Können Internetforen süchtig machen?

Können Internetforen süchtig machen?

  • Ja!

    Votes: 46 65,7%
  • Nein!

    Votes: 9 12,9%
  • Vielleicht

    Votes: 15 21,4%
  • Ja!

    Votes: 46 65,7%
  • Nein!

    Votes: 9 12,9%
  • Vielleicht

    Votes: 15 21,4%

  • Total voters
    70
Ich habe mir gerade die Frage gestellt, ob man in gewisser Weise abhängig von individuellen Internetforen werden kann.
Oftmals sind Foren für einen user so anziehend, dass er überdurchschnittlich oft nachschaut was es Neues gibt, um auch weiterhin "up-to-date" zu sein. Auch trifft man vielleicht häufig auf die selben Nutzer, zu denen man unter Umständen auch eine Beziehung bzw. anonyme, soziale Netzwerke aufbaut.
Auch kann es dazu führen, schnell über anderweitige Kontaktmöglichkeiten mit einigen Foren - Usern zu kommunizieren, z.B. auch über E - Mail.

Was mich auch interessiert wieviel Zeit verbringt ihr hier so?
Außerdem halte ich es für möglich, dass sich Forenmitglieder persönlich durch eine permanente, aktive Teilnahme in einem Forum, bedingt durch eine Art indirekten Gruppenzwang, einem physisch nicht unerheblichen Druck aussetzen.
Ergo, meine Behauptung:
Natürlich kann diese Semi-virtuelle Welt in gewisser Weise süchtig machen.
Einen nicht ungewichtigen Faktor spielt dabei bestimmt auch die gewährleistete, "sichere" Anonymität, in die sich manch eine Mensch-der Realität entfliehend- versucht zu flüchten.
Man ist, sobald man erst einmal registriert ist, irgendwie in ein Geschehen, eine "Community" eingebunden, wenn man an einer speziellen Debatte aktiv teilnimmt oder sich an einem Thema intensiv beteiligt.
Doch ab wann kommt der Zeitpunkt, an dem man sich fragen sollte, ob das alles noch normal und gesund ist.

Dosis facit venenum!

Andererseits sind wir schließlich Menschen mit der Veranlagung zu korrespondieren.
Und evolutionär hat sich die Art der Kommunikation immer weiter entwickelt. Aber es bleibt immer essentiell.
Letztlich ist es nur schlimm, dass wir uns in einer Phase der kommerziellen Kommunikation befinden. Unsere essentielle Kommunikation, die wir heutzutage auch im Internet pflegen, wird nämlich zum Produkt. Und wir müssen dafür bezahlen. Jedes Wort, das wir hier schreiben ist mehr oder minder mit Geld verbunden (die Telekommunikationsfirmen und Stromversorger wird's jedenfalls freuen).

Anbei:
Man ist süchtig, wenn

... man nachts nicht schlafen kann, weil man sich die ganze Zeit überlegt was man am nächsten Tag posten könnte.

... man eine/n Freund/in zum ersten Mal mit einer neuen Frisur oder neuen Klamotten sieht und dazu sagt: Hey neues Ava! gefällt mir.

... man verzweifelt versucht ^^ zu sagen.

... man seine Freunde erst zitiert bevor man sich an einem Gespräch mit ihnen beteiligt.

Definition Sucht
Zusammenfassend kann Sucht – ob mit oder ohne Drogen – definiert werden als unabweisbares Verlangen nach einem bestimmten Gefühls- Erlebnis- oder Bewusstseinszustand. Das Ziel von süchtigem Verhalten ist entweder, Lustgefühle herbeizuführen und/oder Unlustgefühle (Unruhe, Trauer, Wut etc.) zu vermeiden. Suchtursachen sind im Zusammenwirken der Faktoren Mensch, Gesellschaft und Suchtmittel zu beschreiben. Individueller Hintergrund ist eine Autonomiestörung, die als Selbstwertschwäche deutlich wird. Um von Suchtverhalten zu sprechen müssen die vier Merkmale Wiederholungszwang, Dosissteigerung, physische oder psychische Abhängigkeit und Entzugserscheinungen klar ausgeprägt sein.

