Gesamtsituation der Mannschaft

Interessant finde ich, was Motivationstrainer Jörg Löhr gerade im Sportclub geäußert hat: Für eine Mannschaft in der Krise erzeugen Beschimpfungen, Sitzblockaden und andere derartige Maßnahmen einen zusätzlichen Druck, der die Leistung limitiert. Ganz anders wirken seinen Aussagen zufolge Ruhe und Unterstützung im Umfeld, so wie bei Werder in dieser und in der letzten Saison beispielhaft war.

Das ist möglicherweise ein Ansatz, über den die nachdenken sollten, die sich auch in Bremen Fantheater und Gepöbel wünschen.

Löhr ist ein Schwätzer, dem es um den Verkauf seiner Bücher und Kalender usw geht. Ich habe ihn schon selbst erlebt.

Was Ruhe und Unterstützung im Umfeld bewirken konnte man gestern wieder sehen. Und das kann man nun schon seit Jahren beobachten. Unsere Truppe zeigt schon seit Jahren nur das Allernotwendigste. Seit Jahren gibt es immer wieder ein oder zwei Spiele, in denen die Mannschaft zeigt was sie kann. Danach fällt sie jedes Mal für mehrere Spiele zurück in Lustlosigkeit und Null-Leistung.

Selbst Dutt hat ja vor dem Spiel gesagt, dass es nun um Mentalität geht. Genau das ist der Punkt. Die Truppe hat seit Jahren die Mentalität, für den Klassenerhalt immer nur das Notwendigste zu tun. Aber keinen Deut mehr. Es gibt in der Liga keine Mannschaft mit weniger Charakter als unsere. Gegenbeispiel: Braunschweig. Für jeden Außenstehenden annähernd chancenlos im Abstiegskampf aber WE für WE Kampf und Engegement und Wollen.

Und die Ruhe und Unterstützung im Umfeld gibt den Spielern noch Recht genau richtig unterwegs zu sein. Wie man die Einstellung der Mannschaft noch unterstützen und feiern kann, ist mir unerklärlich. Feiern und unterstützen kann und muss man, wenn man merkt, dass die Mannschaft alles gibt und alles versucht. Bei unserer Truppe ist aber das Gegenteil der Fall.

Übrigens habe ich gestern auch Fritz so verstanden, dass er es ähnlich sieht.

Bleibt die Frage woran das liegt und wie man es löst. Aber die Löhr-Lösung bringt nichts. Das müsste seit gestern der Allerletzte gesehen haben.

Was Spieler wie unsere benötigen, sind klare Ansagen, deutliche Worte, konsequente Führung und Arschtritte.
 
Jupp, Jörg Löhr ist ein Schnacker = Laberarsch = Dampfplauderer = der seine Bücher, DVD, Hörbücher unter das Volk bringen möchte bzw. gebucht werden möchte ohne Ende.
Ist aus seiner Sicht ja auch legitim!

Auch ich habe Ihn persönlich erlebt, war ein Witz!
 
Eine konsequente Führung beinhaltet alles um Erfolg zu haben, sei er auch noch so minimal.
Wir wissen alle nicht (Ausnahmen bestätigen die Regel;)) was intern bei Werder abläuft.
Aber, wir alles sehen das die Truppe keine Konstanz in sich trägt!
 
Die Mannschaft hat mal wieder eindrucksvoll bestätigt, dass sie nicht zu verstehen ist. Kaum ist der Druck ein bisschen weg lässt sie wieder alles vermissen. Und ist wie immer selbst ratlos in den Interviews nach dem Spiel.
 
Im Gegensatz zu den Experten hier hat Herr Löhr immerhin mal zumindest ein Seminar Motivationspsychologie von innen gesehen und weiß daher, wovon er spricht, wie Motivation funktioniert. Leute, die glauben, man müsse Profisportler durch externen Druck motivieren, sagen damit nur, dass sie von Motivationspsychologie keine ahnung haben. Das ist auch nicht schlimm, es gibt genügend Felder, von denen Herr Löhr und auch ich keine Ahnung haben, aber wir erzählen den Atomphysikern zumindest nicht, wie sie ein Atomkraftwerk zu planen hätten. Besser is das und besser wäre es, manche Leute würden sich zu motivationspsychologischen Fragestellungen nicht äußern.

