Allgemeiner Politik Thread

Ohja, die Opferrolle der Israelis.

Mit dem Problem eines möglichen Krieges gegen den Iran und des Nahostkonfliktes hängen noch 2 andere offene Fragen dran: Was passiert in Palästina und was passiert in Syrien.
 
Ohja, die Opferrolle der Israelis.

Mit dem Problem eines möglichen Krieges gegen den Iran und des Nahostkonfliktes hängen noch 2 andere offene Fragen dran: Was passiert in Palästina und was passiert in Syrien.

Syrien ist ja erst unlängst aus der Luft attackiert worden. Wie zu lesen war wurde mit Hilfe eines Hackerangriffs kurzzeitig die syrische Luftabwehr lahm gelegt worden, um eine Waffenfabrik zu bombardieren. Angeblich auch eine Atomanlage.
 
Ja. Ich meine in diesem Fall aber innenpolitisch. Was da für eine Lawine ins Rollen kommen könnte, wenn Assad gestürzt, das Land demokratisch wählt und nicht mehr die alewitische (schiitisch und irannahe) Assad-Familie, sondern die sunnitische Mehrheit den Kanzler stellt und somit Syrien Verhältnis zum Iran zerrüttet.
 
Ja. Ich meine in diesem Fall aber innenpolitisch. Was da für eine Lawine ins Rollen kommen könnte, wenn Assad gestürzt, das Land demokratisch wählt und nicht mehr die alewitische (schiitisch und irannahe) Assad-Familie, sondern die sunnitische Mehrheit den Kanzler stellt und somit Syrien Verhältnis zum Iran zerrüttet.

Das Problem, und das ist es was ich nicht müde werde zu betonen in allen Gesprächen, ist, dass die zwar innenpolitische Probleme haben, auch im Iran, aber im Falle eines Angriffs von Außen, das Volk in solch einem Fall erst wieder zusammenrückt. Weder Iran, noch Syrien, das muss man so wohl feststellen, sind innerlich so zerrüttet wie es Ägypten war. Das wird hier völlig falsch interepretiert. Gleiches galt und gilt für den Libanon. Da gibt es zwar auch interne Spannungen, die aber gerade im Falle des Verhältnisse zu Israel schnell ausgeblendet werden. Die Spaltungen sind eben mitnichten so groß wie man annimmt.
 
Genau aus dem Grund halten sich ja die Hisbollah oder Assad auch schon länger als Mubarak oder Ben Ali und werden wenn, dann morgen noch nicht stürzen. Nicht über-, aber auch nicht unterschätzen würde ich schiitisch-sunnitische Spannungen im Vergleich zur Rivalität zu Israel. Auch nicht überschätzen würde ich jedoch die Intention der Bürger, überhaupt den Konflikt mit Israel führen zu wollen.
 
Genau aus dem Grund halten sich ja die Hisbollah oder Assad auch schon länger als Mubarak oder Ben Ali und werden wenn, dann morgen noch nicht stürzen. Nicht über-, aber auch nicht unterschätzen würde ich schiitisch-sunnitische Spannungen im Vergleich zur Rivalität zu Israel. Auch nicht überschätzen würde ich jedoch die Intention der Bürger, überhaupt den Konflikt mit Israel führen zu wollen.

Die Spannungen zwischen sunniten und shiiten werden hier generell als größer Wahrgenommen als diese tatsächlich sind. Auf der Straße finden diese eigentlich nicht statt. Sie sind werden eher von politisch interessierter Seite gerne geschürt. Gerade im Libanon sollte man durchaus zur Kenntnis nehmen, dass die Hisbollah eine große Anhängerschaft auch unter den Sunniten und vor allem unter den Christen hat.
 
Wobei der Libanon auch ansonsten keine starke Opposition zur Partei von Hariri jenseits der Hisbollah hat. Grade der Libanon ist aber auch ein Einzelfall, weil die Verfassung eine Aufteilung der Regierungsämter zwischen den Konfessionen vorsieht. Dadurch schwächen sich die Spannungen im Land selber ab. Deswegen ist der Regierungschef auch Sunnit, obwohl er von der Hisbollah eingesetzt wurde. Miqati wäre aber auch so ein Hisbollah-Kandidat, weil er trotz sunnitischer Konfession und eines Werdergangs westlicher Prägung syriennah ist.
 
Das hat hauptsächlich damit zu tun, dass die Hisbollah zum einen sozial stark enagiert ist und der einzige wirkliche Verteidigungswall ist, den der Libanon besitzt.
Man muss eben sehen, dass der gesamte Hariri-Clan zum einen eh korrupt ist bis unter die Haarspitzen und zum anderen das Land und die Menschen als es drauf ankam völlig im Stich gelassen hat.
 
Richtig, und zudem der schiitische Bevölkerungsanteil - und trotz Sympathien der Hisbollah aus allen Lagern ist das immernoch das zahlenmäßig größte Klientel - wächst und wächst. Im Moment gleitet das Land noch mehr als zuvor in eine Zweiteilung: Aus dem pro und contra der Zedernrevolution entstehen ein Für- und Wider-Hisbollah Parteienlager.
 
"Zweitteilung" hört sich so an, als wenn sich da zwei ungefähr gleich große Lager gegenüber stünden. Das ist ja eben genau nicht der Fall. Nicht zuletzt verdankt man das auch einem Nasrallah, der eben kein tumber Extremist ist, wie er häufig in den Medien betrachtet wird, sondern ein sehr scharfsinniger, strategisch denkender Politiker ist, der zudem rethorisch brilliant seine Reden formuliert. Das alles hat zur Folge, dass er unter der gesamten arabischen Bevölkerung langsam einen ähnlichen Stellenwert erreicht wie es der frühe Nasser hatte.
 
Gleich groß sind die Lager auch nicht, wobei ich die Assoziation mit dem Begriff verstehe. Grundsätzlich unterteilt sich der Großteil der Bevölkerung des Libanons aber in Angehörigen, Wählern oder Sympathisanten des Hisbollah und denen, die diese Partei strikt ablehnen. Dazwischen gibt es kaum Grauzonen.
 
Gleich groß sind die Lager auch nicht, wobei ich die Assoziation mit dem Begriff verstehe. Grundsätzlich unterteilt sich der Großteil der Bevölkerung des Libanons aber in Angehörigen, Wählern oder Sympathisanten des Hisbollah und denen, die diese Partei strikt ablehnen. Dazwischen gibt es kaum Grauzonen.

Ja. Das kann man so stehen lassen.

Grundsätzlich muss ich aber erstaunt feststellen, dass du doch recht gut informiert bist, was man in Deutschland relativ selten antrifft. Häufig werden da, die medial vorgekauten, Platitüden rausgehauen.
 
Danke. Ich finde den Islam spannend. Der Rest kommt aus geschichtlichen, politischen und religiösem Interesse. Außenpolitik ist neben Bildungspolitik zudem mein Steckenpferd. :)
Wenn meine Uni mir einen Wunsch erfüllen möchte, dann würde ich gerne ein zusätzliches Professionalisierungsprogramm zur Islamistik wahrnehmen. Jüdische Studien werden für den Master schon angeboten.
 
Danke. Ich finde den Islam spannend. Der Rest kommt aus geschichtlichen, politischen und religiösem Interesse. Außenpolitik ist neben Bildungspolitik zudem mein Steckenpferd. :)
Wenn meine Uni mir einen Wunsch erfüllen möchte, dann würde ich gerne ein zusätzliches Professionalisierungsprogramm zur Islamistik wahrnehmen. Jüdische Studien werden für den Master schon angeboten.

Oldenburg? CvO?

Da gabs doch riesen Theater um die EInführung des Studiengangs!?
 
Oldenburg? CvO?

Da gabs doch riesen Theater um die EInführung des Studiengangs!?

CvO, genau. Über welchen Studiengang da gestritten wurde, weiß ich aber nicht. Das war vor meiner Zeit, und regional komme ich zwar aus NDS, war aber mit Oldenburg nicht verflochten. Was noch stark nachklingt sind die Studentenproteste des letzten Jahres, von denen mein Jahrgang stark profitiert.
 
Über diese "jüdischen Studien". Da gabs es wohl nur eine sehr bescheidene Nachfrage und man hat es dann versucht mit der Geschichte zu begründen, was bei vielen Leuten, da die Nachfrage nach Beispielsweise Islamwissenschaften wesentlich größer war, sauer aufgestoßen ist. Auch der Grund warum nen Freund von meinem Vater jetzt zwischen Damaskus und Oldenburg nur pendelt.
 
Das ist kein eigener Studiengang, sondern ein Professionalisierungsprogramm über meine ich 3 Module + Hebräisch. Das wird auch nur im Master angeboten, was eine Konsequenz daraus sein könnte (aber auch ein Grund - ich weiß es nicht). Ich kenne manche, die es studieren. Ich für mich kann nicht soweit im Vorraus planen, halte es mir aber als möglichen Zusatz offen.
 