Suchtverhalten entwickelt sich innerhalb einer Phase der Gewöhnung. Schwächere Ausprägungen des Suchtverhaltens können mit dem Begriff des kompensatorischen Verhaltens beschrieben werden: „Kompensatorisch nennen wir ein Verhalten, wenn es nicht (vorrangig) den Zwecken dient, denen das gleiche Verhalten normalerweise gewidmet ist, sondern Defizite kompensieren soll, die aus dem Nicht-Lösen ganz anderer Probleme entstanden sind. Suchtverhalten liegt vor, wenn eine Person regelmäßig nach den Lustempfindungen strebt, die die Kompensation mit sich bringt“ (Scherhorn, Reisch und Raab, 1996, S. 4). Ob ein Verhalten als Suchtverhalten eingestuft wird, hat auch immer etwas mit gesellschaftlicher Normierung zu tun. Insofern ist Sucht das Verfehlen der gesellschaftlichen Norm der Selbstkontrolle in Verbindung mit psychotropen Substanzen oder Verhaltensweisen (vgl. Degkwitz, 2002, S. 28)
 
Natürlich kann es süchtig machen. Alles kann süchtig machen, sogar das Lesen der Bücher kann süchtig machen.

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als ich noch überdurchschnittlich viele Bücher gelesen habe. Damals hatte ich mit dem Internet noch nichts am Hut.
Ich hatte damals Stapelweise Bücher aus der Bibliothek angeschleppt und sie regelrecht verschlungen.
Ich lernte so schnell zu lesen, dass ich selbst nicht mehr weiß, wie ich das gemacht habe.
Als mir schließlich nur 1 Buch pro Tag reichte, beschloss ich nur Bücher zu kaufen, oder auszuleihen die mindestens 500 Seiten hatten, damit ich sie wenigstens paar Tage lesen konnte... Also wenn das keine Sucht ist, dann weiß ich auch nicht.

Heute lese ich nicht mehr so viele Bücher, dafür aber um so mehr im Internet. Früher tauchte ich in die Welt der Bücher, heute in die Welt des Internets.

Und die Foren sind auch nichts anderes als von uns selbst geschriebene Erzählungen. Der eine opfert dafür mehr Zeit , der andere wenieger. Aber solange man es damit niemandem weh tut, ist es für mich in Ordnung so.

Liebe Grüße.
Smaragd
 
Alles ne Sache des Trainings (Gewohnheiten) bei Dingen ohne externer Zufuhr von Drogen (Spielsucht, Internetsucht etc.
Hier geht es nämlich um körpereigene Drogen. Hier spielt die Individualität immer die große Hauptrolle. Egal was es ist, wenn es bei dir einen Ausstoß von Stoffen auslöst, die du nicht mehr missen KANNST/WILLST, kann es sein das du in eine Sucht gerätst.

Andererseits muss man ganz klar sagen, das ganze sogenannte zivilisierte Leben ist ne angelernte Scheiße.
Alles was man als gemeinhin für normalen Altag erachtet ist doch dann auch ne Sucht.
Immer wieder genial, wie z.B. "arbeitssüchtige" Wissenschaftler hergehen und z.B. andere über ihre Sucht aufklären wollen :)
 
Ja, und nu?.... will man mich jetzt Therapieren, oder was? :lol:

Und wenn ich nicht geheilt werden will, was dann?
Ich liebe es in den Foren zu lesen, würde man mich trotzdem und mit ruhigem Gewissen meiner großen Liebe berauben?
Also nee, Leute, das geht nu wirklich nicht.
 
Ein Forum ist, in meinem Fall, ein netter Zeitvertreib. Kann man nebenbei mal laufen lassen, um sich zu informieren. Gewissermaßen ein "digitales Hobby".

Ich hätte allerdings auch kein Problem damit, lange Zeit darauf zu verzichten.
 
