Wer liesst denn noch heutzutage?

Ich bin jetzt demnächst erstmal knappe 2 Wochen im Urlaub. Vielleicht geht da ja was. Kinder kommen zwar mit, aber irgendwie klappt das schon mit dem Lesen.
 
Habe mir jetzt mal wieder ein Buch gekauft. Ich will eigentlich mehr lesen, als ich es tue. Aber irgendwie bin ich dann abends oft zu müde und lasse mich berieseln mit bewegten Bildern. Jetzt ist The Martian von Andy Weir dran. Zuvor hatte ich von ihm Project Hail Mary gelesen, welches ich genial fand. Beide auf englisch, was sich bei ihm ganz gut lesen lässt. Ich versuche damit meine Englisch Fähigkeiten gleichzeitig aufzufrischen bzw. am Leben zu halten. Die letzten zwei Versuche sind aber bisher noch nicht gelungen. Das waren Children of Time von Adrian Tchaikovsky und Stranger in a Strange Land von Robert A. Heinlein. Die waren mir auf englisch für meinen müden Zustand abends dann irgendwie zu anstrengend. Zu viele Wörter, die ich nicht kenne.

Hat Iron Maiden zum gleichnamigen Song inspiriert. Unabhängig davon: Klassiker vor dem Herrn.
 
@Schmolle

Bei deiner dahingehenden, literarischen "Vorgeschichte" könnte das Buch von Lydia Benecke für dich von Interesse sein. Zumal die Forschungen in der Psychologie sich seit den 1990er Jahren (waren auch meine 20er) signifikant weiterentwickelte. Was mMn auch dazu führte, dass das dahingehende Schwarz-Weiß-Denken heute nicht mehr ganz so ausgeprägt ist wie seinerzeit.


Mit dieser Befürchtung warst / bist du nicht allein. Bei einen oder anderen Darstellung über die Eigenarten von Psychopaten hatte ich auch den Eindruck, dass das Buch mir gerade ein Spiegelbild von mir zeigt, welches ich gar nicht sehen will. Und diese Befürchtungen scheinen bei sich selbst reflektierenden Menschen weit verbreitet zu sein. Weil sonst Lydia Benecke in diesem Buch nicht mehrmals betonte, das ein Mensch wegen einer bzw. einzelner gleiche bzw. ähnliche Eigenschaften nicht gleich zum Psychopathen wird, sondern dafür viele "Bausteine" erforderlich sind.

Da könnte was dran sein.
Soweit ich mich erinnere bin ich wegen "Schweigen der Lämmer" (Film und dann das Buch) überhaupt erst darauf gekommen, solcherlei Lektüre zu lesen. Das war (und ist) ja auch ein Stückweit Popkultur: Texas Chainsaw Massacre, Gesichter des Todes oder wiegenlied des totschlags waren so filme die irgendeiner "von dn Großen" hatte und die man dann auch gucken konnte. Ja und dann halt Uhrwerk Orange. Dann gabs ja den Film mit Jodie Foster; Guns N Roses spielten auf irgendeiner Scheibe Charlie Manson Songs und von ein paar dieser "Leute" hatte man "so" schon mal was gehört wie John Wayne Gacy (die Steilvorlage für Horrorclowns und ein Stückweit "Vorbild" für Pennywise) oder Ted Bundy. Später der neunziger Jahre kam der Zodiac Killer (den man wohl auch bis heute nicht enttarnt hat, und der möglicherweise wohl längst gestorben ist? Oder ha t man ihn doch bekommen?) und dem gleichnamigen Film und und und.
Das hat sich dann bei mir "irgendwann ausgelesen". Der Aspekt "Töten um des Tötens Willen" interessiert mich derzeit eher, ob es Berichte über Soziopathen in der antike oder noch früher gab. Die klassischen Beispiele Caligula und Nero sind wahrscheinlich späteren Verleumdungen ausgesetzt, ebenso die "menschenopfer" jedweder "barbarischen, nichtrömischen" Kultur.
dies interssiert mich deswegen weil es mein Steckenpferd Geschichte tangiert, insbesondere Übergang Neolithikum zur Keramik und dann zu metallzeiten interessiert mich sehr.
Schröbe ich heutzutage einen Roman, ich würde über einen Serienkiller in dieser zeit Schreiben. Tja und tatsächlich gibts ja das "Beowulf" Epos über den Grendel, der Hrothgars Königreich Nacht für Nacht heimsucht um Menschen zu töten und sie zu verspeisen.
 
Ich habe es mir auf deutsch besorgt. Mal schauen, was ihr so anpreist. ;)
.
Fremder in einer fremden Welt
So, ich habe es (in zu vielen*) Stufen gelesen, ein schönes Buch. Es hat zwar einige Längen mittendrin, aber dennoch lesenswert.
* der Gebrauch der vielen Fremdworte, teilweise mir nicht bekannt, erforderte des öfteren das Nachschlagen im Netz, was wiederum den Lesefluss gehemmt hat :D
 
Ich habe kürzlich Timothy Snyders "Bloodlands" gelesen, das die mörderischen Aktionen Hitlers und Stalins in den 30ern bis 50ern in Osteuropa behandelt. Stellenweise sehr harte Lektüre (inhaltlich).
 
Ich habe kürzlich Timothy Snyders "Bloodlands" gelesen, das die mörderischen Aktionen Hitlers und Stalins in den 30ern bis 50ern in Osteuropa behandelt. Stellenweise sehr harte Lektüre (inhaltlich).
Danke für den Tipp. Ich habe gerade die Inhaltsbeschreibung gelesen, dieses Buch scheint für mein Interesse an (Zeit-)Geschichte richtig zu sein.

Diese Zeit und Region behandelt auch die spannende autobiographische Erzählung "Die Revolution entlässt ihre Kinder" des Publizisten Wolfgang Leonhard, der mit seiner Mutter aus dem von den Nazis regierten Deutschland über Schweden in die UdSSR emigrierte. Und trotz mancher Zweifel, sowie dass seine Mutter im Rahmen der stalinistischen Säuberungen in einem Gulag interniert worden war, wurde er zu einem überzeugten Stalinisten. In diesem Abschnitt wurden auch die aus dem Hitler-Stalin-Pakt resultierenden Verbrechen thematisiert. Nach dem 2. WK agierte Leonard als Funktionär beim Aufbau kommunistischer Verwaltungsstrukturen in der DDR, bevor er ein Anhänger des jugoslawischen, kommunistischen Marschalls Tito (der sich als Widerpart zu Stalin sah), so dass Leonhard mit viel Geschick und Glück die Flucht über die CSSR nach Jugoslawien gelang, ehe er 1950 in die BRD übersiedelte.
 
Hab letztens Feuer und Blut gelesen und muß schon sagen, dass es mich kaum an irgendeiner Stelle gepackt hat.
Ist auch für mich eines der nichtfavorisierten Häuser bei Game of thrones und wenn ich ehrlichbin fand ich die handlungen in den Büchern um Danaerys auch immer recht - mhmmm unspannend.
Bin gespannt wie das Ende in den Bücheern ausfällt ich fand es in der Fernsehserie mehr als stimmig (und ich weiß dass ich damit ziemlich alleine da stehe doch: Leute, wenn ihr ehrlich seit: Wie hat sie denn die "Sklavenbucht" etc.pp. befreit und hinterlassen? ).
Okay.
Was ich eigentlich sagen möchte: nach mehr als 10 Jahren wirds mal Zeit für den Winterwind und den Frühlingstraum.
 
Z,Zt. bin ich auf dem T, C. Boyle-Trip, World's End , knapp 800 Seiten. Es beginnt mit den Erinnerungen von Walter, der bei einem selbstverschuldeten Unfall seinen Fuß verloren hat. Eine abenteuerliche Reise durch die sehr weite Vergangenheit, für den der Durchält und den Überblick behält. Wie ich finde, schön zu lesen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Aktuell ein Buch über die Entstehung Israels, zur Einführung eine Lektüre die nicht gleich erschlägt und einen Einstieg in eine schwierige Thematik gut löst.

https://www.amazon.de/dp/3406757553?psc=1&ref=ppx_yo2ov_dt_b_product_details

Anschließend wird es Cat's Cradle: Kurt Vonnegut (Englisch) werden, die Vorgeschichte für den von Jim Rickards adoptierte Ice9 Geschichte aus diesem Buch. Rickards beschreibt in Analogie zu diesem Buch, wie das Weltfinanzsystem vollständig eingefroren wird (= Ice9), sollte man sich antun.
 
