Warte mal ab wenn wir die CL nächste Saison nicht schaffen sollten,und Özil dann ablösefrei wechselt.Was hier im Forum dann los ist...Finde es von Özil persönlich auch nicht gut was er hier abzieht.Ein bißchen dankbarkeit ist im Fußball wohl zuviel verlangt,ohne WERDER und Schaaf wer weiß was aus ihm geworden wäre.Diego hat es damals doch vorgemacht,1 Jahr verlängert,dass WERDER nicht so unter zugzwang ist und dann für gutes Geld zu Juve...
Diego hat das doch auch nicht aus Nächstenliebe getan. Das sind Legenden. Diego hat daran sehr gut verdient und auch an seiner Ablöse noch kräftig verdient.
Immer dieses Gerede von Dankbarkeit. Man kann einem Verein auch dankbar sein, ohne ihm eine Millionenablöse zu hinterlassen, z.B. durch starke Leistungen und die hat er hier ja nun wirklich meist gezeigt.
Btw. wird dann im Forum nicht mehr los sein als jetzt schon. Hier ist doch schon Weltuntergangsstimmung in diesem Thread. Manche Leute tun so, als würden sie persönlich von einer Ablöse profitieren.
Grundsätzlich sehe ich es so wie Eisbaer.
Mit der "Dankbarkeit" ist es doch so eine Sache. Wenn wir mal romantisch denken und annehmen, dass es sie im Fußballgeschäft gibt, oder wie es jemand anders formuliert hat, "Identifikation", und ich würde mich darüber freuen:
Was macht denn einen Spieler wie Marco Bode so einzigartig?
Was macht so eine Geste wie sie von Diego vor dem letztjährigen Pokalfinale kam, so besonders? (und ich gehe mal davon aus, dass die Verlängerung von Diego eine Art von Dankbarkeit dokumentierte und er sich mit Werder identifizierte, obwohl man die finanziellen Aspekte auch nicht vernachlässigen sollte)
Und warum ist Ailton mit seinen Liebesbezeugungen gegenüber Werder seit Jahr und Tag so beliebt?
Weil Dankbarkeit und Identifikation gegenüber einem Verein eben nicht die Regel sind, sondern die Ausnahme und etwas Besonderes.
Daraus jetzt eine Art moralische Verpflichtung zu machen und zu verlangen, dass jeder Spieler, den Werder holt und in seiner Entwicklung fördert, seine Dankbarkeit und Identifikation auch zeigt, indem er lebenslang bei Werder bleibt oder dafür sorgt, dass Werder bei einem Abgang eine Hammer-Ablöse bekommt oder wenn beides nicht klappt, allermindestens die nächsten 10 Jahre bereut, gegangen zu sein, würde den Begriffen Dankbarkeit und Identifikation Hohn sprechen.
Und aus meiner Sicht wäre es auch naiv davon selbstverständlich auzugehen, denn Fußball ist - mindestens - auch Geschäft.
Werder hat, wie es hier erwähnt wurde, einmal den Vertrag des verletzten Krisztian Lisztes verlängert, nachdem dieser sich schwer verletzt hatte. Auch das weiss man noch, weil es eben eine besondere Geste war (unabhängig davon, dass sie Werder wohl nicht viel gekostet hat, da ein verletzter Spieler nicht bezahlt werden muss) und nicht die Regel.
Bleibt noch die Frage, ob Özil gefälligst seinen Vertrag deshalb verlängern sollte (oder sich wenigstens jetzt teuer verkaufen lassen sollte) weil Werder ihn sozusagen aus der Gosse geholt und zu dem gemacht hat, der er heute ist.
Nun, das sehe ich nicht so.
Denn zum einen wäre eine solche Darstellung wohl sehr schematisch und einseitig gefärbt. Denn Werder war mit Sicherheit nicht der einzige Verein, der um Özils Talent wusste. Özil war natürlich in einer problamatischen Situation, aus der ihn Werder und sein Werdegang hier befreit haben. Aber die Verpflichtung Özils war nicht nur nicht nur gut für Özil.
Denn zum anderen ist es nicht so, dass nur Özil von Werder profitiert hat, sondern Özil hat auch zweieinhalb Jahre lang seine Arbeitskraft zur Verfügung gestellt und gute Leistungen für Werder geboten. Werder ist eine Art von Ausbildungsverein, der sich darauf spezialisiert hat, junge Spieler relativ günstig zu holen und somit günstig an ihre Leistungen zu kommen. Und Werder hat soweit ich weiß auch nicht aus Dankbarkeit vor einem Jahr oder nachdem Özil Stamm- oder Nationalspieler geworden ist, sein Gehalt seinem Marktwert angepasst, d.h. erhöht.
Dass zu Werders Kalkül im besten Fall auch gehört, am Ende eine Ablöse zu erhalten, steht außer Frage und im Sinne Werder Bremens hoffe ich natürlich darauf, am besten kombiniert mit einer Vertragsverlängerung, denn m.E. würde es auch Özil gut tun, noch das eine oder andere Jahr bei Werder zu reifen.
Nur: Das ist eine Frage, die sich Özil stellen und die er beantworten muss, nicht die Werderfans, die in dieser Frage natürlich auch sehr voreingenommen sind. Und vor allem ist es so, dass Özil selbst naturgemäß eher seine Interessen bei dieser Frage im Auge hat, als die Werderfans. So sind eben alle möglichen Gründe denkbar, die es für Özil attraktiver machen, Werder spätestens nächstes Jahr zu verlassen und Werder keine Ablösesumme zukommen zu lassen.
Und im Wesen von Fragen liegt es nunmal, dass sie so oder so beantwortet werden können.
Ich bin sicher, dass Allofs und Schaaf das auch so sehen. Solange man bei Vertragsabschluss nicht auch vertraglich festlegen kann, dass der Spieler nicht ablösefrei gehen darf, sondern bei laufendem Vertrag gehen muss, was aber dem Sinn und Zweck eines Vertrages Hohn sprechen würde und juristisch wohl auch nicht ganz unproblematisch wäre, muss ein Verein wie Werder damit rechnen, dass Spieler auch mal ablösefrei zu einem großen Verein gehen.
Man wird Özil nur dazu bringen, im Sinne Werders zu handeln, wenn Werder es umgekehrt schafft, Özil davon zu überzeugen, dass es auch in seinem Interesse ist, wenn er seinen Vertrag verlängert, noch ein, zwei Jahre bei Werder bleibt und dann gegen Zahlung einer Ablösesumme zu einem anderen Verein geht.
Aber das ist eine ergebnisoffene Veranstaltung, die mit Geld zu tun hat aber auch mit Özils perspektivischen Vorstellungen.
Und die können ihm Werderfans beim besten Willen nicht abnehmen.
MFG dkbs