Thomas Schaaf (verlässt Werder Bremen mit sofortiger Wirkung!)

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Der Umbruch läuft - wie ist Eure aktuelle Meinung zu unserem Trainer?

  • TS genießt auch weit über die Saison hinaus weiterhin mein uneingeschränktes Vertrauen

    Votes: 288 30,4%
  • Wenn in der kommenden Saison kein internationaler Wettbewerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 94 9,9%
  • Wenn in dieser Saison kein internationaler Wettberwerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 67 7,1%
  • TS wird mit diesem Verein keinen Erfolg mehr haben und sollte spätestens im Sommer gehen

    Votes: 266 28,1%
  • TS sollte sofort gehen, um einen möglichen Abstiegskampf diese Saison zu vermeiden

    Votes: 231 24,4%

  • Total voters
    946
Status
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Nur nochmal kurz dieses Zitat - nicht dass eine solche "Perle" hier am Ende untergeht. Und das scheint auch tatsächlich ernst gemeint.

So sieht jeder seine eigene Realität - ganz schön krass, wie die Realitätswahrnehmung verschiedener Menschen mitunter voneinander abweichen kann ...
:tnx:

wieso man da nicht schon seit Jahren gegen den Abstieg spielt bzw. abgestiegen ist, sondern 5 mal die CL erreicht hat sowie eine Meisterschaft und zwei Pokale geholt hat, muss er nochmal erklären.
 
So sieht jeder seine eigene Realität - ganz schön krass, wie die Realitätswahrnehmung verschiedener Menschen mitunter voneinander abweichen kann ...
Warum? Weil Deine die einzig richtige ist? Du blendest aus, so wie Du es gerne machst, dass ich das mit Fakten belegt habe und nicht mit irgendeiner falschen Realitätswahrnehmung. Kannst Du gerne dazuschreiben.

Klar irrt TS auch und macht Fehler und sicher haben diese Fehler auch zu Punktverlusten geführt... aber welcher Trainer hat die nicht gemacht?

Selbst Gott (van Gaal) irrte das eine oder andere Mal in dieser Saison...

Also immer schön auf dem Teppich bleiben...
:tnx: Genau darum geht`s. Es steht nur in Widerspruch dazu, dass Du irgendeinem dümmlichen, zusammenhanglosen Geschwafel eines Deiner Vorredner dort zugestimmt hast. Denn darum ging`s da genau nicht. ;)

Es ging auch nie darum, Schaaf rauszuschmeißen. Fassen wir das Geschriebene seit November zusammen:
Was pro Schaaf spricht, ist, dass er es schafft,
a) die Individualität einzelner bis zu deren Höchstleistungen zu bringen. Nur ganz wenige Spieler haben nach ihrem Abgang an die Leistungen in Grün-Weiss anknüpfen können. Da war und ist er Bundesligaspitze unter den Trainern.
b) mehr als je zuvor in dieser Saison eine Linie gefunden hat über viele Spiele, die eine gewisse Sicherheit brachte. Deswegen habe ich ihn auch während der Zu-Null-Serie der Hinrunde hier verteidigt
c) dass mit dem 4-5-1 ein System gefunden wurde, welches endlich mal einigermaßen auf das Spielermaterial passt
d) dass er zur Philosophie des Vereins passt

Was gegen Schaaf spricht, sind die trotz erkennbarer Fortentwicklung immer noch phasenweise Rückschritte, die ziemlich unnötig sind und die auch diesmal einige Punkte kosteten. Da TS aus dieser Falle, zu schnell auf zu viel Offensive zurückzugreifen, scheinbar nicht entkommen kann.

Das sind allerdings in der Summe viel mehr Argumente, die für den Trainer denn gegen den Trainer sprechen. Und sogar viel mehr, als es noch letzte und vorletzte Saison waren. Was jedoch kein Grund sein darf, bei jedem doch recht offensichtlichen Patzer und den immer noch vorhandenen taktischen Mängeln keinerlei Diskussion aufkommen zu lassen. Wegen der Bewertung verschiedener Spiele oder einer Negativ-Serie wird man hier angegriffen und das halte ich für Käse. Es geht im Forum nicht darum, einen Heiligenschein auszustellen. Zumal da in der Regel mit Klischees und Hohn, aber nicht mit Gegenargumenten geantwortet wird.
 
Das sind allerdings in der Summe viel mehr Argumente, die für den Trainer denn gegen den Trainer sprechen. Und sogar viel mehr, als es noch letzte und vorletzte Saison waren. Was jedoch kein Grund sein darf, bei jedem doch recht offensichtlichen Patzer und den immer noch vorhandenen taktischen Mängeln keinerlei Diskussion aufkommen zu lassen.


So sieht es aus. Das unser TS ein ziemlicher Dickkopf sein kann, hat sich ja nun über die Jahre rumgesprochen. Wie bei jedem Trainer gibts für und wieder und du hast die Punkte hier mal sehr schön kurz zusammengefasst.

Wenn ich mich so in der Buli umsehe möchte ich derzeit mit keinem Trainer tauschen (ja auch nicht mit Fußballtrainergenie F.M. und erst recht nicht mit dem Trainertulpengott ). Und wenn man mal auf unseren nördlichen Nachbarn mit den hohen Ansprüchen und den raren Ergebnissen schaut, was da so über die Jahre an Trainer verschlissen wurde ohne sichtbare Erfolge, dann bin ich persönlich schon ordentlich stolz wie es bei Werder abläuft.
Du hast natürlich recht, daß viel verbesserungswürdig ist und ich denke niemand hier spricht dir das Recht auf Kritik ab, aber ich denke viele empfinden deine Art der Bewertung oftmals als zu einseitig negativ. Aber das ist ja, wie so viel im Leben, immer subjektiv ;)
 
Warum? Weil Deine die einzig richtige ist? Du blendest aus, so wie Du es gerne machst, dass ich das mit Fakten belegt habe und nicht mit irgendeiner falschen Realitätswahrnehmung. Kannst Du gerne dazuschreiben.

Die Erfolge, die Paul Tergat erwähnte sind eine Tatsache und keine Wahrnehmung. Wenn Du schreibst, wir spielen den naivsten und ineffektivsten Fußball, dann hast Du "Schaaf-Modus-on" einen nassen Helm auf.
Es ging auch nie darum, Schaaf rauszuschmeißen.
Hast Du häufig genug geschrieben und es ist auch verstanden worden.

Was pro Schaaf spricht, ist, dass er es schafft,
a) die Individualität einzelner bis zu deren Höchstleistungen zu bringen. Nur ganz wenige Spieler haben nach ihrem Abgang an die Leistungen in Grün-Weiss anknüpfen können. Da war und ist er Bundesligaspitze unter den Trainern.

Ja. Dennoch spielen wir ineffektiv und naiv? Ist es vielleicht auch der Spielweise zu verdanken, dass er die Spieler ans Limit führt?
b) mehr als je zuvor in dieser Saison eine Linie gefunden hat über viele Spiele, die eine gewisse Sicherheit brachte. Deswegen habe ich ihn auch während der Zu-Null-Serie der Hinrunde hier verteidigt
c)...
d)...

Auch das ist mir nicht entgangen. Schaaf wird Dir sehr dankbar, dass Du das anerkennst.

Was gegen Schaaf spricht, sind die trotz erkennbarer Fortentwicklung immer noch phasenweise Rückschritte, die ziemlich unnötig sind und die auch diesmal einige Punkte kosteten. Da TS aus dieser Falle, zu schnell auf zu viel Offensive zurückzugreifen, scheinbar nicht entkommen kann.

Insgesamt hat Schaaf den Verein auf eine andere Ebene gestellt - seit Beginn seines Wirkens. Dass diese Leistungskurve keine gerade Linie gen Himmel zeichnet, ist natürlich zu kritisieren. Formkurven, Leistungskurven sind ausschließlich hier in Bremen wellenförmig. Schließlich spielen wir direkt an der Weser.
Das sind allerdings in der Summe viel mehr Argumente, die für den Trainer denn gegen den Trainer sprechen. Und sogar viel mehr, als es noch letzte und vorletzte Saison waren. Was jedoch kein Grund sein darf, bei jedem doch recht offensichtlichen Patzer und den immer noch vorhandenen taktischen Mängeln keinerlei Diskussion aufkommen zu lassen. Wegen der Bewertung verschiedener Spiele oder einer Negativ-Serie wird man hier angegriffen und das halte ich für Käse. Es geht im Forum nicht darum, einen Heiligenschein auszustellen. Zumal da in der Regel mit Klischees und Hohn, aber nicht mit Gegenargumenten geantwortet wird.

Das ist zweifelsohne so. Kann man ja auch gerne diskutieren, ob hie und da, Fehler begangen wurden. Nur, was Du machst, ist aus jedem Fehler, unterscheidet er sich auch noch so sehr vom Vorhergehenden, eine Grundsatzdiskussion über den Trainer zu veranstalten. Du wirst nicht müde, aus jedem Fehler ein System abzuleiten. Nach Deiner Ansicht, so scheint es zumindest als Leser Deiner Beiträge, ist jede Niederlage, ein neuer Beleg für das immer wiederkehrende taktische Fehlverhalten. Mag sein, dass das alles ein Missverständnis ist - aber so liest es sich.

Im Übrigen bin ich anderer Meinung, als Du: Wenn es wirklich so wäre, wie Du es beschreibst, gehört Schaaf entlassen. Eigentlich dürfte er dann überhaupt kein Trainer einer Profimannschaft sein.
 
Zitat von Lothar Matthäus;990968:
Wenn es wirklich so wäre, wie Du es beschreibst, gehört Schaaf entlassen. Eigentlich dürfte er dann überhaupt kein Trainer einer Profimannschaft sein.
Das sehe ich allerdings auch so, das wäre konsequent.

Welcher Verein kann es sich schon leisten, "viele viele Jahre den ineffektivsten und naivsten Fussball der Liga" spielen zu lassen. Das kann nicht mal der ruhmreiche SV Werder.

Obwohl:
Man hat sich ja offensichtlich auch geleistet, viele, viele Jahre lächerlich verbilligte Eintrittskarten zu verkaufen ! :confused:
Wenn also doch was dran sein sollte an der Darstellung vom ineffektiven, naiven Fußball, hätte das Preis-Leistungsverhältnis jedenfalls bestens gepasst ...
 
