@the_freaktaker: Man sollte einfach sich mal durch den Kopf gehen lassen, was die Mannschaft für ein Potential hat und in wie weit sie dieses ausreizt. Ich glaube, dass es für die meisten kein Problem wäre, wenn wir wüssten, dass wir 11 Gurken auf dem Platz stehen haben. Aber die Spieler sprechen bei uns immer selbst davon, dass sie aus ihren Fehlern lernen wollen und um die Meisterschaft mitspielen wollen. Das was sie dann an zählbarem bringen ist ganz klar nicht ausreichend. Vielleicht sind sie auch zu verkrampft und sehen den leichten Weg nicht mehr - trotzdem: nicht ausreichend. Vor allem das lernen aus den Fehlern ist witzig: wir sollten eigentlich mittlerweile die klügste Mannschaft der Liga sein, stellen uns aber immer wieder wie ein Dorfverein an.
Das wird analysiert werden müssen. Die Frage ist, woran liegt es?
Die eigentliche Frage ist, die sich aus deinem vorherigen Satz ergibt - wie lange wird das schon analysiert? Wie lange wird schon darüber diskutiert? Das lässt sich in unzähligen Threads und Beiträgen - so etwa seit 2006 nachlesen.
Aber die Aussagen hier, dass die Mannschaft grundsätzlich ihr Potential nicht ausreizt bzw. dieses überhaupt nicht hat, stört mich gewaltig, weil das nur im Ansatz - und freilich in den Ergebnissen - stimmt.
Heute ging es schließlich gegen einen Gegner, der lediglich einen Platz hinter uns steht, der nur 4 Punkte weniger hat und für den es bereits um sehr,sehr viel ging. Und jetzt erwarten einige hier, dass die quasi mit unserer zweiten Reihe aus dem eigenen Stadion geschossen werden?
Aus meiner Sicht war es so, dass Werder wiederrum über weite Strecken den Gegner auswärts dominiert hat, aber daraus keinen Nutzen ziehen konnte. Dieses Ding hätte unsere Mannschaft in der ersten Halbzeit entscheiden können, wenn nicht müssen.
Inzwischen war das von 13 Rückrundenspielen das 11.mal, dass Werder in einem Spiel mindestens gleichwertig und spielerisch ohnehin besser war.
Demzufolge ist das Potential immer noch gut genug. Auch der Wille ist dem Team nicht abzusprechen,
aber es fehlt der letzte Wille. Die letzte Konsequenz, der notwendige Ehrgeiz, etwas unbedingt erzwingen zu wollen. An einer mentalen Schwäche kann es mE nicht liegen, dazu herrscht zu wenig Druck aus Umfeld usw, an dem die Mannschaft scheitern könnte und ausserdem hat Werder in den vergangenen Jahren im Schlusspurt der Saison immer zulegen können, während andere zerbrachen. Viel mehr liegt es vielleicht an zu wenig Impulsen von aussen, viel zu schnell wird sich wieder an zwischendurch guten Ergebnissen berauscht und vergessen, dass das nächste wichtige sofort folgt. In der Bremer Kuschelmentalität können es sich einige zu oft bequem machen. Was sich nicht zuletzt bei Spielern zeigte, die nach Vertragsverlängerungen oft nicht mehr den nötigen Einsatz investierten.
Ich kann es auf jeden Fall verstehen, dass einige hier total abkotzen und von der Mannschaft nur noch derbe enttäuscht sind. Schön, wenn sie am Ende in 2 Finalen vielleicht stehen - trotzdem muss man nicht die "unwichtigen" Spiele alle so links liegen lassen.
Doch - schon, ich denke, dass hätten viele Mannschaften so gemacht. Wenn ein Team in der zweiten Hälfte (wieder einmal unverdient) in Rückstand gerät und mit den Gedanken beim nächsten Spiel ist (sein muss), halte ich es für nicht unnormal, wenn es dort nicht mehr viel zuzusetzen gibt. Schließlich wäre der UEFA-Cup der größte Erfolg der Vereinsgeschichte.