Wir nähern uns einem Konsens in der Sache, denn es ist, wie aus den vorhergehenden Beiträgen hervorgeht, keineswegs meine Meinung, dass es NUR an Werders Verhalten liegt, ob und wie ein Transfer zustande kommt. Aber es liegt eben AUCH am Verhalten Werders, ob und wie ein Transfer zustande kommt.
Daher kann ich auch den Einwand, meine Argumentation wäre eindimensional keineswegs nachvollziehen. Im Gegenteil. Ich halte sie für sehr differenziert, zumal, wie nachzulesen ist, sehr detailliert beschrieben ist, dass Allofs sowohl in früheren, als auch in späteren Phasen des selben Transfers in meinen Augen richtig gehandelt hat.
Meine Kritik in Sachen Özil-Transfer bezieht sich ausschließlich darauf, dass er den Zeitpunkt verpasst hat, die Dinge in für Werder kalkulierbare Bahnen zu lenken. Mit anderen Worten: Es wäre in meinen Augen folgerichtig und aussichtsreicher gewesen, die Verhandlungen mit Özil zwar nicht abzubrechen, ihn aber zumindest dezent auf dem Markt zu platzieren und abzuwarten, was passiert.
Wie bereits erwähnt hätte dem eine Verlängerung des Kontrakts nicht im Wege gestanden - wenn es von Özil gewünscht gewesen wäre. Einziger Knackpunkt scheint diesbezüglich noch zu sein, dass Du der Meinung bist, dass eine Verlängerung zu diesem Zeitpunkt noch möglich war, während ich der Meinung bin, dass es das Ziel des Özil-Clans war, auf Zeit zu spielen, während ein Wechsel klar angestrebt wurde. Aber gut, darüber brauchen wir uns nun wirklich nicht streiten, schließlich werden wir es -zumindest auf absehbare Zeit- nicht in Erfahrung bringen können.
Die von Dir hineininterpretierte Szenerie, einen Spieler gegen einen Willen an einen Club zu verkaufen, entstammt nicht meiner Feder und ich würde Dir empfehlen, dieses Thema auch künftig außen vor zu lassen, schließlich ist es klar, dass das letzte Wort beim Spieler liegt. Mein Ansatz war vielmehr, dass sich kaum ein Spieler wirklich zwischen Real, ManU oder Arsenal auf einen Club festlegen würde - und jeder Club ein für beide Seiten attraktives Paket hätte schnüren müssen, wenn Interesse vorhanden ist.
Darüber hinaus ist es nicht so, dass ein Verein ausschließlich das vom Spieler präferierte Angebot anzunehmen hat - schließlich kann ein Club auch sagen, dass ihm nur ein Angebot zusagt und der Spieler entweder dort unterschreibt oder noch ein Jahr bleibt.
Abschließend noch kurz zur Polemik...
Nur stellvertrend möchte ich folgenden Beitrag anführen:
Sollte ein Verein einen Spieler gegen dessen Willen auf den Markt schmeißen, nur um für sich eine leicht höhere Ablösesumme zu generieren? Möglicherweise hätte Rubin Kazan 2 MIo mehr bezahlt. Hätte man Özil dann nach Russland "peitschen" sollen?
Als was, wenn nicht polemisch, würdest Du diesen Absatz lauter rhetorischer Fragen bezeichnen. Es ist eine ungeheure Bevormundung, die man auch als Absprechen jeglicher Intelligenz verstehen könnte.
Natürlich sollte ein Verein einen Spieler (den er sowieso nicht halten kann) gegen dessen Willen auf den Markt schmeissen, nur um für sich eine leicht höhere Ablösesumme zu generieren. So läuft das Geschäft nun mal - und genauso hat Özil sich quasi auch Werder gegenüber verhalten, nur, dass es ihm nicht darum ging, die Ablöse zu erhöhen, sondern eher zu drücken, um den Wechsel nicht zu gefährden.
Und natürlich hätte man Özil in einem solchen Fall nicht nach Kazan peitschen sollen, aber man hätte Real Madrid in einem solchen Fall durchaus sagen können, dass man nur das Angebot aus Kazan akzeptieren würde, während man das Angebot von Real Madrid zunächst in Erwartung einer besseren Offerte ablehnen würde. In der Zwischenzeit hätte sich Özil mit dem Gedanken auseinandersetzen können, nach Kazan zu wechseln oder in Bremen zu bleiben - und Real Madrid damit, ob man das Angebot nicht noch erhöht, um verhandeln zu können.
Was mich am meisten ärgert und von mir als unglaublich polemisch verstanden wurde, ist das Beispiel Rubin Kazan im Zusammenhang mit Mesut Özil. Hättest Du Manchester United oder den FC Barcelona genommen, wäre die Wahrnehmung eine gänzlich andere gewesen. Und mit einem dieser beiden Clubs an Stelle von Rubin Kazan wirst Du sicher auch verstehen, was die ganze Zeit von mir gemeint war.
