Sicherlich können nicht alle spielen, aber wenn ein Spieler schon nicht in Spielen mitwirkt, bei denen etliche Stammspieler verletzt waren, stellt sich die Frage, ob dieser Spieler gut genug ist... Und das scheint nicht der Fall zu sein, sonst wäre er ja aufgestellt worden... Seien wir doch mal ehrlich, wen kann man denn von unserer Bank bringen, wenn es nicht so läuft?! Da fällt mir leider keiner ein... Wir haben viel zu viele Mitläufer in der Mannschaft... Unser Spiel ist viel zu abhängig von einer Handvoll Spielern... Was ich mir wünsche, dass da auch mal mehr Eigeninitiative von Spielern kommt... Bei uns ist es oft so: Spielen die Leistungsträger gut, so spielt auf einmal die ganze Mannschaft gut... Spielen die Leistungsträger schlecht, lassen sich viele hängen und das muss man abstellen... Außerdem scheinen die Leistungsunterschiede zwischen Stammelf und Ersatzbank zu groß zu sein... Sonst hätten Spieler wie Fritz und Baumann, die lange Zeit absolut miserabel gespielt haben, längst auf der Ersatzbank gesessen... Was ich mir wünsche: Es soll und kann logischerweise nicht die Ersatzbank von Barca oder Bayern sein, aber es sollten eben auch mal Spieler verpflichtet werden, die man ins Spiel werfen kann, bei denen man denkt "Ja, da kann noch was passieren..." Was wir momentan an Qualität auf der Bank haben, ist einfach zu wenig...
Vielleicht. Vielleicht ist es aber auch ein normaler, aber nicht angemessener Reflex, wenn es nicht läuft, Heilsbringer-Hoffnungen ausgerechnet in Leute zu setzen, die wenig spielen, wenig Spielpraxis haben und nebenbei auch gar nicht den Spielertypen repräsentieren, der persönlich für eine Wende sorgen kann. Vranjes ist ein Mannschaftsspieler. Auf seiner Position kann man nicht groß Wenden bewirken, sondern ggf. stabilisieren, etwas, was keine übebordende Außenwirkung hat (wie man ja auch an den vielen Vranjes-Kritikern und -Bashern sieht).
Dazu kommt, dass Schaaf generell ein Trainer ist, der weniger auf Impulse von Außen durch Ersatzspieler setzt (und wenn dann durch Offensivspieler bei Rückstand o.ä), sondern auf Kontimuität im Personal setzt. Das mag man gut oder falsch finden, aber es ist so. Zudem ist er wohl tatsächlich der Meinung, dass ggf. Frings Vranjes auf der DM-Position vorzuziehen ist. Die Folge sind eben wenig Einsätze für Vranjes. Was ich schade finde, aber ich laufe dann nicht Amok wie andere, wenn sie der Meinung sind, dass die falschen Spieler aufgestellt werden. :cool:
Jedenfalls ist es klar, dass bei dieser Personalpolitik die Ersatzspieler nicht gerade ermutigt und gefördert werden. Auch das musss man nicht teilen, aber so ist es nunmal; es macht ja auch durchaus Sinn, eine eingespielte Formation zu haben.
Was Fritz betrifft, lag und liegt es wohl in der Tat an mangelnden Alternativen. Wobei Prödl und Pasanen durchaus anständig gespielt haben. Aber das Problem ist, dass sie die Rolle des AV anders interpretieren als Fritz oder Boenisch, d.h. weniger für die Offensive zu tun in der Lage sind. Da das aber zu Schaafs Konzept gehört, spielt Fritz eben, wann immer er halbwegs geradeaus laufen kann.
Was Baumann betrifft, ist es so, dass du nach wie vor auf dem Holzweg bist.
Er ist zwar nicht mehr der Baumann von 03/04, aber er ist immer noch ein wichtiger Pfeiler der Mannschaft.
Und was meinst du mit "mehr Eigeninitiative"? Sollen die Ersatzspieler selbständig auf den Platz rennen wenn sie finden, dass es mit ihnen besser laufen würde?
Ach und folgendes: Willst du mir im Ernst erzählen, die Bank der Bayern sei gespickt mit Ersatzspielern, die jederzeit in der Lage sind, Stammspieler zu ersetzen - und das paar Tage, nachdem Bayern 0:4 in Barcelona verloren hat und das nicht zuletzt (und wahrscheinlich auch zu Recht) auf das Fehlen von Lucio,. Lahm und Klose zurückgeführt worden ist?
Ersetzt wurden sie übrigens u.a. von einem Spieler, der meines Wissens in Italiens WM-Kader 2006 stand. Du siehst, die Probleme von Ersatzspielern sind keine Frage der Grundqualität.
Wenn jemand wie JV mit seiner Dauerreservistenrolle tatsächlich zufrieden ist, muss man sich doch ernsthaft fragen, ob er das Leistungsprinzip im Profifußball wirklich realisiert hat. Es kann doch nicht sein, dass sich ein Spieler seines Alters seit einigen Jahren mit dem Status der Altersteilzeit zufrieden gibt. Er ist das Gegenteil eines Aufmuckers - aber so wir er sich darstellt, kann es auch nicht sein. Junge Spieler gehen zu Hauf in die 2. Liga um sich zu entwickeln - und Juri genießt sein Fast-Renterdasein. Ich denke, dass sich die Zahl seiner Einsätze bis zum Saisonende allenfalls noch auf ein paar Minuten aufsummiert. Bei dem Gehalt ein kerniger Stundenlohn.
