@la_mariposa: Das klingt alles logisch und ich kann nun nachvollziehen, warum es so viele Leute gibt, die ein bereits gelesendes Buch nochmal beginnen. Mich reizt dann eben, wie bereits gesagt, das noch unbekannte Buch. (Wobei ich Bücher, wenn die Erscheinungstermine sehr weit auseinander lagen, auch nochmal lesen würde).
Ich kann ja auch irgendwo verstehen, wenn jemand sagt, er möchte ein Buch nicht 2x lesen, denn es gibt ja noch sooo viele Bücher, die darauf warten gelesen zu werden. Aber an ein paar Bücher kommt eben nichts ran, von dem was da noch auf mich wartet, also muss ich die doch nochmal lesen
HdR lädt zu sehr vielen Allegorien ein, Christentum, nordische Religion und Mythologie (von der es sehr sehr doll inspiriert ist) und das ist noch nicht alles. Sehr geil ist, daß Tolkien die Sprache der Elben und die alte Sprache Mittelerdes erfand.
Ja, genau as macht Herr der Ringe für mich zum "perfekten" Buch
Wenn du dich an so ein Bachelorthema herantraust ziehe ich jetzt schon den imaginären Hut vor Dir. Ich hätte da sicherlich auch interesse dran, tue das habe hobbymäßig (germanische, nordische Mythologie und Frühgeschichte). Müßte ich darüber eine Arbeit schreiben würde ich mich wohl verzetteln.
Ja, genau das hält mich möglicherweise davon ab
Naja, realistisch gesehen muss man das Thema bei so einer Arbeit natürlich relativ eng halten, d.h. das Thema dürfte nicht "religiöse Allegorien in HdR/Narnia/etc" sein, sondern man muss sich irgendeinen speziellen Aspekt raussuchen. Zu dem Über-Thema sind aber durchaus schon Arbeiten von vergleichbarer Kürze und Komplexität geschrienben worden. Wenn man nicht gut strukturiert, dann verzettelt man sich bei
jedem Thema. Zumal es in der Literatur ja quasi gar keine "kleinen" Themen mehr gibt, weil diese Disziplin endlos wächst.

Ich belege aber wahrscheinlich auch noch ein Modul zum Thema Germanische Mythologie und u.a. auch Herr der Ringe, deshalb überlege ich auch noch ein ganz anderes Thema zu nehmen, z.B. Gewalt (was natürlich auch ein weites Feld ist, in dem man sich ohne sehr spezifische Fragestellung schnell verzetteln kann). Vor allem weil ich mir nicht sicher bin, ob ich mir vorstellen kann auf dem Gebiet im Masterbereich weiter zu arbeiten, und das muss ich ja auch im Auge behalten...
Ein großer Fundus von Inspiration für HdR zog er wohl aus Eigenaussagen vom "Beowulf". Irgendwo las ich das tolkien selber sagte, er wollte keine Allegorie auf vergangene Geschichte oder gar tatsächliche Begebenheit schreiben (ein Teil des HdR entstand während WK II), wenn überhaupt wollte er dem englischen Landvolk ein Denkmal setzen, soll er gesagt haben (damit war dann wohl die Hobbitgemeinde im Auenland gemeint).
Es wird ja viel in Tolkiens Intention hineininterpretiert, aber ich habe mal eine ganz gute Tolkienbiografie gelesen, die das Thema ausfürhlich behandelte. Leider weiß ich nicht mehr welche. Passiert mir übrigens öfter, weshalb ich in letztes Zeit dazu übergegangen bin, es mir aufzuschreiben, wenn ich ein wirklich gutes/interessantes Buch lese, das ich nur geliehen hatte

Ich denke auch nicht, dass es eine explizite Allegorie, oder gar eine "Alternativgeschichte" zu Europa sein soll, sondern eben eigene Geschichte mit Mythen und Legenden für eine völlig unabhängige Welt. Viele der 'echten' Mythen und Legenden die in unserer Welt im Laufe der Jahrtausende entstanden sind ähneln sich ja auch irgendwo in ihren Helden und wiederkehrenden Motiven, wieso sollte das bei Mittelerde anders sein? Natürlich erinnern bestimmte Völker in Mittelerde and europäische Völker in der Geschichte (Rohirrim = Angelsachsen usw), aber das ist doch bei den 'echten' Mythen auch nicht anders.
Das Wort 'echt' stört mich übrigens selber in diesem Kontext, aber ich wusste nicht wie ich es anders beschreiben soll. Damit meine ich natürlich Beowulf, das Nibelungenlied, die nordischen Sagen und alles wo Tolkien sich sonst noch bedient haben soll. Das er ein gewisses Interesse für diese Geschichten hatte liegt natürlich auch auf der Hand, wie sollte man sonst auf die Idee kommen sich solch ein reichhaltiges Geflecht an Mythos und Geschichte für eine Phantasiewelt auszudenken
@schnattchen: Habe vor kurzem eine Hausarbeit zur Religion im Herren der Ringe im Netz gefunden, sie aber nicht gänzlich gelesen. Stichwort: Boromir - und führe uns nicht in Versuchung. Ganz neu in das Thema also nicht.
Muss es auch nicht.
Natürlich ist das nicht neu. Mir ist auch völlig klar, dass das Thema schön öfter mal durchgenommen wurde. Allerdings befasst sich der Bachelor in erster Linie noch mit Reproduktion, während das Eigenständige im Masterstudium kommt.
Etwas komplett Neues zu finden ist im Bereich Literaturwissenschaften natürlich ohnehin schwer, um nicht zu sagen beinahe unmöglich

Es geht ja viel mehr darum ein bekanntes Thema aus einer neuen Perspektive zu behandeln oder z.B. Literaturtheorien auf ein altes Thema anzuwenden, die damit bisher noch nicht so in Verbindung gebracht wurden. Aber ich glaube das gehört jetzt nicht mehr in 'Lesen'-Thread
Dein Geheimtipp bzgl. Weiterhilfe könnte natürlich interessant sein. Durchnehmen werde ich das Thema wahrscheinlich so oder so.
