... Eine knappe Niederlage in Do gehört dazu. Das war unter TS nicht der Fall.
Im Eröffnungsspiel der letzten Saison haben wir dort nach sehr gutem Spiel mit 1:2 verloren. Das entscheidende Tor fiel nach einem bösen individuellen Patzer Ignjovskis kurz vor Schluss!
Aha, sind wir wieder angekommen. Bei der nicht enden wollenden Legende vom nur Werder fehlenden Glück, von den guten Spielen und individuellen Patzern.
Zum einen war es das 1:0. Dabei zeigt allein die Entstehungsgeschichte jenen Gegentores alle Facetten der damals ewig, zementierten Defizite. Die da wären:
1.) Im Mf keine Anspielstationen, keiner der aus den halben Positionen entgegen kommt, einrückt, damit Prödl zumindest den kurzen Pass spielen könnte. Es kommt der lange Hafer, wonach erwartbar der Ball verlorengeht, weil wie gewohnt keiner den zweiten Ball (wie auch zu allem Überfluß keiner den "dritten Ball") bekommt. Beides hat die selbe Ursache:
Ordnung und Raumaufteilung (und zwar gilt das auch bei eigenem Ballbesitz)
2.) Danach reicht eine kluge, kurze Spielverlagerung mit flachem Pass auf drei sich richtig bewegende Spieler, um Werder - ohnehin bereits in eine 5-gegen-5-Situation verwickelt, auf der einen Seite im Konter völlig blank zu legen. Die Ursache:
schlechtes Umschaltverhalten (infolge der fehlenden Ordnung und Zuordnungen)
3.) Ignjovski kann nur noch reagieren. Er dreht (im falschen Moment) und stellt sich völlig falsch zum Ball, wird nachfolgend dadurch im Rücken erwischt. Und das ist ein
Basic. Aus demselben Grund beging Arnautovic so oft Stürmerfoul, aus demselben Grund muss(te) Ekici stetig verzögern und ließ sich in den Gegenspieler oder auf den Rasen fallen, aus demselben Grund läuft Schmitz einen Bogen, statt in die Innenbahn einzurücken, die er aufmacht, aus demselben Grund unterlaufen Fritz oder Bargfrede die Bälle oder verschätzen sich übel dabei. usw., usf. Oder immer wieder Hunt`s drucklose, angeschnibbelte Bälle, die nicht zur Spielsituation passen sowie das fehlende, flache Passpiel aller Beteiligten (wie es selbst Teams wie Freiburg oder Mainz um Klassen besser beherrschten).
Basics, halt. Dies ist eigentlich bei allen, je länger sie hier waren, schlechter statt besser geworden, ohne jegliche Aussicht auf Besserung.
Das 2:1 kassieren wir übrigens auf ähnliche Weise, wieder verschieben alle falsch, legen die Seite offen (trotz 4-1-4-1), dann stürzt Arnautovic auch noch raus, macht danach gleich nochmal denselben Fehler. Alle stehen falsch. Und der ganze Aufwand umsonst.
Unter dem Strich verzweifeln dann irgendwann die Spieler, weil Engagement keine Erfolge zeitigt und ihnen nicht geholfen wird. Das war es, was sich
nie änderte und deshalb führten solche, angeblich sehr guten Spiele bei uns immer wieder dazu, dass wir aus genau diesen Gründen auf Dauer praktisch scheitern mussten. So bekommt eine Mannschaft keine Sicherheit und es reicht ein Pickser im extrem labilen Gebilde, ein bisschen Schwund an Selbstvertrauen, um das Ganze auf Wochen einstürzen zu lassen, weil es kein Fundament gibt. Daran (@Simac

) knabbern wir heute noch.
Und damit sind wir auch bei dem, was ich mir von Dutt erhoffe. Bei der Verbesserung in Punkten wie diesen dreien, wo es fast 10 Jahre keinerlei Verbesserung gab. Trotz allem Mist zur Zeit glaub ich, bereits in 1.) und 3.) etwas zu sehen, was mich gegenüber den Vorjahren zumindest ansatzweise zuversichtlich stimmt.
Ich fürchte nur, dass wir nicht die Zeit haben werden, um Dutt`s System/ Idee zu entwickeln. Da hat Maddin nicht unrecht. Das Konzept Dutt ist und war immer langfristig angelegt. Überall, wo er war. Die Zeit hätten wir vor einigen Jahren gehabt, als es der Kader noch hergab, aber diese Chance wurde vom Verein fahrlässig vertan.
Womöglich muss bei weiterem Mißerfolg - leider - einer kommen, der kurzfristig den Rahmen schafft und einfach nur punktet. Auf der anderen Seite könnte dies wieder ursächlich für eine ähnliche Ära wie nach Rehhagel stehen. Ich bin ein großer Fan von Rehhagel, war aber dennoch schon damals der Ansicht, dass der Wechsel zu spät kam. Die Probleme nach Otto kann man bis heute nicht unabhängig von Otto betrachten, trotz seiner Erfolge in den letzten Jahren. Dieser einfacher vermutete Weg, das ewige Setzen auf Altbewährtem ohne Integrieren von neuen Ideen versperrt Innovation und ist nicht nur bei Fussballvereinen hin und wieder der Anfang vom Ende.