Die Niederlage und insbesondere die Art und Weise kamen durch ein kurioses Eigentor und ein weiteres Zufallsprodukt nach einem eigentlich geklärten langen Ball zustande, der dem Mainzer zufällig vor die Füße fällt. Nach 15 Minuten ist das Spiel gelaufen und es war diese Tatsache, die die Überzeugung an den Sieg und damit die Motivation in den Keller getrieben hat. Denn wir haben weder Plan B noch die fußballerischen Mittel, sicher führende und locker aufspielende Mainzer nach einem solchen Doppelschlag noch groß in Gefahr zu bringen. Dieses Wissen um die eigene Schwäche sitzt zu tief und das lähmt die Beine, wenn 15 Minuten alles gegen dich läuft, das hat nichts damit zu tun, dass die Mannschaft nach den beiden letzten Spielen sich hängenlässt. Läuft es blöd für uns, dann fehlt es uns an allen Ecken und Enden, das wissen wir alle schon und deswegen war dieses Spiel auch keine Neuigkeit, wir haben solche auftritte schon viele Male gesehne.

Ich erwähnte es bereits, aber ich wiederhole es, weil es in Bezug auf das permanente Bemängeln von Einstellung und Moral der Mannschaft, dass Leute wie Fritz, Prödl, Junuzovic, Bargfrede, Petersen etc. nicht deswegen Bundesliga spielen, weil sie mehr Talent hatten als andere. Jedes Jahr treten tausende Spieler in den Herrenbereich ein, die mehr Talent haben als sie. Sie spielen deswegen Bundesliga, weil sie härter arbeiten, weil sie über eine höhere Motivation verfügen, weil sie für den Fußball leben, Extraschichten schieben, kein Gramm Fett am Körper haben. Solchen Leuten muss man nichts über Motivation erzählen, sie haben davon mehr als mindestens 95% der Gesamtbevölkerung. Nur durch ihre Einstellung und Motivation haben sie diese Position erreicht und gehalten.

Leute, die so außergewöhnlich motiviert sind, über eine dermaßen professionelle Einstellung verfügen, muss man nicht zur Arbeit prügeln oder sonstwie zwingen, man kann sie allenfalls noch pushen, motivieren, noch eine Extraschicht einzulegen, anfeuern, noch die allerletzten Prozente rauszuholen. Das machen Trainer, das machen Motivationstrainer, die zudem noch die Demotivatoren angehen oder kucken, woher Selbstzweifel kommen könnten. Sie müssen aber mit Sicherheit eins nicht tun: Einen Profisportler motivieren, motiviert ist ein Profisportler auch allein.
 
...Leute, die so außergewöhnlich motiviert sind, über eine dermaßen professionelle Einstellung verfügen, muss man nicht zur Arbeit prügeln oder sonstwie zwingen, man kann sie allenfalls noch pushen, motivieren, noch eine Extraschicht einzulegen, anfeuern, noch die allerletzten Prozente rauszuholen. Das machen Trainer, das machen Motivationstrainer, die zudem noch die Demotivatoren angehen oder kucken, woher Selbstzweifel kommen könnten. Sie müssen aber mit Sicherheit eins nicht tun: Einen Profisportler motivieren, motiviert ist ein Profisportler auch allein.[/QUOTE]

Eine Frage muss erlaubt sein: warum hat sich dann die Mannschaft 2011 im Abstiegskampf den Motivationstrainer Löhr geholt? An der Motivation kann es dann ja nicht gelegen haben? Warum haben sie sich dann keinen Psychologen geholt, der ihnen den Druck nimmt?
 
Hoffenheim gehe ich von einer Niederlage aus, wenn die in Fahrt kommen kriegen wir 4-5 (unglaublich die haben stand heute 30 Tore mehr als wir geschossen und spielen dabei heute noch). 0p

Und haben mit diesen 30 Toren mehr gerade mal 4 Punkte mehr geholt als wir. Irgendwo muss also auch ein haken an der ganzen Sache sein.

Eine Frage muss erlaubt sein: warum hat sich dann die Mannschaft 2011 im Abstiegskampf den Motivationstrainer Löhr geholt? An der Motivation kann es dann ja nicht gelegen haben? Warum haben sie sich dann keinen Psychologen geholt, der ihnen den Druck nimmt?

Wie maddin schon schrieb, gibt es auch Faktoren, die demotivierend (und damit leistungshemmend) wirken und oft nicht beim Einzelnen, sondern im Gesamtgefüge der Mannschaft zu finden sind. Ich denke, dass Löhr bei Werder damals genau dort angesetzt hat.
 
Motivation bedeutet nicht das, was man herkömmlich darunter versteht, sondern Motivationspsychologie beschäftigt sich mit verschiedenen Konzepten, nicht nur damit, dass man motiviert sein müsse, um ein Ziel zu erreichen. Sprachlich genaugenommen befasst sie sich mit Motiven.