Die Frage muss lauten:
Hat TS aus diesem Kader das Bestmögliche heraus geholt oder wäre da noch mehr möglich gewesen?
Und da lautet für mich die Antwort:
Werder ist zu oft hinter seinem Potential zurück geblieben!
Denn sonst hätten wir ja nicht so häufig den Satz: "Wir haben heute nicht genug angeboten" hören können!
 
@CrystalPalace
Hab ich gern gemacht!

@Mick
An meinem beiden Posts hat sich trotz deriner Antworten nichts geändert, sie sind eher aktueller geworden. Weniger deine Kritik, als deine Schlußfolgerungen sind es die ich meine. Und das war schon in dem von Dir erwähnten Thread, so den Badaboom hochphilosophisch mit psychologischen Mätzchen anreicherte, diverse substantive erfand (extrinsische Motivation/intrinsische Motivation" und ich glaube "Stärkepunkte"? - unglaublich, meine Bauchmuskeln tun jetzt noch weh) um es dann spätestestens kurz vor Ende des alten Forums in eben diesem Thread seine eigene Argumentation selber ad absurdum zu führen indem er meinte "Es ist sowieso alles Stammtisch!". Seine Forderungen nach gewissen "Grundtugenden" hatten ihn dann in eine gewisse Ecke gedrängt. Das war für mich der Grund auszusteigen: Aus reinem Rumspekuliere wurde eine Pseudowissentschaft gemacht, der man später die Verniedlichung gab, um aber trotzdem mit eingehakten Daumen am Hosenträger jedem Threaduser zu zeigen, wer die Hosen an hat.

Deine Spekulationen gehen in eine andere Richtung aber der spekulative und konjunktive Charakter stört mich halt zumal sie bei mir so rüberkommen als wären sie gegeben. Das kann eine falsche Wahrnehmung von mir sein. Allerdings: Hier "so" weiter zu posten wird uns beiden nicht viel bringen, weil ich wie, wohl auch du stocksteif auf meine Meinung beharre und die meine ist gelassener als die Deine, wie ich mutmaße.
Aber wir können beim Köln Spiel am alten Fan shop Ostkurve ab 14:30 gern ein bißchen weiter plaudern. Meistens ist es so, daß man real life das und gerade solche themen besser diskutieren kann, als in einem Onlineforum, wo jeder User den heiligen Gral in seinen Händen zu halten glaubt!

:beer:
 
Die Frage muss lauten:
Hat TS aus diesem Kader das Bestmögliche heraus geholt oder wäre da noch mehr möglich gewesen?
Und da lautet für mich die Antwort:
Werder ist zu oft hinter seinem Potential zurück geblieben!
Denn sonst hätten wir ja nicht so häufig den Satz: "Wir haben heute nicht genug angeboten" hören können!

Über eine ganze Saison das Bestmögliche rauszuholen, ist ein sehr schwieriges Unterfangen, was einem Coach ein- bis zweimal in seiner gesamten Laufbahn passiert und Thomas Schaaf hat sein Pulver diesbezüglich bereits in der Saison 2003/04 "verschossen" - was nicht heißen soll, daß wir es nicht mehr erleben, daß Werder unter Thomas Schaaf weit über die Hinrunde hinaus ein ernsthafter Titelaspirant ist...

Aber ich stimme Dir zu, daß in dieser Saison durchaus mehr drin gewesen wäre, denn mit ein wenig mehr Konstanz wäre der Titelzweikampf 2010 ein Titeldreikampf.
 
Die Frage muss lauten:
Hat TS aus diesem Kader das Bestmögliche heraus geholt oder wäre da noch mehr möglich gewesen?
Und da lautet für mich die Antwort:
Werder ist zu oft hinter seinem Potential zurück geblieben!

Aber das kann nicht immer die Schuld des Trainers sein. Der Trainer vermittelt so gut er kann, leistet Aufbauarbeit und Unterstützung - TS kann das sehr gut und sehr erfolgreich und im Normalfall folgen ihm die Spieler auch. Es ist natürlich immer mehr möglich, das perfekte Spiel gibt es nicht. Für mich ist aber auch kein Trainer sakrosankt, d.h. sollte es bei Werder irgendwann zu einem Trainerwechsel kommen, war das von allen Seiten gut überlegt. Ich glaube aber, dass der Trainer TS eine relativ gute Saison hinter sich hat, wohingegen Teile der Mannschaft teilweise hinter ihren Möglichkeiten zurück geblieben sind - aus unterschiedlichen Gründen (Vertragssituationen, Leistungstiefs etc.). Bitte nicht falsch verstehen, das soll nicht bedeuten, dass man TS' Arbeit nicht hinterfragen müsste/bräuchte.
 
Die Frage muss lauten:
Hat TS aus diesem Kader das Bestmögliche heraus geholt oder wäre da noch mehr möglich gewesen?
Und da lautet für mich die Antwort:
Werder ist zu oft hinter seinem Potential zurück geblieben!

Und wem haben wir zu verdanken, dass diese Mannschaft überhaupt ein solches Potential hat? Dass Mesut, Marko, Per etc. sich gegenüber ihren vorigen Arbeitgebern deutlich verbesser haben? Ob Micoud, Ailton, Ernst, die allermeisten Spieler, die hier weggingen, haben nie wieder so gut gespielt wie unter Thomas. Und das macht ihn für mich zu einem herausragend guten Trainer, den ich unter keinen Umständen missen mag.

Sicher hat auch er Fehler gemacht. Ziemlich viele sogar, was in einem Zeitraum von zehn Jahren aber auch nicht weiter verwundert.
Auch an der miesen Serie nach der Winterpause ist er sicher nicht schuldlos. Aber ich sehe keinen Trainer, der im letzten Jahrzehnt mehr hätte herausholen können. Oder denkst Du, dass unter Veh, Slomka oder Neururer mehr möglich gewesen wären als eine Meisterschaft, vier Saisons unter den Top Drei, drei Pokalsiege?
 
Aber das kann nicht immer die Schuld des Trainers sein. Der Trainer vermittelt so gut er kann, leistet Aufbauarbeit und Unterstützung - TS kann das sehr gut und sehr erfolgreich und im Normalfall folgen ihm die Spieler auch. Es ist natürlich immer mehr möglich, das perfekte Spiel gibt es nicht.

Das ist korrekt, es ist aber auffallend, daß die Schwächen im Werder-Kader eine gewisse Konstanz haben und das nicht nur innerhalb einer Saison, sondern über Jahre, trotz einer starken Fluktuation.
 
Das ist korrekt, es ist aber auffallend, daß die Schwächen im Werder-Kader eine gewisse Konstanz haben und das nicht nur innerhalb einer Saison, sondern über Jahre, trotz einer starken Fluktuation.

Da magst du recht haben. Zudem bringt starke Fluktuation ja nicht zwangsläufig Konstanz, eher das Gegenteil. Nun ist es wahrscheinlich müßig darüber zu spekulieren, woran dieser konstante Schlendrian denn liegt. Fakt ist, es gibt ihn in jeder Saison. Werder ist ein Team, dass gut und gerne mal 2-3 Spiele in Folge verlieren kann, während den Bayern dies so gut wie nie passiert. Ich behaupte mal, es ist auch eine Frage der Mentalität. Der Verein, bzw. seine Verantwortlichen vermitteln nicht - anders als in München -, dass man jedes Spiel gewinnen müsse. Man ist in Bremen sehr auf Ruhe und Harmonie bedacht. Das muss nicht per se schlecht sein und diese absolute Siegermentalität, wie sie beim FCB vermittelt und vorgelebt wird, lässt sich nicht einfach antrainieren.

Dies (der Schlendrian in manchen Saisonphasen) ist übrigens bei allen anderen dt. Mannschaften auch zu beobachten. Nur hat Werder es in den vergangenen Jahren immer geschafft, positive und erfolgreiche Akzente zu setzen. Ich behaupte deshalb, Werder ist trotz aller Schwächen neben dem FCB die konstanteste u. erfolgreichste dt. Mannschaft der letzten Jahre - während Teams wie Wolfsburg oder der VfB auch Erfolge gefeiert haben, die in den Folgejahren nicht gehalten werden konnten.
 
Ich muss zuerst sagen, dass ich TS sehr mag und ihn sehr schätze - als Person wie als Trainer.
Allerdings denke ich, dass er eine nicht geringe Mitschuld an den Schwächen von Werder hat.
Die Innenverteidigung ist die beste der Liga (korrigiert mich, wenn ihr es anders seht), der RV ist zumindest Durchschnitt bis guter Durchschnitt, lediglich der LV lässt ab und zu zu Wünschen übrig.
Daher frage ich mich wie die immer auftretenden Defensiv-Schwächen zu erklären sind. Ist es das Problem, dass TS einfach zu offensiv spielen lässt und zu wenig Wert auf die Abwehr legt oder liegt es daran, dass TS es nicht schafft, das Umschalten von der Offensive auf Defensive zu trainieren? Was meint ihr dazu?
100% Werder :svw_applaus:
 
Werder ist ein Team, dass gut und gerne mal 2-3 Spiele in Folge verlieren kann, während den Bayern dies so gut wie nie passiert. Ich behaupte mal, es ist auch eine Frage der Mentalität. Der Verein, bzw. seine Verantwortlichen vermitteln nicht - anders als in München -, dass man jedes Spiel gewinnen müsse. Man ist in Bremen sehr auf Ruhe und Harmonie bedacht. Das muss nicht per se schlecht sein und diese absolute Siegermentalität, wie sie beim FCB vermittelt und vorgelebt wird, lässt sich nicht einfach antrainieren.

Glaube nicht, dass das eine Frage der Mentalität ist, sondern ganz einfach der Qualität des Kaders.
 
...wenn das so wäre, wäre Werder seit 2004 noch 5mal Meister geworden. Unsere Mannschaft hat in sechs Jahren (diese Spielzeit nach dem 30. ST getrost mit eingerechnet) seither viermal (!) die meisten Tore geschossen, einmal die zweimeisten und einmal die drittmeisten (08/09) fünfmal (!) die meisten Chancen und einmal die zweitmeisten erspielt. Dazu kommt im Verhältnis, dass etwa 80-90% der nicht gewonnen Spiele mit übergrossen Vorteilen in Ballbesitz und Spielanteilen für Werder gestaltet wurden und die Siege mit drei und mehr Toren Differenz in sehr hoher Überzahl gegenüber den knappen Erfolgen sind. Zudem ist die Zahl der gewonnenen Spiele, in denen Werder wirklich das schlechtere Team war, verschwindend gering.
Nur steht die Punkteausbeute dazu in keinem Verhältnis und bei Aufwand/Ertrag steht Werder ganz sicher in der Tabelle der letzten Jahre auch an letzter Stelle. Allein deswegen halte ich es für allzu logisch, zu hinterfragen, was (im Konjunktiv!) machbar wäre, wenn das Ganze cleverer, organisierter und zielführender gespielt würde.


Okay, ich habe mich liederlich ausgedrückt. Platte Aussagen, wie, dass Spiele vorne gewonnen und hinten verloren werden lassen sich auch umdrehen und gelten auch dann. Nur bin ich kein Anhänger des minimalistischen Stils, wie er in Folge eines auf Organisation und Effizienz ausgerichteten Spiels symptomatisch ist für z.B. die Bayern.

Und das...

Unsere Mannschaft hat in sechs Jahren (diese Spielzeit nach dem 30. ST getrost mit eingerechnet) seither viermal (!) die meisten Tore geschossen, einmal die zweimeisten und einmal die drittmeisten (08/09) fünfmal (!) die meisten Chancen und einmal die zweitmeisten erspielt.

wenn das Ganze cleverer, organisierter und zielführender gespielt würde.

...steht im Widerspruch zueinander. Fabio Capello schwadronierte einst: "Ich schätze es, wenn Spieler auf den letzten 20 oder 25 Metern maximalen Gebrauch von ihrer Phantasie machen. Meiner Ansicht nach muß auf dem Feld immer Ordnung herrschen. Erst von der kollektiven Ordnung ausgehend, kann man Einfallsreichtum entwickeln, was eine individuelle Qualität ist. Das würde ich nie unterdrücken."

Aber beides unter einen Hut zu bekommen ist eben das Problem. Mit den besten Spielern geht sowas, aber die Spielen fast alle auf der Insel oder der Halbinsel. Trotzdem sollte genau diese 'Quadratur des Kreises' das Ziel sein, will man aus dem Mittelmaß dereinst in den Olymp Europas aufsteigen.


Darum geht es nicht, sondern um Ordnung, Flexibilität, ökonomisches Agieren, strategische Spielführung.

Ich lese da einen Widerspruch.
Ich bin überzeugt davon, dass Werder ebenso attraktiv spielen kann, auch wenn der Aufwand intelligenter und mit einem Schuss mehr Siegermentalität betrieben wird.

Werders Spieler sind also unprofessionell - oder lustlos? Vielleicht ob des schon vor ihrem Wechsel zu Werder praktizierten, nicht zu ihnen passenden Systems?

Übrigens finde ich, dass sich rein an der Spielweise selbst in 11 Jahren kaum grossartig was geändert hat. Rückrunde 2003 hatten wir die gleichen Schwierigkeiten durch vordergründig schönes, aber unintelligentes und daher erfolgloses Spiel, wie 2007. 99/00 fuhren wir teilweise hohe Siege ein, aber unterlagen genauso oft unnötig und knapp. Der wirkliche Unterschied ist der, dass KA nach und nach die Spieler verpflichten konnte, die zu Schaaf`s System passten und als diese wieder gingen, Nachkäufe nicht mehr so systemkompatibel passten oder gar nicht passten, funktionierte Schaaf`s System nur noch suboptimal. Wiederrum mit dem Unterschied, dass durch die zwischendurch errungenen Erfolge generell die Klasse des Kaders angehoben werden konnte und dadurch diese, sagen wir mal, "Erfolge" noch errungen wurden.

Ich lese da einen Widerspruch zu Deinen Aussagen aus dem gleichen Absatz. Die Erfolge Werders sind eben nicht wie auf Schalke, von Vizekusen und VWburg durch Verpfändung zukünftiger Einnahmen oder schlichte Schulden errungen, sondern auf kaufmännisch seriöse Weise; daher sind sie eher sogar noch höher zu bewerten, als sie so platt "argumentiert" abzukanzeln.


Wer ist das nicht? Spielkultur und Effektivität schließen einander nicht zwingend aus....

:tnx:


Tja, über das schöner und besser lässt sich ja bekanntlich streiten. Schöner? Möglicherweise. Eher nicht. Besser? Seit Micoud gegangen ist, habe ich erst diese Saison in der Hinrunde wieder mal Kombinationsfussball gesehen.

Hast Du die Werder-Spiele der letzten ein-vier Saisons verfolgt?:p


Einzelaktionen sind weder besser, noch schöner, höchstens manchmal für Ballartistik-Liebhaber. Das wiederrum hat aber nichts mit Fussball zu tun.

Ach sooo. Ich wunderte mich auch schon was Diego, MÖ, MM, CP oder Leute wie dieser Messi und......... da auf dem Platz so komisch rumeiern.


Achso? Viele spanische Teams spielen mit Ballkontakten über viele Stationen, dafür aber mit weniger und kürzerem Ballbesitz der Einzelnen. Dort ist Disziplin, Verschieben, Organisation und Zuordnung erstes Gebot. Und es fallen auch bei weitem nicht so viele Tore (und leichte Gegentore) wie in der BL. Ich weiss jetzt kein spanisches Team, welches so oft sinnfrei wie Werder spielt.

