bevor Israel durch seine Politik der Friedensverhinderung mittels anhaltender Verzögerung die Extremistenorganisationen wieder stark machte - eine merkwürdige, geheime Koalition gegen den Frieden.

Das es nach wie vor anders möglich wäre, zeigt gerade Ägypten mit seiner "gemäßigt" "islamistischen" Regierung, die das Erreichte nicht zurück dreht.

Natürlich gehören zu einem wirklichen Frieden immer beide Seiten. Aber es ist nun einmal so, dass die mächtige Seite hierzu entweder den ersten Schritt machen muss oder die andere Seite militärisch und politisch am Rande des Zusammenbruchs haben muss.

Es wird in Israel seit der Ermodung Rabins das Letztere angestrebt und offenbar auf absehbare Zeit nicht erreicht, wie man jetzt wieder sieht. Das was man erreicht sind tiefgreifende Änderungen der Gesellschaft im Gaza-Streifen, die auf Dauer die gemäßigte Mittelschicht beseitigen und das Entstehen Vertrauen erweckender politischer Strukturen verhindern - also den Status quo perpetuieren.

Und genau so lange bleibt es bei der Spirale der Gewalt mit periodischen Vulkanausbrüchen. Mir tun ausnahmslos alle friedensliebenden Menschen leid, die darunter zu leiden haben.
 
Wie kann man bei konjukturellen Schwankungen von einer Spirale sprechen?

Bedeutet "Spirale" für dich, dass die militärkonflikte permanent andauernd sind und sich proportional steigern müssen? Für mich nicht. Denn das wäre von der Praxis entfernt.

Reine begriffsklauberei also, die jeweils von den Begrifflichkeiten Einzelner ausgeht.

In jedem Fall ist die Annahme des arabischen Angreifers und des israelischen Verteidigers eine moralische Bewertung. Diese ist legitim, findet sich aber eben nicht in Köpfen aller Beteiligten wieder, so dass Israels Abwehrreaktionen durchaus Beitrag zum KOnflikt leisten. Das ist nunmal eine praktische Folge, wenngleich sie moralisch legitimierbar sind.
 
Die Spirale halte ich lediglich "ungeeignet", um diese Niveauschwankungen bildhaft auszudrücken. ;) Ich habe jetzt jedenfalls nicht das Gefühl, dass Israel Gaza auslöschen wird und umgekehrt auch nicht.
 
Es ist allein deswegen keine Spirale, weil der UN-Teilungsbeschluss damals nur von einer Seite akzeptiert wurde. Eine Seite akzeptiert, dass die Gegenseite Ansprüche hat. Eine Seite ist zu Friedensverhandlungen und, wenn sie auf Partner trifft, auch zu Friedensverträgen bereit, siehe Camp David 1979. Eine Spirale ist etwas, das sich durch Gewalt beider Seiten hochschaukelt, aber Cast Lead zeigt das glatte Gegenteil: Vorher, als Israel aus Gaza abzog, kamen jährlich immer mehr Raketen auf Israel geflogen. Nach Cast Lead brachen die Raketenbeschüsse ein und stiegen erst jetzt wieder an.

Richtig ist, dass dieser Konflik überhaupt nicht spiralförmig verläuft, sondern dass er eher in einem Dauerzustand vor sich hin schwelt, der hin und wieder eskaliert und sich dann wieder beruhigt. Er eskaliert dabei immer, seit dem versuchten Vernichtungskrieg von 48/49, wenn die arabische Seite ihre Zeit gekommen sieht, ein mal tatsächlich, mal vermeintlich schwächelndes Israel zu packen, und er verläuft relativ ruhig, wenn Israel stark ist und dies unterbindet. Die größte und einzige Friedensmacht in dem Konflikt ist die IDF.

Wenn man nun sieht, was die USA und die EU in ihrer Panik getan haben, um die Verhandlungen um eine "Waffenruhe", das heißt um einen Zustand, in dem weniger Raketen gefeuert werden und der Dauerschreckenszustand der südisraelischen Zivilbevölkerung zwar nicht behoben, aber weniger schlimm wird, zu einem Ergebnis zu führen, dann wird einem schwindelig: Mehr Hilfe für Gaza. Quintessenz: Um etwas zu bekommen, muss Hamas Krieg gegen Israel führen, dafür wird Hamas noch belohnt. Irrer gehts nimmer. Und solange man Gaza nicht komplett boykottiert, solange da die Nazis von der Hamas am Ruder sind und denen auch noch Geld für ihren Krieg gegen die israelische Gesellschaft in den Popo bläst, wird es sich auch nie ändern.

