In diesem Zusammenhang erinnere ich gerne noch mal an die von Allofs stets formulierte Formel, nur dann handeln zu wollen, wenn man von einem Spieler voll überzeugt ist.
Von diesem löblichen und richtigen Grundsatz ist man in den letzten Jahren mehr und mehr abgewichen und trat vermehrt als Wheeler-Dealer auf. Man drehte das Rad auf dem Transfermarkt in der Hoffnung, ein Schnäppchen aufzutun, die letzte Überzeugung jedoch fehlte. Als exemplarische Beispiele für diese Praxis dienen die Spieler Aimen Abdennour, Alex Tziolis, Dusko Tosic, Samuel und Said Husejinovic.
Bei Spielern wie John Mosquera, Predrag Stevanovic, Marko Futacs, Peter Niemeyer und auch Denni Avdic durfte man zumindest noch berechtigte Hoffnung auf einen Entwicklungsschub attestieren, wirklich überzeugt dürfte man von ihnen jedoch auch nicht gewesen sein.
Warum sollen diese Verpflichtungen eine Abkehr vom zitierten Prinzip sein?
Sicherlich war man bei allen Spielern der Überzeugen, dass sie das Potential haben, um Werder zu verstärken, insofern ist da kein Handeln ohne Überzeugung zu erkennen. Die einzige Ausnahme bildet Samuel, bei dem aber auch klar gesagt wurde, dass seine Verpflichtung ein verlängerter Testzeitraum zu sehr günstigen Konditionen sei.
Versteh mich nicht falsch, es ist kein Bashing der Vereinsführung, aber ist es wirklich so schwer, einzusehen, dass Werder derzeit ohne klares Konzept vor sich hintreibt? Wir suchen seit Ewigkeiten einen Linksverteidiger, ohne, dass die Vereinsführung sich auf einen Spieler als Wunschkandidaten festlegte. Stets waren die Neuzugänge nur mit Hoffnungen, nicht aber mit Überzeugungen verbunden - und so sieht es auch heuer wieder aus, wenn man die Hängepartien um Lukas Schmitz und Ivan Obradovic betrachtet.
Das ist nicht das Fehlen eines klaren Konzepts, sondern nur das Handeln nach einem anderen Konzept, als du es dir möglicherweise wünschst.
Dass Werder nach Möglichkeit lange im Verborgenen mit Neuzugängen verhandelt, anstatt lauthals "Wir wollen den Spieler, koste es, was es wolle!" zu krakeelen, ist nun wirklich keine neue Entwicklungen, sondern wird bereits seit seit geraumer Zeit so gehandhabt. Wie man daraus schließen kann, dass die Verantwortlichen von ihren Verpflichtungen gar nicht überzeugt seien, ist mir ein Rätsel.
Es macht den Eindruck, als würde Werder jetzt, nachdem (auch in der jüngeren Vergangenheit) Teile eines einst funktionierenden Grundgerüsts (Diego, Özil, Klose, Frings...) weggebrochen sind, verzweifelt nach einer passenden Mischung suchen, ohne jedoch genau zu wissen, was man wirklich will. Wirkliche Überzeugung konnte man bislang nur im Fall Ekici beobachten.
Wie kommst du auf die Idee, dass Werder Spieler verpflichtet, ohne zu wissen, was man will?
)). Nur darum ging es nicht. Es ging darum, dass Aussagen verdreht wurden und dann an den verdrehten (also nie getroffenen) Aussagen gemessen wurde.
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