Das diese Punkte keine Rolle spielen wollte ich nicht behaupten. Aber nebst einem organisierten Spiel, immerhin spielt man ja nicht mehr in der E-Jugend, werden Technik und Kreativität gepaukt und nötigenfalls eingekauft; und zwar für viel Geld. DIESE Punkte scheinen für wichtiger gehalten zu werden. Denn auch wenn Verteidiger in den beiden europäischen Top-Ligen verdammt teuer sind, die Offensivkräfte sind noch viel teurer. Den Gesetzen des Marktes zu Folge...


Englische Teams - ich weiss nicht. Die waren immer vor allem deshalb hin und wieder beliebt,
:lol::lol::lol:
weil ihre Spieler nicht so wehleidig waren und weil es schnell hin und her ging. Aber der Fussball? Der ist doch jetzt nur so stark, weil die Kohle alles dominiert. Trotzdem sehe ich den Beliebtheitsgrad nicht in deren grundsätzlicher Spielweise.

So schnell zu spielen wie auf der Insel erreicht man nicht (nur/vornehmlich) durch Ordnung etc., sondern mittels technischer Perfektion und individueller Klasse. Mit den Mitteln Werders kann dieser qualitativ und ästhetisch hochwertige Fussball höchstens so kopiert werden, wie die Chinesen Markenprodukte kopieren. Aber nur so geht es weiter nach 'oben', wo eben Mannschaften mit solchen Qualitäten besiegt werden müssten.

Hast Du diese und letzte Saison Bayern-Spiele verfolgt?

Ja. Die Bayern haben doch schon immer mal begeisternde Spiele und Serien gezeigt. Wie könnte jemand sowas in Frage stellen!? Ich zielte jedoch auf die Spielkultur ab. Auf die langfristige Betrachtung. Darauf, dass sie Trainer wie vanGott oder Trappertoni holen, einen wie Klinsmann jedoch schnell wieder abschiessen. DER hätte das Zeug gehabt die Bayern in einen anderen Klub zu wandeln; wie es einst Cruyff mit Barca oder Ajax geschafft hat. Aber Sicherheit hat bei den Bayern Vorrang. So werden sie weiterhin der typisch deutsche Klub sein, der im Ausland für Rumpelfussball vom Stile eines vanBommel steht, aber selten Freude aufkommen lässt. Ribery und Robben sind offensive Ausnahmefussballer. Defensivkräfte von Top-Format wachsen zwar nicht auf den Bäumen, sind aber häufiger zu finden als Spieler wie Ribery und Robben. Organisierte Defensivler machen nicht den Unterschied zwischen zwei Top-Teams aus, sondern offensive Spieler. Denn auch talentfreie Klopper werden irgendwann kapieren, wie man korrekt verschiebt usw. Etwas überspitzt ausgedrückt: die kreative Spieleröffnung ist die Antithese zur Organisation, nicht deren Sahnehäubchen.


Vor allem, weil die Laien 18.30 Uhr am Samstag ARD anschalten, von irgendwelchen Reportern etwas von "Offensivfussball" hören und viele Werder-Tore und Werder-Gegentore oder mitunter nur Werder-Gegentore sehen. Das macht beliebt....:o
Wie auch Stürmer, die sich freuen, dass sie immer zu ihren Chancen kommen...

Die fehlende Tiefe des Fussball-Journalismus ist leider erschreckend. Plattitüden ohne Ende und oft Verweise auf deutsche Tugenden. Intern wird anders gesprochen, doch den Fans -also Laien- sowie künftigen Gegnern will man keine Detailanalyse präsentieren. Doch wer, ausser Taktik-Füchse und Rasenschach-Liebhaber erinnern sich schon noch ans 1:0 gegen Hoppenheim? Eher schon ans 5:4 gegen Hoppenheim. Und NUR aufs Tore erzielen aus zu sein bringt keine Titel - aber wenns häufiger klappt als schiefgeht Sympathie und die nötige Basis, um den nächsten Schritt machen zu können, den sich andere BuLi-Klubs erkauft haben.
 
Zitat von Lothar Matthäus;990968:
Die Erfolge, die Paul Tergat erwähnte sind eine Tatsache und keine Wahrnehmung.
Nur ging es in erwähntem Beitrag nicht um die Erfolge, sondern um jedem seiner eigenen Realität. Und meine Realität, die ich nannte, aber von ihm wieder mal durch die Blume quasi als grossen Unfug bezeichnet wurde, habe ich mit Nachweisen unterlegt. Schade, dass Du das auch noch aufnimmst....
Wenn Du schreibst, wir spielen den naivsten und ineffektivsten Fußball, dann hast Du "Schaaf-Modus-on" einen nassen Helm auf.
... und mit dieser metapherförmigen Aussage nichts anfangen kannst. Bei Thomas Schaaf - Ultras wie Paul Tergat oder Crystal Palace erwarte ich nicht, dass das verstanden wird. Aber DAS (entschuldige das Selbstzitat) .......
Unsere Mannschaft hat in sechs Jahren (diese Spielzeit nach dem 30. ST getrost mit eingerechnet) seither viermal (!) die meisten Tore geschossen, einmal die zweitmeisten und einmal die drittmeisten (08/09) fünfmal (!) die meisten Chancen und einmal die zweitmeisten erspielt. Dazu kommt im Verhältnis, dass etwa 80-90% der nicht gewonnen Spiele mit übergrossen Vorteilen in Ballbesitz und Spielanteilen für Werder gestaltet wurden und die Siege mit drei und mehr Toren Differenz in sehr hoher Überzahl gegenüber den knappen Erfolgen sind. Zudem ist die Zahl der gewonnenen Spiele, in denen Werder wirklich das schlechtere Team war, verschwindend gering.

