P
Pan#99
Guest
Dem Ansatz, dass einige der Clubs, die Werder stets als Vorbild betrachteten, uns mittlerweile überholt haben, stimme ich absolut zu, was allerdings ein weiterer, nein, der Hauptgrund dafür sein sollte, sich selbst neu zu erfinden und sich auf die Tugenden der Vergangenheit zu berufen. Schließlich ist es unbestritten auch so, dass Werder seinen Weg verlassen hat und viele, teilweise große Fehler beging, die man sich -zumindest in dieser Anzahl- nicht leisten sollte, aus denen man zumindest aber seine Lehren ziehen sollte.
Aktuell habe ich nicht den Eindruck, dass man aus den Fehlern der jüngeren Vergangenheit gelernt hätte. Ähnlich des Pokers um die Verlängerungen von Miro Klose und Mesut Özil droht man Gefahr zu laufen, in den Fällen Wiese und Mertesacker erneut ohne eine Verlängerung über die Saison hinaus in die Spielzeit zu gehen.
Zwar sind Gespräche mit Wiese und Mertesacker angekündigt und es wurde sich sicherlich auch schon gegenseitig abgeklopft, das vermeintlich richtige Aufschieben der Personalien im Zuge des Abstiegskampfs erweist sich nun allerdings als verhängnisvoll. Die eh schon starken Positionen der Spieler in Vertragsverhandlungen wurden durch dieses Verzögern weiter gestärkt und es ist davon auszugehen, dass sowohl Mertesacker, als auch Wiese, zumindest aber ihre Berater clever genug sind, um nach den von Werder gewünschten Verzögerungen nun ihrerseits weiter zu verzögern.
Die Begründungen hierfür liegen auf der Hand. Urlaub der Spieler, Stress für die Berater aufgrund anderweitiger, aktuell weit dringender Angelegenheiten für andere, den Verein wechselnde Klienten - und ehe wir uns versehen, haben wir den Saisonstart vor der Türe stehen.
Es wäre nicht überraschend und in der öffentlichen Wahrnehmung auch nicht verwerflich, wenn Spieler und Berater den nächsten logischen Schritt tätigen und zwar Gespräche aufnehmen würden, eine Entscheidung jedoch so weit hinauszögern, dass abzusehen ist, wo die Reise für Werder hingeht.
Mit anderen Worten: Maximale Sicherheit für den Spieler, maximales Risiko für Werder. Auf die selbe Tour hat Allofs sich bereits von Mesut Özil und Reza Fazeli abkochen lassen. Ich darf daran erinnern, dass Özil selbst unmittelbar vor dem Pokalfinale 2009 äußerte, seinen 2011 auslaufenden Vertrag verlängern zu wollen. Dann folgte die U21 Europameisterschaft, der Urlaub, der Saisonstart, die Winterpause, die WM... Das Ende ist bekannt.
Sicherlich, es war sicherlich keine einfache Aufgabe, den Vertrag von Özil zu verlängern - dennoch war das elend lange Abwarten von Allofs ein Wiederholungsfehler, der zeigt, dass er aus dem Fall Klose nichts gelernt hatte. Auch dieser hat Werder seinerzeit sehr lange hingehalten - und Werder letztlich analog zu Özil eiskalt die Türe zugeschlagen, indem er sich auf einen einzigen möglichen Club festlegte, somit den Wettbewerb zumindest für Werder unterband und die Ablöse für Werder im viele Millionen niedriger ausfallen ließ, als sie aufgrund des damaligen Marktwertes eigentlich hätte ausfallen müssen.
Wie gesagt, die Gefahr, dass uns das im kommenden Jahr erneut wiederfährt, ist aufgrund der unklaren Vertragsverhältnisse für die Zeit nach dem Sommer 2012 absolut gegeben - nur, dass wir in beiden Fällen, Wiese und Mertesacker, dieses mal komplett leer ausgehen würden.
