Gesetzt den Fall, man steht auf abgedroschene Torwart- bzw. Fußballphrasen. Gesetzt den Fall, Mielitz sei ein biederer Durchschnittstorwart, der haltbare Bälle hält und unhaltbare nicht. Also in Zahlen ausgedrückt: Er hält 100% der haltbaren Bälle und lässt 100% der Unhaltbaren durch. Sollte das nicht die Definition von "Sicherheit ausstrahlen" sein? Ich meine, wenn er zusätzlich zu den 100% Haltbaren auch noch 2-3% Unhaltbare hält, dann vergrößert das doch rein logisch die Unsicherheit der Vorderleute, weil sie sich nicht mehr sicher sein können, ob er einen Unhaltbaren nicht hält, wohingegen sie bei 0% Unhaltbaren die vollkommene Sicherheit haben. Kann man mir noch folgen?
Naja, lassen wir das und betrachten sein Spiel lieber etwas differenzierter nach Torwart-spezifischen Situationen. Bei hohen Bällen haben wir im Vergleich zu Wiese ohne Frage eine Verbesserung. Bei 1:1-Situationen fehlt Mielitz die
Zielstrebigkeit 
D) eines Wiese. Allerdings habe ich bei Mielitz auch weitaus weniger Angst vor Rot, Elfmeter gegen uns oder beidem. Dass einem Stürmer heutzutage noch das Herz in die Hose rutscht, wenn er alleine vor einem Torwart steht, halte ich für fast ausgeschlossen. Eine Präsenz wie damals Kahn hat heute kein Torwart in der Liga mehr.
Kann gut sein, dass Wiese in Topform den Schuss von Schwegler gestern gehabt hätte.
Abwürfe und Co. gefallen mir bei Mielitz auch noch nicht. Jedoch sehe ich hier durchaus mehr Potential als bspw. bei Wiese. Immerhin ist es auch seine erste volle BL-Saison. Man spricht zwar immer davon, dass der Torwart Ruhe und Sicherheit auf seine Vorderleute ausstrahlen sollte, aber das sollte doch bitte auch umgekehrt gelten.
Wichtig ist vor allem erst einmal, dass er keine Fehler macht. Und die macht er nicht. Wenn ich die Wahl habe zwischen einem Monster im Tor, das eine Mega-Parade raushaut, diese aber mit einem Patzer wieder ausgleicht, und einem eher unscheinbaren Torwart, der aber keinen Patzer macht, dann entscheide ich mich für Letzteren.