Klaus Allofs

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In diesem Zusammenhang erinnere ich gerne noch mal an die von Allofs stets formulierte Formel, nur dann handeln zu wollen, wenn man von einem Spieler voll überzeugt ist.

Von diesem löblichen und richtigen Grundsatz ist man in den letzten Jahren mehr und mehr abgewichen und trat vermehrt als Wheeler-Dealer auf. Man drehte das Rad auf dem Transfermarkt in der Hoffnung, ein Schnäppchen aufzutun, die letzte Überzeugung jedoch fehlte. Als exemplarische Beispiele für diese Praxis dienen die Spieler Aimen Abdennour, Alex Tziolis, Dusko Tosic, Samuel und Said Husejinovic.

Bei Spielern wie John Mosquera, Predrag Stevanovic, Marko Futacs, Peter Niemeyer und auch Denni Avdic durfte man zumindest noch berechtigte Hoffnung auf einen Entwicklungsschub attestieren, wirklich überzeugt dürfte man von ihnen jedoch auch nicht gewesen sein.

Warum sollen diese Verpflichtungen eine Abkehr vom zitierten Prinzip sein?

Sicherlich war man bei allen Spielern der Überzeugen, dass sie das Potential haben, um Werder zu verstärken, insofern ist da kein Handeln ohne Überzeugung zu erkennen. Die einzige Ausnahme bildet Samuel, bei dem aber auch klar gesagt wurde, dass seine Verpflichtung ein verlängerter Testzeitraum zu sehr günstigen Konditionen sei.

Versteh mich nicht falsch, es ist kein Bashing der Vereinsführung, aber ist es wirklich so schwer, einzusehen, dass Werder derzeit ohne klares Konzept vor sich hintreibt? Wir suchen seit Ewigkeiten einen Linksverteidiger, ohne, dass die Vereinsführung sich auf einen Spieler als Wunschkandidaten festlegte. Stets waren die Neuzugänge nur mit Hoffnungen, nicht aber mit Überzeugungen verbunden - und so sieht es auch heuer wieder aus, wenn man die Hängepartien um Lukas Schmitz und Ivan Obradovic betrachtet.

Das ist nicht das Fehlen eines klaren Konzepts, sondern nur das Handeln nach einem anderen Konzept, als du es dir möglicherweise wünschst.

Dass Werder nach Möglichkeit lange im Verborgenen mit Neuzugängen verhandelt, anstatt lauthals "Wir wollen den Spieler, koste es, was es wolle!" zu krakeelen, ist nun wirklich keine neue Entwicklungen, sondern wird bereits seit seit geraumer Zeit so gehandhabt. Wie man daraus schließen kann, dass die Verantwortlichen von ihren Verpflichtungen gar nicht überzeugt seien, ist mir ein Rätsel.

Es macht den Eindruck, als würde Werder jetzt, nachdem (auch in der jüngeren Vergangenheit) Teile eines einst funktionierenden Grundgerüsts (Diego, Özil, Klose, Frings...) weggebrochen sind, verzweifelt nach einer passenden Mischung suchen, ohne jedoch genau zu wissen, was man wirklich will. Wirkliche Überzeugung konnte man bislang nur im Fall Ekici beobachten.

Wie kommst du auf die Idee, dass Werder Spieler verpflichtet, ohne zu wissen, was man will?
 
Das ist richtig, aber das es bereits teilweise einen Umbruch gegeben hat, wirst du denke ich mal nicht bestreiten oder? Somit ist die Ankündigung bereist erfüllt, da die Ankündigungen nichts genauer "definiert" haben.

Wenn Du meinen Beitrag von heute 12:24 h (richtig) gelesen hättest, hätte sich Deine Frage erübrigt. Allerdings wird ein Umbruch landläufig dahingehend definiert, daß man etwas maßgeblich verbessern möchte; im Bezug auf eine Fußballmannschaft heißt das, daß man sich von einigen Spielern trennt und den Kader entsprechend verstärkt. Schritt 1 ist getan, aber Schritt 2 dagegen noch nicht, Trybull und Ekici sind zumindest für diese Saison bestenfalls Ergänzungen und keine sofortigen Verstärkungen (wie bereits erwähnt, kann Ekici eine werden, aber es wäre vermessen, geanu das von ihm zu erwarten).
 
