Ich fühle mich - und das hat die Berichterstattung über die Geschehnisse in Libyen wieder geizeigt - durch die ÖR nicht besser informiert. Sogar wesentlich schlechter. Vom Niveau unterscheiden sich übrigens die meisten Sendungden des ÖR schon lange nicht mehr von den Privaten.
Bei N24 und RTL stimme ich soweit zu, daß einzelne Sendungen gleichwertig oder besser sind, aber im Gesamtbild haben die ÖR immer noch die Nase vorn. Über Sat1 braucht man dagegen nicht wirklich reden, denn die haben auch 3 Jahre nach dem Ausstieg des Springer-Konzerns aus der ProSieben Sat1 Media AG immer noch Bildzeitungscharakter.
Daß die ÖR im Bereich Aktuelles in der Bevölkerung das meiste Vertrauen genießen, zeigen auch die von Media Control ermittelten Einschaltquoten bei den gemeinsamen TV-Duellen von ARD, ZDF, RTL und Sat1 vor den Bundestagswahlen:
2009: ARD 7,86 Mio. Zuschauer (22,7% Marktanteil), ZDF 3,47 Mio. (10,3%), RTL 2,06 Millionen (6,1%). Sat1 790.000 (2,3%)
2005: ARD 9,7 Mio, ZDF 6,06 Mio, RTL 3,79 Mio, Sat1 1,43 Mio.
In beiden Duellen hatte das im Ranking zweitplatzierte ZDF mehr Zuschauer als RTL und Sat1 zusammen, das ist ein ziemliches deutliches Votum darüber, wo die höchste Kompetenz im Bereich Aktuelles gesehen.
Und noch etwas spricht für die Nachrichtenkomptenz der ÖR, genauer gesagt für die ARD. Sat 1 hat es zweimal versucht, mit dem Beginn einer Sendung um 20 Uhr der Tagessschau Zuschauer abspenstig zu machen; in den 90ern mit Spielfilmen und Anfang dieses Jahrtausends sogar mit der Bundesligasendung ran und in beiden Fällen hat sich Sat 1 eine blutige Nase geholt, so daß man auch dort recht schnell wieder zu einem Prime-Time-Beginn um 20.15 h zurückgekehrt ist.