Was Dimanski betrifft, so ist es sicherlich keine Exklusiventscheidung von Allofs, allerdings wäre es in dieser Personalie ausnahmsweise mal sinnvoll, den Wünschen der Spieler uneingeschränkt nachzukommen. Wie hier jemand an anderer Stelle schon richtig bemerkte, ist das mit keinerlei Wertung der Qualitäten von Dimanski verbunden, sondern schlicht und ergreifend mit dem offensichtlich mangelnden Vertrauen der Spieler in Dimanski. So etwas kann auch einem sehr, sehr guten Arzt passieren - und nicht selten reicht schon ein Fall wie der von Klasnic dazu aus, das Vertrauen innerhalb des Kaders nachhaltig zu zerstören.
Bewertet man die in den letzten Jahren erschienenen, negativen Presseberichte über die medizinische Abteilung des SV Werder und die negativen Potentiale in Bezug auf das Vertrauen der Spieler in diese, dann stellt sich schon die Frage, ob es nicht besser gewesen wäre, sich von diesem Damoklesschwert zu befreien, wenn auch schweren Herzens, aber im Sinne des Vereins. Zumal es ja mittlerweile schon so weit ist, dass auch unter den Fans nahezu jede Verletzung, die nicht ganz nach Plan läuft, in irgendeiner Weise mit diesen Artikeln und/oder dem Fall Klasnic in Verbindung gebracht werden. Selbst die eklatante Anzahl an Verletzungsfällen in der abgelaufenen Saison wird ja schon damit in Verbindung gebracht, so dass ich nicht ganz verstehen kann, warum man diese Personalie auf Biegen und Brechen unbehandelt läßt.
Wie gesagt, grundsätzlich stehe ich Allofs und der Geschäftsführung absolut positiv gegenüber, allerdings erwarte ich auch, dass man die womöglich vorhandene Betriebsblindheit endlich abstellt und auf allen Gebieten endlich wieder das Wesentliche in den Vordergrund stellt.
Und hierzu gehört nun einmal auch, dass man endlich wieder vernünftig sichtet, ehe man dann einkauft. Teure Missverständnisse wie Carlos Alberto, Marko Arnautovic, Boubacar Sanogo und Co. sollte man sich in Zukunft verkneifen, wie man sich -bei allem Respekt vor seinen Fähigkeiten- auch Transfers wie den von Marin verkneifen sollte, WENN man keinen Platz im eigenen System für einen solchen Spieler hat.
Überhaupt erachte ich die Systemfrage als weiteren großen Knackpunkt bei Werder, wenngleich er deutlich eher, wahrscheinlich sogar ausschließlich ins Aufgabengebiet von Thomas Schaaf fällt. Völlig ohne Not hat Werder das funktionierende 4-4-2 Diamond (Raute) gegen ein 4-5-1 mit Doppel 6 eingetauscht. Dieses System hat bei Werder so gut wie nie funktioniert, dennoch wurde sehr lange daran festgehalten. So lange, dass es fast zu spät für die Rettung war. Erst, als man sich wieder auf das alte System besann und mit zwei Stürmern agierte, konnte man sich spielerisch wieder etwas befreien und letztlich auch die zum Klassenerhalt nötigen Ergebnisse verbuchen.
Erschreckend finde ich hierbei, um den Bogen zu Allofs zurück zu spannen, dass man ein solches System einführte, ohne die nötigen Spieler für dieses System zu haben. Die Spieler, die man für dieses System benötigt, wurden im Grunde erst gekauft, als man sich schon auf dieses System festgelegt hatte. Am Reissbrett sieht es sicher vielversprechend aus, wenn man die offensive Variante des 4-5-1 mit Doppel 6 zu einem 4-3-3 umwandelt und dann Marin auf links, Arnatovic auf rechts und Pizarro im Zentrum vorfindet.
Da man aber mit Wagner und Almeida zwei weitere reine Mittelstürmer im Kader hatte, hat man mit dieser Systemumstellung schon damals das Ende eines dieser beiden Stürmer besiegelt. Von daher überraschte der Verkauf von Almeida zur Winterpause ebenso wenig, wie es die halbherzigen Vertragsgespräche mit Almeida oder dessen Unzufriedenheit taten. Schließlich war es einzig der Verletzungsmisere Pizarros geschuldet, dass Almeida in der Hinrunde überhaupt eine Rolle spielte. Sportlich erfreulich für Allofs, dass Almeida diese Rolle als Lückenbüßer gut ausfüllte, wirtschaftlich letztlich jedoch völlig unerheblich, da sowohl Almeida, als auch dessen Berater die Situation einzuschätzen wussten und die Situation sich so darstellte, dass Almeida am Saisonende eh weg gewesen wäre. Mangels anderweitiger Interessenten schlug dann Besiktas für lächerliche 2,5 Millionen Euro zu. Unnötig, zu erwähnen, dass auch hier durch eine fragwürdige Politik von Geschäftsführung und sportlicher Leitung Geld verbrannt wurde.