@Niedersachse:

Dann wünsche ich viel Spaß beim weiteren Rätseln. Kleiner Tipp: Die Lösungen auf Deine Fragen findest Du größtenteils in dem, was ich hier bereits geschrieben habe. Sieh mir allerdings nach, dass ich mich nicht mehr auf Haarspaltereien mit Dir einlasse. Wir werden wohl in keinem Punkt auf einen gemeinsamen Nenner kommen, da Du offenbar mit verschiedensten Stilmitteln jegliches Handeln der sportlichen Leitung zu verteidigen versuchst, während ich von meiner (von Zeit zu Zeit vor allem gegenüber Fans anderer Clubs durchaus vorhandenen) Vereinbrille unabhängig das beurteile, was ich sehe, höre und lese.
 
Sieh mir allerdings nach, dass ich mich nicht mehr auf Haarspaltereien mit Dir einlasse. Wir werden wohl in keinem Punkt auf einen gemeinsamen Nenner kommen, da Du offenbar mit verschiedensten Stilmitteln jegliches Handeln der sportlichen Leitung zu verteidigen versuchst, während ich von meiner (von Zeit zu Zeit vor allem gegenüber Fans anderer Clubs durchaus vorhandenen) Vereinbrille unabhängig das beurteile, was ich sehe, höre und lese.

Tut mir leid, dass du von dem, was ich schrieb, offensichtlich nicht das geringste begriffen hast oder begreifen wolltest. Ich wollte keineswegs irgendwelche Haarspaltereien mit dir betreiben, sondern lediglich von dir wissen, wie du zu deinen Einschätzungen gelang bist.

Argumente für deine Ausführungen hast du nämlich nirgendwo geliefert, sondern nur behauptet, dass es so sei. Wenn dich Nachfragen aber überfordern, dann nehme ich das zur Kenntnis.
 
Die Frage ist doch, wer die Zeilen des jeweils anderen nicht verstehen konnte oder wollte, denn die Erklärung dafür steht eindeutig in den von mir veröffentlichten Postings.

Husejinovic, Tziolis, Abdennour, Tosic und Samuel waren allesamt Spieler, die man ohne echten Bedarf holte und ich unterstelle einfach mal, dass man diese Spieler primär deshalb holte, weil sie günstig waren und sich gerade die Gelegenheit bot, sie zu verpflichten, nicht zuletzt, weil man das Geld auf der hohen Kante liegen hatte. Ich unterstelle auch die Hoffnung, dass einer von ihnen voll einschlägt, räume sogar ein, dass auch nur ein Volltreffer aus dieser Riege die Investitionen in die anderen mehr als gerechtfertigt hätte, aber ich wage auch zu behaupten, dass die Überzeugung fehlte, dass diese Spieler irgendwann tragende Rollen im Konzept spielen würden.

Allein die jeweiligen Rahmenbedingungen sprechen dagegen, dass eine echte Überzeugung vorhanden war. Ein Husejinovic musste wochenlang durchs Probetraining, ehe man ihn aus Tuzla holte, Abdennour und Samuel mussten ebenfalls lange in Bremen vorspielen, ehe man sich dazu durchrang, ihnen einen Vertrag anzubieten und Alexandros Tzilos wurde seinerzeit (Gott sei Dank) nur von Panathinaikos Athen ausgeliehen.

Korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber Spieler, von denen man voll überzeugt ist, läßt man nicht wochenlang für einen Vertrag vorspielen - und man leiht sie auch nicht aus, wenn man die Möglichkeit hat, sie fest zu verpflichten.

Und hier fehlte es seinerzeit sehr wohl an einem klaren Konzept, zumindest aber herrschte zu dieser Zeit schon eine Abkehr vom Grundsatz, nur Spieler verpflichten zu wollen, von denen man voll überzeugt sei.