Ein extrem wichtiges Konzept in der Motivationspsychologie ist die Selbstwirksamkeitsüberzeugung. Simpler bedeutet das: Bin ich davon überzeugt, etwas erreichen zu können, wenn ich es unbedingt will. Diese leidet in Niederlagenserien oder im Abstiegskampf oft. Da kann es hilfreich sein, dass ein Motivationstrainer da mal ansetzt, daran erinnert, wie man es gut gemacht hat, wann man Erfolg hatte, was man tun kann, um das Schicksal wieder in die eigenen Hände zu bekommen, wie man sich gemeinsam darauf einschwört, es im nächsten Spiel aus eigener Kraft wieder hinzubekommen.

Motivationsforschung heute dreht sich sehr viel um solche Selbstwirksamkeitsüberzeugungen, darum, wie man zum Beispiel Kindern, die immer als schlechte Schüler abgestempelt wurden, die aber die Fähigkeit hätten, zumindest durchschnittliche Schüler sein zu können, die Überzeugung vermitteln kann, dass sich ihr Aufwand lohnt.
 
@Syker: Ich vermute, dass Löhr auch das Zweite beherrscht. Es ging imho genau darum, der Mannschaft die Versagens-Angst zu nehmen.
 
Und haben mit diesen 30 Toren mehr gerade mal 4 Punkte mehr geholt als wir. Irgendwo muss also auch ein haken an der ganzen Sache sein.

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Der Haken ist, dass die in der vergangenen Saison ähnliche Erfahrungen gesammelt haben wie wir und ebenfalls total verunsichert in die Saison gestartet sind. Deren Tendenz ist allerdings klar aufsteigend. Am Ende der Saison werden es vermutlich deutlich mehr als 4 Punkte sein.
 
Leute, die glauben, man müsse Profisportler durch externen Druck motivieren, sagen damit nur, dass sie von Motivationspsychologie keine Ahnung haben.
Du als einer der Federführenden im Gang-an-die-Spitze-Strang in WOL 2.0 (bis 2008) musst es wissen, was damals schon diskutiert wurde. Ich denke eher, bei dem externen Druck ausüben geht es weniger um Motivieren, als um gewisse Anreize zu kreieren.

Ich denke auch, dass es bei den vielen Charakteren innerhalb einer Mannschaft sehr schwer ist, das als großes Ganzes mit Bestimmtheit zu sagen. Bei vielen sorgt Druck für noch mehr Versagensangst und Unsicherheit, bei einigen nicht. Andere wiederrum beeinflußen weder Versuche, Zutrauen einzureden noch irgendein externer Druck.

Du erwähnst ja selber Beispiele. Aber es gibt eben auch andere Beispiele.
 
Der Haken ist, dass die in der vergangenen Saison ähnliche Erfahrungen gesammelt haben wie wir und ebenfalls total verunsichert in die Saison gestartet sind. Deren Tendenz ist allerdings klar aufsteigend. Am Ende der Saison werden es vermutlich deutlich mehr als 4 Punkte sein.

Warten wir es ab ... mit Vermutungen haben wir besonders diese Saison ja nun wahrlich oft genug daneben gelegen ("der HSV kommt gegen den BVB unter die Räder", "gegen den neuen HSV unter Slomka wird es ganz schwierig", "nach dem Leverkusenspiel gewinnt der HSV sicher auch gegen verunsicherte Hannoveraner").
Außerdem ist die Tendenz bei Hoffe auch eher gemischt: 4 Siege, 3 Niederlagen und 3 Unentschieden aus den letzten 10 Spielen. Zum Vergleich: wir haben (inkl. Mainz): 3 Siege, 4 Unentschieden und 3 Niederlagen aus den letzten 10 Spielen geholt. Das ist gerade mal ein Punkt weniger als Hoffe.
 
...Außerdem ist die Tendenz bei Hoffe auch eher gemischt: 4 Siege, 3 Niederlagen und 3 Unentschieden aus den letzten 10 Spielen. Zum Vergleich: wir haben (inkl. Mainz): 3 Siege, 4 Unentschieden und 3 Niederlagen aus den letzten 10 Spielen geholt. Das ist gerade mal ein Punkt weniger als Hoffe.

Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast, Norge:

Betrachtest Du nur die letzten 5 Spiele, die ja für Werder alles andere als unglücklich liefen, ergibt sich:

Hoffenheim: 1 Niederlage, 2 Siege, 2 Remis, darunter das schwere Auswärtsspiel in München.

Werder: 3 Niederlagen, 1 Sieg, 1 Remis.

Dass Hoffenheim gegenüber uns klar auf dem aufsteigenden Ast ist, kann man doch nun wirklich nicht ernsthaft bestreiten.
 
Du erwähnst ja selber Beispiele. Aber es gibt eben auch andere Beispiele.

Klar. Aber was motiviert solche "begabten Kinder" wie Arnautovic oder Elia?

