@Butthuber
Nimm's mir nicht übel, aber ich halte all diese Aussagen für falsch bzw. zumindest für nicht belegbar und somit für Spekulation.
...aber eine Fehlkalkulation um ca. 25 % beim Stadionumbau und der Nonchalance wie das dann gerechtfertigt wird, passt in keiner Weise mit der andererseits äusserst zurückhaltenden Personalpolitik zusammen. Hier gibt es doch nur 2 Schlussfolgerungen - a) man hat es vorher gewusst und daher wurde nur moderat in Spieler investiert oder b) man wusste es nicht und muss sich mangelnde Professionalität nachsagen lassen.
Ich weiß jetzt nicht genau, ob Du auf die Urprungsplanung hinaus wolltest oder auf die jüngsten Planänderungen.
Wenn ersteres der Fall war, dann mögen einige Fehler gemacht worden sein, sicher ist in meinen Augen aber auch dass der Anstieg der Rohstoffpreise ähnlich schwer einzukalkulieren waren wie der anschließende Preisverfall im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise. Was Wirtschaftsweise, Politiker und hochrangige Finanzexperten nicht vorherzusehen vermögen, kann man sicher kaum vom Vorstand eines Fußballvereins oder von Architekten erwarten. Insofern waren in meinen Augen viele der hier genannten Vorwürfe haltlos.
Das einzige was ich unserem Vorstand definitiv ankreide ist, dass man die ersten Planungen zu offensiv und euphorisch der Öffentlichkeit preisgegeben hat. So wurden Visionen von vielen als Versprechen aufgefasst, die man nicht eingehalten hat.
Wenn Du auf die jüngsten Planungsänderungen anspielst, dann wurde im gleichen Zuge betont, dass sich diese Maßnahmen durch Mehreinnahmen im VIP- und Cateringbereich amortisieren. Das müssen wir zunächst einmal glauben - und für micht macht es auch Sinn. Denn gestiegener Luxus und Komfort ist solange gerechtfertigt, wie es einen Markt dafür gibt und genügend Leute bereit sind, hierfür eine Menge Geld auszugeben. Und das scheint der Fall zu sein, auch wenn ich es nicht belegen kann.
Bin der festen Ueberzeugung, dass das vorher bekannt war und die Wahrheiten jetzt stückchenweise eintrudeln. Eine gefährliche Fehleinschätzung, dass die Mannschaft stark genug sei, dass man auch ohne das in dem Bau gebundene Geld würde auskommen können, das wird sich diese Saison rächen - international ist kaum noch zu schaffen.
B.
Was genau war Deiner Meinung vorher bekannt?
Was die vermeintliche Fehleinschätzung der Mannschaft angeht denke ich, dass die externe Kommunikation bzw die öffentlich verbreitete Meinung etwas anderes aussieht als die eigentliche Einschätzung. Natürlich sorgt man intern wie extern für Ruhe, indem man dem bestehenden Personal das Vertrauen ausspricht. Das ist insgesamt sicherlich produktiver als sich hinzustellen und plötzlich die Saisonziele nach unten zu korrigieren. Das wäre eine Ohrfeige für die vorhandenen Spieler und nebenbei ein öffentliches Eingeständnis für verfehlte Personalplanung.
Wie man den Kader wirklich sieht bzw. welche Transferaktivitäten man sich vorgenommen hat, steht m.E. auf einem völlig anderen Blatt und wird bestenfalls im stillen Kämmerlein kommuniziert. Man darf ja auch nicht vergesesn, dass die sportlichen Ansprüche in den letzten Jahren durchaus gestiegen sind, und somit eben auch die Anforderungen an potenzielle Neuzugänge. Bei günstigen Hochkarätern ist Werder nunmal nicht allein unter den Kandidaten, da stechen uns schnell mal Vereine wie Schalke oder Wolfsburg aus, die entweder einen starken Investor im Rücken haben oder Spieler mit Fremdkapital finanzieren. Dass diese Clubs in den letzen Jahren in der Tabelle höheren Schwankungen ausgesetzt waren als unser SVW, wird hier leider gern verschwiegen.
So bleibt es dann nicht aus, dass Werder immer wieder mal Kandidaten von der Wunschliste streichen muss, die woanders deutlich mehr Geld geboten bekommen. Und je weiter man auf seinem Wunschzettel dann nach unten schauen muss, umso mehr muss man sich die Frage stellen ob die anvisierten Spieler stärker sind als das bereits vorhandene Personal. Warum Ablösesummen und Handgelder zahlen, wenn man ähnliche Leistungen auch vom bestehenden Personal angeboten bekommt?
Transfers dieser Größenordnung sind dann entweder ein teures Experiment oder purer Aktionismus - und mit beidem kann man eine Menge Kohle verbrennen.
Im übrigen gibt es einen ganz einfachen Grund, warum ich dem Vorstand sofort abnehme dass der Umbau nicht den sportlichen Etat belastet:
Es werden feste, kontinuierliche Zahlungen zur Tilgung geleistet, die zeitlich auch genau so eingenommen werden, zum Beispiel durch die Mehreinnahmen aus dem erweiterten VIP-Bereich, dem zusätzlichen Catering sowie den gestiegenen Eintrittspreisen.
Es wird hierfür aber normalerweise kein Vermögen eingebracht bzw. keine Rücklagen angekratzt - was bei Spielertransfers aber sehr wohl passieren kann. In erster Linie werden frische Netto-Einnahmen reinvestiert, z.B. TV-Gelder und Prämien aus der CL-Vorrunde oder Transfereinnahmen. Oder man hat größeren Bedarf und greift die Rücklagen an.
Was in Bremen so schnell aber nicht passieren wird ist, dass Spieler mittels Fremdfinanzierung verpflichtet werden - und das macht es mir so leicht, die Kosten für den Stadionumbau so strikt vom Lizenzspieler-Etat zu trennen.