Man hatte ein funktionierendes Grundgerüst und blähte den Kader in der Hoffnung, einen Treffer zu landen, auf. Sicherlich, es würde keinen Anlass zur Kritik an diesem Modell geben, wenn es gut gegangen wäre, aber dazu fehlte und fehlt jedem dieser Spieler schlichtweg die Qualität, was widerum kein gutes Licht auf die sportliche Leitung wirft, denn die Entwicklung zeigt, dass man nicht nur nicht restlos überzeugt war, sondern auch noch fatalen Fehleinschätzungen unterlag, indem man sie trotz Probetraining verpflichtete.

Die nicht gegebene Notwendigkeit jeder einzelnen Verpflichtung spricht überdies klar dafür, dass man nicht wusste, was man wollte. Für jeden der geholten Spieler hatte man im eigenen Kader bessere Ergänzungsspieler und es ist grotesk, dass der durchaus solide Peter Niemeyer seinerzeit hinter einem Alexandros Tziolis zurückstecken musste und letztlich -ähnlich wie Harnik- für ein Butterbrot an die Konkurrenz verkauft wurde.

Wenn Du diese Transfers als zu dem Zeitpunkt der Transaktion sinnvoll erachtest, bitteschön, ich behaupte, dass jeder dieser Transfers völlig unnötig war und bei jedem dieser Spieler schon zum Zeitpunkt der Verpflichtung absehbar war, dass er kein Stammspieler wird.

Eine Mannschaftsentwicklung voranzutreiben sieht anders aus. Jedenfalls in meinen Augen. Hier wäre es weitaus nahe liegender gewesen, ein bis zwei Spieler zu holen, die für die erste Elf vorgesehen sind - und dem vorhanden Personal Druck machen.

Stattdessen hat man wahrscheinlich eher unbewusst Ergänzungsspieler verpflichtet und damit die Bequemlichkeit im eigenen Kader forciert.

Man muss zwar festhalten, dass Entwicklungen nicht immer so leicht voraussehbar sind, wie im Fall Özil, wie man auch festhalten sollte, dass es nicht grundlegend falsch ist, Perspektivspieler zu verpflichten, allerdings sollten diese Perspektivspieler dann auch eine Qualität besitzen, die eine Perspektive darstellt.

Wenn dann junge Spieler wie Husejinovic und Futacs als Perspektivspieler verpflichtet werden, obwohl man genau weiß, dass man sie aufgrund ihrer Nationalität nicht über die eigene U23 an den Profikader heranführen kann, dann kann man nur mit dem Kopf schütteln, zumal genau das schon einige Jahre zuvor im Fall Mosquera zum Problem wurde.
 
Später schon, aber zum Zeitpunkt seiner Verpflichtung nicht, da er dafür zwölf Monate bei einem Mitgliedsclub des Deutschen Fußball-Bundes hätte aktiv sein müssen.
Futacs-Transfer wirft Fragen auf

Die hohen Fixkosten blockieren Gelder für Neuverpflichtungen, im Winter kam neben Alexandros Tziolis (Leihgeschäft mit Panathinaikos Athen) nur der völlig unbekannte Ungar Marko Futacs. Der spielte bisher in der zweiten Mannschaft vom AS Nancy und wirft Fragen auf.

Für Werders U 23 ist Futacs nicht spielberechtigt, da Nicht-EU-Ausländer mindestens zwölf Monate bei einem deutschen Klub unter Vertrag stehen müssen, um auch im Amateurteam einsatzberechtigt zu sein.

Und den Sprung ins Profiteam traut Allofs seiner Neuerwerbung auf Anhieb nicht zu. Richtig schlüssig ist der Transfer nicht, auch wenn Allofs beteuert, dass "jetzt ein günstiger Zeitpunkt war, ihn zu verpflichten und der Konkurrenz damit zuvorzukommen. Wir müssen auch Talente verpflichten". Es bleibt der Geruch des Aktionismus.

