Das sehe ich eben allein deshalb anders, weil ich den Pokalsieg 2009, die UEFA-Cup Finalteilnahme 2009 und auch die erneute Pokal-Finalteilnahme 2010 für einen Verein wie den SV Werder als großartige Erfolge verstehe. Selbst bei Weltvereinen wie dem HSV gäben die Fans nach bald 30 Jahren ohne jeden Titel inzwischen ihr letztes Hemd dafür, wenn sie nur mal an irgendeinem Titel wenigstens schnuppern dürften. Da nähme man auch locker unbefriedigende Liga-Auftritte in Kauf.auch ich gehöre dazu das man TS 2008 entlassen hätte sollen..aber nicht aufgrund der "unfähigkeit" von TS sondern weil KA bzw die chefetage damals erkennen mussten, dass TS nicht mehr der richtige trainer für die laufende entwicklung des fußballs ist um Werder weiterhin an dem erfolg teilhaben zu lassen...
Allein davon, dass einem die Fachpresse und die Experten bei "Spielverlagerung.de" eine taktische Weiterentwicklung und das Ankommen im modernen Fußball attestieren, kann man den Briefkopf des Vereins jedenfalls nicht um einen Titel ergänzen. Da gehört schon etwas mehr dazu. "Der SV Werder praktiziert jetzt endlich - als letzter Verein der Bundesliga - Gegenpressing auf den Außenbahnen" ist so eine typische Floskel, die sich ganz fundiert fachmännisch anhört. Entscheidend ist aber doch immer noch, was dabei herauskommt.
Konsequenter Weise hätte man - nach dieser Philosophie - damals Otto Rehagel noch vor dem Gewinn des Europa-Meistertitels als Trainer der griechischen N11 entlassen müssen, damit auch die Griechen endlich den "modernen Fußball" beigebogen bekommen. Tja - und da können die Experten noch so unken ("wenn Rehagel kommt, spielen wir wieder mit Libero, mu ha ha") - Erfolge sind meiner Meinung nach immer noch wichtiger als der krampfhafte Versuch, taktische Weiterentwicklungen/Ideen anderer Trainer/Vereine in die Arbeit mit der eigenen Mannschaft hinein zu kopieren.
Es ist ja immer einfach, sich in der Rückschau auf eine - insgesamt abwärts laufende - sportliche Erfolgsbilanz einen Punkt heraus zu greifen, an dem man besser schon etwas verändert hätte (um ggf. die Entwicklung, die sich dann ergab, frühzeitig zu stoppen). Aber in der Rückschau auf die sportliche Entwicklung des SV Werder einen Zeitpunkt für einen Trainerwechsel als richtig zu befinden, der noch vor dem Gewinn eines Titels liegt ???
Das kann in meinen Augen nicht richtig sein.
Und - diese Empfindung, man müsse mindestens alle soundsoviel Jahre den Trainer wechseln, kann ich auch nicht ansatzweise nachvollziehen. So hart, wie manche hier dies verfechten, hätte TS ja nicht einmal mehr das Double 2004 begleiten bzw. bewirken dürfen.

ganz einfach...
Der Negativtrend hat eindeutig mehrere Ursachen, eine davon war auch der Trainer, eine andere auch der Manager. 