Also wenn im Mannschaft-Spitzensport nur Egomanen rumlaufen würden, dann würde er ziemlich schnell zur Lachnummer vekommen.
Schlimmm finde ich, das es Leute gibt die das gut finden. Paßt aber zur Zeit. Höher schneller weiter und Schlagzeilengeil ohne Ende alle. Und erstmal komm ich und dann lange nichts.
Ich denke nicht, dass die Aussage so gemeint war, als müsse der Spitzensport zu 100% aus solchen Typen bestehen. Für mich steht aber fest, dass jedem Team 1-2 solcher Spieler guttun. Dann werden auch mal unschöne Dinge offen angesprochen, wenn auch auf unkonventionelle Weise. Aber gerade diese Art kann eine Reibung erzeugen, die gerade nach einer schlechten Phase einen Schub verursachen und die Mannschaft aufrütteln kann.
Natürlich tut es dem Sport nicht gut, wenn er nur aus solchen Typen besteht. Er verliert aber auch an Reiz, wenn er nur aus braven und introvertierten Spielern besteht.
Nochmal zum möglichen Rücktritt:
Ich frage mich, ob tatsächlich mehr dahintersteckt als die Nicht-Berücksichtigung in den letzten Spielen, oder ob nur heiße Luft produziert wird. Wenn die Gründe wirklich tiefer liegen, dann kann man sein Engagement in der Nationalelf sicher hinterfragen.
Ansonsten sollte er sich die eigentliche Bedeutung der Nationalmannschaft nochmal vor Augen führen: er darf sein Land als einer der besten Spieler vertreten. Ich finde, das wirft man nicht so einfach hin. Dafür muss schon jede Menge vorgefallen sein. Die Nationalmannschaft scheint generell für viele Spieler an Reiz und Bedeutung verloren zu haben, was ich persönlihc nicht ganz nachvollziehen kann.
Hier liegt m.E. auch ein grundsätzliches Problem der deutschen Nationalmannschaft: es scheint für die meisten Spieler zu einem Geschäft zu verkommen. Wenn ich z.B. über harte Verhandlungen um Prämien lese, dann sträuben sich bei mir die nicht vorhandenen Nackenhaare. Ist es schon so weit, dass ein Turnier für die Spieler an Reiz verliert, weil der finanzielle Ausgleich nicht stimmt? Jede Wette, in anderen Ländern haben die Spieler noch andere Beweggründe, für die Nationalmannschaft aufzulaufen: allen voran Stolz!