Das ist aber keine Spirale, sondern das ist kontinuierliche Trostlosigkeit und ein Komplettversagen westlicher Politik gegen den Terrorismus.
 
Es ist allein deswegen keine Spirale, weil der UN-Teilungsbeschluss damals nur von einer Seite akzeptiert wurde. Eine Seite akzeptiert, dass die Gegenseite Ansprüche hat. Eine Seite ist zu Friedensverhandlungen und, wenn sie auf Partner trifft, auch zu Friedensverträgen bereit, siehe Camp David 1979. Eine Spirale ist etwas, das sich durch Gewalt beider Seiten hochschaukelt, aber Cast Lead zeigt das glatte Gegenteil: Vorher, als Israel aus Gaza abzog, kamen jährlich immer mehr Raketen auf Israel geflogen. Nach Cast Lead brachen die Raketenbeschüsse ein und stiegen erst jetzt wieder an.

Richtig ist, dass dieser Konflik überhaupt nicht spiralförmig verläuft, sondern dass er eher in einem Dauerzustand vor sich hin schwelt, der hin und wieder eskaliert und sich dann wieder beruhigt. Er eskaliert dabei immer, seit dem versuchten Vernichtungskrieg von 48/49, wenn die arabische Seite ihre Zeit gekommen sieht, ein mal tatsächlich, mal vermeintlich schwächelndes Israel zu packen, und er verläuft relativ ruhig, wenn Israel stark ist und dies unterbindet. Die größte und einzige Friedensmacht in dem Konflikt ist die IDF.

Wenn man nun sieht, was die USA und die EU in ihrer Panik getan haben, um die Verhandlungen um eine "Waffenruhe", das heißt um einen Zustand, in dem weniger Raketen gefeuert werden und der Dauerschreckenszustand der südisraelischen Zivilbevölkerung zwar nicht behoben, aber weniger schlimm wird, zu einem Ergebnis zu führen, dann wird einem schwindelig: Mehr Hilfe für Gaza. Quintessenz: Um etwas zu bekommen, muss Hamas Krieg gegen Israel führen, dafür wird Hamas noch belohnt. Irrer gehts nimmer. Und solange man Gaza nicht komplett boykottiert, solange da die Nazis von der Hamas am Ruder sind und denen auch noch Geld für ihren Krieg gegen die israelische Gesellschaft in den Popo bläst, wird es sich auch nie ändern.

Das ist aber keine Spirale, sondern das ist kontinuierliche Trostlosigkeit und ein Komplettversagen westlicher Politik gegen den Terrorismus.

Ein erschreckendes Beispiel von demagogischer Eindimensionalität.

Die Einfuhr von dringendst benötigten Medikamenten, ärzlichen Geräten, Nahrungsmitteln usw. oder eindeutig zivile Infrastrukturhilfe für die dort lebenden Menschen wird ganz einfach zu einer Terrorhilfe für eine extremistische Organisation umgedeutet.

Die Quintessenz müsste eigentlich lauten: den Gaza-Streifen so hermetisch abzuriegeln, dass dort niemand mehr einen Muckser macht und die Leute dort krepieren, weil sie selbst nötigste Dinge für eine so dicht besiedelte Region nicht mehr erhalten. Am besten auch die Berichterstattung über die alltäglichen Lebensverhältnisse dort unterbinden.

Die Entwicklung einer Zivilgesellschaft und eines funkitonierenden Mittelstandes unterbinden, so dass die schlimmen Verhältnisse denTerror-Extremisten immer neuen Zulauf bescheren und die schlimmen Verhältnisse für eine geringe Lebenserwartung und einen übergroßen Anteil dummer Jugendlicher sorgen, die prima Kanonenfutter für den gegenseitigen Terror-Krieg abgeben.

Dann noch gleich einen überaus merkwürdigen Nazi-Vergleich hinterher schieben (Totschlag-Scheinargument).

Völlig ausblenden, welche Ursachen in der Zeit seit den 90er Jahren überhaupt zu dem Ansteigen der Bedeutung der Hamas im Gaza-Streifen geführt haben.
Jede Mitverantwortung der israelischen Politik für die sehr bedauernswerte Entwicklung und die Stärkung der Hamas ausblenden. Ausblenden, wer in Israel von der Fortsetzung der bisherigen terror-freundlichen Politik profitiert und damit paradoxer Weise Interessen hat, die teils mit denen der Hamas gleich laufen.

Eine derartige Eindimensionalität des Denkens trägt erst Recht dazu bei, dass dieser Konflikt immer weiter besteht und sich dann zeitweilig an und abschwellende Gewaltspiralen mit Provokationen und Gegenprovokationen, Terror und Gegenterror ergeben.
 
Und bei der weitgehenden arabischen Ablehnung des Teilungsplans von 1947 nicht auf die ganz verschiedenen Ursachen der Ablehnung einzugehen und so zu tun, als seien "die Araber" unisono von vornherein auf die Vernichtung "der Juden" in Israel aus gewesen, ist ebenfalls demagogische Propaganda, die nur bei uninformierten Lesern verfangen kann.

Neben jenen Arabern, die tatsächlich alle einwandernden Juden vertreiben wollten, gab es nämlich auch arabische Politiker, die lediglich Einzelheiten des Teilungsplans und vor allem seine nicht, mangelhaft bzw. überstürzt geplante Umsetzung kritisierten. Das muss nicht verwundern, denn in jedem Falle hätten sehr viel mehr Araber bei einer Teilung umgesiedelt werden müssen als Juden und Umsetzung und Entschädigung dafür waren nicht oder völlig unbefriedigend geregelt, zudem geriet das Ganze durch eine eigentümliche britische Politik unter enormen Zeitdruck. Der völlig kompromisslose arabische Widerstand gegen jede Verständigung kam organisiert von außen (Arabische Liga), ebenso die Radikalisierung.

Es gibt eine recht interessante Strömung in der Geschichtswissenschaft, die schon diesen Krieg als provoziert und bisherige Geschichtsschreibung darüber als von den Siegern korrigiert bezeichnet, in Deutschland noch heute wie vieles in Bezug auf Israel ein mächtiges Denk-Tabu.

Eine dieser Provokationen dieses ersten Krieges 1948 war übrigens, das entgegen der ersten Fassung der israelischen Unabhängigkeitserklärung, die sich ausdrücklich auf das im UN-Teilungsplan von 1947 bezogene Gebiet bezog, die dann öffentlich gemachte Fassung keinerlei Einschränkungen des beanspruchten Gebiets beinhaltete, sich also für jeden Leser, insbesondere den mit der Sache vertrauten Arabern, der Eindruck ergeben musste, dass die Staatsgründung sich auf das gesamte biblische Judäa und Samaria, also auch auf das gesamte im Teilungsplan den Arabern zugesprochene Land bezog und damit keinesfalls eine Politik der Koexistenz und Verständigung, sondern die von den aggressivsten israelischen Kreisen u.a. mehreren Terror-Organisationen verfolgte Gewaltpolitik der Vertreibung und Verdrängung einläutete. So, wie es dann ja auch das Ergebnis war.

Da kann man sich dann schon fragen, was die vorherige mündliche Zustimmung zu dem Teilungsplan wert war, wenn dann handfest schon einen Tag nach Ablauf des UN-Mandats für Palästina ganz andere Politik gemacht wird.

Interessant die Begründung der israelischen Politiker, die diese als Unabhängigkeitserklärung getarnte de-facto-Kriegserklärung durchsetzten: "In der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776 hätte es ja auch keine Beschränkung auf irgend welche Grenzen gegeben." Die in Gesamt-Palästina lebenden Araber, die man vertreiben oder unter eigene Herrschaft stellen wollte, wurden somit auf die gleiche Stufe wie die "wilden" Ureinwohner des amerikanischen Westens gestellt - und das nach über 2.000 Jahren der Zivilisation dort. Bemerkenswerter Einblick in die Denkstrukturen der Staatsgründer Israels und sicher nicht geeignet, die dort schon immer lebenden Araber dazu zu veranlassen, den Beteuerungen über den "Friedenswillen" der Einwanderer und ein gleichberechtigtes Leben im Staat Israel zu glauben.

