Was freut euch gerade?

Da die Aussage von Lübecker explizit auf Extremismus abzielte, ist sie daher aus meiner Sicht auch nicht unsinnig, sondern richtig.

Hufeisen halt. Mit Verlaub. Wir haben in diesem Land aktuell ein Problem mit der extremen Rechten, es gibt ansonsten keinerlei ernstzunehmende politische Kraft in diesem Land die auch nur annähernd eine ähnliche Gefahr darstellt, schon gar nicht von links. Denn wenn man so will, ist Ungleichverteilung von Kapital und Chancen in diesem Land (ob gefühlt oder echt) ein Versagen linker Kräfte und nicht von ihr gemacht. Die paar Chaoten die in Leipzig oder bei G20 randalieren hatten wir zu Zeiten von Chaostagen auch schon und nie war es ein Gesamtgesellschaftliches Problem. Das ist es auch heute nicht. Und daher ist der Verweis auf sich angeblich nahestehende Ränder eingedenk der Kraft oder Bedeutung der "Ränder" nur eins: Relativierung.
 
:tnx: zum Fettgedruckten mit der für mich zwingenden Ergänzung, dass wir in diesem Land ein deutlich größeres Problem mit extrem Rechten als mit extrem Linken haben und dass diese Tatsache in der Politik leider viel zu lange verkannt, wenn nicht gar bewusst ignoriert wurde.

Ich freue mich auf jeden Fall sehr darüber, dass die AFD in Hamburg offenbar an der 5 % Hürde gescheitert ist und dass eine Regierungsbildung ohne skurrile Machtspielchen à la Thüringen möglich sein wird.
Ja, eindeutige Mehrheitsverhältnisse sind wünschenswert, weil sonst wiederum die Gefahr besteht, das demokratische Wahlen (und darunter fiel bei mir auch die Wahl Kemmerichs) jetzt durch massive Wahlkaschierung ad absurdum geführt werden. Das hat jetzt nichts mit rechter Gesinnung zu tun, sondern fusst auf meinem persönlichen Demokratieverständnis, passt zwar nicht zum gängigen Mainstream, aber damit kann ich leben.
 
Könnte sein, daß die Hamburger die Faschisten aka AfD aus ihrem Senat geschmissen haben. Danke Hamburg! Jetzt bitte noch die rechten Steigbügelhalter der sog. Liberalen auf den selben Weg schicken.

Da sind wir ja endlich mal einer Meinung....:)

Wohltuend und ein echtes Zeichen, das (ausgerechnet :D) Hamburg da setzt. Ich hoffe, das endlich auch einige bisherige Protestwähler begriffen haben, das die Protestwahl nicht AfD heißen darf. Bei allem Verständnis über ihren Politikfrust (den ich auch habe), aber dann geht lieber gar nicht wählen.

Der zunehmende Rechtsruck in der Gesellschaft geht in erster Linie von der AfD aus, die zuletzt regelrecht erschreckende Stimmanteile hatten. Sie legitimiert und ermuntert quasi zur Gewalt und Fremdenhass bis hin zu Exzessen wie eben in Hanau.
 
Und daher ist der Verweis auf sich angeblich nahestehende Ränder eingedenk der Kraft oder Bedeutung der "Ränder" nur eins: Relativierung.
Genau deshalb habe ich die für mich zwingende Ergänzug gemacht. Dessen ungeachtet ist Extremismus an sich - und zwar völlig egal welcher Couleur - zunächst einmal aus meiner Sicht gleich problemtatisch und gleich gefährlich. Der Unterschied ergibt sich in der Frage, welche Art von Extremismus wie sichtbar/ausgeprägt etc. ist. Und in dem Punkt dürfte es aus meiner Sicht keine zwei Meinungen geben, dass Rechtextremismus hierzulande deutlich ausgeprägter ist und dringend und sehr viel konsequenter als bisher bekämpft werden muss.

@Lübecker. Ja, die Wahl Kemmerichs war für mich innerhalb des Thüringer Landtags demokratisch. Dennoch wurde der Wählerwille klar mit Füßen getreten. Der Landtag hat einen Ministerpräsidenten gewählt, dessen Partei nur knapp den Sprung in den Landtag geschafft hat. Das hat mit dem, was die Wähler haben wollten, herzlich wenig zu tun. Kann man als Partei(en) natürlich machen, dann muss es jedoch am Ende niemanden wundern, wenn noch weniger Leute wählen gehen. Mein Demokratieverständnis besagt, dass die von den Bürgern gewählten Vertreter allein schon moralisch in der Pflicht sind, ein Wahlergebnis, soweit es geht, auch in der Regierungsbildung zu berücksichtigen. Daraus hätte sich ein Ministerpräsident Ramelow - und nicht Kemmerich - ergeben, und da sollte eine CDU auch mal über ihren Schatten springen können, zumal klar war, dass eine Alternative nur mit Hilfe der AFD umsetzbar ist. Dass CDU und FDP - meine Vermutung - für dieses unsägliche Possenspiel in Thüringen bei der Hamburg-Wahl abgestraft wurden, begrüße ich daher sehr.
 