Man, jetzt hast du mir meine Antwort versaut. Du hättest mir zustimmen müssen. :)
 
Das Werder-Forum und Werder.de an sich sind für mich eine Art Info in grün-weiß, die ich nur hier ausleben kann. In meinem persönlichem Umfeld sind keine Werder-Fans, so dass ich dieses hier nutze, um mich zu informieren und auszutauschen. Man ist eine, wenn auch manchmal kontroverse, Gemeinschaft.
Natürlich bin ich auch in anderen Foren zugangen, wo Fans andere Vereine auflaufen. Da kann ich manchmal nicht anders, als über grün-weiß zu informieren und dagegen zu halten. Das macht mich mitunter so kirre, dass ich manchmal darüber nicht schlafen kann.
Ich bin nunmal von meinem Verein sooooo sehr überzeugt, dass ich es auf den Tod - o Gott - nicht ausstehen kann, wenn die mein Werder runterposten. Ich könnte da Amok laufen :D
Ist das ne Sucht????
 
Solange man das reale Leben nicht vernachlässigt...

Bitte...so weiter machen. Wenn man sich selbst verliert und nicht mehr reales Leben und Internet auseinander hält, dann wird es Zeit, sich selbst zu maßregeln und mal den "waechterschen" Selbstversuch zu wagen und ne Weile auf das Internet zu verzichten. Ohne diesen Selbstversuch wird man es eben nicht bemerken, wann der Zeitpunkt gekommen ist, ne Pause einzulegen.
 
Nix Pause, die armen Schätzeken in der Türkei machen auch keine Pause.

Die trainieren von Morgens bis Abends. Da muss man wenigstens solidarisch als Fan die zwischenmenschliche Kommunikation trainieren, gelle.
 
Das Werder-Forum und Werder.de an sich sind für mich eine Art Info in grün-weiß, die ich nur hier ausleben kann. In meinem persönlichem Umfeld sind keine Werder-Fans, so dass ich dieses hier nutze, um mich zu informieren und auszutauschen. Man ist eine, wenn auch manchmal kontroverse, Gemeinschaft.

Ich denke, das is vor allem für Foren, der entscheidende Punkt. Ich weiß nicht, ob ich hier wäre, wenn ich einen - mehr oder minder - großen Kreis von Leuten in meiner Umgebung hätte, die Werder-Fans wären.
Ähnlich verhält es sich mit den anderen Foren in denen ich ähnlich häufig wie hier unterwegs bin.

Allerdings gilt für Foren dasselbe wie für Chats, Online-Spiele & Co.: Natürlich können sie süchtig machen, das sollte man a) nicht vergessen und b) vor allem nicht leugnen. Muss halt jeder an sich selbst feststellen, ob er/sie zu viel Zeit im Netz verbringt... oder manchmal hilft auch, auf gute Freunde zu hören, die es meist vor einem wissen ;)
 
Wenn man sich selbst verliert und nicht mehr reales Leben und Internet auseinander hält, dann wird es Zeit, sich selbst zu maßregeln und mal den "waechterschen" Selbstversuch zu wagen und ne Weile auf das Internet zu verzichten.

Hey hey, so war es ja auch nicht. :p

Nach unseren Umzug wird es aber sicherlich wieder ne Weile dauern bis ich online komme. Das kennt man ja inzwischen bei nem Anbieterwechsel, Umzug etc.
 
....... Aber ich nutze das Internet eben auch um mich zu informieren. Und das mache ich eben täglich.

.... ich denke nur zum reinen Informieren ist das Forum nicht da. Man möchte doch am liebsten eine Antwort auf seine posts, und ich denke, dass es kaum jemand anders ergeht, der nicht immer wieder nachschaut, ob jemand auf seinen Beitrag geantwortet, oder ob man gar zitiert worden ist, und ob man darauf antworten soll. Das Beachtetwerden spielt meiner Meinung nach eine große Rolle .... denn meist geht man ja auch zu den Threads, wo man am meisten Antwort erhält. (So gehts mir jedenfalls ;))

Reine Informationsaufnahme kannst du auch auf Werder.de haben ...
 
Back
Top