Ich habe mir jetzt einige Seiten durchgelesen und versucht, die Beweggründe zu verstehen.
Zum Beispiel kann es sein, dass sich ein Mitglied mehr in die Verantwortung für die pol-strateg. Entscheidungen des Vereins nimmt. Wo Identifikation ist, ist auch Kritik, weil man sich auseinandersetzt, logisch. Wir leben ja in einer Demokratie und haben die Wahl, selbstbestimmt zu handeln. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass man bei durchaus vorkommender Kritik am Verein gleich die Reissleine zieht. Eben weil das ja alles immer garnicht die totale Übereinstimmung sein kann und muss.
Wenn es aber einen Fall gibt, wie akut, ist das durchaus eine Ausnahme. Jemand kann sich beim besten Willen nicht mit den Tierverwertern arrangieren und die Bedenken, dass das für den Verein alles andere als gut ist sind so stark, dass man das nicht schweigsam aussitzen will. Man fühlt sich zudem durch ein in die Nähe -Gerücktwerden zu PETA vom eigenen Verein ver******. Hinzu kommt der Eindruck: Die ganze Kommunikation des Deals ist in Anbetracht dessen, das es um das Wohl Werders geht, und in Anbetracht das mit negativen Reaktionen zu rechnen war, ziemlich unvorbereitet und naiv. Wieso war es nicht möglich, in dem ganzen Szenario mit Infront ein im Sponsoring etabliertes Unternehmen an Land zu ziehen, was kein Imageausreisser ist.
Die Kündigung verdeutlicht den Protest dagegen und wird als Chance wahrgenommen, die Argumente Werder gegenüber zu vertreten. Es geht doch hier auch - jedenfalls immer wenn ich mal reinschaue - bei der ganzen Diskussion um ein Konsequentsein. So eine Kündigung fühlt sich vielleicht garnicht so besonders toll an, eben grade, weil man am Verein und der Mannschaft hängt. Finde es verwegen, den Leuten die kündigen zu unterstellen, dass sie leichtfertig handeln und nicht am Verein hängen. Die Frage, wie hohe Wellen das schlägt, ist bei der Entscheidung sicher eher uninteressant. Wichtig ist, diese Entscheidung, die man aus seiner engen Bindung an Werder heraus trifft, auch konsequent umzusetzen.
Genauso könnte man umgekehrt schlussfolgern, dass den Kritikern an den Kündigern Werder egal ist. Man kann aber auch akzeptieren, dass es unterschiedliche Auffassungen gibt, die so oder so richtig sind.