Das ist kein eigener Studiengang, sondern ein Professionalisierungsprogramm über meine ich 3 Module + Hebräisch. Das wird auch nur im Master angeboten, was eine Konsequenz daraus sein könnte (aber auch ein Grund - ich weiß es nicht). Ich kenne manche, die es studieren. Ich für mich kann nicht soweit im Vorraus planen, halte es mir aber als möglichen Zusatz offen.

Mit Sicherheit durchaus interessant. ich blicke, als Staatsexamensstudent nach asbach-uralter Schule, eh nicht durch die ganzen "neuen" Abschlussmöglichkeiten durch.
Kann übrigens gut sein, dass die das deswegen eingedampft haben. Allerdings ist die Diskussion jetzt auch schon ein paar Jahre her.
 
"Zweitteilung" hört sich so an, als wenn sich da zwei ungefähr gleich große Lager gegenüber stünden. Das ist ja eben genau nicht der Fall. Nicht zuletzt verdankt man das auch einem Nasrallah, der eben kein tumber Extremist ist, wie er häufig in den Medien betrachtet wird, sondern ein sehr scharfsinniger, strategisch denkender Politiker ist, der zudem rethorisch brilliant seine Reden formuliert. Das alles hat zur Folge, dass er unter der gesamten arabischen Bevölkerung langsam einen ähnlichen Stellenwert erreicht wie es der frühe Nasser hatte.

Stimmt, der Nasrallah ist ein ganz großer Führer:

Israel ist unser Feind. Dies ist ein aggressives, illegales, und unrechtmäßiges Wesen, das keine Zukunft in unserem Land hat. Sein Schicksal manifestiert sich in unserem Motto: "Tod nach Israel.

Wie kann Tod fröhlich machen? Wie kann Tod glücklich machen? Als Al-Hussein seinen, noch nicht in der Pubertät befindlichen Neffen Al-Qassem fragte: "Sohn, wie gefällt dir der Geschmack des Todes?", bekam er als Antwortet, dass er süßer sei, als Honig. Wie kann der faulen Geschmack des Todes süßer sein als Honig? Nur durch Überzeugung, Ideologie und Vertrauen, durch Glauben und Hingabe. Wir wollen nicht bloß leben um zu essen, zu trinken, um uns zu Vergnügen und unser Heimatland Israel überlassen, damit es auf dem Altar seiner Bestrebungen, Wünsche und historischen Vendettas geschlachtet wird. Folglich sind wir nicht an unserer eigenen persönlichen Sicherheit interessiert. Im Gegenteil, jeder von uns erwartet Tag und Nacht mehr als alles andere, für Allahs Willen getötet zu werden. [...] Der ehrenwerteste Tod ist der Tod, indem er tötet, und die ehrenwerteste Tötung und das prachtvollste Märtyrertum ist es, wenn ein Mann um Allahs Willen von den Feinden Allahs, den Mördern der Propheten [den Juden], getötet wird.

http://www.hagalil.com/archiv/2006/07/nasrallah-0.htm

There is no solution to the conflict in this region except with the disappearance of Israel.

What do the Jews want? They want security and money. Throughout history the Jews have been Allah's most cowardly and avaricious creatures. If you look all over the world, you will find no one more miserly or greedy than they are.

Israel is the state of the grandsons of apes and pigs – the Zionist Jews

If they [the Jews] all gather in Israel, it will save us the trouble of going after them worldwide.

f we searched the entire world for a person more cowardly, despicable, weak and feeble in psyche, mind, ideology and religion, we would not find anyone like the Jew. Notice, I do not say the Israeli.

The Jews invented the legend of the Nazi atrocities. It is clear that the numbers they talk about are greatly exaggerated.

http://en.wikipedia.org/wiki/Hassan_Nasrallah

:ugly:
 
Also erstens, solltest du die Diskussion im Kontext sehen. Zweitens solltest du nicht, wenn du objektive Informationen über einen Nasralla oder sonst wen haben willst, auf Quellen zurückgreifen, die von der Gegenseite stammen. Das wäre ungefähr so als, wenn wir über die Geschichte Israels sprechen würden und ich die Inhalte irgendwelcher Hamasseiten als Fakten verkaufen würde.
Und genau das ist es, was ich eben mit den billigen Stereotypen meine.
 
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