Quelle: http://www.spox.com/de/sport/fussba...eme-finanzen-allofs-schaaf-diego-pizarro.html
 
Ich weiss das schon, ob du das weisst war mir allerdings nicht klar. Und wenn du ihn hier mit dem Fall Said vergleichst und meinst das er sich nicht über die U23 anbieten kann ist das so nicht richtig. Und wenn ich mich nicht ganz täusche hat er doch im ersten halben Jahr hier bei der U19 mitgespielt.
 
Wobei der Unterschied zwischen einer U19 und einer 3.Liga-Elf schon gravierend ist. Unterm Strich ändert es aber auch nichts daran, dass man wieder einmal bei der Bewertung eines Talents daneben lag, schließlich hat sich der mittlerweile 21jährige Futacs selbst nach 2,5 Jahren in Deutschland nicht durchsetzen können und spielte beim 2.Liga-Underdog Ingolstadt zuletzt auch nicht ansatzweise eine tragende Rolle.
 
Wobei der Unterschied zwischen einer U19 und einer 3.Liga-Elf schon gravierend ist. Unterm Strich ändert es aber auch nichts daran, dass man wieder einmal bei der Bewertung eines Talents daneben lag, schließlich hat sich der mittlerweile 21jährige Futacs selbst nach 2,5 Jahren in Deutschland nicht durchsetzen können und spielte beim 2.Liga-Underdog Ingolstadt zuletzt auch nicht ansatzweise eine tragende Rolle.

Das er sich nicht durchsetzten konnte mag richtig sein. Aber deine Kritik in Richtung KA das Fuctacs so ein Fall wie Said ist und er ungeachtet der Spielmöglichkeiten verpflichtet wurde ist und bleibt faktisch trotzdem falsch. Denn im Gegensatz zu Said ist er hier eben sehr wohl zu seinen Spielen gekommen.
 
Und dennoch konnte er in den ersten 7 Monaten nicht über die U23 herangeführt werden.
 
Und dennoch konnte er in den ersten 7 Monaten nicht über die U23 herangeführt werden.

Vielleicht war das auch gar nicht geplant. Heranführen kann durchaus über mehrere Stationen funktionieren. Und wenn ein Spieler noch jung ist warum dann nicht auch über die U19? Ich finde deine Kritik im Fall Said durchaus richtig. Man muss sie aber nicht auf Spieler ausweiten auf die das nicht zutrifft.
 
Mädel, darum ging es doch gar nicht. Ich habe geschrieben, dass man ihn nicht über die U23 heranführen konnte. Und das konnte man in den ersten sieben Monaten nicht. Ob es geplant war, ihn über die U19 an die U23 heranzuführen spielte in diesen Überlegungen keine große Rolle. Wenn Futacs allerdings wirklich über die U19 an die U23 herangeführt werden sollte/musste, dann spricht das auch nicht gerade für die Qualität des Spielers, bzw. das Vertrauen der sportlichen Leitung in diesen Transfer.

Wie man es dreht und wendet: Der Transfer war für Werder nicht gewinnbringend - und die Notwendigkeit erschließt sich einem auch nicht unbedingt. Ich finde es übrigens ermüdend, sich an solchen Nebensächlichkeiten zu reiben, während die in dieser Begründung mitgelieferte Kernkritik nicht einmal im Ansatz angetastet wurde.
 
@Niedersachse:

Dann wünsche ich viel Spaß beim weiteren Rätseln. Kleiner Tipp: Die Lösungen auf Deine Fragen findest Du größtenteils in dem, was ich hier bereits geschrieben habe. Sieh mir allerdings nach, dass ich mich nicht mehr auf Haarspaltereien mit Dir einlasse. Wir werden wohl in keinem Punkt auf einen gemeinsamen Nenner kommen, da Du offenbar mit verschiedensten Stilmitteln jegliches Handeln der sportlichen Leitung zu verteidigen versuchst, während ich von meiner (von Zeit zu Zeit vor allem gegenüber Fans anderer Clubs durchaus vorhandenen) Vereinbrille unabhängig das beurteile, was ich sehe, höre und lese.

Beleidigungen mal wieder
 
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