Gedenken an die Opfer von Stuttgart

In US-Schulen gibt bei Amok-Läufern einen "Code Red", d.h. die Türen werden verschlossen (teilw. auch elektronisch) und die Schülerinnen und Schüler müssen sich von Türen und Fenstern fernhalten, und dieses Alarmverhalten wird auch regelmäßig in den Klassenräumen geprüft.

Grundsätzlich ist dies eine gute Idee, aber es besteht natürlich auch die Gefahr dabei, daß bei einem simulierten Ernstfall mit den Ängsten der Kinden "gespielt" wird (z.B. wenn jmd. von außen prüft, ob die Türen wirklich verschlossen sind), denn so eine Übung ist doch ein paar Nummern heftiger als ein Feuer-Probealarm.
 
Leider kann man solche Aktionen nicht ganz ausschalten. Wenn jemand sowas machen möchte, ist es schwer das vorherzusehen/zu vereiteln. Schuld sehe ich da auch wieder bei den Eltern.


...und sein Umfeld wie z.B. in der Schule.

In erster Linie ist immer noch das Elternhaus verantwortlich, denn was Zuhause verbockt wird, kann das Umfeld wie Schule, Sportverein etc. wenn überhaupt nur minimal korrigieren.

Viele Eltern machen den Fehler, sich bei der Erziehung der Kinder auf die Schule zu verlassen und die Eltern, die so handeln, hätten ehrlich gesagt nie Eltern werden dürfen und abgesehen davon, kann die Schule auch nicht eine pädagogische Rolle übernehmen: in Zeiten leere Kassen wird in den Universitäten gezwungenermaßen immer weniger Wert auf Pädagogik gelegt und daran wird sich bei die Finanzlage der Bundesländer auch nichts ändern, ganz im Gegenteil, denn wenn man bedenkt, die Bundesländer, bzw. der Steuerzahler für den Schaden aufkommen muß, den die Vorstände der Landesbanken (die HSH Nordbank von Hamburg und Schleswig-Holstein ist das aktuellste Beispiel) durch Mißmanagement verbockt haben und von den Aufsichtsräten nichtd aran gehindert wurden, wird die pädagogische Ausbildung von angehenden Lehrerinnen und Lehrern nicht besser werden. Und engagiertes Lehrprsonal, welches nicht nur den Unterrichtsstoff durchpaukt, sondern auch die menschlich-sozialen Komponenten berücksichtigt, sind aus meiner eigenen Erfahrungen als Schüler und besonders jetzt als Vater eines schulpflichtigen Kindes leider nur Einzelfälle.
 
Das denke ich auch. Wenn der von irgendwem fertig gemacht wurde, er das Gefühl hatte von Lehrern nicht ernst genommen zu werden oder sonst was....

Trotzdem verstehe ich nicht, wieso die Eltern es zulassen, dass der Sohn eine Therapie abbricht. Wenn doch nun schon eine Depression diagnostiziert war.


Leider ist es so, dass Psychotherapeuten darauf angewiesen sind, dass ihre Klienten bei der Therapie mitarbeiten, und wenn der Junge keinen Bock drauf hatte, sind auch die Eltern ziemlich machtlos ..... :mad: Jemanden zur Therapie zu zwingen geht einfach nicht. Oder erst, wenn er sich schon strafbar gemacht hat.
 
In US-Schulen gibt bei Amok-Läufern einen "Code Red", d.h. die Türen werden verschlossen (teilw. auch elektronisch) und die Schülerinnen und Schüler müssen sich von Türen und Fenstern fernhalten, und dieses Alarmverhalten wird auch regelmäßig in den Klassenräumen geprüft.

Grundsätzlich ist dies eine gute Idee, aber es besteht natürlich auch die Gefahr dabei, daß bei einem simulierten Ernstfall mit den Ängsten der Kinden "gespielt" wird (z.B. wenn jmd. von außen prüft, ob die Türen wirklich verschlossen sind), denn so eine Übung ist doch ein paar Nummern heftiger als ein Feuer-Probealarm.