Man liegt also nicht so falsch damit, die scheinbar sehr friedvoll erscheinende israelische Unabhängigkeitserklärung an sich als Kriegserklärung an die überwiegende Mehrheit der damals im Land lebenden Bevölkerung, nämlich den Arabern zu deuten.

Nur das es durch die sehr geschickte Politik der verantwortlichen Israelis heute genau umgekehrt erscheint.
 
Es gibt eine recht interessante Strömung in der Geschichtswissenschaft, die schon diesen Krieg als provoziert und bisherige Geschichtsschreibung darüber als von den Siegern korrigiert bezeichnet, in Deutschland noch heute wie vieles in Bezug auf Israel ein mächtiges Denk-Tabu.

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Wo finde ich diese "Strömung" ??


Die Ablehnung war nicht weitgehend, sie war absolut und einmütig; und
die von Dir angeführte "sogenannte Geschichtsschreibung in Ehren", es ist einfach Fakt, dass die Araber seinerzeit (und viele, selbstverständlich nicht alle -) Israel vernichten wollten und wollen. Und schon daraus resultiert eine große Mitschuld der arabischen Staaten an dem immer noch bestehenden Problem (die Palästinenser, die es genaugenommen als Volk seinerzeit nicht gab; es waren Araber, ansässig im britischen Mandatsgebiet bzw. vorher dem osmanischen Reich) wurden 1947 nicht gefragt, ob sie mit einem Teilstaat zufrieden wären. Ich bin nicht so blauäugig anzunehmen, dass beide Staaten die dicksten Freunde geworden wäre, aber die Chance auf ein mehr oder weniger normales Miteinander ist ein für allemal vertan worden.
Stattdessen ist den arabischen Staaten nichts anderes eingefallen, als noch am Tag der Staatsgründung in Israel einzufallen; nach diversen weiteren Versuchen "die Juden ins Meer zu treiben", hat man endlich begriffen, dass man sich lediglich eine blutige Nase holt (nur der kleine Hussein von Jordanien war schlauer, der hat eher "aufgegeben).



Die Araber hatten und haben die Palästinenser immer auch als Spielball ihrer Interessen benutzt. (Wer hat den nach Ende des ersten Krieges dafür gesorgt, das Gaza hermetisch abgeriegelt (annektiert von Ägypten, nicht nur "verwaltet...." ) und die Palästinenser staatenlos blieben?)

Nun ist es sicher müßig, über verschüttetes Wasser zu weinen, aber wenn die Araber 1947 dem Teilungsplan der UN zugestimmt hätten, wäre die Lage doch vielleicht heute nicht so wie sie ist (und meiner Ansicht nach auch viele, viele Jahre noch bleiben wird). Nur, heute lässt man die armen Palästinenser allein die Kastanien aus dem Feuer holen. Allerdings, aufmunternde und lobende Worte (darin war man ja immer schon Weltmeister) gibt es weiterhin und umsonst.

Solange sich die grundsätzliche Einstellung der meisten islamischen Staaten gegenüber Israel nicht ändert, wird sich auch in dem Gebiets nichts ändern. Eine große Chance sehe ich da leider nicht. Außer einer diffusen Abneigung gegen die Juden allgemein spielt eine gehörige, nie eingestandene Portion Neid der Araber auf den Staat Israel herein. In kürzester Zeit ist es dort gelungen, einen demokratischen, mehr oder weniger gesunden wirtschaftlichen Staat nach westlichem Muster aufzubauen, etwas, was den Arabern nicht gelungen ist ); was für ein Ärger, mitten zwischen ihnen …..( und jetzt komme mir Niemand mit der arabischen Hochkultur von anno dunnemals; das war einmal.

