F
Flutlichtmast
Guest
Daß den Dortmundern nächste Saison nichts geschenkt wird, da stimme ich Dir zu. Aber dennoch würde ich diese Schwächephase aus der abgelaufenen Saison nicht als Gradmesser für die kommende Spielzeit nehmen. Solche Ausszeiten nimmt sich i.d.R. jeder einmal pro Saison, selbst wir in der Doublesaion, wo wir trotz einer Schwächephase mit nur einem Sieg aus 5 Partien erst am 33. Spieltag die Chance vergeben hatten, den Punkterekord der Bayern aus der Saison 71/72 (umgrechnet 79 Zähler) einzustellen.
Ich habe ja auch nicht behauptet, dass Dortmund unbedingt im Leistungsniveau absackt. Die gesamte Rückrunde taten sie sich deutlich schwerer und diese schwächeren Phasen erkläre ich mir auch damit, dass die Konkurrenz eben nicht schläft. Dortmund wird kommende Saison jeder auf der Rechnung haben und wie man ihnen den Zahn ziehen kann, das zeichnete sich in der Rückrunde immer deutlicher ab. Darüber hinaus haben sie mit Sahin einen Spieler verloren, der gerade in der Hinrunde maßgeblich am Erfolg beteiligt war. Ob sie diesen Abgang auch kompensieren können, wird sich zeigen.
Weniger Verletzte allein reicht nicht. Die mannschaftsinternen Dilemmata (mangelnde Einstellung, persönliche Eitelkeiten etc.), in denen die abgelaufene Grottensaison ihren Ursprung hatte, scheinen ja wohl der Vergangenheit anzugehören, aber jetzt wo der Lutscher weg ist, liegt es durchaus im Bereich des möglichen, daß bei der dadurch resultierten Neuordnung der Hackordnung das eine oder andere Dilemma wieder zu Tage kommt.
Die erwähnte Einstellung war sicher das größte Problem, denn mannschaftsinterne Zwischenfälle gab es ja nun nicht erst seit der abgelaufenen Saison. Spontan fällt mir die Handgreiflichkeit zwischen Micoud und Ernst ein oder auch diverse Dinge die mit Diego verbunden waren. Dass man in schlechteren Zeiten dann Dinge höher an die Glocke hängt, liegt wohl in der Natur der Sache und dass man Spielern, die trotz kleinerer Eskapaden gute Leistungen zeigen, solche Dinge dann eher nachsieht ist ebenso eindeutig.
Gegen Ende der Saison konnte man feststellen, dass man trotz qualitativer Mängel auf diversen Positionen durchaus mithalten kann in der Bundesliga. Dass das spielerisch alles andere als ein Augenschmaus war, steht außer Frage. Nach wie vor denke ich, dass Frings ein Jahr zu früh gehen musste, allerdings ergeben sich daraus unter Umständen neue Entwicklungen und Chancen. Zwangsläufig müssen nun andere mehr Verantwortung übernehmen, was auch förderlich sein kann. Aus der neuen Hackordnung muss also nicht zwangsläufig ein Dilemma werden.


:cool: