J
jarleene
Guest
@rene 82 @WerderChris Danke für die Blumen, nein ich bin kein Arzt, aber meine Mutter ist an genau so einem Aneurysma gestorben. Sie lag auch lange im Koma, konnte bis auf die Augen nichts bewegen als sie nach 3 Monaten langsam "zurück" kam. Leider ist sie nach 9 Monaten Kampf an einer Lungenentzündung verstorben. Wenn man sich 24 Stunden am Tag mit der Sache auseinandersetzt dann geht es einem irgendwann in Fleisch und Blut über. (@ rene 82: Du kennst das bezogen auf Deine Querschnittslähmung sicherlich...
) Als Angehörige kann ich nur sagen, dass dieser Moment wo das Unglück passiert sozusagen die Stunde X ist, wo man ganz unten ist. Es ist nicht so wie die Schwarzwaldklinik suggeriert wo man jede Minute darauf wartet dass ein Mensch in Weiß kommt und sagt" Sie ist über den Berg" aber es kommt lange niemand. Mit dieser Krankheit liegt man teilweise wochenlang in Lebensgefahr auf der Intensivstation, nichts tut sich, meist wird man in ein künstliches Koma versetzt damit der Körper so wenig wie möglich belastet wird. Man bekommt einen Luftröhrenschnitt um die Lunge zu entlasten von der Maskenbeatmung, eine Ernährungssonde wird gesetzt und ein Blasenkatheter. Man sitzt als Angehöriger neben dem Bett und freut sich im wahresten Sinne des Wortes über "jeden Pups" der daraufhin deutet dass der Kranke ins Leben zurück kommt. Jeder noch so kleine Fortschritt ist der pure Wahnsinn und man bekommt immer mehr Hoffnung dass alles gut wird. Die Erinnerung daran wie der Mensch "vorher" war ist zwar da, aber durch die Länge des Zeitraumes beginnt man, den Kranken so zu sehen und zu akzeptieren wie er nun eben mal ist. Wir haben auch erlebt dass ich stolz mit Mutti im Rolli durch den Park gefahren bin am ersten Tag als man den Kopf nicht mehr fixieren mußte damit er nicht kippt und Freunde von uns sind zu besuch gekommen zum ersten Mal und waren geschockt. Klar - sie hatten diese "Zwischenphase" des bewegungslos in der Ecke vor sich hinvegetierens (ich sag das extra so hart) nicht miterlebt.
Warum ich Euch dies alles schreibe? Ich habe irgendwie den Wunsch dass ihr nachvollziehen könnt wie unterschiedlich der Blickwinkel auf Monica Lierhaus zur Zeit ist. Auf der einen Seite "wir" das Publikum, auf der anderen Seite ihre Vertrauten, die stolz sind und sagen: WAHNSINN was schon wieder geht. Und ich denke dieser Auftritt ist psychologisch sehr wichtig für die Genesung von Frau Lierhaus. Sie hat einen Schritt in Richtung "neues altes Leben" gemacht und sie hat sich sicherlich vorher 100x diesen Agenblick vorgestellt. Mit einem solchen Erfolgserlebnis bekommt man für alle zukünftigen Aufgaben und Hürden Flügel.
Sorry dass ich jetzt hier schon wieder Romane verfasse, aber die Öffentlichkeit weiß einfach viel zu wenig über diese Art von Hirnverletzungen, obwohl das Interesse da ist aber wir leben eben auch in einer Gesellschaft wo man manchmal vor dem "weniger schönen" die Augen verschließt, vielleicht oft auch aus Angst dass einem selbst ähnliches widerfahren könnte.
Zum Thema Stimme kann ich nur sagen dass durch die Schädigung des Hirns und teilweise auch durch die Dauerbeatmung mittels Kanüle im Hals die Stimmbänder in Mitleidenschaft gezogen werden bzw. durch die Erkrankung gelähmt sind. Das könnte ein Grund für ihre veränderte Stimme sein. Dass die Augen "so weit aufgerissen" wirken mag einerseits an den Medikamten liegen und sicher auch an dem höchsten Maß an Konzentration dass sie aufbringen mußte um diesen Auftritt zu meistern. Man ist nach einer solchen Sache nämlich alles andere als Multitaskingfähig. Viele Patienten bekommen auch die gleichen Medikamente wie Parkinsonpatienten, da sie nach dem Vorfall unter ähnlichen Symptomen leiden wie Parkinsonerkrankte. Wenn ihr den Blick von Frau Lierhaus mit dem von Michael J Fox vergleicht gibt es Parallelen. Und Rene hat Recht, Mitleid ist der falsche Weg. Am schimmsten ist es immer wenn - ohne böse Absicht - vermutet wird dass Menschen die nicht richtig fließend sprechen können doof sind (" da haben wir aber ein schööööööööööönes Stückchen getrunken daaaas ist aber toll ...." Gnaaaaa) nach solch einschneidenden Vorfällen sind die Patienten eh einen langen Zeitraum unter Betreuung, da sie nicht für sich selbst entscheiden können bzw. dies nicht äußern können. Umso wichtiger deshalb dass man sie ernst nimmt und ihnen auch zugesteht wieder eigene Entscheidungen treffen zu dürfen wenns wieder geht.
