Gut, dann muss einer den Wasser in den Wein kippen und das bleibt dann wohl an mir hängen.
Es ist ein völlig unbegründeter Optimismus, wenn hier geschrieben wird, dass auch die nächste Saison "noch" hart wird, wenn behauptet wird, ein Umbruch dauere eben "2 Jahre", ganz so als wäre das in Stein gemeißelt. Gefühlt sind wir seit Özils Weggang im Dauerumbruch, ohne dass wir uns positiv verbessert hätten.
Die Frage, wo die Verbesserungen denn herkommen sollen, sei es in der nächsten oder in der übernächsten Saison, muss dringend gestellt werden. Weder haben wir ausgesprochen talentierte Leute im Kader, von denen eine nennenswerte Weiterentwicklung zu erwarten wäre, noch sind größere Transfereinnahmen zu erwarten, da unser Kader auch keine für große Vereine interessanten Spieler mehr beinhaltet. Der letzte größere Transfer, mit dem wir frisches Geld generieren konnten, war der sokratis-Transfer und es wurde versäumt, einen Teil dieser einnahmen in Spieler zu investieren, die auf Sicht einen erheblichen Gewinn abwerfen werden. Das Geld floss in viele biedere, technisch bescheidene Spieler mittleren und höheren Alters sowie den nicht übermäßig talentierten IV Caldirola, neben dem Prödl wie ein Abwehrchef aussieht.
Das bedeutet: Werder wird in den nächsten Jahren nicht die Kohle haben, um die ganz interessanten Transfers zu machen, die nötig wären, das Team wieder vorne ranzubringen. Alternative Möglichkeiten wie das konsequente Setzen auf junge Spieler werden nicht verfolgt, zumindest bislang. Und auch taktisch sind wir unter Dutt weit davon entfernt, anderen teams gegenüber einen Vorsprung zu haben. Unser Mittel wird es auf Sicht bleiben, mit technisch limitierten Spielern, die den richtigen spirit haben, über den Kampf zu Punkten zu kommen, was "Absteigskampf" bedeutet, auch über diese oder die nächste saison hinaus. Nur vor diesem Hintergrund ergeben all die technisch limitierten Kampfschweine im Team, von Garcia bis bargfrede, von Makiadi bis Petersen, Sinn. Keiner dieser Spieler steht für gehobenen Kombinationsfußball und von den letzten Mohikanern, mit denen das möglich wäre, wird uns Hunt verlassen und elia wird man vermutlich versuchen zu verkaufen. Geholt haben wir einen ordentlichen Zweitligarenner mit Namen Fin Bartels.
Es gibt also an dieser Mannschaft und dieser situation nichts, das auf eine besserung hindeutet: Wir haben weder eine besonders talentierte Truppe, noch besonders viel schlummerndes Potential, wir haben nicht besonders viele junge Spieler im Team und wir haben keinen besonders innovativen Trainer, wir haben weder Geld noch eine besonders findige Personalpolitik, die große Talente für kleines geld ranschafft, sondern auf charakterlich gute, biedere Kampfsäue setzt.
All das lässt für mich nur den Schluss zu, dass man sich in Bremen mittelfristig auf Absteigskampf einstellen muss und sich daran gewöhnen sollte, dass glückliche Kampfsiege gegen mittelmäßige Teams, maßgeblich durch Publikum und Schiri unterstützt, das höchste der Gefühle sind. Wenn das allen klar ist, dann ist das in Ordnung, dann wird man mit der aktuellen Vereinspolitik auch keine Probleme haben.