Diego (Laufbahn beendet)

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Wolfsburg geht unter und er leistet genauso wenig Widerstand wie die anderen 10 Feldspieler. Es scheint, als würde er erneut floppen.
 
Es geschehen ja tatsächlich noch Wunder. Ein Post von dir der mal sachlich und zumindest größtenteils nicht darauf abzielt jemanden durch den Kakao zu ziehen.
Naja, wenn Du mal rückblickend durchschaust, wirst Du feststellen, dass das absolut nicht stimmt. Soweit ich mich erinnern kann, endete der Versuch jeglicher sachlicher Diskussionsführung immer sehr schnell darin, dass von den Diego-Fans alles provokant, unsachlich etc. aufgenommen wurde und die Reaktionen dementsprechend ausfielen. Dass sich ein Diskussionsgegner dann ebenfalls schwertut, sachlich zu bleiben und sich das Ganze irgendwo reinsteigert, liegt in der Natur der Sache - und ist vielleicht zugegebenermaßen eine Schwäche meinerseits, sich überhaupt darauf einzulassen. Das, was Du mir immer wieder unterstellst, war nie meine Absicht. Ich bilde mir ein, dass dies nach 8 Jahren Werder-Forum und der Tatsache, noch nie verwarnt worden zu sein, auch andere ähnlich einschätzen.

Aber auch sonst denke ich, dass ein Grund für verfahrene und negativ ausufernde Debatten ein paar Missverständnisse sind, wie bspw. hier....
Zum Verständniss der 10: Alles was du über die Definition eines 10ers beschreibst ist durchaus richtig und wahr. Gleichzeitig eben auch schwachfug. Ich will dir sagen warum: Den 10er den du hier beschreibst, und der ständig diese Eigenschaften verkörpert wirst du hier auf diesem Planeten nicht finden.
Letzteres ist durchaus richtig und wahr. Aber es ist in Bezug auf meine Argumentation gleichzeitig eben auch Schwachfug. Ich will dir sagen warum: Natürlich begründet sich eine Definition auf dem Ideal. Das heisst aber nicht, dass ich das Ideal einfordere, noch nicht einmal, dass das Optimum eingefordert wird. Das wirst Du aus meinen Beiträgen nicht rauslesen können. Sondern es ist ein Vergleich von Diego`s Fähigkeiten zur Definition des 10ers. Und warum ich das weit entfernt vom Ideal einschätze, was letztlich ursächlich dafür ist, dass ich Diego nicht als Zehner sehe, hab ich beschrieben.
Aber zurück zur Definition. Wenn ein 10er diese Eigenschaften die du von ihm erwartest bzw verlangst ist das mit Sicherheit nicht falsch, allerdings siehst du den 10 zu statisch in seinen Aufgaben.
Genau falsch. Gerade weil ich der Meinung bin, dass ein zentraler offensiver Mittelfeldmann/ Spielmacher im modernen Fussball sehr flexibel sein muss, halte ich Diego eben nicht für einen solchen. Abgesehen davon, dass ich den Begriff "Spielmacher" im modernen Fussball ohnehin für überbewertet halte, passt die Spielauffassung Diego`s nicht mehr dazu, sie hätte vielleicht vor 30 Jahren gepasst, evtl. gerade noch zur WM 1990 (wenigstens teilweise).
Schau Dir mal an, was Trainer wie Klopp, Skibbe, Tuchel oder Dutt nun schon im dritten/zweiten Jahr in Folge so entwickeln. Für mich deutet sich in dieser Hinsicht nach Werder 2004 die nächste Etappe der Weiterentwicklung des modernen Fussballs an. Zwischen 2000 und 2004 stellte Werder einen Quantensprung dar, was flexible Spielweise angeht und wenn sich das wie oben genannt durchsetzt, also die das über die gesamte Saison erfolgreich durchhalten, wäre es der nächste.
Dabei fällt doch eines besonders auf, was mit Ajax 95, Dortmund 1995-1997 begann, mit Werder 2004 den nächsten Schritt erlebte und wo derzeit wiederrum sowas wie eine neue Paradigma eingeleitet wird: Die Aufgabenverteilung - in allen Mannschaftsteilen, aber am speziellsten im Mf, wird doch immer, immer wichtiger. Dortmund, Mainz, Frankfurt, Freiburg haben keine einzeln herausragenden Individualkönner, sondern ihre Stärke verkörpert das Kollektiv, ihre Basis ist eine ausgeklügelte Defensivstrategie, die sich zusammensetzt aus gesunder Mischung von Ganzfeldpressing, gleichzeitig hoher Variabilität nach Ballgewinn/in Ballbesitz, aber auch cleverer Gegnerorientierung. Das alles in noch höherer Geschwindigkeit beim Umschalten. Kurzpass- und Direktspiel, Offensivpower, eine kreative Offensive sind nur das Beiwerk, was das Gesamte verschönert, aber nicht die Grundlage. Exakt so ist übrigens Spanien Welt- und Europameister und Barca CL-Sieger geworden.

