Die vogelwilde Defensive im letzten Spiel gegen Freiburg lag an der schlechten Tagesform von Bargfrede und Wolf, wobei Bargfrede immerhin sehr fleissig und laufstark, aber letztlich ineffektiv war, Wolf hatte einen seiner schlechten Tage erwischt und AUSSERDEM lagen die Defensivprobleme letztlich an Kleinigkeiten in der Abstimmung, denn es war nicht die ganzen 90 Minuten schlecht.
Insgesamt sehe ich Werder auf einem guten Weg und das liegt ganz offensichtlich daran, das TS aus einigen Dingen wundersamer Weise doch gelernt zu haben scheint.......

Sofatester, ich glaube Du verstrickst Dich hier in einer merkwürdig einseitigen Schaaf-Verteidigung, die ansonsten gar nicht Deine Art ist. :zweifeln:
Natürlich gab es die Probleme nicht komplett über 90min, das wäre ja auch schlimm.
Das erste Gegentor entsteht 1.) aus schlechter Ordnung im Raum, 2.) falschen Laufwegen
vor der Viererkette, wonach 3.) die Abwehrkette schlecht zur Ballseite verschiebt und 4.) am Ende obendrein Mertesacker und Sokratis miserabel übergeben, Abstimmung vermissen lassen. Das zweite Gegentor nach ähnlichem Muster, nur das 2.) wegfällt, weil der Passgeber (plus Option Nebenmann) da ungestört, sofort den Direktpass wählen kann. Das dritte Gegentor kassieren wir ebenfalls, weil ursprünglich auf der rechten Abwehrseite die Zuordnung komplett fehlt, sowohl der Passgeber für den Ball nach Aussen sekundenlang frei ist und so vor und nach dem zweiten Ball genug Zeit für den Pass hat und für den nachfolgenden Flankengeber auch noch keiner zuständig ist (HP Mf?).
Die mangelnde Ordnung im Raum, Laufwege und zu grossen Abstände sind bei Schaaf Tradition und werden wohl auch nicht mehr abgestellt werden. Jedoch haben wir das in den ersten beiden Spielen kaschiert, weil die Mannschaft deutlich reservierter rausrückte und dadurch zumindest im Verschieben gegen den Ball immer wieder genug Optionen hatte, Pass- und Laufwege zuzustellen oder zu doppeln.
Genau das haben wir gegen Freiburg aufgegeben, Räume offen präsentiert. Mit diesem Spielverlauf als logische Folge. Für mich absolut unverständlich und vor allem dadurch entstanden im Ursprung die Situationen vor den Gegentoren sowie auch andere Szenen.
Hinzu kommt ein System, in dem a) Bargfrede insbesondere bei einer Spielausrichtung wie Samstag unsinnig überfordert und verheizt wird (und infolgedessen auch die Viererkette), und b) welches nur funktioniert, wenn auch
beide Stürmer mit konsequenter Mitarbeit die zwangsläufige Unterzahl im Mittelfeld einigermaßen ausgleichen, was mindestens mit Rosenberg (trotz allem Engagement) nicht hinreichend gegeben war. Nur zwei Beispiele.
Hier liegen ganz klar systemische und taktische Unzulänglichkeiten vor, die nicht unerheblich am Spielverlauf beteiligt waren.
Zudem waren wir gegen Freiburg nicht spielerisch besser, sondern wir haben mehr Druck erzeugt, weil 1.) die Lauf- und generell Einsatzbereitschaft verbessert, was sehr löblich ist und 2.) die Mannschaftsteile vorgeschoben wurden, ohne eine bessere Ordnung und korrekte Abstände herzustellen. Dadurch hatten wir offensiv mehr Anspielstationen und defensiv weniger Unterstützung.
2.) ist wieder einmal der zweite Schritt vor dem ersten und mit hoher Wahrscheinlichkeit der falsche Weg. Denn...
Das war gegen Freiburg eben anders. Ich bin aber anhand des bisherigen kurzen Saisonverlaufs durchaus optimistisch gestimmt, dass wir eine gesunde Balance finden, Fehler, wie gegen Freiburg vermeiden und dennoch anhand der hohen individuellen Klasse im Kader, eigene Chancen kreieren und nutzen werden.
Tja, den Optimismus teile ich nicht. Und zwar wegen des Freiburg -Spiels.
So wie Samstag wird von Schaaf wieder einmal die Basis zur Findung einer Balance aufgegeben, bevor diese Basis überhaupt ansatzweise geschaffen wird. Ohne das Fundament wird es sehr schwer, eine Balance zu finden, eine Mannschaft wird auf die Weise nicht für die Automatismen aufgebaut, sondern es werden Spieler verbrannt, speziell in der Defensive.
Für diese These spricht, dass wie oben genannt die verbesserte Lauf- und Einsatzbereitschaft sich nicht so auswirkte, dass ein Gegner wie die schwachen Freiburger klar und sicher bezwungen werden konnte. Im Gegenteil, dass Wiese das 3:2 für den SCF verhinderte und ein glücklicher Elfer das Spiel entschied, schönt das Ganze noch.
Über Gegentore und Unordnung bekommst Du keine Ruhe ins Spiel und es wird auch künftig kaum für Sicherheit sorgen. Das kennt doch gerade Werder aus der Vergangenheit hinreichend. Ausserdem werden wir nicht ständig über Individualspektakel 5 Tore schiessen können, um das auszugleichen.