Olympische Spiele + Paralympics

Gerade wieder eine Medaillenanalyse im ZDF mit dem Hörmann. Verstehe die Vergleiche mit London oder Peking nicht. Schließlich erwähnt keiner mit nur einem Wort, dass viele Russen/Rumänen/etc. in Sportarten ausgeschlossen sind, in denen wir Medaillen abgeräumt haben. Okay, dass die Leichtathleten gefehlt haben, hat uns scheinbar weniger genutzt, weil die im Diskus- und Speerwurf keine Rolle spielen... aber umso bemerkenswerter ist es, dass in den anderen Sportarten keine Medaillen gewonnen wurden. Ich will damit nur sagen: Durch den Teilausschluss einiger Nationen, waren die Vorzeichen für den DOSB ziemlich gut.

Ich gehe davon aus, dass am Ende 42 Medaillen stehen. Das deckt sich etwa mit meiner Prognose, die ich hier nach den ersten Tagen geäußert hatte. Ob das gut oder schlecht ist, würde ich aber nicht an der Zahl oder an Platz fünf im Medaillenspiegel festmachen, sondern an einzelnen Sportarten.

Natürlich waren Fechten, Leichtathletik und Schwimmen Enttäuschungen. Da muss man ganz genau analysieren. Ich glaube in Peking war es eine einzelne Bronzemedaille für die LA, in London dann acht Medaillen. Fünf bis Acht ist sicher ein gutes Ergebnis, wenn man die Laufdisziplinen ignoriert. Beim Fechten konnte man ja davon ausgehen, dass da nicht viel kommt, wenn sich keine Mannschaft qualifiziert hat, sondern nur Einzelkämpfer. Schwimmen war sicher eine Katastrophe. Kaum Finals und insgesamt war glaube ich Platz 6 das beste Ergebnis.

Ich gehe aber nicht mit mit der ZDF-Analyse, dass die Slalom-Kanuten versagt hätten. Da waren zwei ganz knappe Entscheidungen dabei und da muss man dann auch fair sein. Es muss nicht immer eine Medaille sein. Keiner erinnert sich zwar später an Platz 4, aber die hatten auch keine 12-15 Entscheidungen, sondern vier. In jedem Finale war der DKV dabei und ist zweimal mit Platz 4 nur sehr knapp geschlagen gewesen.

In den "Kampf"-Sportarten kam auch wenig rum. Stimmt. Aber waren wir da traditionell in den letzten Jahrzehnten je besonders stark? Medaillen wie von Ole Bischoff waren doch eher die Ausnahme.

Es war auch hier und da Pech dabei, bei Lena Schöneborn etwa. Beim Turnen war es sehr schade, dass der deutsche Meister sich verletzt hat. Auch andere Athleten waren leider verletzt bzw. hatten im Vorlauf der Spiele mit Verletzungen zu kämpfen. Wenn das nicht dem Training geschuldet ist, dann ist das auch Pech und muss akzeptiert werden. Sind ja alles keine Maschinen (von Sebastian Brendel mal abgesehen :D).

Es war ja auch viel Positives dabei. Nicht nur die traditionell starken Kanuten (die Ruderer waren in der Spitze OK, aber die Breite hat mir etwas gefehlt...). Die Ballsportarten waren fantastisch: Deutschland Land des Mannschaftssports! Dazu natürlich die Reiter und die Schützen.

Hmm... starke Leistungen zu Pferd, mit dem Gewehr und mannschaftliche Geschlossenheit... Was sagt das über unser Heer aus? :D
 
Es war ja auch viel Positives dabei. Nicht nur die traditionell starken Kanuten (die Ruderer waren in der Spitze OK, aber die Breite hat mir etwas gefehlt...). Die Ballsportarten waren fantastisch: Deutschland Land des Mannschaftssports! Dazu natürlich die Reiter und die Schützen.

Hmm... starke Leistungen zu Pferd, mit dem Gewehr und mannschaftliche Geschlossenheit... Was sagt das über unser Heer aus? :D
Weitgehend stimme ich Deiner Analyse zu. Nur "Deutschland, Land des Mannschaftssports" stimmt auch nur bedingt. Basketball, Volleyball, Wasserball war Deutschland nicht vertreten. Dennoch ists wirklich bemerkenswert, dass Deutschland mit jeder Mannschaft, mit der man angetreten ist, Edelmetall geholt hat. Und das mit teilweise absolut dramatischen Spielen. Hockey (eigentlich fast alle Spiele, vor allem bei den Herren :)), Handball-Halbfinale und die Krönung die beiden Fußball-Finals. Das war schon großer Sport, um das Phrasenschwein zu füttern. ;)

Amüsante (?) Randnotiz: Wir mokieren uns ja so gerne über die "schießwütigen Amis". Im Medaillenspiegel im Bereich "Schießen" hat Deutschland drei Gold- und eine Silbermedaille geholt, die USA eine Gold- und zwei Bronzemedaillen. :tnx:
 
Der Stern hat dazu auch einen sehr kritischen Artikel online gestellt http://bit.ly/1HpTvKv. Ich begrüße es durchaus, kann mich auch seit einigen Jahren nicht mehr für Olympia begeistern. Da Eurosport aber frei empfangbar ist verstehe ich die Aufregung darüber auch nicht.

Ich finde generell sollten sich die öffentlich rechtlichen überlegen was ihr Auftrag ist und entsprechend handeln. Kein Mensch braucht 25 öffentlich rechtliche Sender, einer würde mir schon reichen.
 
Durch den Ausschluss der kompletten russischen Mannschaft wird der Sport wieder einmal für die Politik missbraucht. Wer gedopt hat und wurde erwischt, der wird gesperrt. Und nicht eine Kollektivstrafe. Diese Entscheidung ist nur politisch gegen Russland gerichtet.
 
Mal Fieber messen?
Die russische Staatsführung hat den Sport für ihre Politik missbraucht. Ministerien, Geheimdienste und ROC 100% federführend. Oligarchenvladdi in your face!
Das geht nicht gegen Russland. Sondern gegen Nazi-Russland. Das Land, das die zivilisierte Welt von heute mit Füßen tritt. Rücksichtslos wie eh und je.
Nun hat selbst die Obermacht, die glaubt, alles auf der Welt im Griff zu haben, schön einen in die Schnauze gekriegt. Die haben im permanenten Wodka-Suff wirklich geglaubt, dass sie damit bis ans Ende aller Tage durchkommen.
Mal sehen, ob ich für diesen Post noch Poloniumpost bekomme.

Jein... mir persönlich geht dies einfach nicht weit genug. Solange die betreffenden Sportler dennoch an den Start gehen können - und sei es unter "neutraler Flagge" - ist und bleibt dies mAn ein Affront gegen den Geist eines fairen sportlichen Wettkampfes... denn es ist mir für die Bewertung der Geschichte offen gesagt schnuppe, ob staatlich reglementiertes Doping vorliegt oder der Sportler sich im Alleingang dazu entschlossen hat: Er/ sie gehört in jedem Fall von Großveranstaltungen ausgeschlossen und gesperrt.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Back
Top