Machen wird uns nichts vor, die palästinensische Bevölkerung sind wirklich arme Schweine und haben mein ganzes Mitleid, aber solange sich unter ihnen nicht die Erkenntnis durchsetzt ( nach über einem halben Jahrhundert wäre es langsam Zeit), dass man auf seine arabischen „Brüder“ im Ernstfall nicht bauen kann und weiterhin zu einem großen Teil auf Terror statt Verhandlungen setzt, wird sich an der Lage nichts, aber auch gar nichts ändern. Und sie sorgen indirekt mit dafür, dass sich in Israel statt gesprächsbereiter und einsichtiger Politiker ein Scharon oder Netanjahu durchsetzen kann.



@
Maddin

:tnx:
 
@ Sofatester:

einfach nur :tnx::tnx::tnx:

Man muss noch dazu sagen, dass die vor der Gründung des Staates Israels und während der Mandatsmacht Großbritanniens im Untergrund agierenden jüdischen Gruppierungen bis in den 80er Jahren hinein als Terrororganisationen von Großbritannien betrachtet wurden. Ein Menachem Begin zB dürfte in den 80ern als israelischer Ministerpräsident nicht nach Großbritannien einreisen. Hier wird von Maddin eine zu beschönigende Gründung des Staates Israels wiedergegeben. Die Palästinenser werden von ihm als Nazis bezeichnet, weil sie auf ihre legitimen Rechte pochen.

Das ist für mich keine Grundlage für eine vernünftige Diskussion. Seine Ansichten sind selbst in Israel als total rechts zu bezeichnen. Zum Glück gibt es auch in Israel viele Menschen, die so nicht denken. Sie sind nämlich auch auf Verständigung und Frieden aus. Ich hoffe, wir kommen dazu soetwas wie Oslo wieder aufzugreifen, ansonsten werden wir die Schlamassel weiter und weiter erleben.
Ich hoffe, dass man die Hamas zügeln kann (hier sind Ägypten, Türkei, Golf-Staaten und die gemäßigten Palästinenser in Gaza) und dass man auch endlich seitens der USA mehr Druck auf Israel ausübt, dass das endlich den illegalen Siedlungsbau auf palästinensischen Boden stoppt und rückgängig macht und den Weg bereitet für die Gründung eines überlebensfähigen Staates der Palästinenser, der natürlich friedlich und eigentlich eng mit Israel verbunden besteht.
 
... und wenn man sich mit den Reaktionen der Araber auf die "jüdische" Einwanderung befasst, dann sollte man noch etwas wissen, was nicht unbedingt Allgemeinbildung ist:

Schon 1948 stammte der erheblicher Teil der "jüdischen" Einwanderer aus dem Gebiet der Sowjetunion und Polens. Diese stellten auch die größte Zahl der Leute, die die israelische Unabhängigkeits- (Kriegs-) Erklärung unterzeichneten.

Man muss nun aber wissen, dass es sich bei den jüdischen Einwanderern aus der Sowjetunion mehrheitlich überhaupt nicht um Nachfahren der in biblischer Zeit aus Palästina vertriebenen Juden handelt, sondern um Angehörige zentralasiatischer Volksstämme, die irgendwann im Mittelalter vor allem aus politischen Gründen die jüdische Religion angenommen hatten.

Man versetze sich da einmal in die Haut der Araber, die mit massenhafter Einwanderung von Fremden und Wegnahme eigenen Landes konfrontiert waren: Man kann sowas ja noch verstehen, wenn es sich um Nachfahren von Leuten handelt, die 2000 Jahre vorher aus diesem Land vertrieben worden waren und deshalb "Rechte" darauf herleiten.

Aber massenhafte Einwanderung und Wegnahme eigenen Landes bis hin zur zwangsweisen Umsiedlung der angestammten arabischen Bevölkerung wegen der Einwanderung von Leuten, die zu diesem Land keinerlei Bezug außer einer ohne Bezug auf dieses Land angenommenen Religion hatten, das erklärt doch schon einen erheblichen Widerstand.

Und das eine nicht zu rechtfertigende Vertreibung von Millionen Menschen und die seit der Staatsgründung, also von Anfang an, seitens Israel missachtete Teilungsregelung der UN ist bis heute Kern des Konflikts, das darf man dann abgesehen von der Rechtlosigkeit der arabischen Bürger Israels in Bezug auf deren häufig vorgekommene Vertreibung auch nicht unterschlagen.

