Aber wie geht man denn am Besten mit der Situation um Werder um? Jedes Jahr nichts erwarten um nicht enttäuscht zu werden? Klingt für mich nach einem Hobby mit wenig Spaß

Man geht als Werder Fan doch schon jahrelang mit dem Ziel Klassenerhalt in eine Saison nach der anderen. Und wenn's dann mal doch besser läuft soll man pessimistisch bleiben nach dem Motto "wartet mal ab, die nächsten Spiele verlieren wir sowieso alle wieder. Euphorie ist unangebracht". Ist doch blöd.
Also ich mag diese Lobhudelei gar nicht, wenn Werder nach 3 oder 4 Siegen in den Himmel gelobt wird und das Ziel: international ausgerufen wird.
Das war diese Saison ganz besonders wieder, weil man sich ja nach 22 Spieltagen oder so im einstelligen Tabellenbereich "etabliert" hat.
Eine gute Mannschaft zeichnet sich auch damit aus, vermeintlich schwächere Gegner auch verlässlich schlagen zu können.
Das ist uns diese Saison nicht gelungen, sondern Werder vollbrachte ein Wunder gegen die Bayern und schon hieß es: da geht noch mehr.
JA, da geht noch mehr nach unten, wenn man nicht aufpasst und den Kader im Blick hat - es waren nur drei kümmerliche Punkte.
Leider ist aber heute die Medienlandschaft so gestrickt, dass jeder in Regeln schreibt, was er will, und jeder kann es lesen und lässt sich euphorisch anstacheln.
Das missfällt mir, denn es sind zwei Dekaden vorbei, wo Werder gut war.
Diese zwei Dekaden ist genug Weserwasser geflossen, um zu verstehen, dass Werder heute nicht mehr Werder 2004 ist, weil es andere Menschen jetzt im Verein gibt.
Wir sollten einmal eine ruhige Saison spielen, wo nach 25 Spieltagen klar ist, dass man nicht absteigt, neue Gesichter den richtigen Weg eingeschlagen haben, dieser Weg aber nicht zu Ende ist.
Ich denke, Leverkusen und Stuttgart sind diese Saison Ausnahme-Mannschaften, die dann wohl auch richtige Entscheidungen in der näheren Vergangenheit getroffen hatten. Auf diese richtigen Entscheidungen müssen wir weiter warten und sie dann erkennen. Das dauert aber länger als 3 oder 4 Siege.
Ach so, ganz vergessen, eigentlich bin ich eher der Typ: das Glas ist halb voll.
Doch die Zeit bei Werder hat mir auch die andere Seite gezeigt.