Wohltuend und ein echtes Zeichen, das (ausgerechnet :D) Hamburg da setzt. Ich hoffe, das endlich auch einige bisherige Protestwähler begriffen haben, das die Protestwahl nicht AfD heißen darf. Bei allem Verständnis über ihren Politikfrust (den ich auch habe), aber dann geht lieber gar nicht wählen.

Der zunehmende Rechtsruck in der Gesellschaft geht in erster Linie von der AfD aus, die zuletzt regelrecht erschreckende Stimmanteile hatten. Sie legitimiert und ermuntert quasi zur Gewalt und Fremdenhass bis hin zu Exzessen wie eben in Hanau.
1899% Zustimmung zu allem und besonders zum Fettgedruckten. Mit einer Ergänzung "(..) aber dann geht lieber gar nicht wählen" oder wählt die Biertrinker-Union, die Tierschutz-Partei oder was auch immer... Der Wahlzettel bietet reichlich Optionen, seinen Protest ohne Gefahr für die Gesellschaft auszudrücken ;)
 
Da sind wir ja endlich mal einer Meinung....:)

Wohltuend und ein echtes Zeichen, das (ausgerechnet :D) Hamburg da setzt. Ich hoffe, das endlich auch einige bisherige Protestwähler begriffen haben, das die Protestwahl nicht AfD heißen darf. Bei allem Verständnis über ihren Politikfrust (den ich auch habe), aber dann geht lieber gar nicht wählen.

Der zunehmende Rechtsruck in der Gesellschaft geht in erster Linie von der AfD aus, die zuletzt regelrecht erschreckende Stimmanteile hatten. Sie legitimiert und ermuntert quasi zur Gewalt und Fremdenhass bis hin zu Exzessen wie eben in Hanau.
Ich habe auch Politik bzw Wählerfrust. Aber bevor ich so etwas wählen würde mache ich meinen Wahlzettel ungültig. Habe dann auch gewählt aber die Etablierten haben auch nichts davon.
Oder wähle Semsrott.... :D
Einen Demotivationstrainer... :XD:
 
Der Unterschied ergibt sich in der Frage, welche Art von Extremismus wie sichtbar/ausgeprägt etc. ist.

Problematisch ist, weshalb überhaupt die Frage gestellt wird. Und die einzige plausible Antwort darauf, ist, dass es rein ideologische Gründe sind. Denn auf die Idee, daß es in Deutschland wirklich eine auch nur ansatzweise problematische Linke geben könnte, kommen ja nicht mal die Faschisten. Die Gefahr ist de facto nicht da, somit auch keine Sachargumente, was das angeht. Und nur um das klarzustellen: Wenn in Hamburg ein Schwarzer Block die Stadt unsicher macht, dann ist ein Verweis darauf, daß es auch böse Faschisten gibt, ebenso wenig angemessen oder zielführend. Sondern für mich ebenso: Relativierung.
 
Wählen kann ich sie nicht wegen der PDS-Vergangenheit und für mich abstrusen Ideen wie einem bedingungslosen Grundeinkommen.
Auch wenn ich die Ansicht vertrete, daß es ohne Vergangenheit keine Gegenwart und Zukunft gäbe, so finde ich auf parteipolitischer Ebene
die Vergangenheitsdebatte mitunter heuchlerisch. Denn so wie zB viele ehemalige SED-Mitglieder in den Nachwende-Jahren in der PDS eine neue politische Heimat fanden, so hat die CDU nicht minder bereit die ehemaligen Mitglieder der Ost-CDU aufgenommen, die bekanntermaßen eine linientreue Blockpartei ("Blockflöte") des SED-Regimes gewesen ist. Oder daß ein ehemaliger RAF-Anwalt SPD-Bundesinnenminister wurde. Oder ein linksautonomer Steinwerfer Grünen-Bundesaußenminister. Oder um das Rad der Geschichte noch ein wenig weiter zurückzudrehen: die NS-Schergen, die in beiden Teilen Nachkriegsdeutschland ein neue politische Heimat fanden, und es sogar u.a. zum Bundeskanzler oder Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg schafften.