Volker Ullrich "Deutschland 1923: Das Jahr am Abgrund"

Als historisch interessierter Mensch habe ich schon einige Dokus, Berichte und Bücher über die Geschichte der letzten ca. 150 Jahre gesehen, gehört, gelesen, jedoch gab es nur ganz wenig Material, in dem der Fokus auf Gesamtkontext des weichenstellenden Jahres 1923 lag. Dies änderte sich, als das Hundertjährige" dieses ereignisreichen Jahres näherte. Eines davon ist "Deutschland 1923: Das Jahr am Abgrund" des Historiker Volker Ullrich.

Die seinerzeitigen Zusammenhänge den Folgen des Versailler Vertrags, Ruhrbesetzung, Ruhrstreik, Hyperinflation, wachsender Armut, gesellschaftlicher und politischer Radikalisierung mit Attentaten auf demokratische Politiker und Putsch(versuchen) etc. ist so komplex, dass eine chronologische Aufarbeitung schier unmöglich ist. Dementsprechend hatte der Volker Ullrich sein Buch 9, jeweils themenbezogen Kapitel eingeteilt, die aufgrund ihres Tiefgang auch für Menschen, die sich mit dieser Materie bereits intensiver befassten, viele bis dato nicht bekannte Informationen liefert. Dabei betrachte er die durch diverse Einflüsse gesteuerten Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln, die daraus resultierenden, teils unterschiedlichen Folgen für die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten in ihrem Alltag. Und wie all dieses dazu führte, dass die erste deutsche Demokratie in die verbrecherische NS-Diktatur mündete.


Trotz dieses Fülle an sehr gut recherchierten, faktenbasierenden Informationen ist dies beileibe kein "trockenes" Sachbuch. Denn u.a. auch die Einbeziehung von zeitgenössischen Zitaten verstand der Autor es, im Rahmen des Möglichen, auch für Laien in dieser Thematik einen Spannungsboden hochzuhalten. Und es ist, besonders im 9. Kapitel so dargestellt, auch eine Mahnung an die Gegenwart.
 
Ich lese aus aktuellem Anlass schon zum zweiten mal "Der Meister und Margarita" von Michael Bulgakow. Das Buch war Mitte der 80er Jahre die Empfehlung eines Freundes aus dem damaligen Leningrad (St. Petersburg). Ich war nach dem Lesen des Buches schon sehr verwundert, dass ich diesen Roman so einfach in einer Bibliothek in der damaligen DDR kaufen konnte, war er doch eigentlich alles andere als die Glorifizierung dessen, was Funktionäre damals durch die Zensur gehen ließen. Im Jahre 2024 stelle ich fest, der Roman hat nichts an Kraft verloren und Bulgakow muss von einer Glaskugel besessen gewesen sein.....
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Meister_und_Margarita
https://de.wikipedia.org/wiki/Michail_Afanassjewitsch_Bulgakow
 
Hier gleich noch zwei Empfehlungen für @Bremen, da ich mitbekommen habe, das ein großes Interesse an Zeitgeschichte besteht

"Der Archipel Gulag" von Alexander Solschenizyn
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Archipel_Gulag

"Atemschaukel" von Herta Müller
https://de.wikipedia.org/wiki/Atemschaukel
Den Gulag habe ich gelesen, die "Atemschaukel" werde ich mir besorgen.

Da Du Zeitgeschichte liest, hie rnoch 2 Empfehlungen:
Bloodlands: https://amzn.eu/d/iZlGyjZ
900 Tage: https://amzn.eu/d/fheVMny
 
Back
Top