Erstens würde mich interessieren, woher du weißt, dass Vranjes mit seiner "Dauerreservistenrolle tatsächlich zufrieden ist". Ich nehme an, du schließt es daraus, dass er nicht öffentlich rummault. Was dem als positives Modell zugrunde liegt ist das einer Ich-AG von Egoisten, die alle nur ihre eigenen Interessen im Auge haben. Und das ist ab einem bestimmten Punkt eine sehr schädliche Haltung. Ein Grund, warum kleinere Vereine wie Werder ab und zu mit Bayern mithalten können ist, dass Vereine wie Bayern München dazu tendieren, genauso solche Ich-AGs zu sein und es dabei zu Reibungsverlusten kommt. Vereine, bei denen der Mannschaftsgeist intakt ist, bei dem sich jeder einzelne als Teil eines lebendigen Körpers begreift, haben da einen Vorteil. Und jeder Verein kann sich glücklich schätzen, Spieler zu haben, die ihre eigenen Interessen (von denen man ausgehen kann, dass sie sie kennen) zurückstellen zugunsten des gesamten Erfolges und bereit sind, ihren Beitrag zu diesem zu leisten anstatt zu beanspruchen, der Verein sei dazu da, sie glänzen zu lassen.
Es gibt zum Beispiel Zeiten, in denen nicht gespielt wird, so ungefähr zwischen Samstag 17.15 und dem folgenden Samstag 15.30. Diese Zeit interessiert dich offensichtlich gar nicht, dabei werden hier die Grundlagen für Erfolg und Misserfolg gelegt. Wenn hier jemand positiv auffällt, dann wird er leicht verlacht als Grußonkel oder Maskottchen, aber wer das tut, hat keine Ahnung.
Denn Fußball ist mehr als ein Tampodribbling von Diego, ein Traumtor von Pizarro, eine 90%ige Zweikampfquote von Mertesacker oder drei Glanparaden von Wiese.
Sondern ein Bundesligakader ist eine Gruppe von Personen, bei denen es auch intern stimmen und funktionieren muss, damit Erfolg möglich ist.
Wahrscheinlich glaubst du auch, dass für die Qualität und den Erfolg eines Films in erster Linie die Schauspieler verantwortlich sind, bloß weil sie im Gegensatz zum Regisseur groß auf den Plakaten stehen und im Gegensatz zu Regisseur, Drehbuchautor, Requisiteur, Beleuchter, Kameramann und so weiter und so fort im Film zu sehen sind..
Aber das wundert einen dann wieder doch nicht bei einer Fangeneration, die sich manchmal mehr für die Spielerfrauen, die Affären der Spieler, das Aussehen der Spielerfrauen, die Autos der Spieler, und auf dem Fußballbereich vorwiegend für namhafte Neuzugänge, Geld ausgeben unabhängig von den Realitäten und allenfalls für irgendwelche Zaubertricks mit Hacke Spitze eins zwei drei oder schöne Tore zu interessieren scheint als für Fußball und seine Hintegründe.
Sehe ich genauso... Ich hoffe wirklich, dass man sich mal Gedanken über diese Spieler macht... Wenn man ehrlich ist, ist das z.T. totes Kapital, was wir auf der Bank haben... Er hat diese Saison insgesamt gerade mal 7 Spiele (obwohl etliche Spieler verletzt waren) über die volle Distanz gemacht und ich kann mich an kein Spiel erinnern, in dem er voll überzeugt hat... Einige Fans scheinen mir zu sehr in der Vergangenheit verwurzelt zu sein... Was nützt denn eine gute Leistung in der Saison XY?! Von einem Spieler muss man eine gewisse Konstanz erwarten können... Die fehlt leider bei einigen Spielern... Gerade in der Phase, die wir aktuell durchmachen, bräuchte man Leute, die bis in die Haarspitzen motiviert sind... Und wenn das nicht der Fall ist, muss man sich eben auch mal von Spielern trennen...
- "totes Kapital" - hast du dich schon für das Unwort des Jahres beworben? Wenn es bedeutet "in der Vergangenheit verwurzelt zu sein", wenn man Spieler nicht in erster Linie als totes oder lebendiges Kapital betrachtet, dann lebe ich gerne in der Vergangenheit.
- Das Problem mit der Konstanz bei Vranjes ist durchaus vorhanden. Aber erstens ist er bzw. sind die Ersatzspieler nicht die einzigen. Bis auf, und das auch nur mit Abstrichen - Wiese, Pizarro und Mertesacker fällt mir nämlich auch kein Stammspieler ein, der konstant gespielt hätte. Bei denen wäre es aber richtig nötig gewesen, da sie ja von Schaaf immer wieder das Vertrauen ausgesprochen bekommen. Dass ein Spieler, der alle paar Spiele mal eingewechselt wird und noch unregelmäßiger in der Anfangsformation steht, es an Konstanz fehlen lässt, ist zwar bedauerlich, aber letztendlich auch die Folge dessen, dass er z.B. nicht die Chance über mehrere Spiele hinweg bekommt und somit die Chance hat, seinen Rhythmus zu finden. Diese Entschuldigung können die Stammspieler (oder zumindest regelmäßig eingesetzten Spieler) von Naldo über Fritz und Frings bis hin zu Rosenberg und Almeida aber nicht in Anspruch nehmen.
- Die Frage, ob Vranjes bei seinen Spielen überzeugt hat oder nicht, liegt offenbar im Auge des Betrachters. Ich würde z.B. ad hoc meinen, dass er in München absolut überzeugt hat und der Sieg dort auch eine Folge der funktionierenden Balance zwischen Offensive und Defensive war.
Aber wie gesagt: Man sieht nur, was man sehen will.
MFG dikbs