Von daher habe ich kein Problem mit Linken, sehr wohl jedoch mit jeder Form von Extremismus - ganz egal ob links, rechts, religiös oder wie auch sonst motiviert. Da die Aussage von Lübecker explizit auf Extremismus abzielte, ist sie daher aus meiner Sicht auch nicht unsinnig, sondern richtig.
:tnx:
Extremismus ist in jeglicher Form eines der, wenn nicht sogar die größte Gefahr der freiheitlichen demokratischen Grundordnung.
 
Problematisch ist, weshalb überhaupt die Frage gestellt wird.
Das hat mit Ideologie zumindest in meinem Fall nichts zu tun. Meine Grundaussage ist: "Jeder Extremismus ist gefährlich." Das liegt für mich im Extremismusgedanken an sich. Die Differenzierung kommt in Schritt zwei. Anders gesagt - Linksextremismus ist grundsätzlich genauso gefährlich wie Rechtsextremismus, religiös geprägter Extremismus etc. Nur ist Linksextremismus, und da bin ich ja komplett Deiner Meinung, in Deutschland gerade anders als Rechtsextremismus kein brennendes Thema.
 

Das habe ich verstanden. Darum geht es mir aber nicht, vor allem weil es für mich persönlich selbstverständlich ist. Der Punkt um den es mir ging, ist, wieso man überhaupt auf das Thema kommt, warum es nötig ist das zu tun. Und mit welcher Motivation. Den Effekt siehst du an genau unserem Gespräch: Es gibt ein Problem mit Rechtsextremismus aber statt dessen diskuieren wir über Extremismustheorie und wie ähnlich die Linke der Rechten ist etc.pp. Obwohl wir uns darin einig sind, daß die Waage bei den Themen extrem einseitg ausschlägt.
 
Auch wenn ich die Ansicht vertrete, daß es ohne Vergangenheit keine Gegenwart und Zukunft gäbe, so finde ich auf parteipolitischer Ebene
die Vergangenheitsdebatte mitunter heuchlerisch. Denn so wie zB viele ehemalige SED-Mitglieder in den Nachwende-Jahren in der PDS eine neue politische Heimat fanden, so hat die CDU nicht minder bereit die ehemaligen Mitglieder der Ost-CDU aufgenommen, die bekanntermaßen eine linientreue Blockpartei ("Blockflöte") des SED-Regimes gewesen ist. Oder daß ein ehemaliger RAF-Anwalt SPD-Bundesinnenminister wurde. Oder ein linksautonomer Steinwerfer Grünen-Bundesaußenminister. Oder um das Rad der Geschichte noch ein wenig weiter zurückzudrehen: die NS-Schergen, die in beiden Teilen Nachkriegsdeutschland ein neue politische Heimat fanden, und es sogar u.a. zum Bundeskanzler oder Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg schaffte.
In Sachen CDU volle Zustimmung, gerade, was die Anfänge der BRD betrifft. Beides - die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit - werte ich jedoch bei CDU und Linken anders als die Tatsache, dass Einzelpersonen Parteikarriere machen, nachdem sie sich offenbar weiter entwickelt haben. Von daher sehe ich die Vergangenheitsdebatte bei SPD oder Grünen in der Form nicht.
 
Das habe ich verstanden. Darum geht es mir aber nicht, vor allem weil es für mich persönlich selbstverständlich ist. Der Punkt um den es mir ging, ist, wieso man überhaupt auf das Thema kommt, warum es nötig ist das zu tun. Und mit welcher Motivation. Den Effekt siehst du an genau unserem Gespräch: Es gibt ein Problem mit Rechtsextremismus aber statt dessen diskuieren wir über Extremismustheorie und wie ähnlich die Linke der Rechten ist etc.pp. Obwohl wir uns darin einig sind, daß die Waage bei den Themen extrem einseitg ausschlägt.
Ja, die Waage schlägt in Deutschland aktuell gerade einseitig nach rechts aus. Zu RAF-Zeiten war das jedoch anders, und wie es in 10 Jahren ist, weiß keiner. Von daher ist es mir wichtig klarzumachen, dass ich jede Art von Extremismus ablehne, gleichzeitig jedoch sage, dass aktuell in Deutschland eine - Rechtsextremismus - die relevante ist.