Dann warte ich mit meinem Amoklauf eben auf die große Pause oder Schulende/beginn. Hat doch alles keinen Sinn! Man braucht die Schule nicht zum Hochsicherheitstrakt machen.
 
Dann warte ich mit meinem Amoklauf eben auf die große Pause oder Schulende/beginn. Hat doch alles keinen Sinn! Man braucht die Schule nicht zum Hochsicherheitstrakt machen.

Wenn es jmd darauf anlegt, unschuldige Menschen niederzumetzeln, dann hat man imens viele Möglichkeiten; aber wenn man dieses Risiko ohne Überreaktionen nur punktuell minimieren kann und man dadurch ein paar Tote verhindert hat, kann es doch nicht verkehrt sein.
 
Das "Lock-In" finde ich nicht verkehrt - das hat sogar eine Lehrerin geistesgegenwärtig in Winnenden gemacht, sie hat einfach die Türe von innen zugeschlossen. Und das wurde auch von der Polizei als gute Schutzmaßnahme gewürdigt.
 
Zitat von Stürmerbraut;280890:
Das "Lock-In" finde ich nicht verkehrt - das hat sogar eine Lehrerin geistesgegenwärtig in Winnenden gemacht, sie hat einfach die Türe von innen zugeschlossen. Und das wurde auch von der Polizei als gute Schutzmaßnahme gewürdigt.

Grandiose Idee, da wäre ich nicht draufgekommen.. :rolleyes:

Mal ehrlich, dass ist doch völlig normal die Tür abzuschließen, wenn draußen ein Killer rumläuft.
Aber da braucht man kein elektronisches Hochsicherheitssystem zu.
 
In erster Linie ist immer noch das Elternhaus verantwortlich, denn was Zuhause verbockt wird, kann das Umfeld wie Schule, Sportverein etc. wenn überhaupt nur minimal korrigieren.

Wenn ein Kind in der Schule übelst gemobbt wird und dadurch depressiv wird, kann ein Elternhaus dagegen auch nichts machen. Gut, die Eltern hätten darauf achten müssen, das die Therapie fortgeführt wird, aber ob man dadurch die Tat hätte verhindern können stelle ich mal in Frage. Die Eltern der Schüler die mobben, sollten sich genauso über ihre Erziehung Gedanken machen, nicht nur die des Täters.
Ich verfolge das Ganze schon sehr in den Medien. Dort wird über schärfere Waffengesetze, Ballerspiele u.s.w diskutiert, dass würde mMn sehr wenig bringen. Der Hauptknackpunkt ist und bleibt für mich der Umgang untereinander. Wenn man jemandem nicht mag, soll man ihn einfach in Ruhe lassen und denjenigen nicht permanent hänseln und ihm das Gefühl geben, ein Loser zu sein.
Ich möchte nicht falsch verstanden werden, nichts rechtfertigt so eine brutale, schwachsinns Tat. Aber die Lösungsansätze, über die zurzeit diskutiert wird, würden einfach nichts bringen.
Auch aus einer Schule einen Hochsicherheitstrakt zu machen, ist genauso schwachsinnig. Einen Amoklauf kann man auch im Kaufhaus, Freimarkt oder sonstwo durchführen...
 
Grandiose Idee, da wäre ich nicht draufgekommen.. :rolleyes:

Mal ehrlich, dass ist doch völlig normal die Tür abzuschließen, wenn draußen ein Killer rumläuft.

Wenn das so selbstverständlich ist, warum haben die anderen Lehrkräfte das nicht gemacht? Da kannst du mit den Augen rollen wie du willst, in die anderen Klassenräume ist der Timmi reingerannt und hat rumgeballert.


Die Schuldfrage können wir nicht klären, aber es wird ein zusammentreffen unglücklicher Umstände sein.