Das nicht akzeptieren-wollen dieses Unrechts ohne Entschädigung und das Ergreifen von Gewalt da, wo man als entrechteter und machtloser Mench keine Mittel hat, sein Recht anderweitig zu erhalten (weil Israel eine Vielzahl von UN-Sanktionen einfach missachtet) wirkt unter dieser Ursachenbetrachtung eben nicht mehr nur als bloßer aggressiver Terrorismus, sondern als völkerrechtlich legitimierte Form des Widerstands.

Ich bleibe dabei: Der erste neue Schritt zum Frieden muss von dem ausgehen, der wirkliche Macht hat. Und das sind nicht die Leute in Gaza.

@hammra: stimmt. Danke. Ich kenne auch Israelis, die sich beim Lesen von maddins Beiträgen schlichtweg "fremd schämen" würden.
 
Wenn man von den (zugegeben, eine winzige Minderheit) Juden absieht, die seit ewigen Zeiten in Israel (oder von mir aus auch Palästina) leben, richtig, die überwiegende Mehrheit der Juden stammte aus dem damaligen Zarenreich und Polen. „Zentralasiatische Volksstämme, die aus politischen Gründen die jüdische Religion annahmen“? Allgemeinbildung ????? Bist Du auf die „Weisen von Zion“ reingefallen? :D Ich schlucke mal alles andere vornehm runter..................

Lies einfach mal die Bibel; jeder Jude hat einen „Bezug“ zu dem "Gelobten Land", wer immer er ist, wo immer er herkommt, wo immer er die letzten 2000 Jahre gelebt hat.

Nein, ich will damit nicht die tatsächlich stattgefundene Vertreibung beschönigen (und vergiss Du auch bitte nicht die „Flucht“ der von ihren „Brüdern“ aufgehetzten Araber, die seinerzeit auf dem Gebiet lebten). Millionen? Mein Gott, das ist islamische Propaganda und leicht zu widerlegen. Es waren seinerzeit etwa 800 000. Ausdrücklich; das ist nicht besser und ich will auch die Vertreibung dieser 800 000 nicht entschuldigen, aber bei der Wahrheit sollte man schon bleiben.

Und bitte, wo ist die von Israel missachtete Teilungsregelung der UN? Soll ich jetzt lachen??

Du kannst nicht ernsthaft meinen, dass, als die Araber diese Teilungsregelung missachteten und einmarschierten, Israel anschließend „die andere Wange hinhalten“ sollte? .Über die Zeit nach 1967 kann man debattieren, aber bitte nicht so!
 
Zitat von hammra;2461387Ich hoffe:
Ach ja ....schön wärs.
"Die Botschaft höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube"

Dem überwiegenden Teil der islamischen Staaten ist nichts daran gelegen, mit Israel Frieden zu schließen (auch wenn man das heute nicht mehr laut sagen darf). Auf eine religiöse Debatte will ich mich nicht einlassen, da bin ich nicht sattelfest aber eines weiß ich:
Nach wie vor ist ein jüdischer - noch dazu erfolgreicher nach westlichem Muster geführte - Staat den Arabern ein Dorn im Auge (von den Iranern will ich gar nicht anfangen; Türkei, bestenfalls ein Wackelkandidat.
 
Die Ablehnung war nicht weitgehend, sie war absolut und einmütig; und die von Dir angeführte "sogenannte Geschichtsschreibung in Ehren", es ist einfach Fakt, ..........

Fakt ist nach wie vor ein Waschmittel. Literaturliste müsste ich raus suchen, das meiste wird aber Archivmaterial sein, dass man nicht in jedem Buchladen bekommt. Ansonsten vermengst Du vieles miteinander.

Man muss grundsätzlich zwischen den palästinensischen und den außerpalästinensich-arabischen Reaktionen unterscheiden. Bei den außerpalästinensisch-arabischen Reaktionen, auf die sich auch die meisten Kurzberichte, etwa in wiki, beziehen gibt es ja tatsächlich keinen Unterschied in der Bewertung. Siehe meine Beiträge.