Nur steht die Punkteausbeute dazu in keinem Verhältnis und bei Aufwand/Ertrag steht Werder ganz sicher in der Tabelle der letzten Jahre auch an letzter Stelle.
....sind nun mal Tatsachen, die ich auch belegen könnte und nichts anderes war gemeint. Das ist keine verfehlte Wahrnehmung und - was hat das mit nassem Helm zu tun?
Was pro Schaaf spricht, ist, dass er es schafft,
a) die Individualität einzelner bis zu deren Höchstleistungen zu bringen. Nur ganz wenige Spieler haben nach ihrem Abgang an die Leistungen in Grün-Weiss anknüpfen können. Da war und ist er Bundesligaspitze unter den Trainern.
Ja. Dennoch spielen wir ineffektiv und naiv? Ist es vielleicht auch der Spielweise zu verdanken, dass er die Spieler ans Limit führt?
Einerseits ist da was dran. Natürlich ist diese Spielweise bspw. für Stürmer kein Nachteil. Meistens nicht. Es sei denn, es handelt sich um reine Konterstürmer wie Rosenberg, dem der Breitwandfussball von 2006-2009 ganz sicher nicht entgegenkam (Ailton wäre da auch auf verlorenem Posten gewesen!). Trotzdem hat er 30 Tore geschossen, WEIL so viele Chancen kreiert wurden.

Andererseits hängt die Weiterentwicklung von Spielern nicht direkt damit zusammen, ob nur irgendwie offensiv, oder mit mehr Kreativität, Variabilität und Struktur gespielt wird, sondern mMn damit, inwiefern ihnen starkes Vertrauen entgegengebracht wird, inwiefern sie mental aufgebaut werden oder inwiefern diese Spieler - ähnlich wie bei uns - auch das spielen dürfen, wo sie selbst meinen, dass es ihnen am besten liegt. Beispiele - Diego oder Frings (letzterer diese Saison während der Zeit mit der Raute). Schaaf selbst hat ja schon früher öfter betont, dass ihm die Individualität seiner Spieler enorm wichtig ist. Manchmal entsteht allerdings der Eindruck, dass ihm "diese Individualität" wichtiger ist als der Mannschaftserfolg - betone "manchmal"! Ein Aspekt, der nicht nur von mir, jedoch schon seit etwa 5 Jahren hier im Forum kritisiert wird. Dazu kommt, dass Spieler in Bremen ein sicherlich kritikloseres Klima durch das Umfeld vorfinden und darüberhinaus noch "eine längere Leine" als bei vielen anderen Vereinen. Was der individuellen Entwicklung sicherlich nicht schadet. Was ausserdem für diese Sicht der Dinge spricht, ist, dass eben viele dieser Akteure, sowie sie wechseln und anderswo mehr unter Druck und schneller in Kritik geraten, nicht mehr klarkommen.
Insgesamt hat Schaaf den Verein auf eine andere Ebene gestellt - seit Beginn seines Wirkens.
Er hat die Ebene auch über mehrere Jahre gehalten. Das ohne Frage. :tnx:
Kann er die Ebene weiter halten? Oder anders gefragt - kann TS den gehobenen Standard auch noch - gemäß der Qualität - heben? Wenn es darum geht, aus mittelmässigem Können einiger Spieler viel zu machen, ist er zweifelsohne eine Klasse für sich. Wie sieht es aber aus, wenn es darum geht, aus bereits vorhandenener, teils zugekaufter, hoher Qualität annähernd das Optimum herauszuholen? Das meine ich nicht in spielerischer Hinsicht...
Dass diese Leistungskurve keine gerade Linie gen Himmel zeichnet, ist natürlich zu kritisieren. Formkurven, Leistungskurven sind ausschließlich hier in Bremen wellenförmig. Schließlich spielen wir direkt an der Weser.
Warum so sarkastisch? Ich weiss sehr wohl, dass Wachstum und Entwicklung nie linear, nicht einmal progressiv verläuft. War aber auch nie ein Kritikpunkt, zumindest nicht von mir. Die "Wellentäler" die wir haben, sind sicher normal. Was ich unnormal finde, gibt @Bremen ...
Das ist korrekt, es ist aber auffallend, daß die Schwächen im Werder-Kader eine gewisse Konstanz haben und das nicht nur innerhalb einer Saison, sondern über Jahre, ......
.....mit dieser Aussage sehr gut wieder.
 