Und das passt eben nicht zum Spielertyp Diego, der Verantwortung als zentraler Spieler so interpretiert, überall die Bälle fordern zu müssen, dadurch den ganzen Platz beackert, aber demzufolge die Bälle überall auf dem Platz auch anzieht wie ein Magnet. Heutzutage funktioniert es aber nur noch, wenn die gesamte Mannschaft mitspielt. Auch ein großartiger Individualist muss heutzutage trotz den Mitspielern überlegener individueller Klasse Verantwortung übergeben.
Es ist ergo alles kein Zufall, dass Diego`s Omnipräsenz einhergeht mit immer grösserer Ausrechenbarkeit, spielerischem Abwärtstrend und Formverfall der Mitspieler. Das war bei Werder so, in Turin und ist auch derzeit in WOB so. In diesem Zusammenhang ist es auch kein Zufall, dass Diego trotz seiner individuell überragenden Auftritte bei Werder, die nicht selten mit Weltklasse bezeichnet wurden, kaum Interesse bei europäischen Spitzenclubs weckte (außer bei Juve, die irgendwie "Glanz" präsentieren mussten wie WOB zuletzt auch) oder dass er zur gleichen Zeit für Brasiliens N11 weitgehend uninteressant war.

Der Punkt ist, Diego ist viel zu inflexibel, seine mangelnde Spielintelligenz passt nicht zu dem, was er gerne darstellen möchte. Er könnte jedoch weiterhin überragend sein, es liegt nur an ihm. Warum, wurde ebenfalls hinlänglich beschrieben.

Dann gibt es weitere Missverständnisse....
Es ist die Balance die für "mich" eben den Unterschied ausmacht ob du einen guten 10er hast oder nicht. Dazu gehören auch die Aufgaben im Defensivbereich, die du entweder absichtlich ausklammerst, oder sie nicht in deinem Vorstellungsbild eines 10er gehören. Allein wenn du dir die Rückwärtsbewegung eines bsp Özils mit einem Diego vergleichst. Diego hat sehr viel für die Defensive getan, in dem er auch nach hinten geackert hat ohne Ende. Özil hingegegen blieb meist stehen, schüttelte mit dem Kopf oder lammentierte durch die Gegend.
Das sind eben mMn solche fehlerhafte Beobachtungen, die zum Glauben führen, Diego wäre defensiv effektiv gewesen. Sein weites Fallenlassen wurde besonders in Turin gerügt. Das hat damit zu tun, dass Diego wie oben beschrieben überall den Ball fordert, aber im Ansinnen dessen auch vergisst, dass es eine Grundordnung auf dem Platz gibt. Es ist schwierig für das eigene Team, unter diesen Umständen das Spiel zu organisieren, denn gerade Organisation eines Defensiv/Offensiv-Umschaltspiels liegt Diego gar nicht. Richtig indes ist, dass das Spiel gegen den Ball auch eine grosse Schwäche Özil`s ist. Strategisch ist beides eine Schwäche, nur eben auf andere Weise. Nur verleitet die Tatsache, dass der eine dann Zweikämpfe gewinnt zu dem Trugschluß, dass derjenige "defensiv stärker" wäre.
....ist das Ballhalten/verschleppen des Tempos grundsätzlich negativ für einen 10er zu bewerten. Hab bis jetzt zumindest nix anderes von dir gelesen.
Von grundsätzlich stand noch nirgends was. Ich habe in a) ein paar Beispiele genannt, zähle es aber zu den Schwächen Diego`s , dass er eben viel zu oft nicht das gesunde Maß findet.
Das Problem an der Sache ist eindeutig das du nicht erkennst, besser gesagt nicht erkennen möchtest, das Fussball in seiner Art so vielfältig ist das jeder für sich selbst entscheiden kann, welche Art von Fussball er favorisiert.
Korrekt. Aber was sollte ich denn da nicht erkennen oder nicht akzeptieren?
Und wie es das gibt. Genau darum geht`s ja.
 
Es gibt halt immer wieder Spielertypen, die halt in ein bestimmtes System passen, siehe z.B. Gekas in Frankfurt.
Diego würde wie die Faust auf`s Augen in das "System T.S." passen, hier würde er ganz schnell wieder zu seiner alten Stärke finden.
Aber leider zog er reichlich Millionen vor!
So ist Diego leider, leider tatsächlich auf einen absteigenden Ast.
Schade:(
 
Gekas hätte auch bei Werder reingepasst. Das habe ich nach der guten Bochumer-Saison von ihm schon gedacht.
 
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