Vom Haake-Beck Bauch zum Waschbrettbauch

Könnte jetzt natürlich wieder zu einer Grundsatzdiskussion führen:
Aber wie haltet ihr, die sich bewusst ernhähren, es mit dem Fleischkonsum?
Früher habe ich Fleisch und Wurst wie selbstverständlich gegessen, eigentlich täglich. Habe jetzt aus grundsätzlichen Erwägungen heraus den Konsum stark heruntergefahren auf 1-2 mal wöchentlich Fleisch und Wurst.
Ich denke nach wie vor aber über einen kompletten Verzicht nach und habe mit mal oberflächlich mit den Pros und Contras vegetarischer Ernährung befasst.
Aber vielleicht kann von euch ja noch jemand was dazu sagen?

also, ich lebe seit 6 jahren komplett vegetarisch und soweit es der geldbeutel erlaubt auch vegan.
und ich kann nur sagen, ich fühl mich dabei großartig. ich hab nie irgendwas an fleischlicher ernährung vermisst und denke auch nicht, dass sich das jemals wieder ändern wird.
was mangelerscheinungen und sowas angeht muss jeder für sich selber schauen, welche stoffe einem eventuell schon vorher gefehlt haben und was man ersetzen muss.
allgemein kriegst du aber alles was du brauchst mit soja/hülsenfrüchten, nüssen und gegebenenfalls ergänzungsmitteln. lass dich am besten von einem arzt oder ernährungsberaten einmal durchchecken und dir tipps geben, kann ich nur empfehlen.

und das gefühl, beim nächsten gammelfleisch-skandal seinen carnivoren freunden mit nem fetten grinsen zu begegnen, ist immer noch das beste dabei.
 
Es ist aber faszinierend, wie schnell man sich an so was gewöhnt.

Ich hab jetzt seit 2 Wochen jeden Morgen immer ne halbe bis ne dreiviertel Stunde sport gemacht, dazu versucht "regelmäßig" d.h. zu bestimmten Uhrzeiten und bewusst zu essen - und grade der Sport. Ich glaub, wenn ich jetzt morgen früh keinen Sport machen könnte würd mir was fehlen.

Ausserdem (wobei das jetzt auch Einbildung sein kann) man merkt irgendwie tierisch schnell, wie man "fitter" wird. Und man lernt das gefühl eines Muskelkaters zu genießen. :D
 
Bei mir gibts so 3-4 mal, manchmal auch seltener die Woche Fleisch oder Fisch auf dem Tisch.

Dann aber in relativ kleinen Mengen und mit Vorliebe Hühnchen oder Pute. Ab und an Hackfleisch.
Wobei ich eh ein gespaltenes Verhältnis zu Fleisch hab - ich ess nämlich keines wo ein Knochen dran ist. :rolleyes:
 
Wenn man vegetarisch oder gar vegan leben möchte, dann sollte man sich im klaren sein, dass man sich nicht ausgewogen ernährt.

Bei der vegetarischen Ernährung kann man wie schon erwähnt so ziemlich alles kompensieren, da noch Milch und Käse und ganz wichtig Eier konsumiert werden. Trotzdem sollte man sich dessen im klaren sein, dass man Proteine benötigt. Und wenn die tierischen (Muskel)-Proteine wegfallen, dann muss man sich den Ersatz durch Produkte wie Soja holen.

Die vegane Ernährung ist da noch ne Ecke härter und dementsprechend unausgewogener. Vitamin B12 ist son Klassiker den man nur über tierische Produkte aufnehmen kann. Ein Mangel tritt auch nicht schon nach paar Wochen oder Monaten auf, sondern ein Mangel kann sich durchaus erst nach Jahren oder Jahrzehnten äußern. Das Problem ist dann, das es dann schon fast zu spät sein kann, da die Mangelerscheinung schon besteht bevor man es wirklich merkt. Davon ab, dass sich Mangelerscheinungen durch uncharakteristische Symptome äußern wie Müdigkeit oder Kopfschmerzen.

In meinen Augen kann man die vegetarische Lebensweise nur dann wirklich vernünftig praktizieren, wenn man dazu bereit ist, sich wirklich mit seiner Ernährung auseinander zu setzen. Nur das Steak und die Fleischwurst weg lassen reicht dann nicht aus. Frauen zum Beispiel sollten dann auf ihren Eisenhaushalt achten.

Für die vegane Lebensweise muss man sich im Grunde als Hauptbeschäftigung mit seiner Ernährung befassen. Ausgewogen ist das allerdings garantiert nicht.
Der Ausgleich mit Sublementen in Tablettenform ist auch nicht immer die erwünschte Hilfe. Früher waren die Inhaltsstoffe dann gern mal aus tierischer Produktion. Heute wird gern mit Mikororganismen gearbeitet, die in Bioreaktoren dann schnell und gut den gewünschten Stoff herstellen. Das ist mit einer strengen Auslegung des Veganers auch nicht so ganz zu vereinbaren, jedenfalls nicht nach logik. Darüber hinaus ist bei den Vitaminpräparaten auch immer die Frage, wie es mit der Bioverfügbarkeit aussieht, sprich wie gut kann der Körper damit um. Bei einer Magnesiumtablette (um mal ein einfaches Beispiel zu nehmen) zum Beispiel kann es sein, dass vom enthaltenen Magnesium nur 10 bis 20 % überhaupt vom Körper aufgenommen werden können. Die Angabe wieviel % des Tagesbedarfs in der Tablette enthalten sind, wird dann nur zu 10 % erreicht. Das lässt sich im Zweifel für jede Art von Vitaminpräparat oder Spurenelement durchrechnen.
Ob es sinnvoll oder erstrebenswert ist vegetarisch oder gar vegan zu leben muss jeder für sich entscheiden, ich persönlich würde es nicht machen wollen.

irgendwie schreib ich hier nur so lange klötze, sorry :)
 
@donHawk: Du schreibst sehr lesenswerte Beiträge! :tnx:
Zu dem obigen möchte ich dir uneingeschränkt Recht geben.

Was du allerdings über die LowCarb-Ernährungsformen aufgeschrieben hast, möchte ich insofern revidieren, dass es auf die Form ankommt, in welcher man dieses durchzieht. Ich persönlich halte absolut gar nichts von Atkins, aber es ist nicht richtig, dass man dort keine KH zu sich nehmen darf...im Gegenteil wird man sogar dazu aufgefordert ;)

Ich persönlich halte viel den gemäßigteren LowCarb-Ernährungen, weil sie einem helfen, die Grundpfeiler der gesunden Ernährung zu verinnerlichen.
a) genug Eiweiß
b) genug gutes Fett
c) genug Kalorien!!!!

KH selbst sind hingegen keineswegs essentiell für den Körper und es stimmt auch nicht, dass das Gehirn nur mit diesen arbeiten kann.

Ich möchte jedoch noch mal ausdrücklich klarstellen, dass ich nicht gegen den Verzehr von KH im Allgemeinen bin...auch ist es absoluter Quatsch, dass man abends keine mehr essen darf, weil man sonst nicht abnimmt.
Aber mir ist es bei vielen Patienten einfach aufgefallen, dass unsere heutige Ernährung einfach viel zu KH-lastig ist, was nicht dem natürlichen Nahrungsangebot, auf das unser Körper ausgerichtet ist, entspricht.
Bei einer Diät verbieten sich dann die Leute alles mögliche und essen nur noch Nudeln mit Gemüse etc.
Woraus sich 2 Probleme ergeben...zum einen, dass die Eiweiß-Werte bedrohlich in den Keller rutschen und zum anderen, dass zu wenige Kalorien aufgenommen werden (das hattest du ja schon schön ausgeführt)

Ich berate daher derzeit so, dass ich den entsprechenden Energieverbrauch für die Person ausrechne, dem Patienten vorschlage wieviel Eiweiß und Fett er zu sich nehmen soll und den Rest...den kann er dann mit KH auffüllen.
Daraus entsteht eine ausgewogene Ernährung, die man sein Leben lang relativ problemlos aufrechterhalten kann.

Von den meisten Diäten würde ich einfach abraten, denn sie schränken die Kalorienzufuhr viel zu stark ein.
Man glaubt es gar nicht, aber durchschnittlich 56% aller Diät-Machenden essen ZU wenig um abzunehmen ;)
 
@donHawk: Du schreibst sehr lesenswerte Beiträge! :tnx:
Zu dem obigen möchte ich dir uneingeschränkt Recht geben.

Was du allerdings über die LowCarb-Ernährungsformen aufgeschrieben hast, möchte ich insofern revidieren, dass es auf die Form ankommt, in welcher man dieses durchzieht. Ich persönlich halte absolut gar nichts von Atkins, aber es ist nicht richtig, dass man dort keine KH zu sich nehmen darf...im Gegenteil wird man sogar dazu aufgefordert ;)

Ich persönlich halte viel den gemäßigteren LowCarb-Ernährungen, weil sie einem helfen, die Grundpfeiler der gesunden Ernährung zu verinnerlichen.
a) genug Eiweiß
b) genug gutes Fett
c) genug Kalorien!!!!