Dass man dann aber mit Avdic einen Strafraumstürmer holte, für den man in diesem System im Grunde gar keine Verwendung hatte, zeigt die Unschlüssigkeit der Führungsetage des SV Werder. Diesen Transfer kann man nur dadurch erklären, dass man sich selbst der Sache mit der Doppel 6 nicht mehr sicher war - und zumindest eine Alternative für die Rückkehr zur Raute haben wollte, die man dem bis dahin völlig enttäuschenden Wagner vorziehen könnte.
Wo wir gerade bei unsinnigen Transfers sind, könnte man problemlos auch das Abgeben von Rosenberg anführen. Sicher, er wirkte hier in den letzten 12 Monaten wie das lebendige Elend, wäre von seiner Veranlagung her jedoch weit eher als Außenstürmer einsetzbar gewesen, als es etwa Almeida oder Wagner gewesen wären. Durch das völlige Floppen von Arnautovic hätte Rosenberg so im späteren Saisonverlauf eine durchaus passable Rolle spielen können.
Die Bewertung der Transfers bleibt in letzter Konsequenz jedoch subjektiv - allerdings ist auch das ein Zeichen dafür, dass bei Werder etwas nicht stimmt und man die eigene Linie verlassen hat, schließlich konnte man bei früheren Transfers klar definieren, welche Hintergedanken man bei einem Transfer hatte. Das war zuletzt nicht mehr der Fall. Stattdessen hieß es nur allzu oft, man habe einen Spieler für die Zukunft verpflichtet, der über großes Potential verfüge und/oder einen Spielertyp verkörpert, den man "so noch nicht im Kader" hatte.
Es würde mich sehr beruhigen, wenn Werder wieder eine klare, erkennbare Philosophie hätte - doch so, wie es sich derzeit darstellt, könnte man fast schon zu dem Schluss kommen, dass nicht Schaaf und Allofs Werder über Jahre geprägt haben, sondern Johan Micoud.
Aktuell habe ich nicht den Eindruck, dass man aus den Fehlern der jüngeren Vergangenheit gelernt hätte. Ähnlich des Pokers um die Verlängerungen von Miro Klose und Mesut Özil droht man Gefahr zu laufen, in den Fällen Wiese und Mertesacker erneut ohne eine Verlängerung über die Saison hinaus in die Spielzeit zu gehen.
Zwar sind Gespräche mit Wiese und Mertesacker angekündigt und es wurde sich sicherlich auch schon gegenseitig abgeklopft, das vermeintlich richtige Aufschieben der Personalien im Zuge des Abstiegskampfs erweist sich nun allerdings als verhängnisvoll. Die eh schon starken Positionen der Spieler in Vertragsverhandlungen wurden durch dieses Verzögern weiter gestärkt und es ist davon auszugehen, dass sowohl Mertesacker, als auch Wiese, zumindest aber ihre Berater clever genug sind, um nach den von Werder gewünschten Verzögerungen nun ihrerseits weiter zu verzögern.
Die Begründungen hierfür liegen auf der Hand. Urlaub der Spieler, Stress für die Berater aufgrund anderweitiger, aktuell weit dringender Angelegenheiten für andere, den Verein wechselnde Klienten - und ehe wir uns versehen, haben wir den Saisonstart vor der Türe stehen.
Es wäre nicht überraschend und in der öffentlichen Wahrnehmung auch nicht verwerflich, wenn Spieler und Berater den nächsten logischen Schritt tätigen und zwar Gespräche aufnehmen würden, eine Entscheidung jedoch so weit hinauszögern, dass abzusehen ist, wo die Reise für Werder hingeht.