) Als Angehörige kann ich nur sagen, dass dieser Moment wo das Unglück passiert sozusagen die Stunde X ist, wo man ganz unten ist. Es ist nicht so wie die Schwarzwaldklinik suggeriert wo man jede Minute darauf wartet dass ein Mensch in Weiß kommt und sagt" Sie ist über den Berg" aber es kommt lange niemand. Mit dieser Krankheit liegt man teilweise wochenlang in Lebensgefahr auf der Intensivstation, nichts tut sich, meist wird man in ein künstliches Koma versetzt damit der Körper so wenig wie möglich belastet wird. Man bekommt einen Luftröhrenschnitt um die Lunge zu entlasten von der Maskenbeatmung, eine Ernährungssonde wird gesetzt und ein Blasenkatheter. Man sitzt als Angehöriger neben dem Bett und freut sich im wahresten Sinne des Wortes über "jeden Pups" der daraufhin deutet dass der Kranke ins Leben zurück kommt. Jeder noch so kleine Fortschritt ist der pure Wahnsinn und man bekommt immer mehr Hoffnung dass alles gut wird. Die Erinnerung daran wie der Mensch "vorher" war ist zwar da, aber durch die Länge des Zeitraumes beginnt man, den Kranken so zu sehen und zu akzeptieren wie er nun eben mal ist. Wir haben auch erlebt dass ich stolz mit Mutti im Rolli durch den Park gefahren bin am ersten Tag als man den Kopf nicht mehr fixieren mußte damit er nicht kippt und Freunde von uns sind zu besuch gekommen zum ersten Mal und waren geschockt. Klar - sie hatten diese "Zwischenphase" des bewegungslos in der Ecke vor sich hinvegetierens (ich sag das extra so hart) nicht miterlebt.Warum ich Euch dies alles schreibe? Ich habe irgendwie den Wunsch dass ihr nachvollziehen könnt wie unterschiedlich der Blickwinkel auf Monica Lierhaus zur Zeit ist. Auf der einen Seite "wir" das Publikum, auf der anderen Seite ihre Vertrauten, die stolz sind und sagen: WAHNSINN was schon wieder geht. Und ich denke dieser Auftritt ist psychologisch sehr wichtig für die Genesung von Frau Lierhaus. Sie hat einen Schritt in Richtung "neues altes Leben" gemacht und sie hat sich sicherlich vorher 100x diesen Agenblick vorgestellt. Mit einem solchen Erfolgserlebnis bekommt man für alle zukünftigen Aufgaben und Hürden Flügel.
Sorry dass ich jetzt hier schon wieder Romane verfasse, aber die Öffentlichkeit weiß einfach viel zu wenig über diese Art von Hirnverletzungen, obwohl das Interesse da ist aber wir leben eben auch in einer Gesellschaft wo man manchmal vor dem "weniger schönen" die Augen verschließt, vielleicht oft auch aus Angst dass einem selbst ähnliches widerfahren könnte.
Zum Thema Stimme kann ich nur sagen dass durch die Schädigung des Hirns und teilweise auch durch die Dauerbeatmung mittels Kanüle im Hals die Stimmbänder in Mitleidenschaft gezogen werden bzw. durch die Erkrankung gelähmt sind. Das könnte ein Grund für ihre veränderte Stimme sein. Dass die Augen "so weit aufgerissen" wirken mag einerseits an den Medikamten liegen und sicher auch an dem höchsten Maß an Konzentration dass sie aufbringen mußte um diesen Auftritt zu meistern. Man ist nach einer solchen Sache nämlich alles andere als Multitaskingfähig. Viele Patienten bekommen auch die gleichen Medikamente wie Parkinsonpatienten, da sie nach dem Vorfall unter ähnlichen Symptomen leiden wie Parkinsonerkrankte. Wenn ihr den Blick von Frau Lierhaus mit dem von Michael J Fox vergleicht gibt es Parallelen. Und Rene hat Recht, Mitleid ist der falsche Weg. Am schimmsten ist es immer wenn - ohne böse Absicht - vermutet wird dass Menschen die nicht richtig fließend sprechen können doof sind (" da haben wir aber ein schööööööööööönes Stückchen getrunken daaaas ist aber toll ...." Gnaaaaa) nach solch einschneidenden Vorfällen sind die Patienten eh einen langen Zeitraum unter Betreuung, da sie nicht für sich selbst entscheiden können bzw. dies nicht äußern können. Umso wichtiger deshalb dass man sie ernst nimmt und ihnen auch zugesteht wieder eigene Entscheidungen treffen zu dürfen wenns wieder geht.

erst ich 2 mal krebs dann mein dad dann gleich 2 mitarbeiter der krebsstation und nun auch immer mehr leute im freundeskreis ! ich will dieses thema endlich mal beenden aber es geht immer weiter und weiter
:wuerg: