Ich habe mir jetzt mal die teilweise doch recht langen Posts auf den letzten Seiten hier durchgelesen und frage mich ernsthaft, wo denn der Kern dieser ganzen Diskussion ist.
Da gibt es die Fraktion, die die momentane sportliche und finanzielle Situation an der alten Führungsriege festmacht und der neuen sportlichen Leitung deshalb jede Menge Kredit gewährt
Auf der anderen Seite stehen die, die der Meinung sind, dass man Äpfle nicht mit Birnen vergleichen sollte und dass die aktuelle sportliche Leitung aus den gegebenen Möglichkeiten viel mehr rausholen müsste.
So weit, so gut. Allerdings gab es diese Diskussion schon in der Sommerpause und nach jedem Spieltag flammte sie auf Neue auf. Beide Seiten werden hier nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Wo ist dann also bitte der Mehrwert dieser Diskussion.
Ich finde eine andere Tatsache viel bedenklicher: Bei seiner Verpflichtung wurde RD als unter den gegebenen Umständen überwiegend als gute Wahl bezeichnet und als er noch weit vor dem ersten Spieltag darauf hinwies, dass es eine ganz schwere Saison werden würde haben hier alle gesagt: Jawoll, Recht hat er. Bloß die Trauben nicht zu hoch hängen und erstmal konsolidieren.
Mittlerweile wird hier aber nach jedem Spieltag einem anderen Kicker die Bundesligatauglichkeit abgesprochen. Der Luki holzt nur rum, aber der Prödl ist auch nicht besser. Unser Kapitän ist viel zu langsam und erkennt noch nicht einmal, dass er am besten ganz aufhören sollte. Und dann überhaupt erst der Schmitz? Da spielt der nach einer ewig langen Verletzung mal wieder und verursacht gleich 2 Gegentore. Und zum guten Schluss: Der Miele! Was für eine Graupe! Ok, er hat sich stabilisiert aber trotzdem - für höhere Aufgaben ist der nicht zu gebrauchen. Aber dann den Wolf spielen zu lassen? Nee, dann lieber doch den Mielitz.
Ich glaube manchmal, hier könnte ein Messi spielen und in jedem Spiel 5 Tore schießen. Der würde hier regelmäßig sein Fett weg kriegen, wenn er nich mit nach hinten arbeiten würde.
Was ich damit sagen will: Die vorher angemahnte Geduld ist mittlerweile einer fast panischen Unruhe gewichen, weil die Mannschaft offensichtlich nicht so schnell Fortschritte macht, wie man sich das hier insgeheim erhofft hatte. Nur: liegt das wirklich am Trainer? Oder gibt die Mannschaft momentan vielleicht wirklich nicht mehr her?
Mir ist ehrlich gesagt in der momentanen Situation völlig egal, wie sich unser Trainer Eurer Meinung nach nach aussen verkauft. Wenn er in der Rückrunde Wolf ins Tor stellt, dann ist das so. Er wird seine Gründe haben.
Und wie er das uns gegenüber verkauft, ist mir echt sowas von scheißegal, solange er intern mit den Spielern vernünftig umgeht.
Was hier spätestens seit der Personalie Mielitz/Wolf an Trainerkritik losgelassen wird, ist meiner Meinung meilenweit überzogen und ich finde,
dass wir uns angesichts der finanziellen Situation und der momentanen Leistungsfähigkeit unseres Kaders mal wieder an der Saisonauftakt zurückerinnern sollten, wo wir fast alle noch beim Wort "Geduld" zustimend genickt haben. Denn unterm Strich ist bislang nichts anderes eingetreten, als man vor der Saison gesagt hat. Nämlich dass es schwer wird!
Es freut mich, dass Du Dir die Kritik durchgelesen hast. Der Kern der Diskussion rankt sich darum, dass sich unter Dutt bis heute keinerlei Spielkultur entwickelt hat und dass sich nach der Vorbereitung und der Verfolgung der Testspiele auch weiterhin keine Besserung erahnen lässt.
Fehlende Spielkultur und -philosophie lässt sich nicht damit erklären, dass die finanzielle Struktur angespannt ist und es auch nicht wirklich zielführend ist diese an der alten Führungsriege festzumachen. Wie an den Stats erkennbar ist, war Spielkultur und -philosophie ausgeprägter vorhanden unter der alten Führungsriege denn unter der Neuen.
Erwartet habe ich, dass Dutt festere Strukturen ins Spiel bringt, um mehr Automatismen möglich zu machen. In dieser Hinsicht ist wenig bis nichts erkennbar, lediglich die Grundausrichtung Cottbus und Hochsicherheitsfußball wie er von den Engländern in den 80ger Jahren gespielt wurde, sind aus den Spielen her ersichtlich. Nichts, was einer Spielkultur oder der Fortentwicklung von Spielern förderlich ist.
Da hat Trybull, der zu Pauli ging, schon die richtigen Worte zum Abschied gesprochen, wo er sagte, dass er gerne den Ball in den Fuß gespielt bekommt und es wenig Lust und Laune bereitet, wenn man sieht, wie die Bälle laufend über einen drüber fliegen, weil Kick an Rush gespielt wird.