Mit anderen Worten: Maximale Sicherheit für den Spieler, maximales Risiko für Werder. Auf die selbe Tour hat Allofs sich bereits von Mesut Özil und Reza Fazeli abkochen lassen. Ich darf daran erinnern, dass Özil selbst unmittelbar vor dem Pokalfinale 2009 äußerte, seinen 2011 auslaufenden Vertrag verlängern zu wollen. Dann folgte die U21 Europameisterschaft, der Urlaub, der Saisonstart, die Winterpause, die WM... Das Ende ist bekannt.
Sicherlich, es war sicherlich keine einfache Aufgabe, den Vertrag von Özil zu verlängern - dennoch war das elend lange Abwarten von Allofs ein Wiederholungsfehler, der zeigt, dass er aus dem Fall Klose nichts gelernt hatte. Auch dieser hat Werder seinerzeit sehr lange hingehalten - und Werder letztlich analog zu Özil eiskalt die Türe zugeschlagen, indem er sich auf einen einzigen möglichen Club festlegte, somit den Wettbewerb zumindest für Werder unterband und die Ablöse für Werder im viele Millionen niedriger ausfallen ließ, als sie aufgrund des damaligen Marktwertes eigentlich hätte ausfallen müssen.
Wie gesagt, die Gefahr, dass uns das im kommenden Jahr erneut wiederfährt, ist aufgrund der unklaren Vertragsverhältnisse für die Zeit nach dem Sommer 2012 absolut gegeben - nur, dass wir in beiden Fällen, Wiese und Mertesacker, dieses mal komplett leer ausgehen würden.
Was Dimanski betrifft, so ist es sicherlich keine Exklusiventscheidung von Allofs, allerdings wäre es in dieser Personalie ausnahmsweise mal sinnvoll, den Wünschen der Spieler uneingeschränkt nachzukommen. Wie hier jemand an anderer Stelle schon richtig bemerkte, ist das mit keinerlei Wertung der Qualitäten von Dimanski verbunden, sondern schlicht und ergreifend mit dem offensichtlich mangelnden Vertrauen der Spieler in Dimanski. So etwas kann auch einem sehr, sehr guten Arzt passieren - und nicht selten reicht schon ein Fall wie der von Klasnic dazu aus, das Vertrauen innerhalb des Kaders nachhaltig zu zerstören.
Bewertet man die in den letzten Jahren erschienenen, negativen Presseberichte über die medizinische Abteilung des SV Werder und die negativen Potentiale in Bezug auf das Vertrauen der Spieler in diese, dann stellt sich schon die Frage, ob es nicht besser gewesen wäre, sich von diesem Damoklesschwert zu befreien, wenn auch schweren Herzens, aber im Sinne des Vereins. Zumal es ja mittlerweile schon so weit ist, dass auch unter den Fans nahezu jede Verletzung, die nicht ganz nach Plan läuft, in irgendeiner Weise mit diesen Artikeln und/oder dem Fall Klasnic in Verbindung gebracht werden. Selbst die eklatante Anzahl an Verletzungsfällen in der abgelaufenen Saison wird ja schon damit in Verbindung gebracht, so dass ich nicht ganz verstehen kann, warum man diese Personalie auf Biegen und Brechen unbehandelt läßt.
Wie gesagt, grundsätzlich stehe ich Allofs und der Geschäftsführung absolut positiv gegenüber, allerdings erwarte ich auch, dass man die womöglich vorhandene Betriebsblindheit endlich abstellt und auf allen Gebieten endlich wieder das Wesentliche in den Vordergrund stellt.
Und hierzu gehört nun einmal auch, dass man endlich wieder vernünftig sichtet, ehe man dann einkauft. Teure Missverständnisse wie Carlos Alberto, Marko Arnautovic, Boubacar Sanogo und Co. sollte man sich in Zukunft verkneifen, wie man sich -bei allem Respekt vor seinen Fähigkeiten- auch Transfers wie den von Marin verkneifen sollte, WENN man keinen Platz im eigenen System für einen solchen Spieler hat.