EDIT/P.S.: Da Du den Beitrag von @Bremen einschließlich dieses Zitats
Extremismus ist in jeglicher Form eines der, wenn nicht sogar die größte Gefahr der freiheitlichen demokratischen Grundordnung.
geliked hast, das genau meinen Punkt trifft, verstehe ich ehrlich gesagt, nicht, warum Du das mit mir diskutierst ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Landtag hat einen Ministerpräsidenten gewählt, dessen Partei nur knapp den Sprung in den Landtag geschafft hat. Das hat mit dem, was die Wähler haben wollten, herzlich wenig zu tun. Kann man als Partei(en) natürlich machen, dann muss es jedoch am Ende niemanden wundern, wenn noch weniger Leute wählen gehen. Mein Demokratieverständnis besagt, dass die von den Bürgern gewählten Vertreter allein schon moralisch in der Pflicht sind, ein Wahlergebnis, soweit es geht, auch in der Regierungsbildung zu berücksichtigen.

Das sehe ich absolut genauso. Fast ähnlich schlimm wäre es, wenn in Hamburg die SPD als neuen Koalitionspartner die CDU nehmen würde. Das wäre reine Verarschung des Wählers. Ich hoffe und denke mal, das die SPD nicht so dumm sein wird, das zu tun.
 
Das hat mit Ideologie zumindest in meinem Fall nichts zu tun. Meine Grundaussage ist: "Jeder Extremismus ist gefährlich." Das liegt für mich im Extremismusgedanken an sich. Die Differenzierung kommt in Schritt zwei. Anders gesagt - Linksextremismus ist grundsätzlich genauso gefährlich wie Rechtsextremismus, religiös geprägter Extremismus etc. Nur ist Linksextremismus, und da bin ich ja komplett Deiner Meinung, in Deutschland gerade anders als Rechtsextremismus kein brennendes Thema.
Das habe ich verstanden. Darum geht es mir aber nicht, vor allem weil es für mich persönlich selbstverständlich ist. Der Punkt um den es mir ging, ist, wieso man überhaupt auf das Thema kommt, warum es nötig ist das zu tun. Und mit welcher Motivation. Den Effekt siehst du an genau unserem Gespräch: Es gibt ein Problem mit Rechtsextremismus aber statt dessen diskuieren wir über Extremismustheorie und wie ähnlich die Linke der Rechten ist etc.pp. Obwohl wir uns darin einig sind, daß die Waage bei den Themen extrem einseitg ausschlägt.
Ich stimme euch beiden zu. Extremismus muß wie von @opalo angemerkt kontinuierlich in der Gesamtheit betrachtet werden. Denn was passiert, wenn dahingehend das eine Auge blind ist, lässt sich ja an dem Wachstum des Rechtsextremismus bzw. der rechtsextremen Gewalt beobachten. Denn diese hatte ihre Anfänge nicht in den fürchterlichen Ereignissen von Mölln, Solingen und Rostock-Lichtenhagen Anfang der 1990er Jahre, sondern war schon wesentlich früher erkennbar, zB beim Attentat auf Rudi Dutschke 1968, dem Aufkommen der Wehrsportgruppe Hoffmann in den 1970er Jahren oder dem Sprengstoff-Anschlag beim Oktoberfest 1980 in München (wofür der damalige bayrische Ministerpräsident Strauß voreilig linke Extremisten verantwortlich machte) zu sehen. Ebenso hat @FatTony Recht, daß vom Rechtsextremismus derzeit die größere Gefahr ausgeht, sowohl in der Tagespolitik als auch hinsichtlich des Gewaltpotentials und somit verschärft im Fokus der Ermittlungsbehörden stehen muß.
 
1899% Zustimmung zu allem und besonders zum Fettgedruckten. Mit einer Ergänzung "(..) aber dann geht lieber gar nicht wählen" oder wählt die Biertrinker-Union, die Tierschutz-Partei oder was auch immer... Der Wahlzettel bietet reichlich Optionen, seinen Protest ohne Gefahr für die Gesellschaft auszudrücken ;)
Man müsste damit beginnen, die ungültig gemachten Stimmzettel bei der Hochrechnung mit anzugeben. Dann würde der Protest sichtbar. So wie es jetzt ist verhallt der Protest ungehört.
 
In Sachen CDU volle Zustimmung, gerade, was die Anfänge der BRD betrifft. Beides - die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit - werte ich jedoch bei CDU und Linken anders als die Tatsache, dass Einzelpersonen Parteikarriere machen, nachdem sie sich offenbar weiter entwickelt haben. Von daher sehe ich die Vergangenheitsdebatte bei SPD oder Grünen in der Form nicht.
Die Vergangenheitsdebatte sehe ich bei SPD / Grüne auch nicht. Jedoch wurde sie von deren politischen Gegnern geschürt, als die besagten Minister (Otto Schily und Joschka Fischer) 1998 im Kabinett Schröder ihre Ämter antraten.
 
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