KH selbst sind hingegen keineswegs essentiell für den Körper und es stimmt auch nicht, dass das Gehirn nur mit diesen arbeiten kann.

Ich möchte jedoch noch mal ausdrücklich klarstellen, dass ich nicht gegen den Verzehr von KH im Allgemeinen bin...auch ist es absoluter Quatsch, dass man abends keine mehr essen darf, weil man sonst nicht abnimmt.
Aber mir ist es bei vielen Patienten einfach aufgefallen, dass unsere heutige Ernährung einfach viel zu KH-lastig ist, was nicht dem natürlichen Nahrungsangebot, auf das unser Körper ausgerichtet ist, entspricht.
Bei einer Diät verbieten sich dann die Leute alles mögliche und essen nur noch Nudeln mit Gemüse etc.
Woraus sich 2 Probleme ergeben...zum einen, dass die Eiweiß-Werte bedrohlich in den Keller rutschen und zum anderen, dass zu wenige Kalorien aufgenommen werden (das hattest du ja schon schön ausgeführt)

Ich berate daher derzeit so, dass ich den entsprechenden Energieverbrauch für die Person ausrechne, dem Patienten vorschlage wieviel Eiweiß und Fett er zu sich nehmen soll und den Rest...den kann er dann mit KH auffüllen.
Daraus entsteht eine ausgewogene Ernährung, die man sein Leben lang relativ problemlos aufrechterhalten kann.

Von den meisten Diäten würde ich einfach abraten, denn sie schränken die Kalorienzufuhr viel zu stark ein.
Man glaubt es gar nicht, aber durchschnittlich 56% aller Diät-Machenden essen ZU wenig um abzunehmen ;)

das klingt alles sehr interessant und du hast recht, diäten bringen nichts, denn sie arbeiten ja hauptsächlich mit verzicht und das halten nur die wenigsten aus oder ernährt sich wer nur von kohlsuppe?
um zu beraten müsstest du einen erst untersuchen, oder?
 
das klingt alles sehr interessant und du hast recht, diäten bringen nichts, denn sie arbeiten ja hauptsächlich mit verzicht und das halten nur die wenigsten aus oder ernährt sich wer nur von kohlsuppe?
um zu beraten müsstest du einen erst untersuchen, oder?

Eben und wenn man die richtige Ernährungsumstellung macht, dann kann man sich eben ALLES gönnen. Es ist doch wichtig, dass man auch mal Schokolade etc. essen kann, wenn man unglaublich Lust drauf hat. Sonst hält man das eh nicht durch.
Alternativ kann man natürlich auch viele Dinge lernen, selbst zu machen. (Ich z.b. esse eigentlich keine gekauften Chips mehr, weil ich mich durch selbstgemachte zu sehr geschmacklich verwöhnt habe :lol:)

Naja, es müssen paar Dinge geklärt sein, wenn man das richtig machen will (Schilddrüse, Blutbild, Mangelerscheinungen...), aber eine gesunde Ernährung kann man sich auch angewöhnen, ohne dass man vorher untersucht wurde ;)
 
Eben und wenn man die richtige Ernährungsumstellung macht, dann kann man sich eben ALLES gönnen. Es ist doch wichtig, dass man auch mal Schokolade etc. essen kann, wenn man unglaublich Lust drauf hat. Sonst hält man das eh nicht durch.
Alternativ kann man natürlich auch viele Dinge lernen, selbst zu machen. (Ich z.b. esse eigentlich keine gekauften Chips mehr, weil ich mich durch selbstgemachte zu sehr geschmacklich verwöhnt habe :lol:)

Naja, es müssen paar Dinge geklärt sein, wenn man das richtig machen will (Schilddrüse, Blutbild, Mangelerscheinungen...), aber eine gesunde Ernährung kann man sich auch angewöhnen, ohne dass man vorher untersucht wurde ;)

das ist mir klar;)

ich esse keine chips, bin da nicht so für, aber dafür ess ich schokolade und das nicht wenig, trotzdem hab ich in finnland 12 kilo abgenommen:eek:
ich will halt, wenn ich wieder hier in deutschland bin nicht sofort wieder alles drauf haben...
 