Die meisten faulen, klugen Kinder in der Schule zumindest reagieren sehr empfindlich auf externen druck, sind aber, wie du es ja schon andeutest, durch Anreize, durch Verantwortung, durch dinge, die sie mögen, prinzipiell positiv zu begeistern, gerade wenn der Trainer als ihr Förderer, ihr Mentor auftritt und sie verteidigt, sich für sie einsetzt. Entzieht man solchen Leuten gleich wieder das Vertrauen, dann reagieren sie bockig.

Für mich war das übrigens der größte Verlust, den Schaaf über die Jahre des Erfolgs erlitten hat. Vorher hat er solche begabten Kinder wie Ailton noch gefordert und vor allem gefördert, später hat er spieler nach einem schlechten Spiel rausgenommen, die eine ähnliche Ansprache und ein ähnliches Vertrauen wie Ailton gebraucht hätten (zidan, arnautovic, almeida etc.).
 
:tnx:
Das war die größte Stärke von Schaaf und mMn die einzige, die ihn zum BL-Trainer qualifizierte. Schaaf und Micoud, Schaaf und Ailton, Schaaf und Frings, das waren besondere Konstellationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort und für Werder in unnachahmlicher Art erfolgbringend.
 
Motivation bedeutet nicht das, was man herkömmlich darunter versteht, sondern Motivationspsychologie beschäftigt sich mit verschiedenen Konzepten, nicht nur damit, dass man motiviert sein müsse, um ein Ziel zu erreichen. Sprachlich genaugenommen befasst sie sich mit Motiven.

Ein extrem wichtiges Konzept in der Motivationspsychologie ist die Selbstwirksamkeitsüberzeugung. Simpler bedeutet das: Bin ich davon überzeugt, etwas erreichen zu können, wenn ich es unbedingt will. Diese leidet in Niederlagenserien oder im Abstiegskampf oft. Da kann es hilfreich sein, dass ein Motivationstrainer da mal ansetzt, daran erinnert, wie man es gut gemacht hat, wann man Erfolg hatte, was man tun kann, um das Schicksal wieder in die eigenen Hände zu bekommen, wie man sich gemeinsam darauf einschwört, es im nächsten Spiel aus eigener Kraft wieder hinzubekommen.

Motivationsforschung heute dreht sich sehr viel um solche Selbstwirksamkeitsüberzeugungen, darum, wie man zum Beispiel Kindern, die immer als schlechte Schüler abgestempelt wurden, die aber die Fähigkeit hätten, zumindest durchschnittliche Schüler sein zu können, die Überzeugung vermitteln kann, dass sich ihr Aufwand lohnt.

Das klingt ja alles ganz toll und ist sicher auch richtig. Aber es ist Theorie die mit der Situation von Werder nichts zu tun hat. Oder wie erklärst du (das kannst du ja ganz bestimmt) dass die Mannschaft immer wieder mal für zwei Spiele zeigt dass es geht. Richtig gut spielt so wie z.B. gegen Schalke. Also diese Selbstwirksamkeitsüberzeugung zumindest teilweise haben müsste und dann aber seit Jahren jedes Mal wieder zurück fällt in alte Muster.

Und das nicht nur in Spielen die dumm laufen sondern wo man nach einem Granatenspiel im nächsten Match völlig unmotiviert agiert. Nicht ängstlich sondern einfach schlecht ohne Willen, keine Zweikämpfe annimmt und einfach uninspiriert agiert. Also immer in Spielen in denen man etwas auf dem ansteigenden Ast ist und nun nur noch ein oder zwei Spiele braucht um das zu bestätigen und weiterzuführen. Und das aber nie schafft. Nicht einmal gegen die schlechtesten der Liga. Wie oft haben wir Gegner die seit Wochen Probleme haben, aufgebaut in dem wir Kackspiele abgeliefert haben, selbst wenn in der Woche davor mal ein richtig gutes Spiel zu sehen war.

Ich sag es nochmal: Dutt hat das vor dem Mainz-Spiel mit Mentalität beschrieben. Und das oben beschriebene seit Jahren bestehende Problem hat ja auch Löhr nicht gelöst.

Und an diesem Punkt stellt sich eben die Frage ob man wieder einen Löhr holt und den armen Buben weiterhin den Bauch pinselt und sagt wir toll sie sind und dass sie das nur wissen müssen oder auch mal klare und deutliche Worte findet. Jeder der mit Führung zu tun hat weiß, dass beides seine Berechtigung hat. Abhängig immer von der Situation und auch vom einzelnen Mitarbeiter. Aber du wirst in der Führungspsychologie und -lehre kaum einen finden, der behauptet, dass man ein Team nur mit Selbstwirksamkeitsüberzeugungen und gutem Zureden zum Erfolg bringt.
 
Ich denke, weil beides zusammenkommt - ein paar Prozentpunkte weniger und ein topmotivierter, gut eingestellter Gegner, der auch noch kurios in Führung geht.
 
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