Er wurde von den Mitschülern gehänselt, also will er sich rächen.
Er kann schiessen, also tut er es.
Er spielte Egoshooter, also wollte er vielleicht probieren wie das in Echt ist.
Freundin hat Schluss gemacht, also sind alle Mädchen doof.
Die Eltern haben sich viellicht nicht richtig gekümmert, also wische ich denen auch gleich eins aus damit.
etc. pp.
 
Ob`s was bringt, weiß ich auch nicht. Aber die Schule ist für solche kranken Typen eher eine der ersten Anlaufstellen für einen Amoklauf, denn da werden sie ja größtenteils gemobbt - und nicht im Kaufhaus

Ist richtig, aber wenn eine Schule zum Hochsicherheitstrakt wird, gibt es einfach andere Möglichkeiten/Orte einen Amoklauf durchzuführen. Solche Leute wie der Täter sind einfach kranke Menschen und ich denke ebenfalls, das diese Personen in ihrem Wahn die Schule bevorzugen, aber auch so depressiv sind, dann einfach einen anderen Ort zu wählen...
 
Man hat ja sehrviel davon, wenn man als Leiche in den Schlagzeilen steht.

Leider kann man solche Aktionen nicht ganz ausschalten. Wenn jemand sowas machen möchte, ist es schwer das vorherzusehen/zu vereiteln. Schuld sehe ich da auch wieder bei den Eltern.


Ganz großes Kino auch bei der Schweigeminute im Weserstadion, als ein Teil unserer Fans (wohl die Ultras) nicht wissen, was eine Schweigeminute ist.

Das ist ja mal sowas von der Schwachsinn. Wenn der Stadionsprecher die Schweigeminute für beendet erklärt, ist sie beendet. Punkt und aus.
 
Zitat von Stürmerbraut;281350:
Also ich halte es für Geistesgegenwart, sich einzuschließen. Im ersten Moment hätte ich vielleicht aus Panik auch erst mal versucht loszurennen ... eine Art Fluchtreflex. :confused:

Für erstaunlich mutig halte ich auch den Erfurter Lehrer, der dem Steinhäuser sagte, er solle ihm in die Augen schauen, während er ihn erschießt. Eigentlich jeder Mensch hat eine Tötungshemmung, wenn er seinem Gegenüber in die Augen schaut, dazu zählen auch Leute wie besagte Amokläufer. Steinhäuser hat den Lehrer übrigens nicht getötet. Aber zu sowas muss man sich auch erstmal durchringen, ich hätte vermutlich nicht den Mut dazu.
 
[..]
Ich und abgestumpft? Hinterfrag lieber noch mal deine Gedanken, denn es ist wirklich traurig mit anzusehen, wie bei einem tragischen Tod von 15 Menschen eine ganze Nation mittrauert, während die zahlreichen Tode von ganzen Familien in der dritten Welt einfach so in Kauf genommen werden. Scheiß drauf, kommen ja nicht aus unserem Land!

so einfach würde ich es mir nicht machen. die bestürzung, anteilnahme und die trauer mit den opfern entsteht ja letztlich aus der eigenen identifikation mit den opfern. man war selbst mal deutscher teenager, kennt in seinem umkreis 14-16 jährige, weiß wie die jugend lebt, kann begreifen, was diesen kindern, den familien und freunden geraubt wurde. und genau das verursacht dieses mitgefühl, diese große trauer bei den menschen! was in dritte welt ländern geschieht ist von uns nie vollkommen zu erfassen, nie zu begreifen. es ist eine ganz andere welt als unsere, sie bleibt uns verschlossen. man ist sich irgendwo bewusst, dass dort unheimlich viel leid geschieht, aber dennoch kann man es nicht so erfassen, da die identifikation mit den leidenden nicht so ausgeprägt ist bwz. sein kann.
ich muss schon sagen, dass mich die amokgeschichte sehr mitnimmt...ganz ungeheuchelt!
 
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