Überhaupt erachte ich die Systemfrage als weiteren großen Knackpunkt bei Werder, wenngleich er deutlich eher, wahrscheinlich sogar ausschließlich ins Aufgabengebiet von Thomas Schaaf fällt. Völlig ohne Not hat Werder das funktionierende 4-4-2 Diamond (Raute) gegen ein 4-5-1 mit Doppel 6 eingetauscht. Dieses System hat bei Werder so gut wie nie funktioniert, dennoch wurde sehr lange daran festgehalten. So lange, dass es fast zu spät für die Rettung war. Erst, als man sich wieder auf das alte System besann und mit zwei Stürmern agierte, konnte man sich spielerisch wieder etwas befreien und letztlich auch die zum Klassenerhalt nötigen Ergebnisse verbuchen.
Erschreckend finde ich hierbei, um den Bogen zu Allofs zurück zu spannen, dass man ein solches System einführte, ohne die nötigen Spieler für dieses System zu haben. Die Spieler, die man für dieses System benötigt, wurden im Grunde erst gekauft, als man sich schon auf dieses System festgelegt hatte. Am Reissbrett sieht es sicher vielversprechend aus, wenn man die offensive Variante des 4-5-1 mit Doppel 6 zu einem 4-3-3 umwandelt und dann Marin auf links, Arnatovic auf rechts und Pizarro im Zentrum vorfindet.
Da man aber mit Wagner und Almeida zwei weitere reine Mittelstürmer im Kader hatte, hat man mit dieser Systemumstellung schon damals das Ende eines dieser beiden Stürmer besiegelt. Von daher überraschte der Verkauf von Almeida zur Winterpause ebenso wenig, wie es die halbherzigen Vertragsgespräche mit Almeida oder dessen Unzufriedenheit taten. Schließlich war es einzig der Verletzungsmisere Pizarros geschuldet, dass Almeida in der Hinrunde überhaupt eine Rolle spielte. Sportlich erfreulich für Allofs, dass Almeida diese Rolle als Lückenbüßer gut ausfüllte, wirtschaftlich letztlich jedoch völlig unerheblich, da sowohl Almeida, als auch dessen Berater die Situation einzuschätzen wussten und die Situation sich so darstellte, dass Almeida am Saisonende eh weg gewesen wäre. Mangels anderweitiger Interessenten schlug dann Besiktas für lächerliche 2,5 Millionen Euro zu. Unnötig, zu erwähnen, dass auch hier durch eine fragwürdige Politik von Geschäftsführung und sportlicher Leitung Geld verbrannt wurde.
Dass man dann aber mit Avdic einen Strafraumstürmer holte, für den man in diesem System im Grunde gar keine Verwendung hatte, zeigt die Unschlüssigkeit der Führungsetage des SV Werder. Diesen Transfer kann man nur dadurch erklären, dass man sich selbst der Sache mit der Doppel 6 nicht mehr sicher war - und zumindest eine Alternative für die Rückkehr zur Raute haben wollte, die man dem bis dahin völlig enttäuschenden Wagner vorziehen könnte.
Wo wir gerade bei unsinnigen Transfers sind, könnte man problemlos auch das Abgeben von Rosenberg anführen. Sicher, er wirkte hier in den letzten 12 Monaten wie das lebendige Elend, wäre von seiner Veranlagung her jedoch weit eher als Außenstürmer einsetzbar gewesen, als es etwa Almeida oder Wagner gewesen wären. Durch das völlige Floppen von Arnautovic hätte Rosenberg so im späteren Saisonverlauf eine durchaus passable Rolle spielen können.
Die Bewertung der Transfers bleibt in letzter Konsequenz jedoch subjektiv - allerdings ist auch das ein Zeichen dafür, dass bei Werder etwas nicht stimmt und man die eigene Linie verlassen hat, schließlich konnte man bei früheren Transfers klar definieren, welche Hintergedanken man bei einem Transfer hatte. Das war zuletzt nicht mehr der Fall. Stattdessen hieß es nur allzu oft, man habe einen Spieler für die Zukunft verpflichtet, der über großes Potential verfüge und/oder einen Spielertyp verkörpert, den man "so noch nicht im Kader" hatte.
Es würde mich sehr beruhigen, wenn Werder wieder eine klare, erkennbare Philosophie hätte - doch so, wie es sich derzeit darstellt, könnte man fast schon zu dem Schluss kommen, dass nicht Schaaf und Allofs Werder über Jahre geprägt haben, sondern Johan Micoud.

an alle, die hier sachlich miteinander diskutieren. Bitte bitte weiter so ! 