@kastemato
Ja da hab ich bei Atkins etwas getrickst. Es sind durchaus KH erlaubt, aber halt sehr wenige. Ich meine mich zu entsinnen das die KH Menge die man in der Dauerphase (die Phase wo man sich an die Atkins Ernährungsart gewöhnt hat, die man dann den Rest des Lebens praktizieren können soll) zu sich nehmen sollte dann mit einem Apfel schon ausreichend gedeckt waren. So genau hab ich Atkins aber dann auch nicht mehr im Kopf. Vereinfacht hatte ich deshalb die no-carb Bezeichnung gewählt. Vielleicht ist Atkins aber auch einer Anpassung erlegen die dann etwas von der Schärfe genommen hat. Auch möglich :)

Ich stimme dir natürlich zu, das Gehirn kann auch mit anderem arbeiten, aber KH sind da schon die einfachste Methode. Natürlich ist es biochemisch im Körper möglich Fett oder auch Proteine so um zu gestalten, dass sie fürs Hirn nutzbar sind. Da war mein Satz zu starr formuliert, mea culpa.
Essentiell können KH nach klassischer Definition auch nicht sein, da sie wie schon erwähnt vom Körper ja auch hergestellt werden können. Sofern genug Material zum anfertigen vorhanden ist.

Ich finde es übrigens schön, wenn meine Kentnisse die eher aus der Lebensmittelanalyse kommen und die Ernährung nur am Rande betrafen, auch von einer Medizinerin bestätigt werden.
:)
 
Naja, durch Lebensmittelanalyse hast du sicher mehr Kenntnisse als wir normalerweise im Studium beigebracht bekommen...da wird das Thema doch ziemlich vernachlässigt.
Ich finde es nur persönlich sehr spannend, weil ich es einfach so schockierend fand wieviele Leute dick sind, weil sie zu wenig essen. Ein Paradoxon wenn man es so vereinfacht:D

Zur KH-Menge bei Atkins kann ich dir nix sagen, da die Erhaltungsphase ja interindividuell verschieden aufgebaut ist...
Das wurde ja nochmal angepasst, dass man eine für den eigenen Körper "erträgliche" Kh-Menge bestimmt und diese dann zu sich nimmt.
Generell bin ich aber gegen jede Ernährungsform, die einem Obst und Gemüse einschränken will.
Wenn man sich an die wichtigen Dinge hält, die man braucht und ansonsten lecker nach Gusto das isst, worauf man Appetit hat, kommen die fehlenden KH schon von allein.
 
Die Auswirkungen auf den Körper und alles was dazu gehört war bei uns dann wiederum nur rudimentär im Studium.
Ich kenn dann wohl wirklich nur die Urform von Herrn Atkins. Seis drum. Mir war halt auch nur im Kopf, dass die Atkins dazu führt, das das Hirn über die Ketonkörper versorgt wird, was gelinde gesagt recht unschön auf Dauer ist.

Ernährung und die "richtige" Ernährung, sofern sie denn in der Form wirklich vorhanden ist, sind wirklich komplexe Themen. Das glaubt man erstmal nicht, weil die Brigitte Diät ja so schön einfach ist, und man überhaupt mit allen möglichen qualifizierten oder auch unqualifizierten Ratschlägen beworfen wird. So einfach, dass man mal eben nur die Hälft isst, macht es uns der Körper halt nicht.

Da hier die Bäckerbrötchen und die Pendants für zu Hause zum Selberaufbacken angesprochen wurden und da der Stempel "gesund" oder "künstlich" aufkam. Viele Bäckereien, gerade die großen Ketten, verwenden mittlerweile Backmischungen, denen noch Wasser und Hefe zugefügt wird, durchrühren und ab in den Backofen. Diese Backmischungen sind aber nicht einfach nur 2 Sorten Mehl und fertig, sondern da sind auch Hilfsstoffe enthalten, wie in den Brötchen die man sich selber in den Ofen schiebt. Wenn man also ein wirklich handwerklich hergestelltes Brot haben möchte, dann muss man entweder sehr gründlich suchen, oder man bäckt es sich aus den Grundzutaten selber. Ansonsten bekommt man nämlich durchaus in einer Bäckerei auch eine art Fertigprodukt. Es gibt nebenbei gesagt sogar Bäckereien, die bekommen Frischteigrohlinge und backen die dann auch nur noch auf.
Und die Begriffe "Gesund" oder "Ungesund" sind in solcher pauschalität nicht zutreffend. Egal ob vom Bäcker oder aus dem heimischen Ofen.
 
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