Moin,
und der "Hype" um einen Spieler - wie Paul - wird dadurch erzeugt, dass man ihn für seine gezeigte Leistung in den Vorbereitungsspielen nicht in der Bundesliga berücksichtigt und auf die Bank/Tribüne setzt?
Wenn die etablierten Spieler ihr "Können" nicht zeigen wollen, was spricht dagegen, diese durch einen Spieler, der in der Vorbereitung sehr auf sich aufmerksam machte, zu ersetzen?
Hab ich ja geschrieben, was aus meiner Sicht ganz erheblich dagegen spricht, aber ich wiederhole es nochmal.
Erstmal die Fakten:
-Paul hat 0 Erfahrung auf Profi-Niveau. Er hat noch keine Minute gegen Profis auf Wettbewerbsniveau gespielt.
-Unsere Mannschaft spielt denkbar instabil
Was kann also passieren, wenn man einen völlig unerfahrenen Mann direkt in die Startelf stellt?
1. Er spielt super und alle feiern ihn.
Das erwarten wir und wollen wir sehen.
2. Er spielt solala, wird irgendwann regulär ausgewechselt.
Wäre immer noch okay, der sportliche Nutzen für uns wäre aber auch gleich null.
3. Er spielt schlecht und wird zur Halbzeit ausgewechselt.
Das will niemand. Wäre natürlich sportlich gesehen Mist, aber vor allem für ihn. Das ist ein Schlag ins Gesicht, wenn man so früh rausgenommen werden muss.
Was macht also ein guter Trainer? Er wägt ab. Die wahrscheinlichste Variante ist niemals #1. Wenn man also Alternativen zur Verfügung hat, wird man diese spielen lassen und das Talent erstmal reinschnuppern lassen über 2-3 Spiele. Das kann auch schon nach einem Spiel so gut laufen, dass man im nächsten Spiel die Startelf als gute Option sieht. Aber warum Risiko eingehen und ein Talent verunsichern, wenn dazu keine Eile oder Notwendigkeit besteht? Der Junge kann auch ein paar Spiele warten. Das schadet weder seiner Entwicklung, noch seinem Ego. Blöde wird es nur, wenn er überhaupt keine Chance bekommt oder so wenig, dass es quasi keine Chance ist.
Als Beispiele dienen hier z.B. Keke Topp oder Karim Coulibaly. Karim musste dann durchspielen nach seiner wirklich katastrophalen Leistung gegen Leverkusen. Am Ende alles gut, aber das war auch sehr glücklich. Keke als Beispiel hat selbst gesagt, dass er mit dem Niveau der Bundesliga überfordert war.