Zitat von Lothar Matthäus;990755:
Dass aber mit einem anderen Timing, die Spiele anders verlaufen wären, setzt Du voraus. Und genau dort kann man eben unterschiedlicher Ansicht sein. M.E. nach, lagen die Fehler eben nicht im System, sondern hatten unterschiedliche Ursache - individuelle Fehler, Spielerausfälle, Formkrisen.
Ich setze das nicht voraus, viel mehr bewerte ich das, was abläuft. Und da sagen mir vergleichbar abgelaufene Spiele und Erfahrungen, dass es anders hätte besser verlaufen können - weil es anders eben schon wesentlich besser verlaufen ist. Zumal sich diese Erfahrungswerte gerade bei uns auf nicht nur eine Saison beschränken. Aber grundsätzlich geht es um Fehleranalyse.
Im Übrigen hat er im Verlaufe der letzten Rückrunde, im Vorgriff zu dieser Saison, schon mal die Doppelsechs spielen lassen, um die Defensive zu stabilisieren und zu schauen, wie es ohne Diego läuft, als dieser ausfiel. Er konnte das, weil es in der Liga um mehr oder weniger nichts mehr ging.
Stimmt .... und schon da hätte er feststellen können, wie`s funktionieren kann. Ich war in Berlin live im Stadion dabei, als die Doppelsechs Frings/Niemeyer spielte. Durchaus passabel. Die Raumbeherrschung war streckenweise beeindruckend. Die Spielführung dagegen nicht.
Die 1:0 Führung gaben wir in der Schlussphase durch einen so nicht gewollten, abgefälschten Simunic - Kopfball und einen dicken Bock von Naldo in der letzten Minute ab.
Aber auf dieses Mittel hat TS diese Saison erst zurückgegriffen, nachdem sieben sieglose Spiele zu Buche standen. Schon irgendwie seltsam, meinst Du nicht?
Die formelle Aufstellung wird in der Tat von Dir überbewertet. Wir werden nicht wie die alten Germanier in WOB das Feld stürmen. Wir werden dort aber sehr wahrscheinlich mit einer disziplinierten und konzentrierten Leistung, wenn wir wenig Fehler machen und vor allem unsere Chancen nutzen, mit einem 4-4-2 ebenso erfolgreich sein, wie mit einem 4-2-3-1. Dieser Faktor wiegt sehr viel schwerer, als die Entscheidung, ob wir mit einer oder zwei Spitzen agieren.
Diesen "Faktor" bestreite ich nicht, halte ihn aber nicht für wichtiger und schwerwiegender.

Beispielhaft fehlerbehaftet ist doch, dass bei jedem negativen Spielverlauf hier zuerst die mangelnde Einstellung der Akteure angeführt oder aber erzählt wird, "Werder habe den Anfang verschlafen". Hier werden m.E. zu oft die Symptome zur Ursache erklärt.

Nehmen wir die beiden Spiele gegen Valencia und in Dortmund.

Gegen Valencia haben wir eigentlich in der vierten Minute den Ball gewonnen, trotzdem wird dem Gegner der Ball vor die Füsse geköpft. In diesem Moment ist jedes taktische Vorhaben oder jede evtl. gewollte, auf den Gegner geeichte Spielweise passe`. Dann wird eine Mannschaft, WEGEN der Ausgangslage, sofort zu einer anderen Taktik gezwungen. Diese Partie würde ich nie dem Trainer ankreiden.

Anders in Dortmund. Da haben wir in der ersten Halbzeit keinen Zugriff auf den Gegner gehabt. Das aber nicht deswegen, weil die Einstellung nicht stimmte, sondern weil das Verschieben, Zuordnungen und Abstimmungen nicht passten/die Leute damit überfordert waren. Beim ersten Gegentor ist Fritz Stellungsfehler lediglich das Ende einer Fehlerkette, welche damit beginnt, dass zuerst Özil, dann Marin falsch im Raum verteidigen, dazu die Mitte zu offen ist. WEIL das die falschen Leute im falschen System waren. Wer einmal Fussball gespielt hat, weiss, dass ein Gegner, der so viel Platz bekommt, irgendwann zwangsläufig Fehler heraufbeschwört und diese irgendwann auch zu nutzen weiss (in der Regel).

Überhaupt sehe ich oft nicht die Einstellung als Kardinalproblem. Weil dagegen spricht, dass wir die kleineren Mannschaften fast alle schlagen, dass Rückstände in grosser Manier aufgeholt werden, dass wir auch in Dortmund das Spiel noch hätten drehen können. Zudem geraten wir manchmal zeitig in Rückstand, weil die strategische Spielführung fehlt, wir oft unnötig früh mitspielen, so früh aber das Tempo noch nicht gehen können, die Laufwege nicht ad hoc stimmen, noch nicht abgetastet wurde. Und wir dann eben leicht ausgespielt und ausgekontert werden.

Daher....
Nur, was Du machst, ist aus jedem Fehler, unterscheidet er sich auch noch so sehr vom Vorhergehenden, eine Grundsatzdiskussion über den Trainer zu veranstalten. Du wirst nicht müde, aus jedem Fehler ein System abzuleiten. Nach Deiner Ansicht, so scheint es zumindest als Leser Deiner Beiträge, ist jede Niederlage, ein neuer Beleg für das immer wiederkehrende taktische Fehlverhalten. Mag sein, dass das alles ein Missverständnis ist - aber so liest es sich.
...ist das ein Missverständnis!
Im Übrigen bin ich anderer Meinung, als Du: Wenn es wirklich so wäre, wie Du es beschreibst, gehört Schaaf entlassen.
Es geht um einige Spiele, was ich beschreibe, um ein paar Serien, aber nicht um alles, was passiert.....
 
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