Ja, die sportliche Leitung müsste aus den gegebenen Möglichkeiten mehr rausholen und das beginnt schon damit, dass die richtige Grundausrichtung gegeben sein muss, eine, die dem Gegner nicht grad zu Pass kommt. Das wiederum haben wir in der letzten Saisonhälfte sehen dürfen ist bei Dutt nicht frei von Fehlern. In dieser Hinsicht möchte ich nur mal an das Nürnbergspiel und an das Spiel gegen die Bayern erinnern, weil dort eklatante Fehler auf der BANK und nicht auf dem Spielfeld begangen wurden. So jedenfalls meine Meinung.
Und ich sehe nicht, warum man daran keine Kritik üben darf, nur weil einige hier meinen Geduld wäre etwas, wo man den sportlichen Leitern einen Freifahrtschein erteilt, keinerlei Kritik üben darf und hier so getan wird, als würde die hier geäußerte Kritik einen Beitrag zum sportlichen Niedergang leisten.
Diejenigen, die hier Kritik üben geben eigentlich nur das wider, was in breiten Teilen der Fußballanhänger vom aktuellen Werder Bremen gedacht wird, weil Bremen unter Dutt grottigen Fußball bietet, in defensiver, wie auch in offensiver Hinsicht. Wäre der rein defensive Fußball intelligenter Cattenaccio mit dem Ziel einen Sieg zu erringen und würde man dies intelligente Spiel dann auch auf dem Platz erkennen, dann würde man hier auch ruhigeren Zeiten entgegensehen. Dem ist aber nicht der Fall. Offensiv wie Defensiv ist das nen extrem fragiles Gebilde, was Dutt da gebaut hat.
Klar hat Robin Dutt Recht, dass es eine schwere Saison wird. Das hat aber doch nicht dazu zu führen, dass man grottigen Scheißfußball ohne großartige Entwicklung jetzt einfach klaglos hinzunehmen hat. Man wird doch wohl auch in einer schwierigen Saison Kritik üben dürfen, oder ist das jetzt verboten, weil die Saison als Schwierig angesehen wird. Die aktuellen Statistiken sagen nix anderes aus. Werder wird dort als Abstiegskandidat geführt, weil man Werte jenseits von gut und böse aufzuweisen hat. Mannschaften wie Nürnberg, Freiburg, Frankfurt, Hoffenheim etc. sind fußballerisch besser unterwegs als Werder Bremen unter Dutt und das soll man jetzt nicht ansprechen dürfen, weil Werder laut Dutt und Eichin vor einer schweren Saison steht? Wohl kaum. Das muss mMn angesprochen werden dürfen und da darf es auch gerne eine Diskussion geben, aber doch nicht unter Verweis darauf, dass letzte Saison Schaaf hier Trainer war, sondern unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Dutt hier in seiner aktuellen Saison Fehler gemacht hat und es kann doch nicht von Nachteil sein, wenn man sich darüber unterhält, welche Fehler hier begangen wurden.
Indem man eine polarisierte Totschweigdiskussion führt und hier laufend zu Besonnenheit aufruft wird sich doch nix verändern und auch die Haltung der Fans wird sich dabei keinen Deut verändern. Man wird vorm Fernseher sitzen oder im Stadion, wird sich das Spiel ansehen und die Bewertung des Spiels wird auch ein jeder vornehmen und die Bewertungen, wo die Werderfans sagen: "Geiles Spiel gesehen!" wird da eher einen Ausnahmefall darstellen und das, was vor dem Fernseher so bewertet wird, darf auch gerne so in einem öffentlichen Forum bewertet werden ohne, dass da einige daherkommen und sagen:"Schaaf ist schuld!".
Nein. Dutt lässt spielen und verantwortet, was auf dem Platz geschieht und sinnig wäre es, wenn Fehler die begangen wurden und die zu Punktverlusten führen hier kritisch reflektiert werden. Aber doch nicht, indem man sagt, das läge an der vorigen Spielzeit. Was ist das überhaupt für eine Argumentationshaltung.
Werder Bremen erspielt sich wenig Chancen und Möglichkeiten, weil letztes Jahr war Thomas Schaaf hier Trainer. Das ist nicht nur unlogisch, sondern auch noch total sinnbefreit.
Der Saisonauftakt liegt mittlerweile mehr als ein halbe Jahr zurück und wenn Du allen Ernstes meinst, dass man die Zeit, die seit dem vergangen ist klaglos hinzunehmen hat, keine Kritik üben soll und alle Fehlentscheidungen die getroffen wurden von TS KA oder an dem miesen miesen Kader liegt, der für uns jetzt die Kastanien aus dem Feuer holen soll, dann bitte. Ohne mich.
Im Übrigen auch eine schlechte Ausgangslage, den miesen Kader für die Performance auf dem Platz verantwortlich zu machen. Die Jungs können weit mehr, als sie auf dem Platz zeigen und es ist an Dutt, dies rauszukitzeln, Struktur zu geben und auch mal Spielfreude zu entwickeln,