Unterscheiden kann man sich allerdings bei der Bewertung, was an der außerpalästinensisch-arabischen Ablehnung des Teilungsplans so viel schlechter war als an der jüdischen Zustimmung mit Worten bis Mai 1948 und der jüdischen Ablehnung mit Taten ab Mai 1948.

Viel schwieriger wird es bei der Betrachtung der innerpalästinensischen Reaktionen. Diese sind beileibe nicht so eindeutig gewesen. Dies lag auch an der mangelnden Organisation, Zersplitterung und der teils noch feudalen, ortsgebundenen Strukturen. Und es hing natürlich auch damit zusammen, wo genau in Palästina diese Leute lebten.

Bezeichnend ist ja, dass die Israelis diesen Krieg vor allem gewannen, weil sie außer dem vielen Geld aus der ganzen Welt und ihren Terrororganisationen noch eine einheitliche militärische Führung (meist mit Weltkriegsteilnehmern auf Seiten der Briten) hatten und alle ihre Operationen einheitlich planten und koordinierten. Die Araber hatten hunderte lose oder nicht zusammen hängende Ortsmilizen, die sich untereinander teils auch nicht grün waren. Entsprechend diffus war auch die Politik und keinesfalls so ein Block wie es heute vielfach von der jüdisch-dominierten Geschichtsschreibung in der "westlichen Welt" dargestellt wird.

Eine kurze Verdeutlichung gibt es am Beispiel des Ortes Deir-Yassin bei Jerusalem, in der sich später ein durch die israelischen Terror-Organisationen angerichtetes Massaker mit über 100 Toten abspielte. Die dortige politische Führung hatte sich mit den Israelis arrangiert und u.a. ein Nichtangriffsabkommen geschlossen, es herrschte -lokal- Frieden. Bis die israelischen Terrororganisationen das Dorf überfielen - zeitgleich als die israelischen Verteidigungskräfte woanders im Einsatz waren. Das sagen sogar Quellen mit israelischen Autoren und die Bundeszentrale für politische Bildung, die nun wirlich nie als israel-kritisch hervor getreten ist. (bpb.de)

Es gibt ähnliche Beispiele zuhauf in Israel, wo Araber nicht völlig vertrieben wurden, sondern eben nur von ihren fruchtbaren Äckern ein paar Kilometer weiter auf unbewohntes Ödland. Diese israelischen Bürger arabischer Kultur mit angeblich gleichen Rechten leben heute teils in Sichtweite ihrer alten Dörfer, die heute anders heissen und in Sichtweite auf ihre alten Grundstücke, auf denen die Häuser abgerissen und die Grundstücke neu parzelliert wurden. Alles ohne Entschädigung. Wie soll man so jemals einen halbwegs gerechten Frieden schaffen ?

Ein ähnliches Bild von Geschichtsumschreibung findet man bei Berichten über die vor der Unabhängigkeitserklärung andauernden Scharmützel. Auch in der israelischen Unabhängigkeitserklärung liest es sich ja so, dass friedliebende Israelis seit Monaten von arabischen Gewalttätern nieder gemetzelt werden.

Befasst man sich mit dieser Periode näher, so wird man fest stellen, dass die gewalttätigsten Terroranschläge in dieser Zeit (incl. gegen die damalige britische Verwaltung) sämtlich den israelischen Terrororganisationen zuzurechnen sind und das selbst nach israelfreundlichen oder direkt israelischen Quellen in dieser Periode ca. 1.800 Juden, aber "mehrere Tausend Araber" (niemand hat die bis heute genauer gezählt und es wird nicht zwischen Zivilisten und Kämpfern unterschieden !) umkamen.

Interessant und ein ganz anderes Bild, als in der Unabhängigkeitserklärung und der typischen Geschichtsschreibung vermittelt wird, in der arglose Israelis scheinbar immer schon dort waren, dann daheim abgeschlachtet werden, einer Übermacht gegenüber stehen und *wusch* plötzlich wie durch ein Wunder den Krieg gewinnen.

Man weiß ja: Das erste, was im Krieg auf der Strecke bleibt, ist die Wahrheit. Und das erste, was nach einem Krieg sich ändert, ist die Darstellung der Ereignisse oder ihrer Hintergründe.
 
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